Starker Schneefall und Schneeverwehungen Unwetterwarnungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Kalte Polarluft aus dem Norden und warme Luft aus dem Süden sorgen am Wochenende für eine extreme Wetterlage mit starken Schneefällen und Schneeverwehungen. Der Deutsche Wetterdienst warnt.

Autos auf zugewehter Landstraße bei Stollberg in Sachsen
Autos auf zugewehter Landstraße bei Stollberg in Sachsen (Archivbild von Mitte Januar). Bildrechte: dpa

Der Deutsche Wetterdienst warnt für große Teile Sachsen-Anhalts und Thüringens mit einer Gefahrenmitteilung vor starkem Schneefall und starken Schneeverwehungen. Außerdem gelten Unwetterwarnungen für alle drei mitteldeutschen Länder. Alle Warnungen gelten nach Angaben des DWD von Sonntag, 3 Uhr, bis voraussichtlich Sonntag, 21 Uhr.

Meteorologen sehen extreme Wetterlage

Meteorologen sprechen von einer extremen Wetterlage für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Grund dafür ist das Aufeinanderprallen verschiedener Luftmassen aus dem Norden und Süden. MDR-Diplommeteorologin Michaela Koschak erklärt, dass bei diesem Zusammenstoß extreme Wetterlagen mit viel Schnee und Glatteis-Regen möglich seien. Dabei werde die sogenannte Luftmassengrenze voraussichtlich genau über Mitteldeutschland liegen. Möglicherweise werde die extreme Wetterlage sogar vergleichbar sein mit dem Winter 1978/1979. Durch den stark böigem Wind drohen am Wochenende zudem Schneeverwehungen.

Extremes Wetter entlang schmaler Linie

Laut Koschak ist die Wetterlage deshalb so extrem gefährlich, weil die Warmluft über die Kaltluft gleiten wird. Aus der Warmluft fällt demnach Regen, während es am Boden dagegen gefroren ist. Für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer kann es damit spiegelglatt auf den Straßen werden. Konkret von diesem Wetterereignis betroffen sein wird aber nur eine sehr schmale geographische Linie. Südlich davon kann es laut Koschak normalen Regen geben, nördlich davon Schnee.

Mehr und mehr werde sich aber voraussichtlich ab Samstagabend langanhaltender Schnee durchsetzen. Regional seien dabei große Unterschiede zu erwarten: von eher mäßigem Schneefall bis zu 40 Zentimeter Neuschnee bis Sonntag. Auch Schneeverwehungen sind möglich. Zur Gefahreneinschätzung empfiehlt Meteorologin Koschak in jedem Fall den Blick aus dem Fenster: Kommt der Niederschlag in Form von gefrierendem Regen, sollten alle Verkehrsteilnehmer sehr vorsichtig sein oder nach Möglichkeit gleich zuhause bleiben. Spiegelglatt werde es wahrscheinlich nur für ein paar Stunden.

Meistereien und Bahn wappnen sich

Das sächsische Innenministerium riet Autofahrern, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Thüringer Landkreise ließen die Streusalz-Depots auffüllen und den Winterdienst verstärken.

Die Deutsche Bahn stellte ihre Kunden auf Ausfälle und Verspätungen ein. An den Bahnhöfen sollen Räumtrupps mit schwerem Gerät bereitstehen. Bereits gebuchte Tickets für den Fernverkehr könnten bis einschließlich sieben Tage nach Ende der Störung flexibel genutzt oder kostenlos storniert werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 06. Februar 2021 | 19:30 Uhr

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