Hochwasserregion im Westen THW-Helfer beschimpft und Fahrzeuge beworfen

Tausende Helfer des THW sind derzeit in den Hochwassergebieten im Westen im Einsatz, um beim Aufräumen und beim Wiederaufbau zu helfen. Doch offenbar ist ihre Hilfe nicht überall willkommen. THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner berichtet von Beschimpfungen und Angriffen. Die Polizei Koblenz erklärte, sie wisse nichts von solchen Vorfällen.

Ein THW-Helfer mit einem Vorschlaghammer
Helfer des Technischen Hilfswerks beim Einsatz im Hochwassergebiet Bildrechte: dpa

Das Technische Hilfswerk beklagt, dass seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands mitunter beschimpft und angegriffen werden. THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner sagte dem Fernsehsender ntv, es gebe Menschen, die sich als Betroffene ausgäben und bewusst Stimmung machten. Diese Menschen schreibt Lackner nach eigenen Worten der Querdenker- und Prepperszene zu. Es habe Fälle gegeben, in denen Einsatzkräfte beschimpft und Einsatzfahrzeuge mit Müll beworfen worden seien.

Teilweise seien Einsatzkräfte auch von Menschen gefilmt worden, die sich nicht als Pressevertreter zu erkennen gegeben hätten. Das THW habe deshalb an manchen Einsatzorten veranlasst, dass die Helfer das Namensschild von ihrer Bekleidung abnehmen. Lackner zufolge belasten solche Vorfälle die Einsatzkräfte psychisch. Es habe aber noch kein Einsatz deswegen abgebrochen werden müssen.

Was sind Prepper? Als Prepper werden Menschen bezeichnet, die sich auf den Weltuntergang oder andere Katastrophen vorbereiten. Der Begriff Prepper kommt aus dem Englischen: "To be prepared" heißt übersetzt "bereit sein". Prepper lagern Lebensmittel, bauen sich zum Beispiel Erdbunker und verstärken die Schutzvorrichtungen an bestehenden Gebäuden. Sie kümmern sich um Schutzbekleidung, Werkzeuge, Funkgeräte und oft auch Waffen.

Polizei hat keine Kenntnisse von solchen Vorfällen

Die Polizei Koblenz erklärte inzwischen auf Twitter, sie könne die Schilderungen der THW-Vizepräsidentin derzeit in keiner Weise bestätigen. Sollte man von solchen Vorfällen Kenntnis erhalten, werde man sofort und mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen.

Zufahrtsstraßen zum Ahrtal überlastet

Unterdessen bitten Polizei und Krisenstab in Rheinland-Pfalz freiwillige Helfer, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet zu machen. Das Polizeipräsidium Koblenz erklärte, sämtliche Zufahrtsstraßen zum Ahrtal seien völlig überlastet. Daher stünden auch Maschinen, die zum Straßenbau und zur Trinkwasserversorgung benötigt würden, im Stau und könnten ihren Einsatzort nicht erreichen. Fahrzeuge für den Abtransport von Müll und Bauschutt sowie Rettungsfahrzeuge kämen ebenfalls nicht durch.

Quelle: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juli 2021 | 12:00 Uhr

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