Förderprogramm Knapp 90 Millionen Euro vom Bund für Sirenen

Bei Hochwasser, Terrorgefahr oder anderen Katastrophenlagen muss die Bevölkerung schnell informiert werden. Trotzdem wurden die eigentlich bewährten Sirenen jahrelang abgebaut. Nach dem missglückten Warntag und der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands findet ein Umdenken statt: Mit Fördermitteln vom Bund in Millionenhöhe sollen Warnsysteme modernisiert werden – auch Sirenen.

Sirene auf einem Dach
Mehrere Bundesländer wollen mit Hilfe von Fördermitteln ihr Sirenennetz ausbauen. Bildrechte: dpa

Der Ausbau des Sirenennetzes in Deutschland soll dank Hilfen vom Bund Fahrt aufnehmen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat ein Förderprogramm mit knapp 90 Millionen Euro aufgelegt, um die Länder zusätzlich zu unterstützen.

Sachsen-Anhalt und Thüringen sind bereits dabei

Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte, haben bislang sieben Länder die entsprechende Vereinbarung mit dem Bund unterzeichnet, nämlich Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland.

Sachsen hat bereits beschlossen, das Fördergeld ebenfalls in Anspruch zu nehmen. In welche Kommunen genau die Fördermittel gehen und was davon finanziert wird, entscheiden die verantwortlichen Landkreise und kreisfreien Städte.

Vergrößertes und moderneres Sirenennetz für Deutschland

Mit den Mitteln soll der Ausbau des Sirenennetzes durch die Länder und Kommunen unterstützt werden. Neue Sirenen sollen errichtet und alte Modelle modernisiert werden. So sollen die Sirenen technisch so aufgerüstet werden, dass sie an das vom BBK bundesweit zur Verfügung gestellte Modulare Warnsystem (MoWaS) angeschlossen werden können.

Zum MoWaS gehören auch Apps wie die Warn-App NINA, Rundfunksender oder öffentliche Anzeigetafeln. Diese Warnmittel können dann gleichzeitig in den für die Warnung verantwortlichen Leitstellen ausgelöst werden.

Sirenen effektiver als andere Systeme

Seit dem gescheiterten bundesweiten Warntag vor knapp einem Jahr steht der Zustand der Warnmittel in Deutschland im Fokus. Damals hatten vielerorts die Warnanlagen wegen technischer Probleme nicht funktioniert. Seitdem wird das BBK reformiert und neu ausgerichtet. Dazu gehört auch der Ausbau des Sirenennetzes.

Auch nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands war verstärkt über den Nutzen von Sirenen diskutiert worden. Diese haben gegenüber Apps oder Rundfunkdurchsagen unter anderem den Vorteil, auch Schlafende wecken und warnen zu können.

In Ostdeutschland war ein Großteil des Sirenennetzes nach der Wiedervereinigung zurückgebaut worden.

(agr)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Fernsehen | 29. August 2021 | 21:45 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland