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Was sollte man bei der Patientenverfügung beachten? Bildrechte: imago/blickwinkel

Covid-19

Patientenverfügung gilt auch für Corona-Behandlung

von Stephan Kloss, MDR AKTUELL

Stand: 23. Februar 2021, 09:41 Uhr

Circa 14 Prozent der Corona-Infizierten entwickeln schwere Symptome wie Atemnot. Bei knapp fünf Prozent hat das Virus lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Betroffene landen auf der Intensivstation, müssen oft beatmet werden. Nun hat der ein oder andere aber eine Patientenverfügung, die entstand, bevor Corona kam. Was ist, wenn darin steht, dass man nicht beatmet werden möchte? Dürften dann die Angehörigen entscheiden?

"Wie ist das im Fall einer schweren Covid-19-Erkrankung, wo man auch beatmet werden muss", fragt eine MDR AKTUELL Nutzerin, die lieber anonym bleiben möchte. "Meistens steht ja in den Patientenverfügungen, dass man keine lebensverlängernden Maßnahmen will, also dass man nicht beamtet werden möchte. Aber bei Corona ist das ja eine Folge der Erkrankung und oft übersteht man dann ja die Krankheit. Kann man dann eventuell als Angehöriger auch entscheiden?"

Sollte der Fall eintreten, dass man in einer Klinik behandelt werden muss, dann ist die Patientenverfügung eine Art Leitfaden für die Ärzte, wie man behandelt werden möchte. Die Verfügung drückt sozusagen den Willen des Patienten aus. Das ist auch in Corona-Zeiten so.

Tipps: Patientenverfügung mit dem Hausarzt besprechen

Dr. Uwe Stolz, Vorstands-Mitglied im Sächsischen Hausärzteverband rät, die Verfügung mit dem Hausarzt zu besprechen. "Für die Coronavirus-Erkrankungen Covid-19 sollte man bedenken, dass gegebenenfalls intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sein können. Deshalb sollte die Patientenverfügung Angaben enthalten – zum Beispiel zur Sauerstoff-Therapie, zur künstlichen Beatmung, zur Dialyse und zur Wiederbelebung."

Der sächsische Hausärzte-Verband warnt davor, einfach nur vorgedruckte Formulare auszufüllen, sondern rät dazu, ganz konkret die gewünschten Behandlungsmethoden schriftlich festzuhalten. In der Regel sollte die Patientenverfügung einmal im Jahr überprüft werden.

Patientenverfügung allein reicht nicht

Kristjan Diehl von der Stiftung Patientenschutz weist darauf hin, dass eine Patientenverfügung möglicherweise allein nicht reiche. Neben einer Patientenverfügung seien Vollmachten und Betreuungsverfügungen unverzichtbar. "Hier gilt auch zu beachten, dass Familienangehörige, Partner oder Kinder nicht automatisch rechtliche Vertreter sind. Ohne entsprechende Vorsorgedokumente mit Schweigepflichtentbindung haben diese noch nicht einmal Anspruch auf Auskunft über den Gesundheitszustand eines Patienten. Über eine Behandlung entscheiden übrigens nicht Ärzte oder Angehörige. Ausschließlich der Patient kann dies tun und somit sein Selbstbestimmungsrecht ausüben."

Also: Auch in Corona-Zeiten darf bzw. sollte jeder in seiner individuellen  Patientenverfügung seine Behandlung im Voraus selbst festlegen. Die Stiftung Patientenschutz empfiehlt zudem, dass jede Person über 18 Jahre Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung haben sollte. Unabhängig davon, ob man kerngesund ist oder Vorerkrankungen hat. Die Corona-Krise sei ein Anlass, sich diesem Thema zu stellen.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2021 | 06:24 Uhr

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