Baden-Württemberg Angriff in Hörsaal in Heidelberg: Eine junge Frau erschossen, drei Verletzte

Ein bewaffneter Mann hat in einem Hörsaal in Heidelberger mehrere Menschen verletzt. Eine junge Frau starb später an ihren schweren Kopfverletzungen. Der Polizei zufolge hat sich der 18-jährige Angreifer selbst getötet.

Fahrzeuge der Polizei stehen am Gelände der Heidelberger Universität
Die Polizei hatte das Gelände weiträumig abgesichert. Bildrechte: dpa

Auf dem Gelände der Heidelberger Universität hat ein Angreifer eine junge Frau getötet und mehrere weitere Menschen verletzt. Die Polizei teilte mit, der Mann habe mit einem Gewehr in einem Hörsaal der medizinischen Fakultät das Feuer eröffnet. Dabei habe er eine 23-Jährige in den Kopf getroffen. Drei weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter sei dann ins Freie geflohen. Dort habe er sich selbst erschossen.

Polizei: Keine politischen oder religiöse Motive

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Schützen um einen 18 Jahre alten Deutschen. Wie der Mannheimer Polizeipräsident Siegfried Kollmar sagte, wohnte er zuletzt in Mannheim. Er habe "unmittelbar vor der Tat" eine Whatsapp-Nachricht abgesetzt, dass nun "Leute bestraft werden müssen". Die Echtheit der Nachricht müsse noch geprüft werden.

Hintergründe zum Motiv der Tat wollen Staatsanwaltschaft und Polizei nun ermitteln. Nach ersten Erkenntnissen hatte der junge Mann keine politischen oder religiösen Gründe für den Angriff. Der Staatsanwaltschaft zufolge war er nicht vorbestraft. Die zwei von ihm verwendeten Waffen soll er sich im Ausland besorgt haben.

Gegend weiträumig abgesperrt

Der Tatort befindet sich im Gebiet Neuenheimer Feld. Dort löste die Polizei einen Großeinsatz aus. Nach dem Tod des Angreifers habe es aber keine Gefahrenlage mehr gegeben, erklärte sie. Auf dem Campus im Stadtteil Neuenheim am nördlichen Neckarufer befinden sich vor allem naturwissenschaftliche Fakultäten der Universität, Teile des Universitätsklinikums und der Botanische Garten.

Studierendenschaft: "Wir sind unendlich schockiert"

Nach dem Angriff auf dem Gelände der Universität Heidelberg zeigen sich Studierende fassungslos. "Wir sind unendlich schockiert. Das ist eine Katastrophe, die sich allem Denkbaren zwischen Vorlesungen, Klausuren und Unileben entzieht", sagte Peter Abelmann, Vorsitzender der Verfassten Studierendenschaft. Die Nachricht über den Angriff habe sich unter den Studierenden wie ein Lauffeuer verbreitet. Einige hätten über Messenger-Dienste direkt über die Tat berichtet.

Bundesjustizminister Marco Buschmann erklärte, seine Gedanken seien bei den Opfern und Menschen vor Ort: "Danke an die Einsatzkräfte für ihren Dienst."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Januar 2022 | 14:30 Uhr

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