Hörer machen Programm Keine Fruchtbarkeitsstörung nach Corona-Impfung

Offenbar schrecken manche Frauen mit Kinderwunsch vor einer Impfung gegen das Coronavirus zurück: Laut aktuellem ZDF-Politbarometer wollen sich nur 43 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren gegen Covid-19 impfen lassen. Bei den gleichaltrigen Männern sind es immerhin 58 Prozent. Auch MDR-AKTUELL-User Dennis Bauer aus Zeitz treibt die Frage um, ob es einen Zusammenhang zwischen Impfung und Fruchtbarkeit gibt.

Krankenschwester hält Spritze mit Corona-Impfung
Kann eine Corona-Impfung Frauen unfruchtbar machen? Bildrechte: imago images/ Pixsell

Bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Frauen hat. Das Unternehmen warnt auch nicht im Beipackzettel für den Impfstoff vor derartigen Nebenwirkungen. In der Gebrauchsinformation zur Anwendung des Covid-19-Impfstoffs heißt es lediglich: "Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor dem Erhalt dieses Impfstoffes Ihren Arzt oder Apotheker um Rat."

Impfung ungefährlich – Erkrankung dafür umso mehr

Dr. Cornelia Hösemann ist Landesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte Sachsen und Mitglied der Ständigen Impfkommission Sachsen. Die Gynäkologin versucht, in ihrer Praxis in Großpösna Frauen mit Kinderwunsch die Sorge vor einer Corona-Impfung zu nehmen: "Der Impfstoff macht keine Unfruchtbarkeit. Ich empfehle sehr viele Impfungen und die gehört dann eindeutig natürlich mit dazu."

Die Impfung sei ohne jegliches Risiko für Frauen mit Kinderwunsch oder auch für bereits schwangere Frauen, sagt die Frauenärztin. Für eine Schwangere sei es viel gefährlicher, an Covid 19 zu erkranken. Damit eine Schwangere das Kind im Leib nicht abstoße, "fährt sie ihr eigenes Immunsystem so weit runter, dass sie natürlich das größte Risiko für alle möglichen Erkrankungen hat, zum Beispiel auch die Influenza oder eben Corona."

Impfstudie von Biontech/Pfizer gibt keinen Anlass zur Sorge

Professor Michael Schaefer, Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, koordiniert das interne Impfzentrum der Uniklinik. Auch er ermutigt jüngere Mitarbeiterinnen mit Kinderwunsch, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen: "Wenn man extrem vorsichtig sein will, könnte man sagen, wir machen die Impfung mit diesen zwei Impfterminen", verhüte danach bis zu drei Monate und lasse dann die Verhütung weg. "Aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass hier eine Fruchtbarkeitsstörung resultieren könnte."

Einen Beleg dafür sieht Schaefer in der klinischen Impfstudie von Pfizer und Biontech in den USA. Üblicherweise seien Frauen mit aktuellem Kinderwunsch von der Teilnahme an solchen Studien eigentlich ausgeschlossen. Sie müssten unterschreiben, dass sie entweder enthaltsam leben oder verhüten – einfach, um jegliches Risiko auszuschließen. Dennoch seien einige Probandinnen schwanger geworden, erzählt Schaefer: "Trotz Ausschluss von Schwangerschaft ist es bei der großen Zahl von Impfprobanden doch in zwölf Fällen zu einer Schwangerschaft bei geimpften Frauen gekommen. Elf weitere Schwangerschaften sind in der Placebo-Gruppe aufgetreten."

In der Gruppe der Frauen, die den Impfstoff erhalten haben und schwanger wurden, seien auch keine Fehlgeburten bekannt geworden, erklärt der Mediziner Schaefer. Und auch die vorklinischen Studien mit Ratten hätten gezeigt, dass der Biontech-Impfstoff keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit habe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Januar 2021 | 08:20 Uhr

26 Kommentare

MDR-Team vor 26 Wochen

Lieber Critica,
wir klären auch darüber vollumfänglich auf. Sie ordnen Ihre Aussage dagegen nicht ein und reißen sie aus dem Zusammenhang.
Ein erster Impfschutz werde erst etwa neun bis zehn Tage nach der ersten Impfung entwickelt, sagte der Virologe A. Dalpke. Deshalb sei eine Ansteckung kurz vor oder auch einige Tage nach der Impfung möglich.
Studien zeigen, dass der volle Impfschutz erst sieben Tage nach der zweiten Impfung erreicht wird.
https://www.mdr.de/sachsen/dresden/meissen/corona-infektionen-pflegeheim-groeditz-trotz-impfung-100.html

Critica vor 26 Wochen

Es gibt zwar noch keine Aussagen zu "Fruchtbarkeitsstörungen", jedoch ist zu lesen, dass in zwei Pflegeheime (in Ostthüringen und im Landkreis Meißen trotz Impfungen Corona ausgebrochen sei.
Es wäre doch ein Zeichen des mdr, hier die Nutzer weiter aufzuklären. Immer nur zurechtzuweisen..., nun gut, damit bekommt man den Tag auch rum. :)

Micky Maus vor 26 Wochen

" Ich erspare mir alle weiteren politischen Zuordnungen. "

Es gibt keine politische Zuordnung, genauso wenig wie es Hexen gab, die Juden für die Pest verantwortlich waren, noch sonst irgendwelcher Humbug!

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