Fahrschule Warum Autofahrer beim Motorradführerschein den Theorieteil machen müssen

Nach einer monatelangen Corona-Zwangspause dürfen nun auch Fahrschulen wieder Theorie und Praxis unterrichten. Gerade jetzt im Frühling sind viele dabei, die den Führerschein fürs Motorrad machen wollen. Auch der Sohn von MDR-AKTUELL-Nutzer Reinhard Ebeling, der allerdings schon viele Jahre den PKW-Führerschein besitzt. Da fragt sich der Vater: "Warum muss er den ganzen theoretischen Kram noch einmal lernen, obwohl er 25 Jahre am Verkehr teilnimmt?"

Junger Mann fährt Motorrad
An der Theorieprüfung führt beim Motorradführerschein kein Weg vorbei – auch nicht, wenn man bereits einen Autoführerschein hat. Bildrechte: IMAGO

Schönes Wetter, frühlingshafte Temperaturen – beste Bedingungen also, um sich endlich aufs Motorrad zu schwingen. Doch was so elegant und auf den ersten Blick einfach wirkt, ist harte Arbeit. In einem Kreisverkehr am Leipziger Stadtrand übt Fahrschülerin Linda Mohr, in Schräglage das Motorrad zu beherrschen. Runde um Runde legt sie sich in die Kurve, über Funk kommen die Tipps vom Fahrlehrer.

Nochmal Theorieprüfung? Auffrischung schadet nie

Motorrad fahren habe mit dem Auto wenig gemein, sagt Linda Mohr, die schon einige Stunden hinter sich hat, in Theorie und Praxis. Auch sie fährt bereits seit vielen Jahren PKW. "Mir hat das schon geholfen, die Theorieprüfung nochmal zu machen. Diese ganze Vorbereitung, das eben auch gedanklich durchzugehen und einfach sicher zu werden dann in der Praxis. Das macht schon großen Sinn. Meine erste Prüfung ist elf Jahre her, das musste einfach nochmal aufgefrischt werden. Vieles fällt einfach hinten runter."

Die Grundlagen erklärt bekommen die Fahrschüler im Theorieunterricht – hier in der Motorradfahrschule speziell fürs Zweirad. Daniel Banet hat in seiner Motorradfahrschule auch viele Autofahrer sitzen. Die Erfahrung des Fahrlehrers spricht ganz klar für die Auffrischung auch in der Theorie. "Wir haben mehr Durchfaller bei den erfahrenen Kraftfahrern mit Autoführerschein. Da zeigen sich schon sehr viele Defizite, entweder hat sich was geändert oder über die langjährige Praxis Liederlichkeiten eingestellt."

Weniger Theoriestunden und Prüfungsfragen für Fahrschüler mit Autoführerschein

Der Vorteil für den Fahrschüler, der bereits den Autoführerschein hat: weniger Theorie. In vier Stunden lernt er den Zusatzstoff "Motorrad", sechs Stunden sind für die allgemeine Auffrischung vorgeschrieben. Auch in der Prüfung wird dann nicht noch einmal alles abgefragt, so Daniel Banet. "Der Motorradprüfling, der schon den Autoführerschein hat, beantwortet zehn Fragen aus dem Grundstoff und zehn Fragen aus dem speziellen Motorradstoff."

Um die 300 Euro kostet der Theorieteil für all jene, die bereits den Autoführerschein haben. Hinzu kommen natürlich die Praxisstunden auf dem Motorrad. Aus Sicht des ADAC ist das aktuelle Führerschein-Modell gut, weil die umfangreichen Theoriestunden die Unfallzahlen verringern und so die Gesundheit und das Leben von Verkehrsteilnehmern schützen. Der Bundesverband der Motorradfahrer könnte sich auch etwas weniger Theorie vorstellen.

Für Fahrlehrer Banet wäre das nicht sinnvoll – gerade auch, weil sich die Maschinen extrem verändert haben. "Heute sind das hochqualifizierte, hochspezialisierte Sportgeräte. Sie können sich mit dem Führerschein ja morgen ein Motorrad mit 200 PS kaufen oder eins, was 400 Kilo schwer ist. Und ich muss natürlich in der Lage sein, so was zu kontrollieren und da werde ich dann schon auch gefordert."

Linda Mohr hat es für heute geschafft, ihr Fahrlehrer ist zufrieden. In wenigen Tagen steht ihre Motorradprüfung an – die dann hoffentlich auch stattfinden darf. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. April 2021 | 06:25 Uhr

1 Kommentar

Pattel vor 1 Wochen

Vollkommen richtig. Da gibt es nicht dazu groß zu sagen. Da erlernt man wieder Wissen. In der Praxis werden soviel Fehler gemacht vorallem von Autofahren mit sogenannten Praxiserfahrung.

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