Abschlussklasse 2021 Die Lage der Sekundarstufen in der Pandemie

Anne-Marie Kriegel, Landeskorrespondentin Sachsen-Anhalt für das MDR AKTUELL Nachrichtenradio
Bildrechte: MDR/Jan Bräuer

Am Montag enden in Sachsen-Anhalt die Winterferien. Zurück in den Unterricht vor Ort soll es schrittweise ab 1. März gehen. Wie ist es mitten in der Pandemie in der Sekundarstufe?

Steffen Jost hält online einen Leistungskurs Physik aus einem leeren Klassenzimmer ab.
Von großem Engagement der Lehrkräfte für ihre Schülerinnen und Schüler berichtet Eva Gerth von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Bildrechte: dpa

Seit fast einem Jahr lebt Deutschland mit der Pandemie und so tun es auch die Schülerinnen und Schüler im Land, genauso wie die Lehrkräfte und Schulleitungen. Homeschooling, Hybridunterricht, Präsenzunterricht mit und ohne Maske, bei offenem und geschlossenem Fenster. Einiges haben sie erlebt.

So auch Roman Schöpp. Er leitet seit sechs Jahren die Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gemeinschaftsschule in Magdeburgs Altstadt. Um die 350 Schülerinnen und Schüler lernen hier. 60 davon wollen in diesem Jahr ihren Haupt- oder Realschulabschluss machen. Kommen die schlechter durch die Pandemie? Das könne man pauschal nicht so sagen, meint Schöpp. Sie fänden nur nicht so große Beachtung wie die Abiturienten.

Unterschiede zwischen Schüler nicht vergrößert

Der Schulleiter erklärt, man merke natürlich schon, welchen Hintergrund die Kinder hätten und welche Unterstützung sie bekämen: "Und dann ist es immer noch merklich, wenn zu Hause eine höhere Bildung ist, dass natürlich dort dann auch etwas mehr fürs Gymnasium gearbeitet und getan werden kann, dass die Kinder dann einen höheren Bildungsabschluss erreichen."

Diese Schere ist jetzt aber nicht größer oder kleiner, die war auch vorher schon da.

Roman Schöpp Schulleiter Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gemeinschaftsschule in Magdeburg

Schöpp, der gerade von zu Hause eine Neunte in Geschichte unterrichtet, war selbst an Corona erkrankt. Mit ihm sechs weitere Kolleginnen und Kollegen. Das war Mitte November. Noch heute plagt ihn Schwindel. Eine Folge seiner Erkrankung vor fast einem Vierteljahr.

Ausstattung ist schlechter

Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist Eva Gerth die Vorsitzende in Sachsen-Anhalt. Sie höre von den Kolleginnen und Kollegen immer wieder, dass Sekundarschulen ein bisschen hinten runter fielen, was die Ausstattung anginge.

Auf die Frage, wie es mit Leihlaptops aussehe, habe eine Kollegin kürzlich geantwortet: "Naja hat sie gesagt, die sind dann für das erste Quartal angekündigt. Dass man also an der Stelle noch nicht darüber verfügen kann. Was ich an Sekundarschulen beobachte, ist, dass es ein großes Engagement gibt von Kolleginnen und Kollegen."

Großes Engagement der Lehrkräfte

Gerth sagt, die Kolleginnen und Kollegen sähen natürlich, dass manche Schülerinnen und Schüler von zu Hause nicht so gefördert werden könnten, wie das vielleicht bei Gymnasiasten der Fall sei.

Eva Gerth, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Eva Gerth, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für diese würden Lehrerinnen und Lehrer versuchen, eine gewisse Sicherheit in der aktuellen Situation zu geben, sagt Gerth: "Den Schülerinnen und Schülern einfach zu sagen: Ihr schafft euren Abschluss. Wir sind für euch da."

Schon zu Beginn der Pandemie hatte Bildungsminister Marco Tullner von der CDU den Schülerinnen und Schülern versprochen, dass ihre Abschlüsse sicher und vergleichbar seien werden.

Tullner sichert Abschlussprüfungen zu

Das bekomme man auch hin, versichert Marco Tullner auf Nachfrage von MDR AKTUELL nochmals: "Wir reden hier vor allem von Szenarien, in denen wir zeitliche Dimensionen von Prüfungen modifizieren. Indem wir die Aufgabenpalette noch mal ein Stück weit breiter aufstellen. Aber vom Ansatz her werden die qualitativen Maßstäbe dieselben seien wie in den vergangenen Jahren und auch in den zukünftigen."

Darauf verlassen sich auch Schulleiter Schöpp und seine Schüler. Gerade die mit Haupt- und Realschulabschluss seien schließlich wichtig. Lernten sie doch zukünftig die Berufe, die gerade jetzt so dringend gebraucht würden in Bereichen wie der Pflege und dem Handwerk.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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