Gewitter in Mitteldeutschland Ein Vermisster und Überflutungen nach heftigen Unwettern

Ein Mann aus dem Erzgebirge wird nach den heftigen Unwettern in der Nacht immer noch vermisst. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden Straßen überflutet, Keller überschwemmt, Bäume stürzten um.

Überschwemmung Straßen Oelsnitz im Vogtland
In Oelsnitz im Vogtland wurden Straßen überspült. Bildrechte: TeleNewsNetwork

Bei den heftigen Unwettern mit Starkregen, die in der Nacht über Mitteldeutschland, Bayern und Nordrhein-Westfalen hinweggezogen sind, wurden Straßen, Keller und Parkplätze überflutet. Auf nasser Fahrbahn kam es zu mehreren Verkehrsunfällen mit Verletzten.

Sachsen: Vermisste Person, Hochwasseralarm

In Steinbach im Erzgebirge wird weiterhin ein Mann vermisst. Der 53-Jährige war nach Angaben der Feuerwehr von einer Sturzflut mitgerissen worden. Bisher sei die Suche nach ihm erfolglos geblieben.

Überschwemmungen im Vogtland

Für das Vogtland galt zeitweise eine Hochwasserwarnung. Wegen der heftigen Regenfälle war am Dienstagabend im Bereich der oberen Weißen Elster Alarmstufe 1 ausgerufen worden. In Oelsnitz trat der Teich am Schlosspark über die Ufer. Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Auf der B6 verunglückte ein Autofahrer, als sich eine Schlammlawine löste. Wie der Einsatzleiter berichtet, löste sich auf den Elbhängen eine Schlammlawine. Das Geröll zerstörte den Unterboden des Fahrzeugs.

Thüringen: Straßen überspült, Unfälle auf nasser Fahrbahn

In Thüringen war vor allem der Osten des Landes sowie der Ilm-Kreis betroffen. Dort stürzten Bäume um, Überschwemmungen und Erdrutsche blockierten mehrere Straßen – darunter die B88 in Gehren bei Ilmenau. Ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale sagte, es habe auch mehrere Unfälle mit verletzten Personen gegeben, so auf der A4 bei Eisenach, der A71 bei Sömmerda und der A9 an der Grenze zu Bayern. Unfallursache sei in allen Fällen unangepasste Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn gewesen. Drei Menschen seien mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Auch die Bahnstrecke zwischen Altenburg und Gera ist nach dem Unwetter weiter nicht befahrbar. Der heftige Regen hatte Dienstagabend die Gleise teilweise unterspült. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde ein Bus-Notverkehr eingerichtet. Betroffen sind die Regionalbahnen von Glauchau nach Göttingen und von Altenburg nach Erfurt.

Sachsen-Anhalt: Fähre außer Betrieb

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist Sachsen-Anhalt dagegen glimpflich davongekommen. Nach Angaben der Lagezentren blieb es in der Nacht weitgehend ruhig. Im Burgenlandkreis ist die Straße zwischen Teuchern und Krössuln wegen Überflutung gesperrt. Außerdem ist die Elbfähre Arneburg ab heute wegen steigender Wasserstände außer Betrieb.

Feuerwehrmann in NRW ertrunken

Auch in Nordrhein-Westfalen gab es Überschwemmungen durch starken Regen. Im Sauerland ertrank bei Rettungsarbeiten ein Feuerwehrmann. Der Ort des Unglücks, Altena, ist nach Angaben der Polizei vom Mittwochnachmittag "so gut wie nicht erreichbar".

Auch aus anderen Orten wie Hagen und Stolberg bei Aachen wurden überschwemmte Straßen und Keller sowie Stromausfälle gemeldet. Mehrere Bahnstrecken und auch Autobahnen wurden gesperrt.

Rheinland-Pfalz: Ortschaften nicht mehr erreichbar

Der Kreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz rief am Mittwochabend den Katastrophenfall aus. Landrätin Julia Gieseking sagte: "Die Lage ist sehr ernst, wir haben viele überschwemmte Straßen und Ortschaften, die nicht mehr erreichbar sind." Die Schulen im Kreis sollen am Donnerstag geschlossen bleiben.

Außerdem sorgen die steigenden Pegelstände des Rheins dafür, dass der Schiffsverkehr in Rheinland-Pfalz teilweise eingeschränkt werden musste.

Entspannung in Bayern

Im Landkreis Hof in Bayern haben die Behörden den Katastrophenfall aufgehoben. Die Wetterlage habe sich in den vergangenen Stunden wieder entspannt, teilte das Landratsamt mit. Zu tun gebe es aber noch jede Menge. Die Einsatzkräfte seien im gesamten Landkreis unterwegs, um aufzuräumen. In Hof war aufgrund starker Regenfälle in der Nacht zu Mittwoch der Notstand ausgerufen worden.

Weitere Unwetterwarnungen bis Donnerstag

Zudem warnt der Deutsche Wetterdienst weiter vor Unwettern in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Teilen von Hessen. Bis zum Donnerstagmorgen kann es dort zu Stark- und Dauerregen kommen. Auch in Bayern kann es am Mittwochabend in einigen Regionen noch mal zu starken Regenfällen kommen.

Quelle: dpa, MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juli 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Screenshot 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Deutschland

Standbild aus dem Grafik-Video über ungültige Stimmzettel 1 min
Standbild aus dem Grafik-Video über ungültige Stimmzettel Bildrechte: mdr

Wenn man beim Wählen die Kreuze auf dem Stimmzettel nicht korrekt setzt, wird die Stimme schlimmstenfalls ungültig. Welche Klippen beim Ankreuzen umschifft werden sollten:

17.09.2021 | 18:50 Uhr

Fr 17.09.2021 16:11Uhr 01:00 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wahlen/bundestagswahl/richtig-waehlen-ankreuzen-stimme-ungueltig-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video