Afrikanische Schweinepest Kampf gegen Schweinepest läuft gut in Sachsen

Der Sächsische Bauernverband hat die Zusammenarbeit mit dem Land beim Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest gelobt. Vizepräsident Gunther Zschommler sagte, das Land habe nach den ersten Funden schnell gehandelt. Bislang seien in Sachsen noch keine Haus- oder Mastschweine infiziert.

An der deutsch-polnischen Grenze bei Krauschwitz wird ein fester Zaun gebaut, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.
Der Kampf gegen die Schweinepest in Sachsen läuft bisher gut. An der Grenze zu Polen und Brandenburg entsteht seit November ein fester Fangzaun. Bildrechte: MDR/Thomas Kramer

Mitte November ganz im Osten von Sachsen am Truppenübungsplatz Oberlausitz: In einem Waldstück, wo die Bundeswehr sonst scharf schießt, schallen Hammerschläge durch den Forst. Rund 200 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks und 100 Soldaten der Bundeswehr rammen Stück für Stück einen ein Meter hohen Zaun in den Boden.

Der Zaun soll Wildschweine aus dem nahen Brandenburg und Polen davon abhalten, nach Sachsen zu kommen. Wildschweine, die möglicherweise die Afrikanische Schweinepest in sich tragen.

Fester Wildfangzaun soll Wildschweine abhalten

Der mobile Wildfangzaun werde durch einen festen Zaun ersetzt – von der brandenburgischen Grenze entlang der Neiße bis zur A4, erklärte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping. Dieser feste Zaun sei erst möglich gewesen, nachdem tatsächlich ein erster positiver Fund aufgetreten sei. "Vorher müsste das alles freiwillig geschehen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, das eben auch durchzuführen", verkündete Köpping im November zu Baubeginn.

Inzwischen ist der Zaun bis zur A4 aufgebaut. 670.000 Euro wird Sachsen für einen insgesamt 225 Kilometer langen Zaun ausgeben. Doch es könnten noch weitere Kosten auf den Freistaat zukommen. Dann, wenn bestimmte Gebiete und damit Zuchtbetriebe gesperrt werden sollten.

So weit sei es noch nicht, sagt Köpping. Falls es aber dazu kommen sollte, könnten die Bauern Geld vom Land erhalten. "Wenn im Frühjahr zum Beispiel bestimmte Flächen nicht betreten werden können, dann sind wir eben im Krisenmodus und das bedeutet auch, dass es Entschädigungsansprüche gibt."

Finanzielle Unterstützung bei Notschlachtungen

Etwa 1,20 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht gäbe es dann vom Land. Das ist der aktuelle Marktwert. Die Zusammenarbeit mit dem Ministerium klappe gut, sagt auch der Vizepräsident des Sächsischen Bauernverbands, Gunther Zschommler. Das Land habe nach den ersten Funden schnell gehandelt.

Bislang wurden in Sachsen noch keine Haus- oder Mastschweine mit der Schweinepest infiziert. Die Zäune haben geholfen, zudem sollen zwischen Bad Muskau und Görlitz möglichst viele Wildschweine abgeschossen werden.

Übertragung durch Wolf befürchtet

Doch Zschommler fürchtet, dass der Wolf die Schweinepest weitertragen könnte. Wenn ein infiziertes Schwein gerissen und gefressen werde, trage der Wolf das Virus in sich und könne es an andere Tiere weitergeben.

Die Wolfsdichte sei mittlerweile viel zu hoch geworden, beklagt Zschommler. "Und wenn man dann in solchen gefährdeten Gebieten einen Beutegreifer antrifft, dann ist er aus meiner Sicht auch zu entnehmen." Sprich: Wölfe in betroffenen Grenzgebieten müssten auch geschossen werden.

Veterinäramt gegen Abschuss von Wölfen

Dem widerspricht Dr. Stephan Koch, zuständig für das Veterinärwesen im Sozialministerium. Diese Thematik sei häufig diskutiert worden und es gebe Epidemiologen, die sich damit beschäftigten. Dabei gehe es auch um die Frage, ob Krähen die Schweinepest verbreiten, erklärt Koch. Aber: "Es gibt im Augenblick keine gesicherte Erkenntnis, dass das der Fall ist."

Deswegen müssten auch keine Wölfe geschossen werden. Zum einen, weil der Wolf unter Naturschutz stehe und weil der gebaute feste Zaun den Wolf auch davon abhalte, weiter nach Sachsen vorzudringen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2020 | 07:12 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland