Demos für Verkehrswende Bundesweite Proteste gegen Autobahn-Bauten

Deutschlandweit protestieren am Wochenende Umweltschützer gegen den Neubau oder den Ausbau von Autobahnen. Bei Wittenberg demonstrierten sie gegen die A14-Nordverlängerung. Die Polizei musste die Elbbrücke sperren, zum Ärger vieler Autofahrer. In Berlin wurden Demonstranten festgenommen, die eine Baustelle der A100 gestürmt hatten.

Fahrradaktivisten und Klimaschützer haben Transparente "Spritfresser stoppen" und Stadtfairteilen" an ihre Fahrräder montiert.
Bundesweit wollen am Wochenende Umweltschützer gegen den Neu- oder Ausbau von Autobahnen protestieren. Bildrechte: dpa

Bundesweit wollen Umweltschützer am Wochenende für eine Verkehrswende demonstrieren. Unter dem Motto "Mobilitätswende Jetzt" fordern sie einen bundesweiten Stopp beim Ausbau von Autobahnen sowie mehr Geld für Bus, Bahn und Fahrradwege.

Protest gegen A14-Nordverlängerung

In der Altmark protestierten Umweltschützer mit Fahrradkorsos gegen die Nordverlängerung der A14. Zoltán Schäfer, Sprecher Grüne Jugend Altmark und Mitglied der beteiligten Aktionsgruppe "Keine A14!" sagte, die Demonstration richte sich gegen die A14-Verlängerung von Magdeburg nach Schwerin und den damit verbundenen Bau einer neuen Elbüberquerung bei Wittenberge.

Elbbrücke bei Wittenberg gesperrt

Neben den Radlern waren Demonstranten mit Booten auf der Elbe unterwegs oder kamen zu Fuß. Ziel der Demonstrationen war die Elbbrücke der B189 bei Wittenberg. Die Polizei sperrte die Brücke deshalb für den Verkehr. Autofahrer mussten lange Umwege fahren. Die Polizei und der Landkreis Stendal hatten bereits am Freitag geraten, den Bereich um die Elbbrücke weiträumig zu umfahren. Die Umleitungsstrecken über die nächsten Elbebrücken sind bis zu 160 Kilometer lang.

Die A14-Nordverlängerung zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin ist 155 Kilometer lang. Die 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern und die Hälfte der 32 Kilometer in Brandenburg sind bereits fertig. In Sachsen-Anhalt sind 15 von 97 Kilometern befahrbar. Gegen die Planungen für zwei Abschnitte liegen Klagen vor. Die anderen Abschnitte in Sachsen-Anhalt sind im Bau oder es besteht bestandskräftiges Baurecht.

Demo für radfreundlicheres Erfurt

In Erfurt nahmen am Sonnabend rund 300 Menschen an einer Rad-Demo teil. Laut der Initiative Radentscheid wollten sie noch einmal ihre Forderungen nach einer radfreundlicheren Stadt auf die Straße bringen.

Protest gegen A4-Ausbau in Dresden

In Dresden haben die Organisationen "Fridays for Future" und "Ende Gelände" am Sonntag zu einer Fahrraddemonstration gegen den geplanten achtspurigen Ausbau der A4 aufgerufen. Sie fordern eine nachhaltige Mobilität sowie sichere Fahrradwege und einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr.

Die geplante Route über die Autobahn war von den Behörden und der Polizei untersagt worden. Die Demonstration soll nun am Bahnhof Dresden-Neustadt starten und zur Autobahnabfahrt Dresden-Neustadt führen.

Baustelle der A100 in Berlin blockiert

Polizisten und Umweltaktivisten der Initiative Robin Wood verlassen das abgesperrten Gelände an der Baustelle der Autobahn A100 an der Sonnenallee.
In Berlin wurden mehrere Umweltschützer festgenommen, die eine Baustelle der A100 besetzt hatten. Bildrechte: dpa

In Berlin blockierten nach Angaben des Umweltverbands Robin Wood und der Initiative "Sand im Getriebe" rund 400 Menschen eine Baustelle der Stadtautobahn A100. Die Organisatoren erklärten, der Protest in Berlin-Neukölln richte sich auch gegen die Zerstörung von Wohnraum und Naturflächen zugunsten des Autobahn-Ausbaus. Mit der Verlängerung der A100 von Neukölln bis nach Lichtenberg würde eine "Schneise der Verwüstung mitten durch Berlin" geschlagen.

Die Polizei nahm mehrere Beteiligte des Protestes fest, die auf die Baustelle vorgedrungen waren. Ihren Angaben zufolge hatten bis zu 80 Menschen am Samstagmorgen das Baugeländer gestürmt. Sie hätten versucht in einen Tunnel zu gelangen. Gegen sie werde nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

Proteste auch gegen Verlängerung der A20

Proteste gegen den Neubau von Autobahnen gab es auch in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Bremen. An einer Demonstration gegen die Verlängerung der Küstenautobahn A20 beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren mehrere Hundert Menschen. Sie protestierten in der Nähe von Rastede im Ammerland, wo künftig ein Kreuz der A20 und der A29 entstehen soll.

Weitere Demonstrationen für eine Verkehrswende gab es etwa in Bremen, Braunschweig und Wolfsburg. In Dortmund forderten nach Angaben der Polizei rund 1.0000 Teilnehmer bei einer Fahrraddemo einen schnelleren Ausbau von Radschnellwegen. In Kassel zogen rund 100 Teilnehmer einer Fahrrad-Demo ein Stück über die Autobahn 49.

Quelle: DPA, epd

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Juni 2021 | 15:30 Uhr

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