Diskussion um Entlastungen Verkehrsminister empfehlen kostenloses Ticket im ÖPNV

Als Reaktion auf den Vorstoß der Bundesregierung für ein Neun-Euro-Monatsticket im öffentlichen Nahverkehr hat die Verkehrsministerkonferenz ein Nulltarif-Ticket angeregt. Das soll den Verwaltungsaufwand reduzieren. Bundesverkehrsminister Volker Wissing erläuterte die Pläne der Bundesregierung für ein Neun-Euro-Ticket. Demnach soll es online verkauft werden und auch für Fahrgäste mit einem Abo gelten.

 Ein Fahrkartenautomat steht 2015 an der Haltestelle "Kröpke" der hannoverschen Verkehrsbetriebe üstra in Hannover.
Wer den öffentlichen Nahverkehr nutzt, soll nach dem Willen der Verkehrsministerkonferenz drei Monate kostenlos mit Bus oder fahren können. Bildrechte: dpa

Die Verkehrsministerkonferenz hat ein kostenloses Monatsticket für drei Monate im öffentlichen Nahverkehr vorgeschlagen. Damit geht sie über die Pläne der Ampel-Koalition hinaus, die ein Neun-Euro-Ticket einführen will.

Null-Euro-Ticket ab Mai möglich

Die Vorsitzende der Konferenz, Bremens Bürgermeisterin Maike Schäfer, sagte, mit dem Nulltarif könne der Aufwand für die Verkehrsverbünde niedrig gehalten werden. Zudem wolle man das Ticket am liebsten bereits zum 1. Mai einführen. Details würden in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe beraten. Schäfer betonte, die Kosten müssten vollständig vom Bund getragen werden.

Thüringens Staatssekretärin Barbara Schönig sagte nach der Sonder-Konferenz der Verkehrsminister, ein Null-Euro-Ticket wäre die richtige Maßnahme, um den bürokratischen Aufwand für alle Beteiligten zu minimieren, und gleichzeitig ein starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger, in dieser Zeit der hohen Energiekosten auf den ÖPNV umzusteigen.

Koalition will Neun-Euro-Ticket online verkaufen

Bundesverkehrsminister Volker Wissing erklärte, dass sich der Koalitionsausschuss von SPD, Grünen und FDP bereits mit einer Null-Tariflösung befasst. Er habe sich aber abschließend für die Neun-Euro-Variante je Monat entschieden. Das Ticket sollte es drei Monate lang geben.

Im Anschluss an die Verkehrsministerkonferenz erläuterte Wissing erste Details. Danach sollen die günstigeren Tickets ausschließlich online verkauft werden. Damit soll der Verwaltungsaufwand geringgehalten werden. Wer bereits ein Abo hat, soll ebenfalls von der Vergünstigung profitieren. Die Kosten für Abos würden nicht abgebucht – oder erstattet.

Vorstoß irritierte Länder und Verkehrsverbünde

Der Vorschlag für ein Neun-Euro-Monatsticket hatte bei den Ländern, Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen für Irritationen gesorgt. So war zunächst offen geblieben, wie das bundesweit einheitliche Ticket in den komplexen Tarifregelungen der Nahverkehrsverbünde umgesetzt werden kann. Auch Finanzierung und Zeitpunkt waren unklar geblieben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. März 2022 | 17:00 Uhr

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