Medizinischer Dienst Tausende Behandlungsfehler in Kliniken und Arztpraxen

In Deutschland ist es im vergangenen Jahr wieder zu Tausenden Behandlungsfehlern in Kliniken und Arztpraxen gekommen. Der Medizinische Dienst untersuchte nach eigenen Angaben insgesamt gut 13.000 Verdachtsfälle. Mehr als 3.600 davon hätten sich als Behandlungsfehler erwiesen.

Eine Hand zeigt auf ein Röntgenbild.
Erneut hat der Medizinische Dienst Tausende Behandlungsfehler in deutschen Arztpraxen und Kliniken festgestellt. Bildrechte: dpa

Operationen, die schiefgehen, übersehene Knochenbrüche, beschädigte Implantate, verwechselte Medikamente: In Deutschlands Krankenhäusern und Arztpraxen ist es im vergangenen Jahr erneut zu Tausenden Behandlungsfehlern bekommen. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Medizinischen Dienstes Bund hervor.

Medizinischer Dienst geht von hoher Dunkelziffer aus

Demnach untersuchte die Expertenorganisation 2021 insgesamt 13.050 Verdachtsfälle, wobei insgesamt 3.665 Behandlungsfehler entdeckt wurden. Der Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes (MD), Stefan Gronemeyer, geht auch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Transplantation in einem Krankenhaus
130 Behandlungsfehler waren besonders schwer. Bildrechte: dpa

Die Statistik zeigte aber auch, dass im Großteil (fast 72 Prozent) der untersuchten Verdachtsfälle kein Behandlungsfehler festgestellt werden konnte.

Handlungsbedarf sieht Gronemeyer vor allem in den 130 "Never Events". So werden besonders heftige Behandlungsfehler bezeichnet, etwa wenn versehentlich das gesunde Knie operiert oder OP-Besteck im Körper vergessen wurde.

Der MD-Chef fordert eine bundesweite Meldepflicht für "Never Events".

Behandlungsfehler auf unverändert hohem Niveau

Die registrierte Zahl der Behandlungsfehler bewegt sich nach Angaben des Medizinischen Dienstes auf einem weitgehend unveränderten Niveau.

Die Auswirkungen für die betroffenen Patienten sind dabei sehr unterschiedlich: In zwei von drei Schadensfällen handelt es sich lediglich um einen vorübergehenden Schaden. In 6,8 Prozent der Fälle gab es jedoch schwere Dauerschäden wie Erblindung oder Pflegebedürftigkeit, in 3,8 Prozent der Fälle führte der Behandlungsfehler zum Tod.

dpa(nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juni 2022 | 15:30 Uhr

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