Klimakatastrophe DWD warnt vor globalem Temperaturanstieg

2020 war nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zu dem Schluss kommt der Deutsche Wetterdienst und warnt vor einem weiteren Temperaturanstieg.

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MDR WISSEN Wetterphänomene 9 min
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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schlägt Alarm: DWD-Präsident Gerhard Adrian sagte bei einer digitalen Pressekonferenz zur Klimaforschung in Offenbach, es bestehe ein hohes Risiko, dass die im Pariser Klimaabkommen 2015 vereinbarte Begrenzung der Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts nicht erreichbar sei. Der Temperaturanstieg gehe ungebremst weiter. Adrian zufolge ist bis zum Jahr 2100 sogar Plus von drei bis vier Grad Celsius möglich.

Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft und das globale Verkehrsgeschehen sei die CO2-Konzentration in der Atmosphäre im vergangenen Jahr weiterhin gestiegen, mahnte Adrian. Er ist zugleich auch Präsident der Weltorganisation für Meteorologie. Nach seinen Worten geht der Anstieg ungebremst weiter. Seit Ende des 19. Jahrhunderts sei die globale Mitteltemperatur außerdem bereits um 1,1 Grad gestiegen, in Deutschland sogar um 1,6 Grad. Die Folgen dieser Entwicklung seien inzwischen weltweit zu sehen, sagte der DWD-Präsident.

2020 zweitwärmstes Jahr seit Wetteraufzeichnung

2020 ist dem DWD zufolge nicht nur in Deutschland, sondern weltweit das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Wetterextreme hätten zugenommen und sich intensiviert. Der Weltklimarat habe diese Entwicklung bereits in den 90er-Jahren erstaunlich genau prognostiziert, so DWD-Chef Adrian. Heute lägen noch einmal "deutlich verbesserte wissenschaftliche Szenarien" vor. Diese sollten "sehr ernst" genommen werden.

Weltweit konnte Adrian zufolge erneut eine Intensivierung und Zunahme von Wetterextremen beobachtet werden. So habe es in der Sahel-Region, um das Horn von Afrika sowie in Indien, Pakistan und China 2020 besonders viel Niederschlag gegeben, der regional um 500 Prozent über dem vieljährigen Mittel gelegen habe. Vom 1. Januar bis 17. November 2020 wurden zudem weltweit 96 tropische Stürme registriert. Im Nordatlantik waren es mit 30 Stürmen mehr als doppelt so viele wie dort typisch sind.

Auswirkungen in Deutschland spürbar

In Deutschland sei das Jahr 2020 in acht Monaten zu trocken und in vier Monaten zu nass gewesen, bilanzierte der DWD-Klimaexperte Thomas Deutschländer. Wie schon 2019 waren elf der zwölf Monate zu warm - verglichen mit der Referenzperiode 1961-1990. Auch wenn Spitzenwerte von mehr als 40 Grad nicht wie im Jahr 2019 erreicht wurden, hatten die hochsommerlichen Temperaturen in Verbindung mit Trockenheit negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, betonte er. "Insgesamt betrachtet verstärken die vergangenen drei Jahre die Befürchtungen der Klimaforschung, dass wir künftig immer öfter mit Wetter- und Klimaextremen rechnen müssen", sagte Deutschlander.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war berichtet worden, dass DWD-Präsident Gerhard Adrian ein Erreichen des Zwei-Grad-Ziels nicht mehr für möglich halte. Tatsächlich hält Adrian nach aktuellem Stand einen Temperaturanstieg von drei bis vier Grad bis zum Jahr 2100 für möglich. Er schließt jedoch nicht grundsätzlich aus, dass das Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Wir haben den Artikel daher aktualisiert, um diesen Aspekt klarer herauszustellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Februar 2021 | 11:15 Uhr

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