Solaranlagen Kaum finanzielle Vorteile durch Batteriespeicher

Tagsüber, wenn die Sonne scheint, erzeugt eine Photovoltaik-Anlage Strom. Meist ist das deutlich mehr Strom, als ein Haushalt in dieser Zeit selbst verbrauchen kann. Nachts, wenn es dunkel ist, erzeugen die Solar-Anlagen aber natürlich keinen Strom. Wer sich in dieser Zeit keinen Strom dazu kaufen möchte, kann sich einen Batteriespeicher kaufen, um den überflüssigen Strom tagsüber aufzufangen. Doch die Speichersysteme rechnen sich längst nicht immer.

Eine Photovoltaikanlage auf einem Eigenheim
Solaranlagen und Batteriespeicher sind ökologisch sinnvoll – finanziell sieht das bisher aber anders aus. Bildrechte: dpa

Grundsätzlich sei ein Speichersystem für die Solaranlage auf dem eigenen Dach eine gute Idee, sagt Andreas Braun von der Thüringer Landesenergie-Agentur. "Weil es natürlich viel besser ist, den Strom selbst zu verbrauchen, statt ihn für aktuell 8 Cent pro Kilowattstunde ins Netz einzuspeisen und dann in den Zeiten, in denen man eigenen Strom verbrauchen kann, sich für den dreifachen Preis den Strom aus dem ganz normalen Stromnetz wiederzuholen."

Mit diesem Argument werben auch viele Anbieter von Solaranlagen und Batteriespeichern. Und so wird momentan bei jeder zweiten neu gebauten Solaranlage auch gleich ein Batteriespeicher installiert. Ökologisch sei das auf jeden Fall eine gute Entwicklung, sagt Solarexperte und Buchautor Thomas Seltmann: "Wir brauchen langfristig für die Energiewende auch Speicherkapazitäten, um den tagsüber erzeugten Solarstrom zwischenzuspeichern. In dem Sinne ist das durchaus sinnvoll, das zu machen."

Keine finanziellen Vorteile durch Solar- und Batteriespeicher

Finanziell rechnet sich ein Solarspeicher aber bisher nur selten – auch wenn viele Anbieter gerade mit angeblich möglichen Einsparungen in Euro und Cent Werbung machen. Das Problem dabei: Die Speichersysteme seien immer noch vergleichsweise teuer, erklärt Solarexperte Seltmann. "So ein Speicher, wie wir sie empfehlen, kosten um die 5.000–6.000 Euro. Die größeren Speicher kosten dann so 8.000–10.000 Euro oder sogar noch mehr."

Dieser Kaufpreis müsste über die Lebensdauer des Batteriespeichers wieder hereinkommen, damit sich so ein Speicher auch finanziell rechnet. Dabei sei die Lebensdauer der verwendeten Lithium-Akkus aber meist deutlich geringer als die 20–30 Jahre Lebensdauer, die eine typische Photovoltaik-Anlage durchhalte, erklärt Solarexperte Seltmann. "Bei den Batteriespeichern haben wir noch nicht so lange Praxiserfahrungen, weil es die Systeme erst so seit acht Jahren etwa gibt, die jetzt so angeboten werden. Aber die Fachleute sagen, dass so ein Batteriespeichersystem etwa 10–15 Jahre maximal halten kann und dann eigentlich ersetzt werden muss."

Über diese Lebensdauer ließen sich die hohen Anschaffungskosten für die Batteriesysteme aber in der Regel nicht komplett wieder reinholen, bestätigt auch Andreas Braun von der Thüringer Landesenergie-Agentur. "Wenn ich jetzt ein ganz kühler Rechner bin und wirklich sage: Das macht für mich nur Sinn, wenn ich das wirtschaftlich in so und so vielen Jahren hinkriege und die Rendite habe, dann ist unsere Empfehlung meist doch noch ein bisschen zu warten."

Förderprogramme für Batteriespeicher

Denn die Kosten für Batteriespeicher könnten in den kommenden Jahren noch weiter sinken. Wer trotzdem schon jetzt einen Batteriespeicher kaufen möchte, sollte sich auch über vergünstigte Kredite und andere Förderprogramme informieren, rät Andreas Braun. "Bei uns in Thüringen gibt es zum Beispiel das Programm Solar-Invest wo man sich Photovoltaik-Anlagen mit Speicher fördern lassen kann oder auch Batteriespeicher, die man nachrüsten will. Und das gibt es in den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt auch. Da gibt es auch einzelne Förderprogramme für Solaranlagen." Informationen dazu gibt es beispielsweise bei den Landesenergie-Agenturen oder bei der Energieberatung der Verbraucherzentralen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. April 2021 | 06:00 Uhr

12 Kommentare

Graf von Henneberg vor 17 Wochen

Ist Ihnen bekannt, daß Energie nicht verbraucht werden kann? Das sollten Sie bei Ihren umfangreichen Kenntnissen, welche Sie hier preisgeben, sicherlich wissen können. Oder eben auch nicht.

Southie vor 17 Wochen

Ne Alm ist sicher was Schönes. Aber wenn die Leute statt 20.000€ in Photovoltaik lieber 8000 in Solartherme stecken ersparen sie ab Tag 1 Fossilen Verbrauch und die Allgemeinheit muss es nicht über die Umlage zahlen. Zumal die Photovoltaik genau betrachtet viele Effekte hat wie den Vorhält von Grundlastkraftwerken, die die "Einsparung" oft wieder auffressen.

Jede kWh Solarstrom wird erst Mal mit Verbrauch für Produktion und Aufbau bezahlt und oft laufen parallel Grundlastkraftwerke weiter und es wird gar nichts gespart.

AKW hatte da viele Vorteile, aber für die Kosten einer Kernschmelze kann man sehr viel saubere Technik entwickeln.

Graf von Henneberg vor 17 Wochen

Also Leute, wenn Ihr noch keine haben solltet, kauft Euch Almen. Das Refugium für erneuerbare Energieen. Und das ökolgische Gewissen wird frei(gekauft).

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