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MDRfragt zu 30 Jahre MDRMDR-Angebote sind für mehr als drei Viertel wichtig

von MDRfragt-Redaktionsteam

Stand: 29. Juni 2022, 05:00 Uhr

Vor 30 Jahren wurde der MDR als öffentlich-rechtlicher Medienanbieter für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründet. Wir wollten von unserer MDR-Community "MDRfragt" wissen, wie sie auf die Angebote in Radio, Fernsehen und Online blicken. Die Ergebnisse der nicht-repräsentativen Befragung mit knapp 30.000 Teilnehmenden zeigen: Die Arbeit des Mitteldeutschen Rundfunks wird größtenteils positiv bewertet. Einige gehen jedoch davon aus, dass der MDR in Zukunft an Bedeutung verlieren könnte.

Wie zufrieden sind diejenigen, die die Angebote des MDR kennen und nutzen, mit der Arbeit des Senders? Was sind Kritikpunkte - und wie sollte sich der Sender künftig wandeln? Die MDRfragt-Community, die mittlerweile mehr als 60.000 Mitglieder in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat, hat uns dafür wichtige Erkenntnisse geliefert. Sie zeigen: Die Angebote in Fernsehen, Radio, Online und Social Media sind für die deutliche Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung wichtig, sowohl persönlich als auch gesellschaftlich.

Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Unterschiede gibt es, wenn man sich die Altersgruppen anschaut, die sich an der Befragung beteiligt haben.

  • Mit dem Alter der Teilnehmenden nimmt die Bedeutung des MDR für den persönlichen Bereich zu, wenngleich sie in allen Altersgruppen deutlich überwiegt.

  • Bei den Unter-30-Jährigen haben 76 Prozent angegeben, dass die MDR-Angebote für sie eher bis sehr wichtig sind, bei den Über-65-Jährigen sind es 85 Prozent.

  • Interessanterweise wird die Bedeutung für die Gesellschaft von den jüngsten Teilnehmenden dagegen am höchsten eingeschätzt.

Bitte beachten Sie: MDRfragt ist ein Angebot des Mitteldeutschen Rundfunks mit selbstrekrutierten Mitgliedern. Es ist naheliegend, dass ein Großteil der Mitglieder auch die Programme des MDR nutzt und rezipiert, was Einfluss auf die Ergebnisse der Befragung haben könnte.

MDR genießt bei deutlicher Mehrheit der MDRfragt-Community Vertrauen als Medienanbieter

82 Prozent der MDRfragt-Mitglieder, die sich an der Befragung beteiligt haben, vertrauen dem MDR als Medienanbieter. 17 Prozent haben dagegen angegeben, dass sie dem MDR nur wenig oder gar nicht vertrauen.

Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Einige MDRfragt-Mitglieder haben uns in ihren Kommentaren mehr zu diesem Thema geschrieben:

Wenn es um tagesaktuelle Nachrichten geht, ist der MDR für mich schon ein vertrauenswürdiger Sender. Aber ansonsten ist der MDR leider nicht mein Favorit.

Jeanny S., 53 Jahre, Börde

Der MDR hat mein Vertrauen bei der Berichterstattung zum Thema Corona und Ukraine Konflikt komplett verloren.

Martin B., 43 Jahre, Landkreis Sonneberg

Es könnte sein, dass das die jüngere Generation etwas anders sieht, da sie sich aus anderen Quellen ihre Informationen holen, aber für das Mittelalter und die ältere Generation sind die Öffentlich- Rechtlichen eine wichtige Quelle, der sie auch vertrauen.

Sabine K., 67 Jahre, Leipzig

Neun von zehn finden: Der MDR steht für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

93 Prozent der Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer finden, dass der MDR für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht. Sechs Prozent sehen das dagegen anders und können dieser Aussage nicht zustimmen.

Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Von einigen MDRfragt-Mitgliedern kommt Kritik, was die Berichterstattung über bestimmte Regionen im Sendegebiet anbelangt:

Ich finde, dass wirtschaftliche Zentren ständig in Wort und Bild dargestellt werden, aber Regionen, welche vielleicht nicht so sehr mit Finanzmitteln um sich werfen, nicht beachtet werden. Ich komme aus der Region Schmalkalden südlich des Rennsteigs. Mir kommt es so vor, als gehörten wir nicht zu Thüringen.

Michael H., 44 Jahre, Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Bitte noch mehr auf die Themen in den kleinen Städten und Gemeinden schauen. Nachrichten aus den "Ecken Sachsens" könnten ein Alleinsteinstellungsmerkmal sein.

Heike S., 46 Jahre, Vogtlandkreis

Ich finde, beim MDR, besonders im Radio, MDR aktuell, steht Sachsen doch sehr im Vordergrund.

Elke B., 61 Jahre, Magdeburg

Rund drei Viertel bewerten jedoch positiv, dass der MDR zum Zusammenhalt und zur Lebensqualität in den drei Ländern beiträgt.

Deutliche Mehrheit sieht in MDR „starke Stimme des Ostens“

80 Prozent der MDRfragt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer empfinden den MDR als "starke Stimme des Ostens".

Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Zu diesem Thema haben uns ebenfalls viele Kommentare erreicht:

Die Frage, ob der MDR die starke Stimme des Ostens ist, habe ich bewusst nicht beantwortet. Deutschland ist seit über 30 Jahren wieder ein Land, aber die Unterscheidung zwischen Ost und West ist präsent wie eh und je! Wir sollten und müssen endlich aufhören zwischen Ost und West zu unterscheiden!

Paul L., 24 Jahre, Landkreis Leipzig

Der MDR ist die Stimme Mitteldeutschlands. Ob eine starke, zweifle ich an. Der MDR berichtet aus meiner Sicht häufig kritisch und objektiv über Missstände in unserer Gesellschaft. Leider ändert sich dadurch meistens nichts. Eine starke Stimme müsste in der Lage sein, Veränderungen auf den Weg zu bringen. Das kann der MDR nicht.

Stephan M., 66 Jahre, Unstrut-Hainich-Kreis

Der MDR müsste sich deutlich diverser aufstellen und die Themen aus der Gesellschaft aufgreifen, um somit eine starke Stimme für die Menschen zu werden.

R. H., 40 Jahre, Erzgebirgskreis

Wenn der MDR die starke Stimme des Ostens ist, müsste er mehr in der ARD erscheinen - nicht nur mit Landmusik- und Schlagersendungen.

Dagmar D., 69 Jahre, Chemnitz

Ein Viertel der Unter-30-Jährigen findet: MDR ist nicht für alle da

Zur Aussage "Der MDR ist für alle da" gibt es generell ebenfalls eine deutliche Zustimmung: Mehr als drei Viertel finden, dass sie zutrifft.

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Allerdings ist in der jungen Altersgruppe der Unter-30-Jährigen ein Viertel der Meinung, dass dies nicht zutrifft, der MDR also nicht für alle da ist. Viele der Jüngeren haben uns ihre Meinung dazu auch in ihren Kommentaren begründet:

Ich schätze die Arbeit des MDR und auch, dass er Projekte wie MDRfragt ins Leben ruft. Ein großer Makel ist aber, dass er gezielt ganz überwiegend Rentner mit seinen Programmen anspricht. Für jüngere Altersgruppen ist er schlicht unattraktiv und unwichtig.

Devin S., 19 Jahre, Erfurt

Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld viele, gerade junge Menschen, die kaum öffentlich rechtliche Inhalte konsumieren, ihre Informationen beziehen sie oft ausschließlich über Influencer auf Instagram, Tiktok und Youtube. (...) Meiner Meinung nach wird sich dieser Trend noch verstärken und diese Menschen zu erreichen wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für den MDR.

Franziska H., 29 Jahre, Magdeburg

Wenn der MDR in Zukunft auch noch für jüngere Leute attraktiv sein möchte, sollten die Programme hin zu mehr Vielfalt ausgerichtet werden und Inhalte für jüngere Leute bzw. alternative Inhalte eingebunden werden. Der MDR sollte einen Mehrwert zu privaten Programmen bieten. Im Fernsehen ist das gegeben, bei den Radiosendern sehe ich das eher weniger.

Wilhelm E., 22 Jahre, Chemnitz

Blick in die Zukunft: Rund ein Drittel glaubt, dass der MDR gesellschaftlich an Bedeutung verlieren könnte

Wir haben die Befragten auch gebeten, sich die Bedeutung des MDR im Jahr 2030 vorzustellen. Dass dies eine schwierige Aufgabe ist, zeigt sich daran, dass rund ein Fünftel bei diesem Thema keine Angaben gemacht hat. Schaut man sich die Ergebnisse nur für diejenigen an, die sich für eine der bewertenden Antworten entschieden haben, zeigt sich:

  • Die Mehrheit geht davon aus, dass der MDR mit seinen Angeboten noch gleich bedeutend für sie persönlich sein wird. Rund ein Fünftel glaubt jedoch, dass der MDR persönlich eine kleinere Rolle spielen wird als heute.

  • Rund ein Drittel geht davon aus, dass der MDR an gesellschaftlicher Bedeutung verlieren wird. Allerdings ist auch bei diesem Aspekt die Mehrheit der Ansicht, dass der MDR einen gleich hohen Wert für die Gesellschaft haben wird.

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Über diese BefragungDie Befragung vom 27.05.-07.06.2022 stand unter der Überschrift:

"30 Jahre Programm für Mitteldeutschland: Wie blicken Sie auf den MDR?"

Insgesamt sind bei MDRfragt 61.275 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 07.06.2022, 10.30 Uhr).

MDRfragt ist ein Angebot des Mitteldeutschen Rundfunks mit selbstrekrutierten Mitgliedern. Es ist naheliegend, dass ein Großteil der Mitglieder auch die Programme des MDR nutzt und rezipiert, was Einfluss auf die Beantwortung einiger Fragen haben könnte.

29.634 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 29 Jahre: 359 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 4.204 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 12.627 Teilnehmende
65+: 12.444 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 15.255 (51 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 7.338 (25 Prozent)
Thüringen: 7.041 (24 Prozent)

Verteilung nach Geschlecht:
Weiblich: 12.964 (44 Prozent)
Männlich: 16.602 (56 Prozent)
Divers: 68 (0,2 Prozent)

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben.
Aufgrund von Rundungen kann es vorkommen, dass die Prozentwerte bei einzelnen Fragen zusammengerechnet nicht exakt 100 ergeben.

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