Hörer machen Programm Warum müssen noch medizinische Masken getragen werden?

Das Bild auf den Straßen, in Parks, in Zoos, an Badeseen und Biergärten wirkt inzwischen so, als hätte sich das Coronavirus zurückgezogen. Nicht nur, weil sich dort wieder insgesamt mehr Menschen tummeln, sondern auch, weil die kaum noch Masken tragen müssen. Aber noch ist das nicht überall erlaubt. Ein Hörer von MDR AKTUELL fragt sich, warum beim Arzt, im Bus oder im Supermarkt immer noch die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske gilt und ob man nicht zurück zur Stoffmaske gehen könnte.

Ein Hinweis auf einer Straßenbahntür zum tragen einer Maske.
In den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen teilweise viele fremde Menschen auf sehr engem Raum zusammen. Bildrechte: Colourbox.de

Endlich mal wieder der Busfahrerin oder dem Kassierer ein richtiges unmaskiertes Lächeln schenken – das wäre was. Geht aber noch nicht, denn im ÖPNV und beim Einkauf gilt nach wie vor die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Aber warum eigentlich – bei einer Inzidenz zum Beispiel in Sachsen von aktuell unter drei?

Nachgefragt bei den Dresdner Verkehrsbetrieben und bei der Supermarktkette Konsum fällt die Antwort genau gleich aus: Man sei hier an die aktuelle Corona-Schutzverordnung gebunden. Von der Konsum-Pressestelle heißt es, dass dies auch die Vorschrift, beim Einkaufen eine medizinische Maske zu tragen, betreffe. Sollten die Regierungen und Bundesländer zukünftig anders entscheiden, würde Konsum seine Einlassvorschriften entsprechend anpassen. Das aber steht zumindest in Sachsen erst mal nicht auf dem Plan. Mindestens bis 31. Juli gilt die Maskenpflicht noch in drei Bereichen: beim Einkauf, im ÖPNV und in medizinischen Einrichtungen – Arztpraxen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen.

Vorsicht bei Regeländerungen

Auch Sozialministerin Petra Köpping erreichen viele Zuschriften mit der Frage, warum die Maskenpflicht bleibt. Sie will kein Risiko eingehen und hält an der medizinischen Maske fest: "Uns ist es einfach wichtig, dass wir dort die höchstmögliche Sicherheit erreichen. Die Menschen haben sich jetzt an diese OP-Maske wirklich gewöhnt, die ist auch leicht zu tragen – das darf man, glaub' ich, wirklich sagen. Insofern würden wir gerne bei den Regeln bleiben, damit wirklich nicht wieder eine Umgewöhnung geschehen muss im Herbst, wo wir noch nicht genau wissen, wie es weitergehen wird, und insofern bitte ich da um Verständnis." Die niedrigen Inzidenzzahlen ermöglichten wieder vieles, das wolle man beibehalten, und deshalb sei man vorsichtig.

Viele nicht mehr verwendbare Stoffmasken

Bleibt noch die Frage: Was tun mit den ganzen Stoffmasken aus dem Vorjahr? Für die meisten Passantinnen und Passanten in der Leipziger Innenstadt ist Wegwerfen jedenfalls keine Option. Einige vermuten, dass die Masken noch nicht ausgedient haben und im Herbst eventuell wieder benötigt werden könnten. Andere wollen den Stoff weiterverwerten – zum Beispiel für das Flicken von Kinderhosen.

Aber es gibt auch die, die da radikaler rangehen und die Maske einfach wegschmeißen oder die, bei denen sich das Problem ganz von alleine löst: "Ich hab nur eine mal gehabt und die hab ich verloren."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2021 | 08:24 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland