Debatte Bundesliga: Wie halten es die Vereine mit dem Impfen?

In Amerika wird derzeit der Fall des NBA-Basketballers Kyrie Irving diskutiert. Dieser will sich nämlich nicht impfen lassen, seine Liga, die NBA, hätte das aber gerne. Hörer Christian Kirchhoff hat das mitbekommen und fragt sich nun, warum die Diskussion in den USA so offen geführt wird und in Deutschland nicht – hier wisse man wenig über den Impfstatus in der Bundesliga, sagt er.

Alphonso Davies und Joshua Kimmich
FC-Bayern-Spieler Joshua Kimmich hat sich noch nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Bildrechte: imago images / Moritz Müller

Grundsätzlich gilt für Fußballprofis in Deutschland wie für alle anderen auch: Niemand muss sich impfen lassen. Das betont Ulf Baranowsky von der Spielergewerkschaft: "Eine gesetzliche Impfpflicht gegen Covid-19 gibt es nicht, und daher sieht das medizinische Konzept der Verbände auch vor, dass sich Fußballprofis, die weder geimpft noch genesen sind, weiterhin regelmäßig testen lassen."

DFL appelliert an Verantwortung der Spieler

Von Seiten der Deutschen Fußballliga DFL kommen die beiden Optionen, also sich impfen zu lassen oder nicht, allerdings mit einer klaren Entscheidungsempfehlung. Geschäftsführer Christian Seifert drückte es im Interview mit "Bild TV" so aus:

Auf der einen Seite kann das jeder für sich entscheiden. Auf der anderen Seite hat man aber auch eine professionelle Verantwortung sich und seinem Körper gegenüber und man verdient halt mit seinem Körper Geld und zwar ziemlich viel.

Christian Seifert, Geschäftsführer DFL

Insofern habe er wenig Verständnis dafür, wenn man sich nicht impfen lasse.

RB Leipzig verweist auf Privatsphäre der Spieler

Die Clubs selbst halten sich in der Diskussion zurück. Von RB Leipzig kommt die schriftliche Auskunft, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Profis, Verwaltung und Nachwuchs – ein Impfangebot bekommen hätten. Man stehe in ständigem Austausch und habe so eine hohe Impfquote erreichen können. Weiter heißt es:

Sich impfen zu lassen unterliegt angesichts mangelnder Impfpflicht dennoch der schutzwürdigen Privatsphäre eines jeden Einzelnen und damit selbstverständlich auch der unserer Spieler.

RB Leipzig Schriftliche Auskunft

Nur wenige Clubs offiziell durchgeimpft

Von wenigen Clubs ist bekannt, dass alle Spieler durchgeimpft sind, darunter der FC Augsburg. Auch hier gibt es nur eine schriftliche Auskunft. Man habe die Spieler durch die Ärzte während der Pandemie immer wieder über Chancen und Risiken der Impfung informiert. Das habe dazu geführt, dass sich alle Spieler haben impfen lassen. Besondere Aktionen seien dazu nicht nötig gewesen.

In den USA können Gewerkschaften mitentscheiden

Dass die Debatte über Impfen im Profisport in Amerika offener geführt wird, liegt auch an Unterschieden im System. In der dortigen Basketballliga, der NBA, beispielsweise handle die Spielergewerkschaft Verträge mit der Liga aus, die dann für alle gleichermaßen gelten, erklärt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Und die können auch den Impfstatus der Spieler betreffen.

DFL: Impfquote innerhalb der Bundesliga bei 94 Prozent

Allerdings verfüge auch die deutsche Fußballliga über Daten zum Impfstatus der Teams, so Seifert. Diese meldeten die Bundesligavereine auf freiwilliger Basis. Demnach wisse man, dass die Impfquote über die gesamten Teams – und da seien nicht nur Spieler, sondern auch Physiotherapeuten und Trainer eingeschlossen – bei 94 liege.

Ein gutes Zwischenziel, so Seifert. Denn dass jetzt noch Spiele aufgrund von Teamquarantäne abgesagt werden müssten, werde bei dieser Quote nicht der Fall sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2021 | 08:23 Uhr

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