Friseure, Einzelhandel, Sauna und Co. Mögliche Lockerungen ab Mitte Februar – dürfen Einzelhändler wieder öffnen?

Langsam, aber stetig geht die tägliche Zahl der Corona-Neuinfektionen zurück. Die erste Hoffnung auf mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen ab Mitte Februar keimt auf. Auch in Sachsen hat Gesundheitsministerin Petra Köpping anklingen lassen, dass vielleicht hier und da leichte Öffnungen möglich werden könnten. Welche Erwartungen haben die einzelnen Branchen?

Gesellig in der Kneipe, umsorgt beim Friseur oder entspannt in der Sauna – danach sehnen sich im Moment natürlich viele, vor allem diejenigen, die in den Branchen arbeiten, die im Moment komplett im Lockdown sind. Susan König betreibt ihren Friseursalon "Susan" in Leipzig-Gohlis und sagt:

Eine Frisörin schneidet einem Kunden die Haare
Der Look im Lockdown: Lange Haare oder selbst geschnitten. Bildrechte: dpa

Ich würde mich zumindest erstmal für meine Kundschaft sehr freuen, öffnen zu können. Es hat einfach auch was mit Hygiene zu tun, die Friseure zu öffnen.

Susan König, Friseursalonbetreiberin

Masken, Durchlüften, geschlossene Wartebereiche: König findet, die Maßnahmen hätten sich beim letzten Mal bewährt. Die Hygienekonzepte seien in Ordnung und es müsse nichts mehr angeschafft werden, sagt sie.

An Hygienekonzepten festhalten

Auch Olaf Winkler, Inhaber des Joseph Pub in Leipzig-Lindenau, sagt: Die Auflagen, die es geben wird, sollten sich an denen aus dem vergangenen Jahr orientieren – bloß nicht wieder alles umkrempeln. Den Pub wird er wohl erst später wieder öffnen dürfen.

Trotzdem: Winkler wünscht sich schon jetzt einen Fahrplan, an dem man sehe, wann es wieder losgehe: "Wir benötigen in der Gastronomie natürlich auch auf Grund der leeren Lager jetzt entsprechenden Vorlauf. Es müssen Vorbereitungen unternommen werden, wir müssen Dienstpläne erstellen, wir müssen Hygienekonzepte wieder umsetzen."

Click & Collect

Kristian Kirpal, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, pocht dagegen auf baldige Lockerungen für den Einzelhandel. Wenigstens "Click & Collect" solle – wie in den anderen Bundesländern – erlaubt werden, also das Abholen vorbestellter Waren im Laden: "Damit zumindest über den Weg die Waren, die jetzt in den Lagern liegen geblieben sind, verkauft werden können. Da müssen natürlich die Schutzmaßnahmen eingehalten werden, aber das ist natürlich zumindest eine Maßnahme davon, die man spätestens ab dem 15. wieder umsetzen muss."

Bald, sagt Kirpal, müsse man aber auch dafür sorgen, dass wenigstens wieder eine begrenzte Anzahl von Leuten in die Läden dürfe.

Lohnt sich das Geschäft noch?

Andreas Menger sagt dagegen klar, dass der 15. Februar für ihn noch keine Lockerungen bringen wird. Er ist Geschäftsführer der Meri-Sauna in Markranstädt bei Leipzig. Massagen, Wellness, Sauna – er rechnet damit frühestens wieder im März. Aber er und sein Team brauchen Planungssicherheit. Er sagt: "Es darf nicht dauernd auf und zu gemacht werden. Dann lieber noch 14 Tage länger zulassen als das hin und her Gehacke."

Das letzte Hygienekonzept habe gut funktioniert. Mit strengeren Auflagen allerdings würde sich eine Öffnung für Menger kaum lohnen. Einen klaren Fahrplan und eine Rückkehr zu den schon erprobten Hygienekonzepten – für die vom Lockdown betroffenen Branchen wäre das schon viel.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Februar 2021 | 07:10 Uhr

166 Kommentare

Peter vor 43 Wochen

Sonnenseite: An der Ostsee ist für den Sommer kaum noch ein Platz zu haben. Ist das ein Zeichen für den Optimismus oder den Pessimismus in diesem Land. Die Antwort ist wohl eindeutig.
Im Sommer wird auch kein Mensch mehr über den holprigen Start beim Impfen mehr reden. Wollen wir wetten?
Tja, uns Die, welche bis dahin immer noch die Impfung verweigern, werden wohl, sofern sie einen Balkon haben, den Sommer dort verbringen.

Micky Maus vor 43 Wochen

"faultier: Das sogenannte Impfdesaster wird in Bälde ein Ende haben. Sie haben sicherlich auch gelesen, dass die Impfstoff-Hersteller ihre Probleme nunmehr im Griff haben."



Tja mein lieber Peter, die Wahrheit sieht wohl anders aus.:
"Das Impfen kommt in Deutschland zu langsam voran – und könnte nach Befürchtungen der Bundesregierung noch weiter gebremst werden. Es drohen Engpässe beim Impfzubehör, erfuhr der SPIEGEL von Teilnehmenden des Impfgipfels zwischen Bund, Ländern und der Pharmaindustrie. Gemeint sind Materialien, die notwendig sind, um Impfungen durchzuführen, etwa Spritzen oder Kanülen."
Quell: spiegel

@Peter, sie sollten sich an Fakten halten und die Quellangabe nicht vergessen!

Das meinten sie doch auch.

Ernst678 vor 44 Wochen

Lieber anders denken als garnicht denken und nichts ist so wie es scheint, auch Zusammenhänge sind davon nicht verschont, und Politik ist ein schmutziges Geschäft! Und richtigstellen und erklären muss mir keiner was da ich selbst ein Gehirn besitze und mich auch dank der noch vielfältig vorhandenen Möglichkeiten selbst umfassend informieren kann. Um es auf den Punkt zu bringen: Als Informationsquellen reichen mir Merkel, Spahn, Söder, ARD und ZDF (und Peter) nicht aus, die Welt ist weitaus vielfältiger und komplexer als mancher glaubt.

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