Neues aus der Forschung Hoffnung für Rheuma-Patienten

Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew. Seit diesem Jahr ist hier ein neues Medikament erfolgreich im Einsatz. Neues gibt es auch zum Thema Diagnose.

Der Rücken schmerzt, die Gelenke sind steif. Dahinter kann eine rheumatische Erkrankung stecken. Doch die sind nicht alle gleich. Der Begriff "Rheuma" umfasst mehr als 100 verschiedene Erkrankungen, die sich in der Symptomatik teilweise sehr ähneln. Zudem gibt es kaum spezifische Befunde im Labor oder bei der Bildgebung, die so typisch für eine der rheumatischen Krankheiten sind, dass eine Diagnose allein aus diesem Befund gestellt werden könnte.

Algorithmen können Diagnose erleichtern

Prof. Christoph Baerwald, Leiter des Bereichs Rheumatologie am Uniklinikum Leipzig, betont gegenüber MDR-Gesundheitsmagazin Hauptsache Gesund: "Trotzdem ist es sehr wichtig, eine genaue Diagnose zu stellen, da die Therapie auf einer exakten Diagnose fußt." Deshalb setzt er sich dafür ein, die Entwicklung von Algorithmen voranzutreiben, mit denen die Diagnostik auf sichere Beine gestellt wird.

Neues Medikament gegen Morbus Bechterew

Außerdem gibt es immer mehr neue Medikamente, die bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen helfen. Ein Beispiel: Morbus Bechterew. Gegen diese Rundrückenkrankheit gibt es seit Januar diesen Jahres die Möglichkeit, sogenannte Januskinase-Hemmer einzusetzen. Das ist schon seit drei Jahren ein bewährtes Mittel gegen die rheumatoide Arthritis, doch nun wurde es für Morbus Bechterew-Patienten zugelassen.

Prof. Eugen Feist, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie des Helios-Krankenhauses Vogelsang-Gommern, zeigte sich im Hauptsache Gesund-Interview davon begeistert. "Die Freigabe ist eine sehr wertvolle Bereicherung für alle Patienten. Mussten sie früher ihre Biologika-Medikamente per Spritze oder Infusion bekommen, könne wir ihnen jetzt einfach Tabletten mitgeben."

Natürlich wird immer weiter geforscht, um die Diagnosestellung bei den rheumatischen Erkrankungen einfacher und sicherer zu machen. Und der Bedarf an neuen Medikamenten ist riesig, denn es gibt noch viele Krankheiten in der Rheumatologie, für die noch keine guten Medikamente zur Verfügung stehen. Doch es geht laut den Experten voran, wenn auch in kleinen Schritten.

Quelle: MDR Hauptsache Gesund

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 20. Mai 2021 | 21:00 Uhr

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