Schleswig-Holstein Messerattacke im Zug: 17-Jährige und 19-Jähriger getötet

Bei einer Messerattacke in einem Zug in einem Regionalexpress von Kiel nach Hamburg sind nach Angaben des Innenministeriums zwei Jugendliche getötet worden. Die Tat ereignete sich kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof von Brokstedt, dort konnte der mutmaßliche Täter festgenommen werden. Gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehlt erlassen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Ein junger Mann legt im Bahnhof von Brokstedt Blumen auf dem Bahnsteig ab
Schleswig-Holstein trauert. Bildrechte: dpa

Bei einer Messerattacke in einem Regionalzug von Kiel nach Hamburg sind am Mittwoch zwei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Wie Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack am Donnerstag erklärte, handelt es sich bei den Todesopfern um eine 17-jährige Jugendliche und einen 19-Jährigen. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden, drei von ihnen schwer.

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich Sütterlin-Waack zufolge um einen staatenlosen Palästinenser. Gegen ihn wurde am Donnerstagnachmittag Haftbefehl erlassen.

Kerzen in einem Glas 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hintergründe der Tat noch unklar

Nach Angaben der Bundespolizei ging der Täter gegen 15 Uhr vor der Ankunft des Zuges im Bahnhof Brokstedt mit einem Messer auf Reisende los. Es wurden sieben Personen verletzt, darunter auch der 33-jährige Täter. Polizisten nahmen den Mann kurz nach der Tat in Brokstedt fest. Die Hintergründe sind noch unklar: Es werde in alle Richtungen ermittelt, auch zu einem möglichen extremistischen Hintergrund oder einer möglichen psychischen Erkrankung.

Einsatzkräfte der Polizei und Spurensicherung sind an einem Bahnübergang am Bahnhof Brokstedt im Einsatz
Eine Einsatzkraft der Spurensicherung am Bahnhof von Brokstedt Bildrechte: dpa

Etwa 120 Fahrgäste waren laut Polizei in dem Zug. Sie wurden in einem nahe gelegenen Gasthof befragt und werden psychologisch betreut. Die Spurensicherung war mit mehreren Kräften im Einsatz. An einem Bahnübergang mit geöffneten Schranken arbeiteten Spurensicherer in weißen Schutzoveralls. Der Bahnhof war für die polizeilichen Maßnahmen mehrere Stunden gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn rollte der Zugverkehr am Abend wieder an. Brokstedt ist eine kleine Gemeinde im Kreis Steinburg an der Bahnlinie zwischen Elmshorn und Neumünster.

Täter in Krankenhaus gebracht

Wie es weiter hieß, hatte die Polizei mehrere Anrufe von Fahrgästen erhalten. Auf Benachrichtigung wurde der Zug gestoppt, worauf sich das Geschehen auf den Bahnsteig verlagert habe, so eine Polizeisprecherin. Der Mann, der mittelschwer verletzt sei, wurde demnach in ein Krankenhaus gebracht.

Sabine Sütterlin-Waack
Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack in Brokstedt Bildrechte: dpa

Schleswig-Holsteins Innenministerin Sütterlin-Waack traf am späten Mittwochnachmittag am Bahnhof in Brokstedt ein. "Es ist ganz furchtbar. Wir sind alle völlig erschrocken und entsetzt, dass sowas passiert ist", hatte Sütterlin-Waack zuvor dem NDR gesagt. Die Ministerin bekam die Nachricht im Landtag und beriet sich mit Ministerpräsident Daniel Günther.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser drückte im Kurznachrichtendienst Twitter ihr Mitgefühl aus. "All unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser furchtbaren Tat und ihren Familien", schrieb die SPD-Politikerin. Dies sei eine "erschütternde Nachricht".

dpa/AFP (jan,ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 25. Januar 2023 | 17:00 Uhr

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