Würzburg Nach Messerattacke – Täter soll in die Psychiatrie

Im Juni hatte ein Angreifer drei Frauen in Würzburg getötet und mehrere Menschen schwer verletzt. Die Vermutung der Ermittler auf einen Terrorakt bestätigte sich nicht. Was den Angreifer angetrieben hat, bleibt unklar.

Kerzen und Blumen liegen vor einem geschlossenen und abgesperrten Geschäft in der Innenstadt von Würzburg.
Kerzen und Blumen lagen Ende Juni vor einem Geschäft in der Innenstadt von Würzburg, wo ein Mann mehrere Menschen erstochen hatte. Bildrechte: dpa

Der mutmaßliche Attentäter von Würzburg soll offenbar dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden. Wie das bayerische Landeskriminalamt am Freitag mitteilte, kamen zwei Gutachter unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war.

Keine Hinweise auf islamistisches Motiv

Was den 24-jährigen Täter genau zum Angriff angetrieben hat, ist weiter unklar. Laut Staatsanwaltschaft gibt es jedoch keinerlei Hinweise für ein islamistisches Motiv. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hatte kurz nach der Tat im Juni ein solches Motiv nicht ausgeschlossen. So hatten Augenzeugen erklärt, dass der tatverdächtige Somalier während der Tat zwei Mal "Allahu Akbar" – "Gott ist groß" gerufen habe. In einer Würzburger Klinik soll er zudem die Tat als seinen "Dschihad", seinen "Heiligen Krieg", bezeichnet haben.

Polizisten stehen in der Innenstadt von Würzburg
Polizisten sperrten nach dem Vorfall umgehend die Innenstadt ab. Bildrechte: dpa

Mehrere Tote und Verletzte

Der Angreifer hatte im Juni in der Würzburger Innenstadt mit einem Küchenmesser wahllos auf Menschen eingestochen. Drei Frauen wurden dabei getötet, acht weitere Menschen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der Mann konnte schließlich von der Polizei durch einen Schuss gestoppt. Den Ermittlern zufolge hat der aus Somalia stammende Angreifer den Ablauf der Tat detailliert geschildert. Er soll keine Mittäter gehabt haben.

Auch in Sachsen auffällig gewesen

In der Vergangenheit war der Mann bereits psychisch auffällig gewesen. Im Januar hatte er in Würzburg in seiner Obdachlosenunterkunft bei einem Streit ein Messer in der Hand. Danach war er für eine Woche in die Psychiatrie gekommen. Im Juni war er erneut für einen Tag in eine psychiatrische Einrichtung gekommen, nachdem er Autofahrer belästigt hatte. Auch in Sachsen war er in einen Streit verwickelt, bei dem ein Messer eine Rolle spielte. Dabei sollen er und sein Kontrahent leichte Schnittverletzungen erlitten haben.

Ob der 24-Jährige nun tatsächlich, dauerhaft in die Psychiatrie kommen soll, muss noch das zuständige Landgericht Würzburg entscheiden.

Quellen: AFP/epd/dpa (mue)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2021 | 14:30 Uhr

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