Landgericht Potsdam Prozess nach tödlicher Gewalttat in Behinderten-Wohnheim

Vor dem Landgericht Potsdam hat der Mord-Prozess gegen eine Pflegekraft begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, fünf Bewohner eines Potsdamer Behinderten-Wohnheims angegriffen und vier von ihnen getötet zu haben.

Die Angeklagte sitzt im Gerichtssaal im Landgericht Potsdam.
Der Tatverdächtigen wird vorgeworfen, vier Menschen getötet und eine schwerverletzt zu haben. Bildrechte: dpa

Ein halbes Jahr nach der Gewalttat in einem Wohnheim für Behinderte in Potsdam hat am Dienstag vor dem Landgericht der brandenburgischen Landeshauptstadt der Mord-Prozess gegen eine 52-jährige Pflegekraft begonnen. (AZ: 21 Ks 6/21)

Die Staatsanwältin wirft der angeklagten Pflegekraft Heimtücke vor. Die Tatverdächtige, die bereits seit rund 30 Jahren bei dem Diakonie-Unternehmen beschäftigt war, soll zwei 31 und 42 Jahre alte Frauen sowie zwei 35 und 56 Jahre alte Männer mit einem Messer getötet haben. Eine Frau, die zum Tatzeitpunkt 43 Jahre alt war, überlebte schwer verletzt.

Staatsanwaltschaft: Wehrlosigkeit ausgenutzt

Der Angeklagten "war bewusst gewesen, dass es sich bei den fünf Geschädigten um schwerst behinderte Menschen handelte, die nicht in der Lage waren, sich zu wehren oder Hilfe zu rufen", sagte die Staatsanwältin zum Prozessauftakt. Diese Wehrlosigkeit habe sie ausgenutzt.

Vor den Messerangriffen soll die Angeklagte versucht haben, zwei der Opfer zu erwürgen. Die Staatsanwaltschaft geht nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass die Pflegekraft die Taten im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen hat. Sie ist seit ihrer Festnahme unmittelbar nach dem Verbrechen in der forensischen Abteilung einer Psychiatrie untergebracht.

Afp,dpa,epd(nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Oktober 2021 | 11:00 Uhr

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