Auszeichnung Deutscher Preis für Denkmalschutz wird in Berlin verliehen

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ehrt Personen und Projekte, die sich für den Erhalt von Kulturerbe einsetzen. Am Freitag, 22. Oktober, wird er in Berlin vergeben. Dabei werden die Cranach-Höfe der Lutherstadt Wittenberg und die Evangelische Kulturstiftung Görlitz ausgezeichnet.

Cranach-Höfe
Das Projekt zum Erhalt der Cranach-Höfe in der Lutherstadt Wittenberg wird mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet. Bildrechte: MDR/Lucas Riemer

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ehrt Personen, Organisationen, Journalisten und pädagogische Projekte, die sich für Denkmalschutz und Kulturerbe in Deutschland einsetzen. Der Preis wird seit 1977 vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz jährlich vergeben. Er untergliedert sich in den Karl-Friedrich-Schinkel-Ring, die Silberne Halbkugel und den Journalistenpreis.

Am Freitag werden elf Persönlichkeiten und Personengruppen in Berlin geehrt, die sich besonders dafür einsetzen, bauliches und archäologisches Erbe zu erhalten. In diesem Jahr werden auch die Preisträger des Jahres 2020 geehrt, da die Verleihung im vergangenen Jahr wegen Corona abgesagt wurde.

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung aus diesem Bereich in Deutschland. Geehrt werden am Freitag auch Projekte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Karl-Friedrich-Schinkel-Ring für Erhalt der Cranach-Höfe

Eva Löber
Eva Löber wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Bildrechte: MDR/Lucas Riemer

Eva Löber setzt sich seit den 1990er Jahren dafür ein, die Cranach-Höfe in der Lutherstadt Wittenberg zu erhalten. Der Gebäudekomplex wurde nach dem Maler Lucas Cranach dem Älteren benannt, der dort im 15. und 16. Jahrhundert seine Werkstatt hatte.

Kurz vor dem Ende der DDR gab es für die Cranach-Höfe eigentlich schon eine Abrissgenehmigung. Heute sind sie top saniert. Nun seien die Cranach-Höfe ein Ort, an dem zum Beispiel Kultur und Gastfreundschaft einen festen Platz hätten, teilte das Komitee mit. Löber erhält den Karl-Friedrich-Schinkel-Ring für ihr herausragendes Lebenswerk.

Evangelische Kulturstiftung Görlitz erhält die Silberne Halbkugel

Die Evangelische Kulturstiftung in Görlitz setzt sich seit 25 Jahren dafür ein, nicht mehr genutzte und gefährdete Sakralbauten zu pflegen und zu erhalten. Bekannte Beispiele sind das Heilige Grab, die Nikolaikirche und der Nikolaikirchhof mit seinen Grufthäusern. Durch Führungen und Veranstaltungen werden die Kulturdenkmale der Öffentlichkeit nähergebracht.

Zudem veranlasst die Kulturstiftung neue Forschungen und wissenschaftliche Arbeiten zu den von ihr betreuten Denkmälern. Dadurch soll eine zeitgemäße und nachhaltige Nutzung erarbeitet werden.

Sachsen

Blick vom Rathausturm in Richtung Nikolaikirche. Die Nikolaikirche mit dem kleinen Dachreiter und ohne Turm am Horizont deutlich erkennbar. Auf dem Nikolaikirchhof befindet sich das Grab des weltberühmten Görlitzer Mystikers und Schusters Jakob Böhme.
Blick vom Rathausturm in Richtung Nikolaikirche. Die Nikolaikirche mit dem kleinen Dachreiter und ohne Turm am Horizont deutlich erkennbar. Auf dem Nikolaikirchhof befindet sich das Grab des weltberühmten Görlitzer Mystikers und Schusters Jakob Böhme. Bildrechte: MDR/René Römer

Deutschlandweit Preisträger geehrt

Unter den Preisträgern sind auch der Verein "Denk mal an Berlin", der Förderverein Eiszeitkunst im Lonetal (Baden-Württemberg), die Freunde und Förderer des historischen Ratsschiffes M/S Köln (Nordrhein-Westfalen) und der Rundlingsverein (Niedersachsen).

Am Montagnachmittag wurde auch in Sachsen-Anhalt der Landesdenkmalpreis verliehen. Vier engagierte Menschen und Vereine aus den Bereichen Bau- und Kunstdenkmalpflege sowie archäologische Denkmalpflege wurden dabei ausgezeichnet.

MDR/Daniel Tautz, Nicole Franz, dpa, Medienservice Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR Sachsen-Anhalt HEUTE | 22. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Maria A. vor 5 Wochen

Das sind nachvollziehbare Würdigungen. Man kann allen diesen Menschen gar nicht genug dafür danken, dass sie sich so engagieren.

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