Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Aus Sicht von Fahrradverbänden fehlen in vielen Gegenden noch immer sichere Radwege. Bildrechte: dpa

AktionenWeltfahrradtag: Pop-Up-Radwege in Mitteldeutschland aufgebaut

Stand: 03. Juni 2021, 20:12 Uhr

Fahrradfahren boomt, doch in vielen Städten beklagen Verbände unsichere oder nicht vorhandene Radwege. Am Weltfahrradtag gab es deshalb auch in Mitteldeutschland Aktionen.

Zum Weltfahrradtag hat es in mehreren Städten in Mitteldeutschland Aktionen für sicherere Radwege gegeben. Geplant waren diese unter anderem in Leipzig, Dresden, Magdeburg, Erfurt und Weimar.

In den beiden größten sächsischen Städten gab es Aktionen mit sogenannten Pop-Up-Radwegen. Dabei werden Radwege temporär an für Radfahrende besonders kritischen Stellen angelegt. In Leipzig waren an knapp 20 Stellen für jeweils mehrere Stunden Pop-up-Radwege geplant, wie der Umweltbund Ökolöwe vorab ankündigte. In Dresden gab es laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) fünf Aktionen. Auch in anderen Gegenden Deutschlands gab es ähnliche Proteste, etwa in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens.

ADFC sieht Planungszeiten als Problem

Der Geschäftsführer des ADFC Sachsen, Konrad Krause, sagte MDR AKTUELL, dass es immer noch langsam mit dem Ausbau des Radwegenetzes vorangehe. Lange habe es vor allem zu wenig Geld und eine fehlende Prioritätensetzung beim Ausbau gegeben. Das sei nun vorbei. "Das Problem sind aber die langen Planungszeiten unter anderem durch den Mangel an Fachplanern. Zwischenlösungen gibt es nur in wenigen Städten." Krause forderte, dort wo es möglich sei, provisorische Radwege zu schaffen – immer mit der Option, diese zurückzubauen, wenn das nicht gehe.

In Thüringen fordert der dortige ADFC zum internationalen Tag des Fahrrads mehr Investitionen in Radwege. Laut ADFC hat Thüringen gute Radwanderwege, aber schlechte Alltagsstrecken. Bei den Wegen zum Beispiel zur Arbeit oder zur Schule gebe es noch einen erheblichen Rückstand. Es fehlten auch Radwege an überörtlichen Straßen.

Bundesregierung will Sicherheit erhöhen

Bemühungen für sicheren Radverkehr gibt es auf Bundesebene, am Mittwoch hatte das Bundeskabinett das Verkehrssicherheitsprogramm 2021 bis 2030 verabschiedet. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Sicherheit von Radfahrenden sowie älteren Menschen. Im Radverkehr kommt aus Sicht des Verkehrsministeriums der Entflechtung der Verkehre eine entscheidende Rolle zu.

Der Bund will daher etwa den Bau von sicheren Radwegen weiter vorantreiben. Ein Beispiel ist das Finanzhilfe-Sonderprogramm "Stadt und Land" mit Bundesmitteln in Höhe von 660 Millionen Euro für Investitionen in Radwege, Fahrradbrücken und Unterführungen. Ziel ist außerdem ein besserer Schutz vor Unfällen mit Lastwagen, dazu dienen sollen technische Systeme in den Fahrzeugen, sogenannte Abbiegeassistenten.

Bund: Radverkehr in Städten verdoppeln

Vor allem in Großstädten sind immer mehr Radfahrer unterwegs, und es sollen für mehr Klimaschutz noch mehr werden. So spricht sich der Umweltverband Bund zum Welttag des Fahrrads dafür aus, den Radverkehr in der Stadt bis 2030 zu verdoppeln. Probleme seien aber verstopfte Straßen oder zugeparkte Rad- und Fußwege. Deswegen müsse es weniger Autos geben. Die Straßenverkehrsordnung dürfe nicht weiter dem Auto Vorrang geben. 

"Unser Verkehrssystem muss stärker die Bedürfnisse ungeschützter Verkehrsteilnehmender wie Radfahrende und Zufußgehender berücksichtigen", sagte Julia Fohmann, Sprecherin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. "Das bedeutet vor allen, dass der Straßenraum anders aufgeteilt werden und geplant werden muss." Dadurch könne gerade beim Neubau für ausreichend Platz für den Fuß- und Radverkehr gesorgt werden.

Quellen: MDR, dpa

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 03. Juni 2021 | 17:00 Uhr