Geflüchtete an Grenzübertritt gehindert "Pushback" ist Unwort des Jahres

Mit dem Begriff "Pushback" wird das Zurückdrängen von Migranten unter anderem an der EU-Außengrenze bezeichnet. Nun ist es zum Unwort des Jahres gekürt worden.

Die Gendarmerie stoppt Geflüchtete auf Bergpass kurz hinter französischer Grenze und führt einen so genannten PushBack durch, fährt diese also wieder nach Italien.
Pushback der französischen Behörden an der Grenze zu Italien. Bildrechte: IMAGO / Michael Trammer

Der Begriff "Pushback" ist zum Unwort des Jahres 2021 gekürt worden. Der aus dem Englischen stammende Ausdruck bedeute "zurückdrängen, zurückschieben" und bezeichne in der Migrationsdebatte die Praxis von Europas Grenztruppen, Flüchtende an der Grenze zurückzuweisen und am Grenzübertritt zu hindern, erklärte die Jury der "Sprachkritischen Aktion".

Mit der Verwendung des Ausdrucks werde "ein menschenfeindlicher Prozess beschönigt, der den Menschen auf der Flucht die Möglichkeit nimmt, das Menschen- und Grundrecht auf Asyl wahrzunehmen".

Sogenannte Pushbacks wurden etwa der EU-Grenzschutzbehörde Frontex an der EU-Außengrenze zur Türkei vorgeworfen. Mehrere Nichtregierungsorganisationen hatten deshalb im Sommer Frontex vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt.

Jury will auf diffarmierende Sprache aufmerksam machen

Die überwiegend aus Sprachwissenschaftlern bestehende Jury will mit dem Unwort des Jahres auf unangemessenen, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch aufmerksam machen.

2020 waren erstmals zwei Begriffe zu Unwörtern des Jahres gewählt worden: "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften". 2019 war "Klimahysterie" das Unwort des Jahres, 2018 "Anti-Abschiebe-Industrie". 2017 hatte die Jury die Wendung "alternative Fakten" zum Unwort des Jahres bestimmt, 2016 war es der Begriff "Volksverräter".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Januar 2022 | 11:00 Uhr

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