Elektroschrott Verband: Einzelhandel ist auf Rücknahmepflicht für Elektro-Altgeräte vorbereitet

Wer ausgediente Elektrokleingeräte hat, der kann diese seit heute in allen großen Einzelhandelsgeschäften kostenlos abgeben. Ein neues Gesetz regelt, dass Geschäfte die Geräte zurücknehmen müssen. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Elektrogeräte liegen in einer Box
Elektro-Altgeräte können von nun an in vielen Geschäften zur Entsorgung abgegeben werden. Bildrechte: dpa

Egal, ob die alte Kaffeemaschine, der Toaster oder Wasserkocher – von heute an können Elektrokleingeräte in jedem Geschäft kostenlos zum Entsorgen abgegeben werden. Das gilt auch dann, wenn der Kunde dort kein neues Gerät kauft. Bedingung ist, dass das Geschäft eine Verkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern hat und es mehrmals im Jahr oder ständig Elektrogeräte anbietet.

Der Einzelhandel selbst sieht der neuen Regelung gelassen entgegen: Supermarktketten wie Rewe und Penny teilen auf Anfrage schriftlich mit, dass der Kunde die Rückgabe an der Kasse anmelden solle. Dort werde dann das Altgerät von einem Mitarbeitenden entsprechend der Kriterien geprüft und entgegengenommen.

Organisation der Rückgabe liegt bei Händlern

Laut Handelsverband HDE sind die Geschäfte gut vorbereitet, sagt Sprecher René Glaser: "Alle werden den Kunden möglichst einfach die Gelegenheit geben, ihre Elektroaltgeräte zurückzugeben. Einige Unternehmen mussten das ja bereits in der Vergangenheit tun, beispielsweise Baumärkte, sodass dort auch bereits eine gewisse Erfahrung vorhanden ist."

Wie die Rücknahme in den Geschäften organisiert wird, kann jeder Händler selbst entscheiden, denn dafür gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. HDE-Sprecher Glaser erklärt: "Vielfach gibt es Sammelboxen oder die Geräte können an den Infotheken zurückgegeben werden. Zudem gibt es auch Extrabehältnisse für Geräte, von denen möglicherweise eine Brandgefahr ausgeht." Wichtig sei, dass Geräte, die verunreinigt seien und von denen eine Gefahr für Gesundheit und Sicherheit ausgehe, nicht angenommen werden müssten.

Die neue Regelung im Elektro- und Elektronikgerätegesetz soll ein weiterer Schritt für mehr Nachhaltigkeit sein. In vielen Geräten stecken wertvolle Stoffe wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium oder Messing. Werden sie entnommen und wiederverwertet, schont das die Ressourcen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juli 2022 | 06:12 Uhr

1 Kommentar

Anni22 vor 5 Wochen

Hoffentlich wird auch wirklich recycelt. Würde mir hier direk mal ein paar verdeckte Proben wünschen. Denn ich frage mich schon wie all die Gräte fachgerecht zerlegt und wiederaufbereitet werden.

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