Unwetterwarnungen Sturm "Ignatz" sorgte für Strom- und Zugausfälle

Sturm "Ignatz" hat am Donnerstag in Mitteldeutschland für Verkehrsbehinderungen auf den Straßen und im Bahnverkehr gesorgt. In Nordrhein-Westfalen musste die Deutsche Bahn stundenweise den Fernverkehr einstellen. In allen drei Bundesländern in Mitteldeutschland kam es zu Stromausfällen. Tausende Haushalte waren betroffen.

Ein Feuerwehrmann räumt Teile eines Baums von der Fahrbahn.
Vielerorts wurde die Feuerwehr gerufen, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Bildrechte: dpa

Der erste Herbststurm der Saison ist mit Orkanböen und teils auch Gewittern über weite Teile Deutschlands hinweggezogen. In Mitteldeutschland erreichte er am Donnerstag Geschwindigkeiten von 130 bis 150 Kilometern pro Stunde. Zahlreiche Bäume stürzten um, der Zugverkehr war erheblich gestört.

In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt musste die Bahn zeitweise den Regionalbahnverkehr einstellen, laut Bahn wird er gerade schrittweise wieder hochgefahren. Es kommt aber auch im Laufe des Freitags weiterhin zu Störungen und Verspätungen.

In Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen war am Donnerstagvormittag stundenweise der gesamte Fernverkehr eingestellt worden. Inzwischen fahren die Züge wieder, doch gibt es weiterhin Ausfälle. So wurden einzelne Zugverbindungen zwischen Köln und Dresden und Frankfurt/Main und Dresden komplett gestrichen. Reisende werden gebeten, sich auf der Website der Bahn zu informieren.

Sachsen: Stromausfälle in Meißen und Riesa

Der Herbststurm hat in Teilen Sachsens für Stromausfälle gesorgt. Das Unternehmen SachsenEnergie teilte mit, dass unter anderem Meißen, Riesa, Dresden/Süd und Radeburg betroffen seien. Umstürzende Bäume oder herabfallende Ästen hätten Schäden an Stromleitungen verursacht. Wie viele Haushalte ohne Stromversorgung sind, konnte das Unternehmen nicht sagen. Man arbeite "mit Hochdruck" an der Reparatur, hieß es vom Unternehmen. Die komplette Wiederversorgung wird sich wohl erst im Laufe des heutigen Freitags einstellen.

Im Stadtgebiet Leipzig wurden mehrere Bäume entwurzelt sowie Mülltonnen, Heizpilze und andere Gegenstände auf die Straßen gewirbelt. Es kam zu massiven Störungen im Straßenbahnverkehr, ebenso in Dresden. In beiden Städten war die Feuerwehr am Donnerstag mehr als 500 Mal im Einsatz.

Der staatliche Sachsenforst warnte unterdessen, die Wälder im Freistaat zu betreten. Das Ausmaß der möglichen Schäden müsse noch eingeschätzt werden, hieß es am Donnerstag.

Thüringen: Einige Regionen ohne Strom

Auch in Teilen Thüringens ist der Strom ausgefallen. Nach Angaben der Thüringer Energienetze GmbH waren zeitweise rund 20.000 Haushalte im gesamten Bundesland betroffen, vor allem in Sömmerda und im Saale-Orla-Kreis. Laut Energieversorger sind mittlerweile alle Haushalte wieder angeschlossen.

In Kloster-Zella im Eichsfeld wurde ein Autofahrer schwer verletzt, als ein Ast die Windschutzscheibe durchschlug. In Erfurt wurden Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde registriert, dort gab es Schäden an Autos. Zahlreiche Einrichtungen wie der Zoopark Erfurt und städtische Friedhöfe blieben geschlossen.

Sachsen-Anhalt: Besonders stürmisch in Harz-Region

Auch in Sachsen-Anhalt wurden Stromausfälle wegen beschädigter Stromleitungen gemeldet. Wie ein Sprecher der enviaM-Tochter Mitnetz dem MDR mitteilte, waren 55.000 Haushalte in Sachsen-Anhalt und Sachsen betroffen; unter anderem im Saalekreis.

In Halle kam es zu Verspätungen im Bahn- und Busverkehr. Die Stadt hat die Wochenmärkte wegen der starken Sturmböen abgesagt. Ebenso blieb der Zoo in Halle und in Magdeburg geschlossen.

Derweil meldete der Deutsche Wetterdienst auf dem Brocken Windgeschwindigkeiten um die 150 Kilometer pro Stunde. Für einige Stunden fiel dort sogar das Messgerät aus, so dass der Wind nach DWD-Angaben vermutlich noch stärker gewesen sein dürfte. Die Harzer Schmalspurbahnen stellten am Donnerstag nahezu komplett den Betrieb ein. Die Freiwillige Feuerwehr meldete im Harz und im Kreis Mansfeld-Südharz über 130 Einsätze, weil Bäume auf Straßen umgestürzt waren. In Elend und Harzgerode wurden dabei zwei Autofahrer verletzt.

Sturmfront zieht von West nach Ost

Alle Unwetterwarnungen sind inzwischen wieder aufgehoben, nachdem der Sturm von West nach Ost abgezogen ist. Auch am Freitag soll es in Mitteldeutschland zu Sturmböen der Stärke 8 bis 9 kommen, vereinzelt auch zu Orkanböen. Am Wochenende zieht wieder freundlicheres Wetter auf.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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