Neue Warnstreiks drohen Tarifverhandlungen für Einzelhandel in Mitteldeutschland vertagt

Die Tarifverhandlungen für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind ergebnislos unterbrochen worden. Wie Arbeitgeber und Gewerkschaft mitteilten, sollen sie voraussichtlich am 4. Oktober fortgesetzt werden. Bis dahin drohen neue Warnstreiks.

Beschäftigte des Einzelhandels stehen mit einem roten Sonnenschirm bei einem Streik vor einem Einkaufscenter
Nach den vertagten Tarifverhandlungen drohen im Einzelhandel in Mitteldeutschland neue Warnstreiks. Bildrechte: dpa

Im Tarifkonflikt für den Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeichnet sich weiter keine Einigung ab. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi sind am Montag unterbrochen worden. Die Gespräche sollen voraussichtlich am 4. Oktober wiederaufgenommen werden. Das teilte Knut Bernsen vom Handelsverband Sachsen-Anhalt und Thüringen am Montag in Leipzig nach der vierten Verhandlungsrunde mit.

Verdi kündigt neue Warnstreiks an

Jörg Lauenroth-Mago, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, bestätigte den Termin. Er kritisierte zugleich, dass die Arbeitgeber kein neues Angebot vorgelegt hätten: "Wir haben intensiv diskutiert und vor allem auf eine Reallohnsteigerung gepocht." Lauenroth-Mago kündigte weitere Warnstreiks bis zum nächsten Verhandlungstermin an. Verdi verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich und ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Die Arbeitgeber bieten ihrerseits einen Drei-Jahresabschluss und für das erste Jahr nach zwei Nullmonaten 2 Prozent, für das zweite Jahr 1,4 Prozent und für das dritte Jahr 2 Prozent. In Unternehmen, die von der Pandemie besonders betroffen waren, sollen die Erhöhungen je zehn Monate beziehungsweise sechs Monate später greifen. Das lehnt die Gewerkschaft ab und sieht das auch als größten Konfliktpunkt.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2021 | 17:30 Uhr

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