Flut Hochwasser in Westdeutschland: Wer jetzt wie helfen kann

In den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands bleibt die Lage extrem angespannt. Am Morgen stürzten in Erftstadt bei Köln mehrere Häuser ein, die Todeszahlen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz steigen, Landstriche sind verwüstet. Die ganze Republik schaut entsetzt auf die Bilder aus den Katastrophengebieten. Viele Helferinnen und Helfer, auch aus Mitteldeutschland, sind bereits vor Ort und erste Spendenkonten sind eingerichtet. Was man aktuell für die Betroffenen tun kann.

Die idyllisch gelegene Gemeinde Altenahr in der Eifel gleicht seit Freitag einer Müllhalde. Schutt und geborstenes Holz versperren die Straßen, an einer Brücke haben sich vom Wasser zerquetschte Autos und Campingwagen verfangen.

Cornelia Weigand, die Bürgermeisterin, richtete einen dramatischen Appell an die Öffentlichkeit. Das, was man in Altenahr sehe, sei eine Apokalypse.

Wir möchten zum einen Unterstützung haben, um die Menschen, die noch leben, zu retten, um die Eingeschlossenen aus ihrer Not zu befreien. Und wir brauchen Unterstützung beim Wiederaufbau. Das ist eine riesige Katastrophe.

Cornelia Weigand Bürgermeisterin Altenahr
Eine Auto liegt in der Urft. Die Hochwasserlage in Teilen von Nordrhein-Westfalen ist weiterhin sehr angespannt
Das Hochwasser spülte auch Autos mit weg. Bildrechte: dpa

Professionelle Unterstützung ist auch schon angekommen: Das Technische Hilfswerk mit seinen vielen Ehrenamtlichen, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Johanniter, die Bundeswehr – aus allen Teilen des Landes sind Helferinnen und Helfer in die Hochwassergebiete gefahren.

Auch das sächsische Grimma, 2002 und 2013 selbst überflutet, hat Truppenteile der Feuerwehr losgeschickt.

Private Hilfe: Situation noch zu gefährlich

Er empfinde das als moralische Verpflichtung, sagte Oberbürgermeister Andreas Berger. "Und ganz wichtig: Wer helfen möchte aus der Ferne: Im Zweifel hinfahren, helfen, Gummistiefel und Schaufel hat jeder. Sagen: Hier bin ich, ich helfe dir jetzt, dein Haus aufzuräumen."

Allerdings: Damit sollte man unbedingt noch warten. Denn in vielen überschwemmten Gebieten ist es aktuell viel zu gefährlich und unübersichtlich.

Gefahr von Stromschlag

In Erft-Blessem sind zahlreiche Häuser eingestürzt, nachdem das Wasser eine Wohnsiedlung unterspülte.
In Erftstadt-Blessem hatten einige Häuser den Wassermassen nichts entgegenzusetzen. Sie stürzten ein. Viele Menschen kamen ums Leben. Bildrechte: IMAGO / Bernd März

Selbst in den Städten, wo sich die Lage langsam entspannt – wie in Wuppertal. Sprecherin Martina Eckermann: "Unsere Feuerwehr warnt sehr eindringlich davor, dass Laienhelfer jetzt selbst versuchen, Keller auszupumpen oder Gegenstände zu bergen, weil wir eben in vielen Bereichen durch die Stadtwerke und die Fachleute klären müssen, ob die Sicherungen und die Stromkästen intakt sind, sonst würde die Gefahr bestehen, dass man tatsächlich einen Stromschlag bekommt."

Spendenkonten eingerichtet

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) informiert die Medien bei der Berufsfeuerwehr Trier über den Stand der Dinge bei den Unwetterschäden in Rheinland-Pfalz.
Fordert die Menschen auf, zu helfen: Malu Dreyer Bildrechte: dpa

Spenden kann man aber schon jetzt: Viele Hilfsorganisationen und das Bundesland Rheinland-Pfalz haben entsprechende Konten eingerichtet. Wir haben ganz viele Menschen und Unternehmen, die Angebote machen, um Geld zu spenden", sagt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Das Spendenkonto ist jetzt eingerichtet. Unter dem Stichwort Katastrophenhilfe Hochwasser gibt es ein Konto der Landeshauptkasse, um den Opfern wirklich auch helfen zu können.

Malu Dreyer, SPD Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz

Die Stadt Bonn bat außerdem ihre Einwohner, diejenigen aufzunehmen, die obdachlos geworden sind.

Sachsen sollten Mitbürger im Westen unterstützen

Der überflutete Marktplatz von Grimma im Juni 2013
Erinnerung an 2013: Damals versank die sächsische Stadt Grimma in Wasser und Schlamm. Bildrechte: imago/Jörn Haufe

Auch die Menschen in Sachsen sollten jetzt ihre Mitbürger im Westen unterstützen, sagte der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt in einem Interview – und meint vor allem die Hochwasseropfer, die 2002 und 2013 Hilfe bekamen.

So wie die Ladenbesitzerin Petra Schneider aus Grimma: "Es waren immer ganz, ganz viele Helfer hier, die sich gemeldet haben auf dem Markt und dann musste man einfach hingehen, man musste es einfach machen", erinnert sie sich.

Für die Stadt Wuppertal sagt Sprecherin Martina Eckermann: Wenn es soweit sei, werde man ein Signal geben und Helferinnen und Helfer empfangen. Erstmal müsse das Wasser aber abfließen.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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