Haare selber schneiden? So retten Sie Ihre Frisur über den Lockdown

Sven Hentschel
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Die Friseurgeschäfte sind schon länger geschlossen als viele Frisuren es erlauben. Friseurmeister Sven Hentschel klärt auf, was Sie auch während des Lockdowns für Ihre Frisur tun können und was sie besser nicht versuchen sollten.

Sollten Sie sich die Haare selber schneiden?

Klares nein. Im Internet finden sich zwar diverse Anleitungen und Videos, aber Profis warnen vor solchen Tutorials. In der Regel sind die Ergebnisse für Ungeübte enttäuschend und bei komplizierteren Frisuren ohnehin äußerst schwierig. Deshalb gilt: Hände weg von der Schere.  

Sollten Sie sich Haare selber färben?

Prinzipiell kann auch beim Haare-Selber-Färben sehr viel schiefgehen, sodass grundsätzlich davon abzuraten ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihr gesträhntes Haar habt oder Euer natürlicher Ton aufgehellt wurde.

Haare selbst schneiden
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Was können Sie alternativ tun?

Viele stören sich vor allem an den herauswachsenden Haaransätzen. Um diese wirksam zu kaschieren empfiehlt sich der Einsatz von Ansatzpuder.

Achtung: Das Wundermittel wirkt leider nicht bei heller gefärbtem Haar, bei dem etwa ein Blond auf ein dunkles Haar gefärbt wurde, denn hier gibt es keine oxidative Wirkung.

Bei blondem Haar wirken besonders gut Trockenshampoos. Einfach das Puder auf den Ansatz träufeln – fertig. Die Ansätze wirken deutlich heller und überstehen so auch noch ein paar Extra Lockdown-Wochen.

Sie haben es nicht mehr ausgehalten und dennoch gefärbt. Wie können Sie die Färbung noch retten?

  • Das Ergebnis ist zu dunkel:

Das lässt sich für Laien oft nur schwer beheben. Um das Haar wieder aufzuhellen, kann man ein Peeling-Shampoo oder alternativ ein Tiefenreinigungsshampoo zum Einsatz bringen. Wählt beim nächsten Mal einen Ton heller auf der Farbskala als ihr Euch eigentlich wünscht.

  • Das Haar nimmt die neue Farbe nicht an:

Dies passiert oft bei grauen Haaren. Verwendet statt einer Tönung eine permanente Farbe, da diese viel konzentrierter ist, deutlich tiefer in das Haarinnere eindringt und damit besser deckt.

  • Die neue Farbe ist zu gelb geworden:

Gerade bei hell gefärbtem Haar wird oft zu wenig Produkt verwendet, hier eventuell eine zweite Packung nehmen. Bitte auch genau nach den Vorgaben auf der Verpackung agieren und etwaige Angaben zur Einwirkzeit genauestens befolgen.
Um schnell Abhilfe zu schaffen empfiehlt sich der Einsatz eines Silbershampoos oder eines Conditioners. Beide helfen dabei, das Haar zu neutralisieren.

  • Die neue Farbe ist zu orange geworden:

Versucht mit Liquids oder Tonspülungen das Orange zu neutralisieren. Vorteil hier, das Haar wird sanft und schonend "entfärbt".
Auch der Einsatz von Direktziehern ist möglich.

Was sind Direktzieher?

Direktzieher sind sogenannte Fertigfarbstoffe, die bereits farbig sind, im Gegensatz zu sogenannten Oxidationsfarbstoffen, bei denen sich die Farben erst im Zusammenspiel bilden.

  • Die neue Farbe ist zu rot geworden:

In diesem Fall hat sich der Einsatz von Direktziehern bewährt.

  • Die neue Farbe ist zu grün geworden:

Hier helfen handelsüblicher Ketchup oder auch Zitronensaft. Und das ist kein Scherz. Diese alten Hausmittel haben sich in der Tat bewährt.

Tipp Achtung bei komplizierten Mixturen aus drei und noch mehr Bestandteilen lohnt sich der Aufwand oft nicht, weil die einzelnen Bestandteile aus unterschiedlichen Tuben angerührt werden müssen und dann schnell verbraucht werden müssen.

Fragen Sie Ihren Friseur (Online oder per Telefon), ob er Ihnen für die Übergangszeit eine Tönung oder Färbung empfehlen kann.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 25. Januar 2021 | 17:00 Uhr

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