Coronavirus-Pandemie Ticker: Kostenlose Schnelltests in Sachsen-Anhalt ab 22. März

In Sachsen-Anhalt soll es kostenlose Schnelltests ab 22. März geben. Thüringen will trotz hoher Corona-Zahlen Lockerungen einführen. Im Vogtlandkreis soll die Impfung für alle ab 18 freigegeben werden. Mehrere Kreise in Sachsen-Anhalt nehmen Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen zurück. Die Wirtschaft will Schnelltests am Arbeitsplatz ausweiten. Forscher haben festgestellt, dass Pollenflug das Risiko von Coronavirus-Infektionen erhöht.

Unser Ticker am Dienstag, 8. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:38 Uhr| Biontech: 2022 sind drei Milliarden Dosen möglich

Der Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner stellen für das kommende Jahr eine deutliche Steigerung der Produktion in Aussicht. Biontech-Chef Ugur Sahin sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, im Jahr 2022 könne die Kapazität für drei Milliarden Corona-Impfdosen erreicht werden. Das hänge aber auch von der Nachfrage ab und davon, ob etwa Auffrisch-Impfungen benötigt würden. Drei Milliarden Dosen wären nochmals 50 Prozent mehr als die für 2021 geplanten zwei Milliarden.

21:46 Uhr | Inzidenz in Sachsen-Anhalt wieder gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt ist wieder gestiegen – auf 92,04. Am Dienstag vermeldete das Sozialministerium 247 neue Corona-Infektionen. Die Corona-Lage im Überblick.

21:36 Uhr | Chile überholt Israel beim Impftempo

Chile hat Israel beim Impftempo überholt. Das geht aus Daten des Statistikportals "Our World in Data" hervor. Demnach hat Chile im Durchschnitt der vergangenen Woche täglich 1,08 Dosen pro 100 Einwohnern geimpft, Israel 1,03. "Heute haben wir einen neuen Grund, stolz zu sein", schrieb die chilenische Regierung auf Twitter.

Insgesamt hat das 18-Millionen-Einwohner-Land seit Beginn seiner Impfkampagne im Dezember fast 4,2 Millionen Menschen mindestens eine Impfstoff-Dosis verabreicht. Das entspricht mehr als 21 Prozent der Bevölkerung. Am Montag registrierte Chile laut der Zeitung "La Tercera" einen Tagesrekord mit 319.014 Geimpften.

Trotz der Impferfolge verzeichnet Chile noch immer täglich bis zu 5.000 Neuinfektionen. Insgesamt haben sich nach Daten des Gesundheitsministeriums 864.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 21.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

20:47 Uhr | Nach Maskenaffäre schärfere Regeln für Abgeordnete gefordert

Die Verstrickung von Unionspolitikern in Geschäfte mit dem Kauf von Corona-Schutzmasken hat über die Parteigrenzen hinweg den Ruf nach schärferen Verhaltensregeln für Abgeordnete laut werden lassen. Die SPD fordert, Abgeordnetenbestechung und -bestechlichkeit als Verbrechen mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe einzustufen. Die Grünen riefen die anderen Parteien zu Gesprächen über schärfere Transparenzregeln auf. Auch CDU-Chef Armin Laschet kündigte Konsequenzen an. Unser Hauptstadtkorrespondent Tim Herden schätzt ein.

20:39 Uhr | Hygiene-Probleme in Altenheim in Wittenberg

In Wittenberg soll es in einer Senioren-Wohnanlage Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gegeben haben. Nach Angaben von Landrat Jürgen Dannenberg wurden möglicherweise wichtige Hygiene-Regeln verletzt. Es gebe Hinweise, dass es das Personal mit den Schutzmaßnahmen nicht allzu ernst genommen habe. Die Einrichtung für betreutes Wohnen gehörte nach Angaben des Kreises zu den Schwerpunkten des Infektionsgeschehens am Wochenende. Innerhalb eines Tages gab es dort 74 neue Corona-Fälle.

20:34 Uhr | Kostenlose Schnelltests in Sachsen-Anhalt ab 22. März

Die Sachsen-Anhalter können sich ab dem 22. März einmal wöchentlich einem kostenlosen Corona-Schnelltest unterziehen. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach einer Sitzung der Landesregierung. In einigen Städten und Gemeinden gebe es Testzentren. Darüber hinaus führten viele Haus- und Zahnarztpraxen Corona-Tests durch. Außerdem sei vereinbart worden, dass auch die Apotheken Schnelltests anbieten könnten. Die Kosten trage jeweils rückwirkend zum 8. März der Bund. Ab dem 22. März seien bei stabilen Infektionszahlen weitere Öffnungen etwa in Kultur und Außengastronomie geplant. Um diese dann auch wirklich nutzen zu können, werde häufig ein tagesaktuelles, negatives Schnelltest-Ergebnis notwendig sein.

20:31 Uhr | Gericht: Ladenschließung in Sachsen-Anhalt war rechtens

Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalts hat einen Eilantrag gegen Ladenschließungen in der Corona-Pandemie abgelehnt. Wie das Gericht mitteilte, hatten zwei Einzelhändlerinnen geklagt. Sie hätten sich ihren verfassungsmäßigen Grundrechten auf Berufs- und Eigentumsfreiheit verletzt gefühlt. Die Schließung ihrer Läden habe ihrer Meinung nach keinen epidemischen Nutzen und bedrohe sie in ihrer wirtschaftlichen Existenz. Das Gericht argumentierte, die Eingriffe seien erforderlich, um neue Infektionsketten und eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die Regelungen seien auch verhältnismäßig. Mildere Maßnahmen sind nach Ansicht der Richter nicht in gleichem Maße geeignet, die Pandemie einzudämmen.

20:21 Uhr | Tourismusmesse ITB gestartet

Online und nur für Fachbesucher hat in Berlin die Internationale Tourismusbörse ITB begonnen. Die Branche hofft, nach den drastischen Einbußen im vergangenen Jahr in diesem zumindest 50 Prozent des Umsatzes von 2019 zu erreichen.

20:16 Uhr | Hartz-IV-Empfänger scheitern mit Antrag auf FFP2-Masken

Ein Ehepaar aus Niedersachsen ist vor dem Sozialgericht Oldenburg mit seinem Antrag gescheitert, vom Jobcenter 20 FFP-2-Masken pro Person und Woche oder eine Kostenerstattung zu erhalten. Das Gericht erklärte, die Antragsteller seien nach der Corona-Verordnung nicht verpflichtet, FFP-2-Masken zu tragen. OP-Masken reichten aus. Zudem seien Hartz-IV-Empfänger in der Lage, einen eventuell bestehenden Bedarf an FFP-2-Masken durch Einsparungen aus dem Regelbedarf zu decken. Die Richter verwiesen auch auf eine Studie der Universität Münster, wonach FFP-2-Masken nach siebentägiger Trocknung wiederverwendet werden können (Aktenzeichen S 37 AS 48/21 ER).

Zuvor hatte bereits das Sozialgericht Dresden ähnlich entschieden.

19:34 Uhr | Tausende Pflegekräfte haben in Pandemie gekündigt

In der Corona-Pandemie haben Tausende Pflegekräfte ihren Beruf aufgegeben. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor, die die Linken-Bundestagsfraktion abgefragt hatte. Demnach ging die Zahl der Pflegebeschäftigten in Krankenhäusern und in der Altenpflege zwischen April und Juli 2020 um mehr als 9.000 zurück.

Der Berufsverband für Pflegeberufe nannte die Zahlen nicht überraschend. Präsidentin Christel Bienstein sagte MDR AKTUELL, die Arbeitsbedingungen in Deutschland seien katastrophal. Kollegen hätten von Zwölf-Stunden-Schichten und zu vielen pflegeintensiven Patienten während der Pandemie berichtet. Zudem seien sie ständig aus der Rufbereitschaft gerufen worden, da viele Pflegekräfte selbst an Corona erkrankt oder in Quarantäne gewesen seien.

19:22 Uhr | Braun will schnelle Lösung bei Kontaktverfolgungs-App

Kanzleramtsminister Helge Braun hat dafür geworben, sich schnell für eine Corona-Kontaktverfolgungsapp wie "Luca" zu entscheiden. Braun sagte, eine solche zusätzliche App könne zum Beispiel zum 22. März starten. Dann können nach dem Stufen-Öffnungsplan von Bund und Ländern in manchen Regionen die Außenbereiche der Gastronomie wieder öffnen. Braun sagte, der Bund sei bereit, die Infrastruktur für die digitale Vernetzung der Gesundheitsämter zu zahlen. Auf eine bestimmte App wollte Braun sich nicht festlegen.

"Luca" ist derzeit die bekannteste Kontaktverfolgungs-App. Menschen können dabei ihre Daten hinterlegen und bei Veranstaltungen einchecken. Tritt ein Corona-Fall auf, erhält das zuständige Gesundheitsamt die Kontaktdaten möglicherweise Betroffener.

19:05 Uhr | Umfrage: Weniger Kontakt zu engen Freunden

Zwei von drei Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben heute weniger Kontakt zu engen Freunden als vor Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr. Das geht aus einer Civey-Umfrage im Auftrag von MDR SACHSEN-ANHALT hervor. Bei der bundesweiten Befragung von 10.000 Menschen gaben in westdeutschen Ländern deutlich mehr Befragte als im Osten an, dass die Kontakte weniger geworden seien.

18:51 Uhr | Bund stoppt Auszahlung von Corona-Hilfen

Wegen Betrugsverdachts bei den Corona-Staatshilfen für Unternehmen hat der Bund die Abschlagszahlungen vorübergehend gestoppt. Das sei vor allem als Vorsichtsmaßnahme zu verstehen, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. "In Kürze" würden sie wieder aufgenommen werden. Zur Höhe des Schadens war zunächst nichts bekannt. Die Sprecherin betonte, es handele sich um "einige wenige Verdachtsfälle". Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet und habe Ermittlungen aufgenommen.

Der "Business Insider" hatte zuerst über den Verdacht berichtet und von Millionenbetrug gesprochen. Demnach sollen sich Unbekannte mit falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und dann für echte Unternehmen Hilfen beantragt haben. Das Geld sei jedoch nicht dorthin geflossen, sondern auf Konten der Betrüger.

Seit Beginn der Corona-Krise wurden nach Angaben des Ministeriums mehr als 86 Milliarden Euro Staatshilfen für die Wirtschaft bewilligt.

18:18 Uhr | Update: Thüringer Corona-Verordnung ermöglicht Lockerungen

Thüringen will trotz der bundesweit höchsten Infektionszahlen ab der kommenden Woche Lockerungen einführen – wenn auch weniger als in anderen Bundesländern. Wie Staatskanzleiminister Benjamin-Immanuel Hoff nach einer Kabinettssitzung in Erfurt mitteilte, enthält die geplante Corona-Verordnung eine Modellklausel. Sie ermögliche Experimente wie das Innenstadtshopping in Erfurt oder Lockerungen im Kreis Nordhausen mit einer niedrigen Inzidenz. Nach den Plänen der Landesregierung sollen Buchläden, Kosmetik- und Fußpflegesalons wieder öffnen können, außerdem Nagel- und Massagestudios sowie Anbieter von Kinderschuhen. Baumärkte könnten Einkaufen nach Terminvergabe anbieten. Die neue Corona-Verordnung soll am 14. März in Kraft treten. Die Landtagsfraktionen forderten in einigen Punkten Korrekturen. In Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 135 Neuinfektionen. Das ist doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt.

17:24 Uhr | Leipziger Museen und Zoo öffnen am Montag

In Leipzig dürfen Museen, Galerien, Tierparks und der Zoo ab nächsten Montag unter Auflagen öffnen. Das kündigte die Stadt am Dienstag in ihrer Allgemeinverfügung an.

Eingang zum Leipziger Zoo
Eingangstor zum Leipziger Zoo Bildrechte: MDR/Axel Berger

Ein Besuch ist demnach aber nur nach vorheriger Terminvergabe und mit nachgewiesener Kontaktverfolgung möglich. Zudem ist in der Stadt ab Mittwoch auch das Einkaufen mit Terminvergabe möglich. Ein erster Start am Montag musste zurückgenommen werden, weil die Allgemeinverfügung der Stadt noch fehlte.

Sachsen hatte den Kommunen in der jüngsten Corona-Verordnung Öffnungsmöglichkeiten eingeräumt, wenn bestimmte Inzidenzen erfüllt sind. Derzeit liegt Leipzig als einzige der Kreise und kreisfreien Städte in Sachsen unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

17:15 Uhr | Kekulé für Lockerungskonzepte für Altenheime

Der Virologe Alexander Kekulé hat die Politik aufgefordert, Lockerungskonzepte für Altenheime auszuarbeiten. Kekulé sagte MDR AKTUELL, in fast allen Bundesländern gälten noch strenge Regeln. Nun gebe es aber erste Heime, in denen man mit den Impfungen fertig sei. Man könne jetzt darüber nachdenken, ob zum Beispiel die strengen Auflagen beim Empfang von Besuchern noch gerechtfertigt seien. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hatte zuvor von zahlreichen Beschwerden über die Besuchsregeln berichtet. Manche Pflegeheime hätten ein komplettes Zugangsverbot verhängt, das nur mit einem negativen Corona-Test aufzuheben sei. Bewohner hätten berichtet, sie dürften die Flure nicht betreten und müssten in ihren Zimmern bleiben.

17:09 Uhr | Merkel fordert von Firmen Umsetzung von Schnelltest-Angeboten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ankündigung der Wirtschaft zu mehr Corona-Schnelltests in den Betrieben begrüßt, pocht aber zugleich  auf breite Umsetzung. Merkel sagte: "Wir erwarten, dass wirklich substanziell die Wirtschaftsunternehmen daran teilnehmen." Die Teststrategie sei "ein Muss für die Möglichkeit von Öffnungen" und eine Brücke bis zu Impfungen größerer Bevölkerungsteile.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft hatten an Unternehmer appelliert, ihren Beschäftigten Selbsttests und – wo möglich – auch Schnelltests mit geschultem Personal anzubieten. Merkel sagte, Anfang April solle eine erste Überprüfung der Beteiligung vorliegen. Die Regierung werde dann sehr genau anschauen, was herausgekommen sei. Bislang soll die Bereitstellung der Tests freiwillig erfolgen.

16:50 Uhr | Landkreise kehren zu strengeren Corona-Regeln zurück

Die Stadt Halle und der Saalekreis haben die seit Montag geltenden Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen wieder zurückgenommen. Damit darf sich nun wieder ein Haushalt nur mit einer weiteren, nicht im Haushalt lebenden Person treffen. Private Feiern sind untersagt. Für den Burgenlandkreis soll ab morgen eine vergleichbare Regelung gelten. Auch im Landkreis Wittenberg drohen wieder verschärfte Maßnahmen. Hintergrund ist, dass die Sieben-Tag-Inzidenz in den betroffenen Kreisen wieder über 100 liegt.

16:40 Uhr | Sachsen: Astrazeneca ab Montag für Über-65-Jährige

Sachsen beginnt am Montag damit, den Impfstoff von Astrazeneca an Menschen über 65 Jahre zu verimpfen. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping an. Sie fügte hinzu, von dem Astrazeneca-Impfstoff werde in Zukunft keine Reserve für die zweite Impfung zurückgehalten: "Alles, was da ist, wird verimpft." Sachsen habe erst am Montag 48.000 weitere Dosen dieses Impfstoffes bekommen. Astrazeneca werde gut angenommen.

Köpping zufolge liegt die Kapazität aller Impfzentren in Sachsen derzeit bei 13.000 Impfdosen pro Tag. Diese Zahl soll zunächst auf 20.000 erhöht werden. Dazu kämen noch die Impfungen der Hausärzte.

16:22 Uhr | Vier Unternehmen sollen digitalen Impfpass entwickeln

Das Bundesgesundheitsministerium will vier Unternehmen mit der Entwicklung eines digitalen Impfpasses beauftragen. Dem Ministerium zufolge sind das der US-Konzern IBM, das deutsche Softwareunternehmen Ubirch, die IT-Genossenschaft govdigital und der IT-Dienstleister Bechtle. Ubirch ist auf die Blockchain-Technologie spezialisiert, die fälschungssicher sein soll. Der digitale Impfpass ist ein Projekt der EU und soll im Schnellgang entwickelt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will die Kommission Mitte des Monats vorlegen.

16:17 Uhr | Landesärztekammer: Sachsens Hausärzte bereit für Impfkampagne

Die sächsische Landesärztekammer lobt die Entscheidung der Gesundheitsminister, ab April flächendeckend in den Arztpraxen gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Präsident Erik Bodendieck sagte MDR AKTUELL, man stehe seit Langem in den Startlöchern. Die Hausärzte würden ihre Patienten am besten kennen und könnten eine Reihenfolge festlegen. Schon immer habe die Last des Impfens bei den Haus- und Fachärzten gelegen, so zum Beispiel bei der Grippe-Impfung. Bodendieck verwies zudem darauf, dass viele ältere Patienten nur mit Schwierigkeiten zu ihrem Impfzentrum gelangen könnten. Für Menschen über 80 sei ein Impfzentrum, das 40 Kilometer und mehr entfernt sei, kaum erreichbar.

16:04 Uhr | Thüringen bittet um Zeit für Schnelltests

Thüringen will jedem Bürger einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche anbieten, bittet dafür aber um Zeit. Staatskanzleichef  Benjamin-Immanuel Hoff sagte nach einer Kabinettssitzung, der Bund habe mit seinem Versprechen Erwartungen geweckt, die noch nicht erfüllt werden könnten. Einige Städte und Kreise hätten bereits ein solches Angebot, landesweit müsste die Infrastruktur aber erst geschaffen werden.

Das Land kann nicht zaubern.

Benjamin-Immanuel Hoff

Vorgesehen sei ein Netz an Testzentren kombiniert mit Testmöglichkeiten in Apotheken, bei Ärzten, in Kliniken oder auch in öffentlichen Gebäuden. Mit dem Deutschen Roten Kreuz  gebe es die Verabredung, die Infrastruktur für die Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Die Kommunen sollten prüfen, ob freiwillige Feuerwehren ebenfalls helfen könnten.

In Schulen und Kindergärten werde an spezielle Tests für Kinder – sogenannte Spuck- oder Lolly-Tests – gedacht. Zu Tests in der Wirtschaft seien in der kommenden Woche Gespräche mit Gewerkschaften sowie Betriebs- und Personalräten geplant.

Bei der Kontaktnachverfolgung setzt Thüringen nach den Worten von Hoff auf die Luca-App. Wichtig sei, dass schnell alle Gesundheitsämter im Freistaat die Software für eine digitale Nachverfolgung von Corona-Infektionen einsetzten: "Das soll verpflichtend werden."

15:49 Uhr | Thüringer Corona-Verordnung mit Modellklausel

In Thüringen sollen trotz der hohen Infektionszahlen regionale Experimente wie das Innenstadtshopping in Erfurt oder Lockerungen im Kreis Nordhausen möglich sein. Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff sagte, die neue Corona-Verordnung der Landesregierung enthalte eine "Modellklausel". Möglichkeiten für regionale Öffnungen unter bestimmten Bedingungen sollen mit den Kommunen besprochen werden. Detailfragen seien noch zu klären. Die neue Verordnung soll am 14. März in Kraft treten.

15:33 Uhr | Festung Königstein muss geschlossen bleiben

Die Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz kann nicht wie andere Museen am 15. März öffnen. Dem beliebten Ausflugsziel hoch über der Elbe fehlt es an einer ausreichenden Internetverbindung, um die erforderliche Online-Anmeldung der Besucher abzuwickeln. Außerdem stammt ein Großteil des Personals aus Tschechien und kann derzeit nicht einreisen.

15:14 Uhr | Burgenlandkreis bietet erneut kostenlosen Corona-Test an

Der Burgenlandkreis weitet die kostenlosen Coronatests aus. Wie das Landratsamt mitteilte, kann man sich seit heute auf dem Altmarkt in Zeitz testen lassen. Das Angebot gelte für alle Bürger des Kreises. Die Station werde bis Sonntag betrieben. Die Schnelltests würden vor Ort ausgewertet. Zuvor hatte der Kreis die kostenlose Untersuchung bereits in Naumburg und Weißenfels angeboten. In Naumburg hatten daran mehr als 1.700 Personen teilgenommen. 28 von ihnen erwiesen sich als Coronavirus-positiv. In Weißenfels gab es bei rund 950 Tests 35 positive Fälle.

15:06 Uhr | Vogtlandkreis - Impfung für alle ab 18 geplant

Aufgrund der hohen Infektionszahlen will Sachsen im Vogtlandkreis die Impfpriorisierung aufheben. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping nach einer Kabinettssitzung mitteilte, können sich in Kürze alle erwachsenen Einwohner des Kreises gegen das Coronavirus impfen lassen. Köpping bat aber darum, dass nun nicht alle gleich losstürmen. Man brauche noch ein paar Tage Zeit für die Vorbereitungen. So müsse die Bundesverordnung geändert werden. Köpping rechnet nach eigenen Angaben damit am Donnerstag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landkreis nach den Daten des Karlsruher Risklayer-Projekts bei 261 und nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 251.

14:51 Uhr | Wirtschaftsprofessor: Homeoffice schafft feste Jobs ab

Die Verbreitung des Homeoffice wird nach Ansicht des Frankfurter Wirtschaftsinformatikers Swen Schneider zur Auflösung fester Arbeitsverhältnisse führen. Der Professor an der Frankfurt University of Applied Sciences erklärte, zwar erscheine das Homeoffice vielen als Erfolgsmodell und Arbeitnehmer schätzten das selbstständige Arbeiten. Homeoffice führe aber dazu, dass Unternehmen stärker in Projektstrukturen arbeiten und kleine Aufträge an unabhängige Selbstständige oder geringfügig Beschäftigte vergeben: "Wenn man als Arbeitgeber immer mehr in Projekten und Arbeitspaketen denkt, um die Menschen im Homeoffice zu lenken, wird man merken, dass es nicht zwangsläufig fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter braucht."

Am Ende sei auch der Schritt zur "Gig Economy" nicht mehr weit: Statt der Vergabe an freie Mitarbeiter oder Outsourcing-Dienstleister, zu denen man eine längerfristige Beziehung pflege, würden die Arbeitspakete weltweit auf elektronischen Marktplätzen, sogenannten Crowdworking-Plattformen, versteigert. Schneider sagt, mit der Ausweitung des Homeoffice als Arbeitsmodell "schaffen sich die Arbeitnehmenden, die sich jetzt noch über die gewonnenen Freiheiten im Homeoffice freuen, letztlich selbst ab".

13:40 Uhr | Gericht bestätigt Maskenpflicht an Grundschulen

Die Maskenpflicht an den Grundschulen in Nordrhein-Westfalen ist Eilentscheidungen des Oberverwaltungsgerichts in Münster zufolge als Pandemie-Schutzmaßnahme verhältnismäßig. Das Gericht lehnte zwei Eilanträge heute ab. (Az.: 13 B 266/21.NE und 13 B 267/21.NE)

13:11 Uhr | Wieder weniger Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der auf Intensivstationen in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten ist nach einem Anstieg am Montag wieder etwas gesunken. Das Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zählte heute Mittag 2.776 Patienten, nach 2.857 am Montag und 2.746 am vergangenen Samstag.

12:36 Uhr | Wirtschaft weitet Schnelltests am Arbeitsplatz aus

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben eine "vorübergehende substanzielle Ausweitung" von Schnelltests auf das Coronavirus in Unternehmen angekündigt – allerdings auf freiwilliger Basis. Man appelliere an die Unternehmen, ihren Beschäftigten die Selbsttests und Schnelltests mit geschultem Personal anzubieten. Das teilten die Verbände von Arbeitgebern, Handwerk, Industrie sowie die Industrie- und Handelskammern heute nach Gesprächen mit der Bundesregierung mit. Sie repräsentieren Unternehmen mit mehr als 30 Millionen Beschäftigten. Zunächst war gedacht, dass Arbeitgeber ihren nicht im Homeoffice tätigen Mitarbeitern ab 22. März wöchentlich einen Schnelltest anbieten sollen. Daraus wird nun aber nichts.

11:49 Uhr | Gesundheitsminister wollen sich festlegen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen morgen den genauen Zeitpunkt für den Start der Impfungen gegen das Coronavirus in Arztpraxen bestimmen. Gestern hatten sie sich bereits auf Anfang April geeinigt. Morgen soll es nach dpa-Infomationen auch darum gehen, wie die Impfstoffe auf Impfzentren und Praxen verteilt werden.

11:42 Uhr | Neue Strategie für Thüringen gefordert

In Thüringen machen sich Politiker für eine neue Pandemie-Strategie stark. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) warb für Lockerungen bei Aktivitäten im Freien. Andreas Bausewein (SPD), Oberbürgermeister von Erfurt, forderte eine Abkehr vom alleinigen Blick auf die Inzidenzen. Unterstützung erhielt er dafür von Parteifreund Matthias Jendricke, dem Landrat von Nordhausen.

11:01 Uhr | Italien produziert Sputnik-V-Impfstoff

In Italien wird als dem ersten EU-Land auch der russische Impfstoff "Sputnik V" produziert. Das italienisch-schweizerische Unternehmen Adienne werde ab Juli in der Lombardei im Norden des Landes damit beginnen, teilte die italienisch-russische Handelskammer mit. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte in der vergangenen Woche ein Prüfverfahren zur EU-Zulassung des ussischen Impfstoffs gestartet.

10:30 Uhr | Hausärzte begrüßen Impfstart ab April

Der Hausärzte-Verband hat es begrüßt, die niedergelassenen Ärzte ab April flächendeckend in die Coronavirus-Schutzimpfungen einzubinden. Vorstandsmitglied Anke Richter-Scheer sagte im Deutschlandfunk, das Impfen sei bei den Hausärzten gut aufgehoben. Diese seien die "ersten Ansprechpartner" für Patienten und könnten gut einschätzen, wer wann dran sei, ohne die vorgegebene Impfreihenfolge zu verletzen.

10:12 Uhr | Neue Testzentren in Sachsen eröffnen

In Sachsen gehen neue Testzentren an den Start. In Treuen etwa soll morgen eines eröffnen, das von der Stadt betrieben wird und nach deren Angaben das einzige rein kommunale Testzentrum im Vogtlandkreis ist. Ein weiteres wurde heute im Felsenkeller in Leipzig-Plagwitz eröffnet. Hier weden nach Angaben der Felsenkeller-Betriebs GmbH unter ärztlicher Führung PCR- und Schnelltests nach Buchung eines Termins über "Dein Testzentrum.de" angeboten. Der Schnelltest koste knapp 40, der PCR-Test knapp 80 Euro. Die Stadt setzt ansonsten auf bestehende Testzentren sowie Hausarztpraxen und Apotheken. Auch auf dem Messegelände in Dresden ist heute eine Teststrecke für kostenlose Schnellteststrecke gestartet worden.

09:55 Uhr | Museen in Sachsen-Anhalt öffnen

Mehr als vier Monate lang waren Museen und Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt geschlossen. Seit dieser Woche darf der Betrieb wieder anlaufen. Allerdings müsssen in meist vorher Termine gemacht und Kontaktdaten hinterlassen werden.

09:00 Uhr | Mutierte Virus-Variante B.1.525 nachgewiesen

Bei einer Person aus Sachsen ist die mutierte Coronavirus-Variante B.1.525 nachgewiesen worden – im Testzentrum am Berliner Hauptstadtflughafen BER. Das teilte die Firma Centogene mit, die Sars-CoV-2-Befunde auf Mutationen untersucht. Wie das Unternehmen mitteilte, ähnelt diese weitere Mutation der sogenannten britischen Variante. Sie weise aber wie die brasilianische und die südafrikanische Variante eine zusätzliche Protein-Mutation auf. Der Verdacht liege nahe, dass B.1.525 maßgeblich ansteckender ist als das Ursprungsvirus. In anderen Ländern war die Mutation schon nachgewiesen woden, etwa in Dänemark und Italien.

Berichtigung: In einer früheren Version stand, dass es sich um den ersten Nachweis von B.1.525 in Deutschland gehandelt habe. Centogene hat seine Angaben dazu korrigiert.

08:21 Uhr | Impfungen in Berliner Arztpraxen

In ersten Arztpraxen in Berlin soll seit heute gegen das Coronavirus geimpft werden. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte im RBB-Inforadio, am Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung beteiligten sich zunächst etwa 100 Praxen. Ab April soll dann flächendeckend in Berlin auch durch niedergelassene Arztpraxen geimpft werden.

08:19 Uhr | Mehr Infektionen bei stärkerem Pollenflug

Starker Pollenflug kann einer Studie zufolge das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen. Gebe es viele Pollen in der Außenluft, stiegen die Infektionszahlen, berichtet ein internationales Team unter Leitung von Forschern der Technischen Universität München und des dortigen Helmholtz-Zentrums im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (englisch). Die Erklärung: Bei Pollenflug reagiere die Körperabwehr schwächer auf Viren in den Atemwegen, weil weniger sogenannte antivirale Interferone produziert werden.

07:30 Uhr | Stiko beklagt Aufweichung der Impfreihenfolge

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat kritisiert, dass sich die Landesregierungen eigenmächtig über die Impfverordnung des Bundes hinwegsetzten. "De facto wird in den Ländern schon lange gegen die Priorisierung verstoßen", sagte Mertens. Es seien schon jetzt viele Menschen geimpft, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe gewesen seien: Erzieher, Lehrkräfte oder Polizisten. Damit rückten die Regierungen von dem Ziel ab, die Schwächsten und Gefährdetsten zuerst zu schützen.

Ein Lockern der Priorisierung darf Mertens zufolge nicht dazu führen, dass diejenigen benachteiligt werden, die das höchste Risiko für schwere Covid-19-Verläufe hätten. Durch Impfungen bei Hausärzten erwartet der Virologe eine weitere Aufweichung der Impfreihenfolge. Dabei traue er den Hausärzten zu, sich an die Empfehlungen der Stiko zu halten.

Ein Beispiel für das von Mertens kritisierte Problem lieferte zuletzt Sachsen. Um die Coronavirus-Ausbreitung im Vogtlandkreis zu bremsen, sollen dort die Impfkapazität gesteigert und die Priorisierung geändert werden. Nach Angaben von Andy Feig vom Impfzentrum Vogtland sind sogenannte Ringimpfungen aller Kontaktpersonen einer infizierten Person geplant. Man warte auf die Freigabe durch das Land.

06:55 Uhr | Kassenärzte werfen Spahn Test-Chaos vor

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wirft dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, bei der Einführung von Schnelltests ein Chaos ausgelöst zu haben. KBV-Vize Stephan Hofmeister sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Verordnung dazu habe die Kassenärzte erst gestern erreicht. Die niedergelassen Ärzte fühlten sich von dieser kurzfristigen Umsetzung überrollt.

06:40 Uhr | Entsorger klagen über Masken in gelben Tonnen

Als Folge der Coronavirus-Pandemie beklagt die Entsorgungswirtschaft eine stark gestiegene Zahl von sogenannten Fehlwürfen in der gelben Tonne oder im Gelben Sack. Wie der Entsorgerverband BDE mitteilte, landen große Mengen von Gummihandschuhen, OP- und FFP2-Masken darin, obwohl sie in den Restmüll gehörten. Wenn zu viele solcher Materialien in einer gelben Tonne seien, bestehe die Gefahr, dass der komplette Inhalt aussortiert und verbrannt werden müsse, auch die für das Recycling gedachten Verpackungen.

06:22 Uhr | IBM soll digitalen Impfpass entwickeln

Der US-Konzern IBM soll den digitalen Impfpass für Deutschland entwickeln. Das geht aus der Online-Ausgabe des EU-Amtsblatts hervor. Um den Auftrag hatte sich auch die Deutsche Telekom beworben. Das Bundesgesundheitsministerium will den digitalen Impfpass noch vor den Sommerferien anbieten. Vor allem die Tourismusbranche und die Fluglinien setzen große Hoffnungen darauf. Der Impfpass soll EU-weit einheitlich gestaltet werden.

06:15 Uhr | Umsatzverluste bei Buchläden

Buchhandlungen in Sachsen und Thüringen beenden den zweiten Lockdown mit Umsatzverlusten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Umsatz um rund 40 Prozent. Das berichtet das MDR-Magazin "Umschau" unter Bezug auf die Verkaufsstatik von Media Control. Nach zwölf Wochen der Schließung dürfen Buchläden seit gestern wieder öffnen. Neben Berlin hatte auch Sachsen-Anhalt die Buchhandlungen im Lockdown nicht geschlossen. Hier ging der Umsatz nur um rund elf Prozent zurück. Mehr dazu im "Umschau"-Beitrag:

06:05 Uhr | Nur wenige Geflüchtete arbeiten in Pflegeberufen

In Deutschland kommt die berufliche Integration von Geflüchteten in der Pflege nur schleppend voran. Wie eine Sprecherin das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei MDR AKTUELL sagte, haben etwa sieben Prozent der Geflüchteten einen Gesundheitsberuf erlernt. Allerdings schafften es nur wenige, in diesem Beruf auch in Deutschland zu arbeiten. Grund dafür seien Sprachbarrieren und die fehlende Anerkennung von Abschlüssen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 9. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. März 2021 | 06:00 Uhr

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