Coronavirus-Pandemie Ticker: Bundesländer kündigen Lockerungen ab 1. März an

Mehrere Bundesländer kündigen verschiedene Lockerungen der Corona-Regeln ab 1. März an. Astrazeneca-Impfstoff bleibt vielfach liegen. Deutschland verlängert seine Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Kunden kaufen im Gartencenter ein.
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Unser Ticker am Dienstag, 23. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:26 Uhr | Dänemark beschließt neues Epidemiegesetz

Das dänische Parlament hat einem neuen Epidemiegesetz zugestimmt, das weitreichende Beschränkungen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten ermöglicht. Das Gesetz wurde am Dienstagabend mit großer Mehrheit verabschiedet. Zum 1. März ersetzt es Gesetzesänderungen, die im März 2020 zu Beginn der Pandemie im Schnellverfahren abgesegnet worden waren.

Zugleich verleiht das neue Gesetz dem Parlament in Kopenhagen mehr Macht: Das Gesundheitsministerium muss sich künftig an die Parlamentarier wenden, um Unterstützung für geplante Maßnahmen zu erhalten, bevor diese erlassen werden. Das bedeutet letztlich, dass die Regierung das Land nicht ohne Parlamentszustimmung in den Lockdown versetzen oder Maßnahmen erlassen kann.

21:40 Uhr | Was Schnelltests bringen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat kostenlose Schnelltests für alle angekündigt. Dass er die Einführung dann wieder verschob, stieß heute auf scharfe Kritik. Die Enttäuschung erklärt sich durch das große Potenzial der Tests zur Eindämmung der Pandemie. Das MDR-Magazin "Umschau" berichtet über die Chancen:

21:26 Uhr | Impfungen für Personal an Grundschulen und Kitas ab Mittwoch

Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an Kitas sollen von Mittwoch an gegen Corona geimpft werden können. "Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden", teilte Gesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag bei Twitter mit. "Unsere entsprechende Verordnung tritt dann in Kraft."

21:23 Uhr | Irland bleibt bei strengen Eindämmungsmaßnahmen

In Irland soll bis mindestens zum 5. April die höchste Stufe der Corona-Maßnahmen gelten. Das sagte Premierminister Micheal Martin am Dienstag. Die Schulen sollen allerdings schrittweise vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.

Irland hatte zu Beginn des Jahres einen massiven Anstieg der Infektionszahlen verzeichnet. Inzwischen wird die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner landesweit mit knapp 270 angegeben. In Deutschland liegt der Vergleichswert bei circa 60. Die Zahl wird in Irland aber für 14 Tage berechnet und bezieht sich auf die ersten beiden Wochen im Februar. 90 Prozent aller Neuinfektionen in dem Land sind nach Angaben der Regierung auf den sich schneller ausbreitenden Virus-Typ B.1.1.7 zurückzuführen.

21:11 Uhr | Niederlande verlängern nächtliche Ausgangssperre

In den Niederlanden gilt bis zum 15. März weiterhin eine nächtliche Ausgangssperre. Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen. Zur Begründung sagte Ministerpräsident Mark Rutte, das Land befinde sich in einer schwierigen Phase. Eine dritte Infektionswelle sei unvermeidlich. Dennoch soll es auch Lockerungen geben. Die Pläne der Regierung sehen vor, dass Friseure und Kosmetiker in einer Woche wieder öffnen dürfen. Außerdem sollen unter 28-Jährige wieder gemeinsam Sport treiben dürfen. Die Einführung der nächtlichen Ausgangssperre hatte im Januar zu gewaltsamen Protesten geführt.

20:58 Uhr | Klinik-Personal in Jena freut sich über Astrazeneca-Impfung

Das Universitätsklinikum Jena hat sich erleichtert gezeigt über weitere mögliche Impfungen: "Endlich geht’s bei uns weiter mit den Corona-Impfungen", schrieb das Team des Klinikums in einem Facebook-Eintrag. Die Impfungen seien mit dem Präparat von Astrazeneca durchgeführt worden.

Zur Skepsis gegenüber diesem Impfstoff äußerte sich Prof. Mathias Pletz, Infektiologe am Klinikum, in einem verlinkten Interview. Er betonte, dass der Astrazenca-Impfstoff ebenfalls vor schweren Erkrankungen schütze: "Grundsätzlich zeigen alle Impfstoffe eine gute Schutzwirkung. In den Studien musste nicht eine vollständig geimpfte Person wegen COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, keine einzige starb."

20:32 Uhr | EU-Gipfel zu Grenzschließungen

Der innereuropäische Streit über Grenzschließungen zur Eindämmung der Pandemie wird am Donnerstag Thema bei einer Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs. Das richtige Gleichgewicht zwischen Beschränkungen und dem reibungslosen Waren- und Dienstleistungsverkehr im Binnenmarkt zu finden, bleibe eine Herausforderung, schrieb EU-Ratspräsident Charles Michel am Dienstag in seinem Einladungsschreiben zu den Beratungen.

19:10 Uhr | Sachsen-Anhalt will tschechische Patienten aufnehmen

Sachsen-Anhalt will Covid-Patienten aus Tschechien aufnehmen. Die Landesregierung habe entschieden, sich solidarisch zu zeigen und zu helfen, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg. Zuvor sei er von Kanzlerin Angela Merkel gefragt worden, ob Sachsen-Anhalt Patienten aufnehmen könne. In Tschechien sei die Situation katastrophal, sagte Haseloff. "Sie schaffen es nicht mehr", berichtete der CDU-Politiker. Wie viele tschechische Patienten aufgenommen werden sollen, blieb zunächst offen.

19:00 Uhr | Software überfordert: Schlange vor Dresdner Impfzentrum

Am Dresdner Impfzentrum haben sich am Dienstag lange Warteschlangen gebildet. Es habe technische Probleme gegeben, erklärte Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sachsen. Größere Impfstofflieferungen ließen es zu, dass immer mehr Menschen ein Impfangebot gemacht werden könne. Zugleich zeige sich aber, dass Ausstattung und Geschwindigkeit der Technik für die Patientenverwaltungssoftware nicht ausreichend sei. Verbesserungen an der Technik seien von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen zugesagt worden. Die Probleme gab es laut DRK nur im Impfzentrum in Dresden.

Zahlreiche Menschen stehen vor dem Impfzentrum Sachsen in der Messe Dresden
In Dresden mussten viele Menschen am Dienstag länger auf ihre Impfung warten. Bildrechte: dpa

18:39 Uhr | Massive Kritik an Spahn

Die verschobene Einführung von kostenlosen Corona-Schnelltests für jedermann sorgt für heftige Kritik. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sagte am Dienstag: "Beim Schnelltest für jedermann bahnt sich für den Bundesgesundheitsminister das nächste Fiasko an". Versprechen nicht zu halten, werde immer mehr zum "ministeriellen Motto", sagte der Patientenschützer.

Andrew Ullmann (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht in der Debatte zum Masernschutzgesetz.
FDP-Politiker Andrew Ullmann Bildrechte: dpa

Der FDP-Abgeordnete und Gesundheitsexperte Andrew Ullmann sagte: "Bis auf den Lockdown scheint man in der Bundesregierung vieles nicht hinzubekommen." Er listete eine Reihe von gebrochenen Versprechen auf, die er der Bundesregierung anlastete – etwa die Maskenbeschaffung im Frühjahr, die Auszahlung der Novemberhilfen, das Impfmanagement und nun die kostenlosen Schnelltests.

Weitere Kritik kam auch von Grünen, Linken und vom Koalitionspartner SPD.

Dass der Ankündigungsminister Spahn hier doch wieder zurückrudern muss, hat uns schon sehr irritiert.

Rolf Mützenich, SPD Fraktionschef im Bundestag

18:02 Uhr | Infektionen verzögern Bauarbeiten bei Porsche in Leipzig

Der Bau einer neuen Karosserie-Halle bei Porsche in Leipzig ist durch mehrere Corona-Fälle ausgebremst worden. Die Arbeiten seien vorübergehend unterbrochen und die Zutrittsregeln angepasst worden, teilte das Unternehmen mit. Für die Baustelle sei ein eigenes Testzentrum errichtet worden. Zutritt sei nur noch mit negativem PCR-Test möglich. Um wie viele Corona-Fälle es sich handelt, teilte Porsche nicht mit. Die Chemnitzer "Freie Presse" berichtete zuvor von 150 erkrankten Bauarbeitern.

Da Baustelle und Porsche-Werk räumlich voneinander getrennt seien, sei die Produktion nicht betroffen.

17:42 Uhr | Studie: Keine Lebensgefahr für Kinder im Mutterleib

Eine Corona-Infektion von Schwangeren erhöht nicht die Gefahr für ein Tod des Babys im Mutterleib. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in Großbritannien und den USA. Dafür wurden die Daten von 4.000 schwangeren Frauen ausgewertet, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Die Forscher stellten aber überdurchschnittlich viele Frühgeburten fest. Demnach bekamen 12 Prozent der Frauen in Großbritannien ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 7,5 Prozent. Die Wissenschaftler erklärten, der Anstieg könne teilweise damit erklärt werden, dass sich Ärzte bei Corona-Infektionen verstärkt für einen vorzeitigen Kaiserschnitt entschieden.

17:01 Uhr | Menschen wollen Astrazeneca-Impfstoff nicht

Der Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland bislang nur in geringem Umfang verimpft – obwohl viele Dosen bereitstehen. Wie der "Spiegel" berichtet, wurden bis einschließlich Montag dieser Woche von mehr als 1,4 Millionen gelieferten Dosen lediglich rund 212.000 genutzt. Das Nachrichtenmagazin beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuen Impfmonitoring des Robert Koch-Institutes.

Berichte über Ablehnungen des Astrazeneca-Impfstoffs gibt es auch in Mitteldeutschland. Am Sonntag berichtete etwa die Stadt Halle von einem Vorfall mit Ärztinnen und Ärzten sowie Beschäftigten aus der Altenpflege. Die rund 100 Personen hätten in Krankenhäusern der Stadt geimpft werden sollen, erklärte die Stadt auf ihrer Internetseite. "Als sie erfahren haben, mit Astrazeneca geimpft zu werden – sind sie vor Ort kurzfristig von ihrer Impfung zurückgetreten. Dadurch hatten die Krankenhäuser mit einem erheblichen Umfang von Impfstoff-Resten zu kämpfen." Es sei eine enorme logistische Herausforderung gewesen, dafür zu sorgen, dass dennoch kein Impfstoff verworfen werden musste.

16:12 Uhr | Shoppen mit Termin in Rheinland-Pflalz

In Rheinland-Pfalz soll Einkaufen im Bekleidungsgeschäft ab 1. März nach Terminvereinbarung wieder möglich sein. Die Regeln für das sogenannte "Click and Collect" würden erweitert. "Ab 1. März ist dann auch ein 'Termin-Shopping' möglich", teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit. Nach vorheriger Vereinbarung könnten Einzeltermine vergeben werden und immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten. "Das ist zum Beispiel für Bekleidungsgeschäfte und Brautmodenläden eine Perspektive", erklärte Dreyer. Bei den Einzelterminen gelte die Maskenpflicht und die Pflicht zur Kontakterfassung. Würden mehrere Einzeltermine für einen Tag vergeben, so sei ein Zeitraum von mindestens fünfzehn Minuten zwischen Ende und Anfang der jeweiligen Termine freizuhalten, um Hygienemaßnahmen vorzunehmen und zu lüften.

15:41 Uhr | Sachsen-Anhalt öffnet Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden sowie Fahr- und Flugschulen

In Sachsen-Anhalt öffnen am Montag neben Schulen und Friseuren auch Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden sowie Fahr- und Flugschulen. Dies habe das Landeskabinett beschlossen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff am Dienstag in Magdeburg. Ein Grund sei, "dass wir auch saisonbedingt diese Angebote benötigen", sagte der CDU-Politiker.

Zugleich legte die Landesregierung ihre Pläne für weitere Lockerungen vor. Diese sollen laut dem sogenannten Sachsen-Anhalt-Plan 2021 in vier Stufen erfolgen. So sind jeweils Lockerungen geplant, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die 50 und die 35 unterschreitet.

15:37 Uhr | Sachsen baut Impfkapazitäten aus

Sachsen will seine Kapazitäten für Impfungen deutlich aufstocken. Während bisher maximal 13.000 Menschen am Tag geimpft werden können, sollen es im Mai oder Juni bis zu 40.000 sein, gab Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag mit Verweis auf Prognosen bekannt. Dafür sei aber auch mehr Personal erforderlich. Das Kabinett habe für das Impfkonzept weitere 60 Millionen Euro freigegeben.

Nach Angaben von Köpping sollen die Öffnungszeiten der Impfzentren von 7 bis 20 Uhr erweitert werden. Die SPD-Politikerin räumte ein, dass es beim Impfen Unwägbarkeiten gäbe. Unklar sei bisher, wann die Hausärzte Impfungen vornehmen können. Zudem wisse man nicht, ob weitere Impfstoffe zugelassen werden.

15:30 Uhr | Anteil britscher Mutante bei etwa 30 Prozent

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, Vorsitzender des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.

15:23 Uhr | Sachsen-Anhalt bleibt bei Schulöffnungen

In Sachsen-Anhalt sollen Grund- und Förderschulen trotz stagnierender und teilweise wieder steigender Infektionszahlen wie geplant ab kommender Woche öffnen. Das teilte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag nach Beratungen der Landesregierung mit. Tullner sagte, man werde die Schulen "behutsam und verantwortungsvoll" im Rahmen der Möglichkeiten öffnen.

15:17 Uhr | Erfurt verbietet Demonstration

Die Stadt Erfurt hat eine geplante Demonstration gegen die Corona-Regeln verboten. Ein Sprecher begründete den Schritt mit erwarteten Verstößen gegen die Schutzmaßnahmen. Folglich sei damit zu rechnen, dass etwa das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit Dritter verletzt werden könnte. Zu der Kundgebung am Sonnabend wurden nach Angaben der Stadt bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet.

15:05 Uhr | 50 Millionen Euro für Buchhandel und Verlage

Die Buch-Branche bekommt weitere 50 Millionen Euro Unterstützung vom Bund. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, dem Fachmagazin "Börsenblatt". Kulturstaatsministerin Monika Grütters habe ihm diese Summe für Buchhandlungen und Verlage zugesagt. Nötig seien nun einfache Verteilungsmechanismen, ohne aufwendige Antragsstellung. Skipis bezeichnete die Situation der Branche wegen des zweiten Lockdowns als dramatisch. Die Existenz von Buchhandlungsunternehmen stehe auf dem Spiel.

14:12 Uhr | CDU-Chef Laschet hofft auf Pandemie-Ende bis Februar 2022

Der CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hofft auf ein Ende der Corona-Pandemie in spätestens einem Jahr. "Ich würde mir wünschen, dass wir nächstes Jahr im Februar 2022 die Pandemie mit ihren Auswirkungen überwunden haben", sagte Laschet in Düsseldorf. Er hoffe, "dass wir so viele Impfungen haben, dass wir wieder im normalen Leben sind und vielleicht auch wieder Karneval feiern".

13:50 Uhr | Hamburg verschärft Maskenpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und des vermehrten Auftretens von Virus-Mutationen verschärft Hamburg die Maskenpflicht. Senatssprecher Marcel Schweitzer sagte, generell müsse davon ausgegangen werden, dass spätestens ab dem Wochenende an allen Orten der Stadt, an denen Abstände nicht eingehalten werden könnten, Masken getragen werden müssten.

13:33 Uhr | Bayern erlaubt körpernahe Dienstleistungen und öffnet Baumärkte

Bayern erlaubt ab Anfang März wieder körpernahe Dienstleistungen. Wie Staatskanzleichef Florian Herrmann sagte, gelten ab dann für die Anbieter von Fußpflege, Maniküre oder Gesichtspflege die gleichen Regelungen wie für Friseure. Im Handel dürfen Gartenmärkte, Blumenläden, Gärtnereien, Baumschulen und Baumärkte wieder Kunden empfangen. Zudem dürfen in Regionen mit einer Inzidenz unter 100 auch wieder Musikschulen Einzelunterricht anbieten.

12:35 Uhr | Deutschland verlängert Grenzkontrollen bis 3. März

Trotz offizieller Beschwerden aus der EU verlängert Deutschland die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 3. März. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen unverändert beibehalten werden.

Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Seither dürfen von dort nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es nur für Lastwagenfahrer und systemrelevante Berufe.

Die EU-Kommission hatte die Restriktionen zuvor in einem Beschwerdebrief als unverhältnismäßig oder unbegründet kritisiert.

12:05 Uhr | Helmholtz-Epidemiologe: Sieben-Tage-Inzidenz "kein stabiler Indikator"

Für den Epidemiologen Gérard Krause vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen allein eine unzureichende Grundlage für einen Stufenplan. Er halte die Konzentration auf die Inzidenz für problematisch, da sie "kein stabiler Indikator sei, der die Schwere der Pandemie abbildet", sagte Krause in einer Anhörung der niedersächsischen Landtagsfraktionen von Grünen und FDP.

So sei der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner abhängig von der Zahl der durchgeführten Tests. Außerdem fehlten Daten über die Ausbreitung des Virus in bestimmten Alters- oder Berufsgruppen. Darüber hinaus müssten die "Krankheitslast" – etwa schwere Verläufe – und die "Eindämmbarkeit" – etwa die Länge von Infektionsketten – stärker berücksichtigt werden, forderte der Helmholtz-Forscher.

Erst am Montag war bekannt geworden, dass alle zwölf Berliner Amtsärzte in einer Stellungnahme an die Senatskanzlei gefordert hatten, Lockerungen und Eindämmungsmaßnahmen nicht mehr an Inzidenzwerte zu knüpfen.

11:15 Uhr | EMA prüft erweiterte Remdesivir-Zulassung

Die europäische Arzneimittelbehörde prüft einen erweiterten Einsatz des Medikaments Remdesivir bei Corona-Patienten. Wie die EMA mitteilte, hat der US-Hersteller Gilead eine Genehmigung beantragt, das Mittel auch bei Covid-19-Erkrankten anzuwenden, die keine Sauerstoffunterstützung benötigen. Die EU hatte Remdesivir im Juli für die Behandlung von Covid-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen zugelassen, die wegen einer Lungenentzündung zusätzlichen Sauerstoff brauchen. Das Mittel wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt.

11:00 Uhr | Halles Stadträte wollen OB Wiegand Dienstgeschäfte verbieten

In Halle wollen mehrere Stadträte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) nach dessen vorzeitiger Corona-Impfung die Dienstgeschäfte verbieten. Stadtratsvorsitzende Katja Müller (Linke) sagte, eine entsprechende Sondersitzung sei für den 15. März einberufen worden. Die Mehrheit der Stadträte habe die Sondersitzung befürwortet. Beamten kann nach dem Beamtenstatusgesetz "aus zwingenden dienstlichen Gründen" die Führung der Dienstgeschäfte für maximal drei Monate verboten werden. Ein zwingender Grund könnte beispielsweise Verdunklungsgefahr bei der Aufklärung der Impfaffäre in Halle sein.

Wiegand hatte eingeräumt, geimpft worden zu sein, obwohl er noch nicht an der Reihe war. Außerdem wurden auch mehrere Stadträte und Mitglieder des Katastrophenstabs geimpft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Am Montag durchsuchte die Polizei die Diensträume von Wiegand.

10:33 Uhr | Müller kritisiert Spahn wegen unerfüllter Schnelltest-Zusage

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferen (MPK) und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, kritisiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür, dass es die versprochenen kostenlosen Antigen-Schnelltests für alle nun doch nicht am 1. März gibt.

"Es ist zum wiederholten Mal so, dass von Seiten des Bundesgesundheitsministers Dinge angekündigt wurden, die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Man müsse das etwa in den Schulen nun durch andere Schutzmaßnahmen auffangen. Das könne bedeuten, dass ältere Schüler nicht so schnell in die Schule zurückkehren könnten.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Montag gesagt, dass noch geprüft werden müsse, wie viele Schnelltests jedem in welchen Zeitraum zur Verfügung stehen könnten. Hintergrund sind Sorgen vor explodierenden Kosten.

09:36 Uhr | Keine Entwarnung trotz weniger Corona-Patienten

Die Krankenhausgesellschaften in Mitteldeutschland wollen trotz zurückgehender Zahlen von Corona-Patienten auf Intensivstationen keine Entwarnung geben. Die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt erklärte MDR AKTUELL, derzeit stagnierten die Infektionszahlen oder stiegen sogar wieder an. Die Krankenhausgesellschaft Sachsen erklärte, man beobachte, wie sich die Mutationen entwickelten. Die Thüringer Landes-Krankenhausgesellschaft forderte die Bundesregierung auf, die Finanzierung der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie weiter sicherzustellen. Derzeit werden in Sachsen 222 Menschen auf Intensivstationen behandelt, in Thüringen 132, in Sachsen-Anhalt 105.

08:54 Uhr | Magdeburgs OB Trümper für schrittweise Lockerungen

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper plädiert dafür, die Corona-Beschränkungen schrittweise zu lockern. Der SPD-Politiker sagte MDR AKTUELL, man müsse die Bereiche nach und nach angehen. Das ständige Ein und Aus aus dem Lockdown sei keine gute Idee. Trümper zufolge sollte eine Öffnung mit Schnelltests begleitet werden. Diese seien sehr aussagekräftig, weil damit infektiöse Personen ermittelt würden. Eine Voraussetzung sei jedoch, dass solche Schnelltests zu Hause gemacht werden könnten. Es wäre der falsche Weg, wenn man dafür erst in ein Testzentrum gehen müsste.

08:28 Uhr | Ethikratsvorsitzende sieht schnelle Lehrer-Impfungen kritisch

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, sieht das Vorziehen von Beschäftigten in Grundschulen und Kindertagesstätten bei Corona-Impfungen kritisch.

Alena Buyx
Buyx: "Abkehr vom Prinzip: gefährdete Gruppen zuerst." Bildrechte: imago images/Reiner Zensen

Sie könne das politische Ziel nachvollziehen, die Schulen und Kindertagesstätten möglichst schnell und sicher wieder zu öffnen, sagte Buyx im Deutschlandfunk. Doch diese politische Entscheidung sei eine Abkehr vom Prinzip, zunächst die besonders gefährdeten Gruppen zu impfen.

Buyx sagte, sie hätte sich gewünscht, man hätte für einen sicheren Schulbetrieb andere Mittel genutzt und nannte den Einsatz von Schnelltests.

08:12 Uhr | Thüringen vergibt Impftermine für Unter-65-jährige

In Thüringen werden seit heute Impftermine an die Gruppe mit der zweithöchsten Priorität vergeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gehören dazu Menschen unter 65 Jahre, die ein besonderes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung haben oder in besonders wichtigen Bereichen arbeiten. Konkret betrifft das medizinisches Personal mit hohem Ansteckungsrisiko, Menschen mit Demenz und Downsyndrom in Heimen und Wohngruppen sowie pflegende Angehörige. Ihnen allen wird die Impfung mit dem Mittel des Herstellers Astrazeneca angeboten, das in Deutschland nur für Menschen unter 65 Jahre eingesetzt werden darf.

07:56 Uhr | Stiko-Chef rechnet mit digitalem Impfnachweis

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, rechnet mit dem Einsatz digitaler Impfnachweise, um gegen das Coronavirus geimpften Menschen den Zugang zu Kulturveranstaltungen oder Restaurants zu ermöglichen. Der Virologe sagte der "Bild"-Zeitung, im "privatrechtlichen Bereich – bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen." International sei das ja bereits eingeführt, weshalb digitale Impfnachweise in Deutschland gar nicht zu verhindern seien. Wichtig sei aber, dass das Impfangebot ausreicht, um niemanden zu benachteiligen.

07:00 Uhr | Mehr als 500.000 Corona-Tote in den USA

In den USA hat die Zahl der Corona-Toten die Marke von 500.000 überschritten. US-Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris gedachten der Opfer am Montagabend (Ortszeit) in einer Zeremonie.

Biden sprach von einem wahrlich düsteren und herzzerreißenden Meilenstein. Es seien mehr Amerikaner in einem Jahr Pandemie gestorben als im Ersten Weltkrieg, Zweiten Weltkrieg und Vietnamkrieg zusammen. Der Präsident forderte die Bevölkerung auf, die Toten zu ehren und sich um Hinterbliebene zu kümmern. Am Weißen Haus wurden Hunderte Kerzen aufgestellt, landesweit wurde für fünf Tage Trauerbeflaggung angeordnet.

06:45 Uhr | EU-Kommission beschwert sich über Einreiseregeln

Wegen der verschärften Einreisebestimmungen hat die EU-Kommission einen Beschwerdebrief an Deutschland geschrieben. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert aus einem Schreiben an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß.

Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal im Erzgebirge
Deutsche Grenzkontrollen am Grenzübergang Petrovice/Bahratal zu Tschechien. Bildrechte: dpa

Darin werden mehrere Vorgaben für Menschen aus Tschechien, der Slowakei und aus Tirol als unverhältnismäßig oder unbegründet bezeichnet. Der Schutz der öffentlichen Gesundheit könne auch durch weniger restriktive Maßnahmen erreicht werden. Die Kommission kritisiert unter anderem die Einstufung der Regionen als Mutationsgebiete, fehlende Ausnahmen bei Einreiseverboten und Testvorgaben für Lkw-Fahrer. Deutschland muss nun innerhalb von zehn Tagen auf die Vorwürfe antworten. Ähnliche Schreiben gingen an Belgien, Ungarn, Dänemark, Schweden und Finnland.

06:30 Uhr | Lehrerverband und GEW loben frühere Impfungen

Der Deutsche Lehrerverband hält die Entscheidung für überfällig, Lehrkräfte und Kita-Personal früher gegen zu impfen. Vorsitzender Heinz-Peter Meidinger sagte der "Bild"-Zeitung, mit der bisherigen Einstufung wäre die Berufsgruppe erst ab Mai geimpft worden. Das wäre für das aktuelle Schuljahr viel zu spät gewesen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßte frühere Impfungen. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe forderte aber ein höheres Impftempo.

Bund und Länder hatten sich am Montag darauf geeinigt, die Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie die Kita-Beschäftigten in die Prioritätsgruppe zwei statt drei einzustufen.

06:15 Uhr | Sachsen drohen Probleme bei Impf-Logistik

In Sachsen zeichnen sich logistische Probleme bei den Corona-Impfungen ab April ab. Das geht aus einer Aufstellung des Gesundheitsministeriums hervor, die dem MDR vorliegt. Demnach werden im zweiten Quartal täglich mindestens 34.000 Impfdosen verschiedener Anbieter erwartet. Die Impfzentren können aber höchstens 13.000 Impfungen am Tag durchführen. Das Ministerium beziffert die Kosten des nötigen Ausbaus in eigener Regie auf fast 180 Millionen Euro. Günstiger wird eine Lösung veranschlagt, bei der die Hausärzte einbezogen werden könnten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 23. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier drunter.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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