Brandstiftung? Festnahme nach Brand in der Kathedrale von Nantes

In Nantes ist nach dem Brand in der berühmten Kathedrale ein Mann festgenommen worden. Die Ermittler prüfen, ob er an der mutmaßlichen Brandstiftung beteiligt ist.

Feuerwehrleute vor Kathedrale von Nantes
Die Feuerwehr war am Samstagmorgen alarmiert worden. Rund hundert Einsatzkräfte konnten den Brand nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle bringen. Bildrechte: dpa

Nach dem Brand in der Kathedrale in Nantes hat die Polizei einen Mann festgenommen. Staatsanwalt Pierre Sennès sagte am Sonntag in der Stadt im Westen von Frankreich, der 39-Jährige sei für die Schließung der Kirche am Freitagabend verantwortlich gewesen. Deshalb solle er zu dem Vorgang befragt werden.

Der Mann sei ein Freiwilliger, der für die katholische Diözese arbeite, sagte der Staatsanwalt weiter. Es sei aber noch zu früh, etwas zu seiner möglichen Beteiligung an der mutmaßlichen Brandstiftung zu sagen. Spuren eines Einbruchs wurden den Angaben zufolge noch nicht gefunden.

Brandstiftung vermutet

Die Kathedrale von Nantes
Die "Cathédrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul" in Nantes vor dem Brand Bildrechte: dpa

Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, weil das Feuer nach bisherigen Ermittlungen an drei weit voneinander entfernten Stellen in der Kirche gleichzeitig ausgebrochen sein soll – an der großen Orgel und auf der anderen Seite des Kirchenschiffs. Der Schaden begrenzt sich nach Angaben der Feuerwehr wesentlich auf die Orgel, die wohl vollständig zerstört sei.

Mit dem großen Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame im April vergangenen Jahres sei das Feuer in Nantes allerdings nicht vergleichbar, sagte Feuerwehrchef Laurent Ferlay. Die Schäden seien auch nicht so massiv wie 1972, als das Dach der gotischen Kathedrale in Nantes schwer beschädigt wurde. Die Renovierung hatte 13 Jahre danach gedauert, bis die Kirche für Gläubige und Touristen wieder zugänglich war.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juli 2020 | 10:30 Uhr

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