Hörer machen Programm Nachbarschaftshilfe für Leipzigs Senioren im Schneechaos

Der Schnee der letzten Tage hat viele vor große Herausforderungen gestellt – vor allem aber Senioren, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind. Das ist auch MDR AKTUELL-Hörerin Hanna Blunck aus Leipzig aufgefallen. Sie fragt sich, wo sich ältere Leute hinwenden können, um etwa auf dem Weg zum Einkaufen unterstützt zu werden. Gibt es da Initiativen oder Angebote der Stadt Leipzig?

Nachbarschaftshelferin unterwegs mit Seniorin
Nachbarschaftshelferin Andrea Proniewicz unterstützt die Seniorin aus Grünau auf ihrem Weg zum Einkaufen. Bildrechte: Ronny Arnold

Samstagvormittag in Leipzig Grünau. Andrea Proniewicz holt die Seniorin, der sie seit kurzem am Wochenende hilft, zum Einkauf ab. Für diese sei es schon manchmal schwierig gewesen, sich durch den Schnee zu schlagen: "Einerseits ja, es ist besser zu Hause zu bleiben. Aber man kann auch nicht – nach zwei, drei Tagen – den ganzen Tag in diesen paar Quadratmetern verbringen." Ein bisschen brauche sie es einfach, rauszugehen.

Mehr als 1.000 Helfer bei "Ecken wecken"

Schon im ersten Corona-Lockdown hat sich Andrea Proniewicz bei der Stiftung "Ecken wecken" gemeldet und ihre Hilfe angeboten. Jetzt, im Schneechaos der letzten Tage, wird diese verstärkt gebraucht. Die betagte Leipzigerin, die ihren Namen lieber nicht in den Medien genannt haben möchte, freut sich: "Finde ich ganz toll. Ich sitze da mit einem Schlaganfall und bin alleinstehend. Es ist ganz kompliziert, alleine fertig zu werden." Sie sei die ganze Woche nicht rausgekommen, weil sie zu viel Angst gehabt hätte, zu stürzen.

Sicher untergehakt geht es zum Einkauf. Über einen Flyer hat die Seniorin von "Ecken wecken" erfahren und sich für die kostenlose Nachbarschaftshilfe angemeldet. Für Thorsten Mehnert von der Stiftung genau der richtige Weg – am besten solle man sich online anmelden oder eben anrufen. "Abhängig vom Stadtgebiet ist da kurzfristig jemand zu finden. Die Leute reagieren auch schnell, die potentiellen Unterstützer." Man habe mittlerweile mehr als rund 1.200 Helfer in der Datenbank, die vor allem fürs Einkaufen, Gassi gehen oder am Telefon plaudern angefragt werden. "Was man natürlich gern macht, wenn man nicht rauskommt so leicht."

Hilfseinrichtungen arbeiten eng zusammen

Praktische Hilfsangebote, die in der Corona-Zeit und nun auch gerade wegen des Schnees besonders gefragt sind, vermitteln in Leipzig auch die Diakonie, die Volkssolidarität oder die Caritas. Die Seniorenbüros der Stadt können Anfragen weitergeben. Die Zusammenarbeit funktioniere immer besser, so Mehnert – und die Stadt Leipzig unterstütze sie auch mit einem kleinen finanziellen Beitrag bei der Automatisierung der Internetplattform.

Die Hilfe selbst laufe dann ganz einfach ab: "Sobald feststeht, welche Person unterstützt, bekommt die von uns die Telefonnummer der Person, die Unterstützung braucht. Und dann regeln die alles, wie die das machen." Die Helfer ließen sich etwa am Telefon erzählen, was alles eingekauft werden solle, legten anschließend das Geld dafür aus "und dann findet die Übergabe – Geld, Ware – statt."

Hilfsangebote gelten auch weiterhin

Der gemeinsame Einkauf in Grünau ist nun erledigt. Und am Ende nicht nur der, erzählt Andrea Proniewicz. "Ein bisschen quatschen und wir haben sogar noch eine kleine Spende abgegeben beim Sozialdienst. Das finde ich schön, ihr wird geholfen und sie hilft dabei auch anderen." Eine gemeinsame Stunde, die hilft. Und auch wenn der Schnee wohl bald verschwunden sein wird – die Hilfsangebote in Leipzig bleiben bestehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2021 | 06:21 Uhr

2 Kommentare

kleinerfrontkaempfer vor 12 Wochen

Habe heute (17.02.21) wegen immer noch nicht geräumter Gehwege in Zentrumslage Senioren mit Rollator, bzw. Krankenfahrstühlen auf vielbefahrenen Hauptstraßen gesehen. Mit einem Einkaufsbeutel dabei. Mütter mit Kinderwägen KÄMPFEN sich durch Schneewälle auf Bürgersteigen und an Bushaltestellen.
Die Verantwortlichen in den warmen, kuscheligen Büros einer Stadtverwaltung kriegen das leider nicht mit. Dort sollte man sich schämen!

Ekkehard Kohfeld vor 12 Wochen

Kaum zu glauben was die Menschen gemachte Klimaerwärmung doch alle macht eigentlich soll es in Deutschland doch keinen Schnee mehr geben.😱😱😱

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