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Smartphones mit Dating-Apps Bildrechte: imago images / Addictive Stock / Juan Alberto Ruiz

Verpasste KündigungsfristVerbraucherzentrale warnt vor hohen Kosten bei Dating-Apps

von Stefan Römermann, MDR AKTUELL

Stand: 26. Mai 2022, 05:00 Uhr

Die Partnersuche läuft heute oft über Singlebörsen im Internet und entsprechenden Dating-Apps auf dem Smartphone. Dabei funkt es auch tatsächlich erstaunlich häufig. Aber es lauern auch Kostenfallen und andere unschöne Dinge bei Tinder, Parship und Co.

Über Geld sprechen die Betreiber der großen Internet-Single-Börsen und Partnersuchportale offenbar eher ungern. Preislisten finden sich auf den Startseiten jedenfalls nur selten – und selbst dann meist extrem versteckt. Stattdessen wird auf Apps verwiesen, die man "kostenlos herunterladen" kann – oder auf die Möglichkeit kostenlos am Laptop oder PC ein Kundenkonto zu erstellen.

Doch wirklich gratis sind meist nur sehr wenige Grundfunktionen. Wer ernsthaft nach einem Partner oder einer Partnerin sucht, wird dann schnell zu einem kostenpflichtigen Abo gedrängt. Und das kostet nicht selten 30, 40 oder gar 80 Euro im Monat, erklärt Michael Sittig von der Stiftung Warentest: "Sie müssen ja manchmal sogar den Gesamtpreis für die Laufzeit vorstrecken. Also es ist nicht so, dass man dann monatlich den kleinen Betrag bezahlen kann. Sondern sie müssen gleich die volle Summe zahlen bei einigen Anbietern. Und dann kommen da mehrere hundert Euro zusammen."

Verpasste Kündigungsfrist kann teuer werden

Häufig wird auch erst einmal groß mit einem günstigen Sonderpreis geworben. Der gilt aber dann nur für die ersten Monate. Wer nicht rechtzeitig kündigt, für den wird es anschließend richtig teuer. "Bei der zweiten Vertragslaufzeit kann das bis zu 1.000 Euro gehen. Und 1.000 Euro für eine Singlebörse, die ich gar nicht mehr nutzen will oder gar nicht mehr brauche, weil ich einen Partner gefunden habe ist natürlich sehr ärgerlich", sagt Sittig.

Rein rechtlich ist das aber zumindest vom Grundsatz her in Ordnung. Denn der höhere Preis ist in solchen Fällen meist schon im ursprünglichen Vertrag vereinbart worden. Wer solche Preissprünge verhindern will, sollte sich deshalb am besten schon beim Vertragsabschluss die entsprechenden Kündigungsfristen notieren.

Denn die sind teilweise extrem lang, warnt Warentest-Experte Sittig: "Dann schließt man den Vertrag ab und setzt sich gleich im Google-Kalender, im Handy, irgendwo einen Termin und sagt: Hey, erinnere mich bitte, dass ich dann und dann kündigen muss, um das dann einzuhalten."

Ungenauigkeiten in AGBs nicht selten

Wer die Kündigungsfrist verpasst hat und plötzlich eine extrem hohe Rechnung vom Betreiber der Partnerbörse bekommt, muss diese aber nicht in jedem Fall bezahlen. Denn manche Regelungen im Kleingedruckten, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sind schlicht ungültig.

Für die Verbraucher ist das dann Glück im Unglück, sagt Lorenz Bücklein von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Das muss man sich im Einzelfall auch anschauen. Aber es gibt immer mal wieder auch Möglichkeiten, weil dort die AGBs teilweise entweder sehr unsauber hinterlegt sind. Oder es tatsächlich es auch einfach nicht dem gesetzlichen Anspruch entspricht, was in den AGBs dann auch hinterlegt worden ist. Also ich hab da Mittel und Wege mitunter als Verbraucher oder Verbraucherin wieder herauszukommen."

Diese Klauseln zu finden und sich im Streitfall gegen die Betreiber der Partnerbörsen durchzusetzen, ist für Verbraucher allerdings nicht einfach. Betroffene sollten sich deshalb im Zweifelsfall Rat bei einem Rechtsanwalt oder der Verbraucherzentrale suchen.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 26. Mai 2022 | 07:18 Uhr

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