MDR-Spendenaktion Spenden für Medikamente für die Ukraine

Der Krieg in der Ukraine zwingt immer mehr Menschen zur Flucht. Viele Krankenhäuser sind zerstört und es fehlt das Nötigste. Die Spendenaktion "Medikamente für die Ukraine“ soll helfen, diese Not zu lindern. Über 200.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend. Doch weitere Hilfe wird dringend gebraucht.

Ein Mann verpackt Hilfsgüter
Aus dem Lager des Medikamentenhilfswerks action medeor e.V. werden medizinische Hilfsgüter in die Ukraine verschickt. Bildrechte: action medeor

Initiatoren der Spendenaktion sagen Danke für über 200.000 Euro!

Die gemeinsame Spendenaktion "Medikamente für die Ukraine“ von den Apothekerverbänden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dem Deutschen Medikamentenhilfswerk "action medeor e.V.“ und dem Mitteldeutschen Rundfunk hatte sich 150.000 Euro zum Ziel gesetzt. Doch Dank der Hilfsbereitschaft vieler Spender wurde die Summe nach rund drei Wochen übertroffen und hat die Marke von 200.000 Euro überschritten.

Bereits auch Hilfstransporte nach Mariupol und Lwiw

Die Liste der Städte, in denen die Hilfe ankommt, wird immer länger. Sogar bis ins schwer umkämpfte Mariupol haben es Transporte des Deutschen Medikamentenhilfswerks geschafft. Die jüngste Lieferung erreichte Lwiw im Osten der Ukraine. Hier suchen gerade viele geflüchtete und verletzte Patienten Zuflucht. "Jedes von euch angekommene Paket ist eine Lebensader für unsere Patienten“, bedankt sich eine Intensivmedizinerin im städtischen Krankenhaus Lwiw bei allen, die gespendet haben.

Sauerstoffgeneratoren, Medikamente, Infusionslösungen und medizinischer Bedarf kommen nun den Patienten zugute. "Unsere Abteilung ist eine der größten in der Ukraine, deshalb bekommen wir täglich viele Patienten. Darunter sind viele Schwerverletzte. Alle benötigen unsere Hilfe.“

Den aktuellen Spendenstand erfahren Sie hier.

Bitte helfen Sie mit! action medeor e.V.
Stichwort: MDR Ukraine
Sparkasse Krefeld
IBAN: DE 78 3205 0000 0000 0099 93

Wo die Hilfe ankommt

Die ukrainische Stadt Ternopil ist zum Drehkreuz für die Hilfslieferungen aus Deutschland geworden. 1.600 Kilometer fahren die LKWs vom Zentrallager des Medikamentenhilfswerks in Deutschland bis nach Ternopil. Von dort werden die medizinischen Hilfsgüter weiter verteilt – in die gesamte Westukraine, aber auch in die stark umkämpften Gebiete im Osten.

Ukraine - Medikamenten-Hilfslieferungen
Vom Verteilzentrum in der Stadt Ternopil starten Hilfstransporte in immer mehr ukrainische Krankenhäuser. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Luftangriff kurz nach Start des Verteilzentrums

Nur Stunden nach der offiziellen Inbetriebnahme des Verteilzentrums heulten in der Nacht die Sirenen wegen eines Luftangriffs gegen die kritische Infrastruktur von Ternopil. Die Luftabwehr konnte das Schlimmste verhindern, berichtet Dr. Angela Zeithammer, Sprecherin von action medeor: "Die Lage ist relativ stabil.“ Allerdings müsse man die Lage täglich neu bewerten. "Das Krankenhaus in Ternopil arbeitet an der Belastungsgrenze. Es gibt eine Vielzahl von Geflüchteten, die in der Stadt Schutz suchen und medizinische Versorgung brauchen. Es gibt auch viele traumatisierte Menschen, die aus dem Osten der Ukraine nach Ternopil kommen und versorgt werden müssen.“

Das Krankenhaus in Ternopil arbeitet an der Belastungsgrenze.

Dr. Angela Zeithammer, Sprecherin von action medeor

Männer entladen einen LKW
Nur wenige Stunden nach Eintreffen dieser Hilfslieferung in Ternopil heulten Luftalarm-Sirenen in der Stadt. Bildrechte: action medeor

Aber nicht nur Medikamente werden von den Spendengeldern finanziert. Auch zwei voll ausgestattete Krankenwagen sind nun im Einsatz, um Verwundete und Schwerkranke zu transportieren. Jaroslav Tschaikivski, Direktor städtisches Klinikums Ternopil bedankt sich im Namen des gesamten Krankenhauses für die Hilfe aus Deutschland "Wir haben schon vier LKW bekommen mit Medikamenten, die es uns nun ermöglichen, die medizinische Notfallbehandlung hier komplett abzudecken."

Hilfsorganisation weitet Arbeit in Ukraine aus

Das Verteilzentrum in Ternopil bietet Platz für 15 LKW-Ladungen mit jeweils 30 Paletten. Regelmäßig starten von dort nun Transporte in andere Krankenhäuser. "Der Aktionsradius unserer Hilfe weitet sich aus“, beschreibt Dr. Angela Zeithammer von action medeor. "Wir haben sowohl im Westen der Ukraine als auch im Osten und im Süden medizinische Hilfe leisten können. In Mariupol gibt es eine Flüchtlingsunterkunft für die Geretteten, die dort erst einmal notversorgt werden und die neben Nahrungsmitteln auch dringend medizinisch versorgt werden müssen. So konnte auch eine Lieferung dort das Leid etwas lindern und Menschen bekamen eine Akutversorgung.“

Auch in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer steigt die Not nach den jüngsten Luftangriffen. Dort prüft das Deutsche Medikamentenhilfswerk, wie schnelle Hilfe für Gesundheitseinrichtungen in der Region ermöglicht werden kann.

action medeor Ukraine
Hilfsgüter werden weiterhin dringend gebraucht, da immer mehr Menschen innerhalb der Ukraine fliehen müssen. Bildrechte: action medeor

Neue Hilfszentren in Moldawien

Geplant ist auch die Hilfe im Nachbarland auszubauen. "Moldawien ist ein kleines Land. 2,5 Millionen Einwohner, aber über 400.000 Geflüchtete, die teilweise in Familien unterkommen, aber eben auch in Aufnahmestationen“, sagt Dr. Angela Zeithammer. Auch dort werde dringend Unterstützung gebraucht, Lebensmittel, medizinische Versorgung, aber auch Decken und Matratzen. "Dort leisten wir schon Hilfe, denn auch dort gibt es Gesundheitseinrichtungen, die jetzt einen größeren Bedarf haben“, erklärt die Sprecherin von action medeor.

Wir stellen zusammen, was wir hier beschaffen können. Was wir nicht vor Ort hier haben, versuchen wir zu anderweitig zu beschaffen, um Hilfe zusammen zu stellen. Das ist ganz, ganz wichtig und notwendig!

Dr. Angela Zeithammer, Sprecherin von action medeor

Dr. Angela Zeithammer
Dr. Angela Zeithammer führt seit Januar 2022 die Geschäfte der action-medeor-Stiftung. Bildrechte: Medikamentenhilfswerk action medeor

Hilferuf von Kinder-Krankenstation

Viele Patienten können nicht fliehen. Chronisch kranke Menschen zum Beispiel, die auf kontinuierliche medizinische Versorgung angewiesen sind. Unter ihnen sind auch viele Kinder, wie der sechs Jahre alte Ilja. Er ist wegen seiner Krebserkrankung dringend auf Medikamente angewiesen. In einem Krankenkraus in Kropywnyzkyj im Zentrum der Ukraine wird er behandelt. Doch in der Kinderstation fehlt es nicht nur an Medikamenten, sondern am Nötigsten.

Ikja mit Medikamentenpackungen
Der sechsjährige Ilja leidet an einer Krebserkrankung. Er ist dringend auf Medikamente angewiesen. Bildrechte: Privatfoto Natalja Tarabrina

Der Hilferuf aus dem Krankenhaus erreicht auch Dr. Angela Zeithammer vom Deutschen Medikamentenhilfswerk. "Es ist schwer vorstellbar, was die Kinder und die Eltern, die im Moment gar nicht bei ihnen sein können, aushalten müssen. Wir von action medeor können Medikamente zur Verfügung stellen. Wir haben gehört, es fehlt auch an Schmerzmitteln. Das muss man sich vorstellen! Es fehlt an vielen, vielen Dingen. Wir stellen zusammen, was wir hier beschaffen können. Was wir nicht vor Ort hier haben, versuchen wir zu anderweitig zu beschaffen, um Hilfe zusammen zu stellen. Das ist ganz, ganz wichtig und notwendig.“

Das kosten medizinische Hilfsmittel

Dafür werden die Spendengelder unter anderem gebraucht - 55 Euro kostet z.B. Naht- und Verbandsmaterial, mit dem 100 Verletzte versorgt werden können.
- 20 Euro kosten 50 Infusionssets.
- 134 Euro kosten vier Sets mit Kinder-Beatmungsschläuchen.
- 10 Euro kosten 50 Wundverbände zur Versorgung von Verletzungen.
- 935 Euro kostet ein Sauerstoffgenerator
- 29 Euro kosten vier Literflaschen eines Mittels zur Hautdesinfektion.

Spendenkonto von action medeor e.V.

Die gemeinsame Spendenaktion "Medikamente für die Ukraine“ der Apothekerverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, des Deutschen Medikamentenhilfswerks action medeor und des Mitteldeutschen Rundfunk können Sie weiter unterstützen.

Geldspenden können auf folgendes Bankkonto überweisen werden action medeor e.V.
Stichwort: MDR Ukraine
Sparkasse Krefeld
IBAN: DE78 3205 0000 0000 0099 93

Geldbeträge können auch über die Webseite der action medeor e.V. unter www.medeor.de/mdr gespendet werden.

FAQ: Fragen und Antworten zur Spendenaktion "Medikamente für die Ukraine"

MDR, Apothekerverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk "action medeor" rufen gemeinsam zu Spenden auf.

Wie lautet das Spendenkonto?

action medeor e.V.
Stichwort: MDR Ukraine
Sparkasse Krefeld
IBAN: DE78 3205 0000 0000 0099 93
Onlinespende: www.medeor.de/mdr

Kann ich auch in der Apotheke spenden?

Nein, aber die Apotheken in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben Flyer mit allen Infos zur Aktion und zum Spendenkonto.

Warum soll ich an "action medeor e.V." spenden?

Action Medeor ist nach eigenen Angaben das größte Medikamenten-Hilfswerk Europas. Es hat jede Menge Erfahrung, denn seit Jahrzehnten sendet die Organisation in humanitären Krisensituationen Hilfslieferungen mit Medikamenten und medizinischem Equipment in die betroffenen Regionen.

Action Medeor hat die Logistik und das Know-How, Hilfstransporte schnell und effizient auf den Weg zu bringen. Das zeigt sich auch in der Hilfe für die Ukraine. Inzwischen sind mehrere Transporte mit Schmerzmitteln, Antibiotika, Verbandsstoffen, Nahtmaterial, Gipsverbänden, Infusionslösungen und medizinischen Geräten in einem Partnerkrankenhaus in der westukrainischen Stadt Ternopil angekommen. Dort ist auch eine Art Umschlagplatz für Medikamente und medizinische Hilfsgüter entstanden, von wo aus weitere Krankenhäuser in anderen Regionen der Ukraine versorgt werden können.

Als Mitglied des Deutschen Spendenrates verpflichtet sich action medeor e.V. zu Transparenz und zur Einhaltung hoher Qualitätsstandards. Außerdem ist action medeor e.V. Teil der "Aktion Deutschland hilft", dem Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen.

Was macht "action medeor e.V." sonst?

Das gemeinnützige Medikamenten-Hilfswerk, das seinen Hauptsitz in Tönisvorst am Niederrhein hat, engagiert sich seit über 55 Jahren weltweit für die Gesundheit von Menschen. Die Vision: "Kein Mensch soll an einer behandelbaren Krankheit sterben müssen." Es gibt fast 150 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. Medeor hat auch Zweigstellen in Tansania und Malawi aufgebaut.

Im Not- und Katastrophenfall ist action medeor in der Lage, Arzneimittel, medizinisches Material und Instrumente in wenigen Stunden in Katastrophengebiete zu schicken. Um das zu gewährleisten, hat action medeor ein 4000 qm großes Pharmazielager mit verschiedenen Medikamenten, Bedarfsartikeln und Geräten. Im letzten Jahr wurden fast 20.000 Pakete in 75 Länder verschickt.  

Das Medikamenten-Hilfswerk unterstützt aber auch die Ausbildung von Pharmazeutinnen und Pharmazeuten an Universitäten in Tansania und Ruanda, sowie eine Hebammenschule in Sierra Leone. Insgesamt gibt es derzeit 30 Gesundheitsprojekte, die von action medeor in aller Welt unterstützt werden, mehr als fünf Millionen Menschen werden damit erreicht.

Finanziert wird die Arbeit über Spenden und Fördergelder.

Was passiert mit meiner Spende?

Von den eingehenden Spenden werden Medikamente und medizinische Geräte für die Ukraine gekauft. Spendengelder werden zielgerichtet eingesetzt. Es werden genau die Medikamente besorgt, die vor Ort am dringendsten gebraucht werden.

Warum sind Geldspenden besser als Medikamente?

Hinter Sachspenden steht immer eine gute Absicht, aber Geldspenden sind flexibler und effizienter einsetzbar. So kann man die Auswahl und Menge an Medikamenten und Medizinprodukten der Bedürftigkeit vor Ort besser anpassen. Außerdem ist es meist teurer, kleine Einzelspenden zu verschicken, weil die Logistik aufwändiger ist.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 07. April 2022 | 21:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Elbe führt nur noch Niedrigwasser 1 min
Elbe bei Magdeburg Bildrechte: StraussTV
1 min 24.06.2022 | 16:44 Uhr

Die Elbe führt immer weniger Wasser. An der Magdeburger Strombrücke fiel der Pegel unter 65 Zentimeter. Die "Weiße Flotte" stellte ihren Betrieb ein. In Dresden sieht es ähnlich aus. Noch aber fahren dort die Dampfer.

Fr 24.06.2022 15:41Uhr 00:51 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/video-hitze-duerre-elbe-niedrigwasser-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Deutschland