Mobiltelefon eSIM: Die Alternative zur SIM-Karte

Die klassische Plastik-SIM-Karte hat Konkurrenz bekommen. Die eSIM ist eine virtuelle SIM-Karte, die als Chip direkt im Telefon verbaut ist. Doch bisher gehört sie nicht zum Standard.

Sim-Karte
Die SIM-Karte ist nicht die einzige Möglichkeit um mit dem Handy ins Mobilfunk-Netz zu kommen. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Die SIM-Karte ist so etwas wie der Personalausweis für das Mobiltelefon. Auf der kleinen Plastik-Chip-Karte sind eine eindeutige Identifikationsnummer und Daten für die Einwahl in das Mobilfunk-Netz des jeweiligen Anbieters gespeichert. Mit diesen Informationen von der SIM-Karte meldet sich das Telefon dann beim nächsten Funkmasten an.

Bei neueren Smartphones kann diese Aufgabe aber auch ein kleiner Chip übernehmen, der fest im jeweiligen Gerät verbaut ist.

Einfache Programmierung

Grundsätzlich ist diese sogenannte eSIM eine praktische Sache, findet Digitalexperte Lorenz Bücklein von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Wenn ich jetzt einen neuen Vertrag abschließe, dann ist es nicht so, dass ich noch großes Gefummel mit der SIM-Karte hab, die dort irgendwo reinzubringen." Man müsse mit dem eSim nicht erst mal das Fach öffnen und dort die SIM-Karte einführen. Sondern man habe den Vorteil, dass das alles programmierbar sei.

Die Programmierung ist dabei extrem einfach: Statt einer Plastik-SIM-Karte schickt der Mobilfunkanbieter dazu beispielsweise per Brief oder E-Mail einen sogenannten QR-Code.

Anmeldung per QR-Code

Lorenz Bücklein erklärt, wie der QR-Code funktioniert: "Den scannen sie dann mit dem Smartphone ein. Und so gelangen dann die Netzbetreiber-Daten auf die fest im Gerät installierte Karte, also auf die eSIM drauf."

Abstrahierter QR-Code.
Über QR-Codes funktioniert die Anmeldung mit einer eSIM: Bildrechte: Colourbox.de

Bisher ist der dafür nötige eSIM-Chip allerdings nur in wenigen Geräten verbaut. Meistens als Zusatzfunktion in Smartphones, die außerdem auch einen Einschub für eine klassische Plastik-SIM-Karte haben, sagt Marleen Frontzeck-Hornke vom Online-Portal Handyhase.de: "Die eSIM findet man vorwiegend bei den Highend-Modellen oder auch Smartphones der gehobenen Mittelklasse. Dort sind sie zu finden. Vor allem Apple hat sehr viele eSIM-fähige Geräte. Die neuen Modelle unterstützen die eSIM alle."

In Zukunft weiter verbreitet

In den nächsten Jahren werden aber wohl auch immer mehr günstige Smartphones mit einem eingebauten eSIM-Chip ausgeliefert werden. Mittelfristig könnte dann wohl auch der zusätzliche Schacht für die klassische Plastik-SIM-Karte wegfallen. Schließlich nimmt der Schacht in den Geräten vergleichsweise viel Platz ein.

Ein Junge schaut auf seine Smartwatch.
Bildrechte: Colourbox.de

Bei ihren Smartwatches, also den Armbanduhren mit eingebautem Mobilfunkmodul, verzichten Samsung und Apple deshalb schon jetzt auf den zusätzlichen Einschub für eine klassische SIM-Karte.

Die Uhren haben also nur noch den fest eingebauten eSIM-Chip. Die Mobilfunk-Anbieter hängen bei der der Einführung der eSIM allerdings noch etwas hinterher. Wer einen klassischen Handyvertrag mit 24 Monaten Laufzeit hat, bekommt meist vergleichsweise einfach den passenden QR-Code, um die eSIM auf seinem Telefon zu aktivieren.

eSIM Prepaid

Smartphone-Expertin Marleen Frontzeck-Hornke sagt: "Bei Prepaid-Tarifen verhält es sich etwas anders. So bietet die Telekom für Ihre Prepaid-Tarife eine eSIM-Nutzung an. Bei Vodafone wiederum entfällt diese eSIM-Fähigkeit komplett für die Prepaid-Tarife."

Auch viele günstige Mobilfunk-Discounter unterstützen die eSIM bisher noch nicht. Aber auch das dürfte sich bald ändern, wenn immer mehr Kunden Geräte mit eSIM-Funktion besitzen, glaubt Marleen Frontzeck-Hornke.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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