Sommerwetter Hoch Jürgen bringt extreme Hitze nach Mitteldeutschland

Es wird heiß in Deutschland. Bei der angekündigten Hitzewelle diese Woche könnten die Temperaturen örtlich bis auf 40 Grad steigen, sagt der Deutsche Wetterdienst. Die Waldbrandgefahr ist hoch.

Große Sommerhitze und Trockenheit führt zu Hitzestress an den Bäumen im Wald, begünstigt den Schädlingsbefall und bedrohen den Fortbestand der Bäum
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen in dieser Woche sehr heiße Tage an. Bildrechte: IMAGO / Gottfried Czepluch

Schuld ist Jürgen – das Hoch Jürgen. Es bringt in dieser Woche hochsommerliche Temperaturen nach Mitteldeutschland. Für den heißesten Tag der Woche am Mittwoch werden dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge örtlich bis zu 39 Grad erwartet. Vereinzelt werden die Nächte tropisch, sind also mindestens 20 Grad warm.

Bereits jetzt gilt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine DWD-Wetterwarnung vor starker Wärmebelastung ab Dienstag. Am Donnerstag dann sollen Schauer und Gewitter Abkühlung bringen.

DWD erweitert sein Hitze-Warnsystem

Neu ist, dass der Deutsche Wetterdienst sein Hitze-Warnsystem erweitert hat. Demnach werden jetzt für einen längeren Zeitraum Vorhersagen zu möglichen Hitzebelastungen getroffen. Bislang habe es amtliche Hitzewarnungen nur für den aktuellen und den Folgetag gegeben, erklärte der DWD. Nun würden für die fünf nachfolgenden Tage Gebiete markiert, für die voraussichtlich eine Hitzewarnung ausgesprochen werde. Ein Sprecher sagte, Hitzewellen seien ein großes Risiko für die menschliche Gesundheit. Das neue Hitze-Warnsystem könnte vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich genutzt werden.

Sachsen-Anhalt: Hohe Waldbrandgefahr

Die Woche ist am Montag mit bis zu 31 Grad Celsius gestartet, der Dienstag wird in Sachsen-Anhalt nach Angaben des DWD sonnig und trocken bei bis zu 37 Grad. Am Mittwoch dann wird es bei viel Sonnenschein und bis zu 39 Grad sehr heiß. In der Nacht auf Donnerstag nähert sich von Westen eine Kaltfront, die Schauer, Gewitter und eine Abkühlung auf etwa 16 Grad mit sich bringt. Donnerstag und Freitag werden wechselhaft bewölkt, aber mit 30 bzw. 28 Grad immer noch sommerlich warm und meist trocken.

Die anhaltende Trockenheit in Sachsen-Anhalt sorgt dem DWD zufolge für eine hohe Waldbrandgefahr. Unter anderem im Landkreis Harz gab es dieses Jahr schon häufig Waldbrände. Nun wird dort nach eigenen Angaben über die Anschaffung eines eigenen Löschflugzeugs nachgedacht. Im Oberharz sollen zwei neue Löschwassertanks bei der Bekämpfung von Waldbränden helfen.

Sachsen: Sorge um Beschäftigte im Freien

Ähnlich die Temperaturen betreffend sieht es in Sachsen aus: Deutlich über 30 Grad werden es bis mindestens Mittwoch, örtlich sollen nach DWD-Angaben sogar bis zu 40 Grad Celsius möglich sein. Voraussichtlich in der Nacht zu Donnerstag sollen dann Unwetter für Erleichterung sorgen.

Angesichts der heißen Sommertage sorgt sich Sachsens Arbeitsminister Martin Dulig um die Gesundheit der arbeitenden Menschen, vor allem um Beschäftigte im Freien. Durch die zusätzliche Belastung durch Hitze und UV-Strahlung sinke die Leistungsfähigkeit des Körpers, sagte der SPD-Politiker in Dresden. "Darunter leidet die Konzentration, was zu einem erhöhten Unfallrisiko führen kann." In Sachsen arbeiten Dulig zufolge etwa 218.000 Beschäftigte in Branchen, deren Tätigkeiten überwiegend im Freien stattfinden.

Thüringen: Trockene Bäume können zur Gefahr werden

In Thüringen klettern die Temperaturen ab Dienstag auf bis zu 38 Grad, am Mittwoch auf bis zu 39 Grad. Am Mittwochnachmittag soll es sich dann teilweise zuziehen, es werden ebenfalls Unwetter erwartet.

Im gesamten Freistaat ächzen neben Mensch und Tier vor allem die Bäume in Städten und Parks unter Hitze bzw. Trockenheit. In Weimar warnte die Klassik Stiftung vor herabfallenden Ästen in ihren Parks. Grund sei unter anderem die Dürre, die bei den teils jahrhundertealten Bäumen zu starken Schäden in den Kronen führe.

In Gera mussten nach Angaben der Stadt schon Ende April die 1.100 Jungbäume im Stadtgebiet erstmals gewässert werden – Ende Juni sei das eigentlich vorgesehene Wasserkontingent für das gesamte Jahr bereits verbraucht gewesen.

Kein nationaler Hitzeschutzplan

Angesichts der kommenden heißen Tage hieß es aus Berlin, die Bundesregierung bereite bisher keinen nationalen Hitzeschutzplan für diesen Sommer vor. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums erklärte, nach der Verfassung sei das Thema Hitzeschutz und Hitzevorsorge "vor allem eine Aufgabe der Kommunen".

Hitzewellen wirkten sich regional sehr unterschiedlich aus, sagte der Sprecher. Bei Risikogruppen wie Senioren und Kindern wüssten "einfach Kommunen am besten Bescheid". 

MDR (cga)/DWD/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 18. Juli 2022 | 13:00 Uhr

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