Coronavirus-Pandemie Ticker: Mobilität teils höher als vor der Pandemie

Die Menschen insbesondere in einigen ostdeutschen Bundesländern waren im Februar teils mehr unterwegs als vor der Pandemie. Der Bund verdoppelt die Corona-Hilfe für den Kulturbereich. Das Hotel- und Gaststättengewerbe reagiert erschrocken auf die Bund-Länder-Beschlüsse zum weiteren Vorgehen in der Pandemie. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie in unserem Ticker.

Spaziergänger und Radfahrer im Clara Zetkin-Park.
Gerade bei schönem Wetter zog es im Februar viele Menschen raus - unter anderem in Sachsen verzeichnete das Statistische Bundesamt sogar teils eine höhere Mobilität als zur gleichen Zeit 2019. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 4. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:31 Uhr | Opposition in Sachsen-Anhalt kritisiert Corona-Beschlüsse

Die Opposition im Landtag von Sachsen-Anhalt hat die angekündigten Corona-Lockerungen kritisiert. In der Sondersitzung am Abend forderte die Linke ein Umdenken in der Impfstrategie. Fraktionschefin Eva von Angern forderte ein schnelleres Impftempo. AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner verlangte ein Ende des Lockdowns. Im Gegenzug sollten Risikogruppen geschützt werden. Kritik kam aber auch von den mitregierenden Grünen. Parteichef Sebastian Striegel meinte, die Beschlüsse von Bund und Ländern setzten etwas voraus, was noch nicht geschaffen worden sei. Auch er forderte, dass schneller geimpft wird und Schnelltests flächendeckend verfügbar sind.

21:52 Uhr | Gericht kippt Ausgangsbeschränkungen in Sachsen

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat zwei Ausgangsbeschränkungen in der sächsischen Corona-Verordnung gekippt. Die Richter gaben dem Eilantrag einer Frau aus Dresden statt. Dieser richtete sich gegen die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr und gegen den 15-Kilomter-Radius für Sport und Bewegung im Freien. Die Klägerin hatte argumentiert, sie könne nachts nicht mehr spazieren gehen und nicht ihren regelmäßigen Sport mit längeren Fahrradtouren ausüben. Ab Montag soll in Sachsen eine neue Corona-Schutzverordnung gelten. Darin sind die beiden Ausgangsbeschränkungen nicht mehr enthalten.

21:36 Uhr | 60 Prozent der Neuinfektionen in Frankreich durch Mutation

In Frankreich sind inzwischen 60 Prozent der neuen Corona-Infektionen auf die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 zurückzuführen. Ministerpräsident Jean Castex sagte, deswegen habe sich die Verbreitung des Virus in den vergangen zwei Wochen beschleunigt. In Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko solle nun verstärkt geimpft werden.

21:13 Uhr | Reisebranche hofft auf "Grünen Pass"

Europas zweitgrößte Fluggesellschaft, die Lufthansa, lässt die Flügel hängen. Die Probleme, mit denen der Konzern coronabedingt kämpft, sind beispielhaft für die ganze Reisebranche.

21:01 Uhr | ARD-Deutschlandtrend: Große Unzufriedenheit mit Krisenmanagement

Eine große Mehrheit in Deutschland sieht das Handeln der Bundesregierung in der Pandemie zunehmend kritisch. Beim jüngsten ARD-Deutschlandtrend waren drei Viertel der Befragten mit der Impfstoff-Beschaffung und der Organisation der Impfungen weniger oder gar nicht zufrieden. Sieben von zehn äußerten ihr Unbehagen über die Organisation des Schulbetriebs und der Kita-Betreuung im Lockdown sowie die Hilfen für Wirtschaft und Selbständige. Zwei Drittel waren zudem unzufrieden mit der Bereitstellung und Nutzung von Corona-Schnelltests. Aktuell sind nur noch 50 Prozent der Befragten zufrieden mit der Bundesregierung. Das ist der schlechteste Wert seit Ausbruch der Pandemie.

20:46 Uhr | Burgenlandkreis bietet allen Lehrkräften Impfungen an

Alle Lehrerinnen und Lehrer im Burgenlandkreis können sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Grimme-Benne mit. Hintergrund ist eine neue Regel für Kreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 150 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen. Danach soll das gesamte Lehrpersonal geimpft werden, um das Virus schneller einzudämmen.

20:32 Uhr | Einschränkungen für Auszubildende in der Pflege

Die Pandemie hat deutlich gezeigt, wie wichtig Krankenschwestern und Pfleger sind. Doch wie läuft eigentlich so eine Ausbildung unter Corona-Bedingungen? Ein Besuch am Suhler SRH Klinikum zeigt, dass durch geschlossene Stationen manche Bereiche nur theoretisch unterrichtet werden können.

20:25 Uhr | Apoldaer Tafel schlägt Alarm

Auch die Tafeln haben es in Zeiten von Corona nicht besonders leicht. Bei der Apoldaer Tafel kommt aktuell so ziemlich alles zusammen, weshalb sie jetzt Alarm schlägt. Das MDR THÜRINGEN JOURNAL war vor Ort.

20:13 Uhr | Kritik am "Erfurter Modell" zu Ladenöffnung

Das von der Stadt Erfurt angekündigte Experiment zur Ladenöffnung stößt auf Kritik. Angesichts von Virusmutationen und stagnierenden Inzidenzen, sei keine Zeit für solche Experimente, schrieb der Linke-Abgeordnete Christian Schaft auf Twitter. Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion Madeleine Henfling reagierte mit Ironie. Das Beste was man in einer Pandemie machen könnte, sei ein Experiment im Bundesland mit dem höchsten Inzidenzwert, twitterte sie.

Das Ladenöffnungskonzept hat Oberbürgermeister Andreas Bausewein vorgeschlagen. Demnach sollen Geschäfte in der Innenstadt an einem Freitagnachmittag und einem kompletten Samstag öffnen. Geplant sei das bereits für nächste oder übernächste Woche. Einkaufen könnten dann alle mit einem negativen Corona-Test. Die Tests will die Stadt Erfurt kostenlos anbieten. Das Land muss den Plänen aber noch zustimmen.

19:48 Uhr | Protest von "Querdenken"-Bewegung und Gegenveranstaltungen in Leipzig erwartet

In Leipzig bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz am Wochenende vor. Behördenangaben zufolge sind mehrere Autokorsos aus dem Umfeld der sogenannten "Querdenken"-Bewegung angemeldet. Gleichzeitig seien Gegenveranstaltungen geplant, darunter drei Fahrrad-Demonstrationen sowie ein Motorradkorso. Eine Sprecherin der Leipziger Polizei sagte, man stelle sich auf erhebliche Verkehrsbehinderungen in ganz Leipzig und Umgebung ein. Es sei Unterstützung aus mehreren Bundesländern angefordert worden. Ziel sei es, die Versammlungsfreiheit für beide Seiten zu gewährleisten.

19:03 Uhr | Kommentar zum Öffnungs-Fahrplan

Monatelange Schließungen haben zahlreiche Unternehmen in Existenznot gebracht. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen wieder leicht an und Fachleute warnen angesichts von ansteckenderen Mutationen vor einem erneuten exponentiellen Anstieg. Die Verhandlungen bei der gestrigen Bund-Länder-Konferenz waren entsprechend hart. Das Ergebnis geht in die richtige Richtung, kommentiert Hauptstadtkorrespondentin Sarah Frühauf.

18:44 Uhr | Große Impfaktion für Senioren im Kreis Stendal geplant

Im Kreis Stendal ist nach Ostern eine große Impfaktion geplant. Behördenangaben zufolge sollen alle über 80-Jährigen, die nicht in einem Seniorenheim leben, geimpft werden. Das seien 8.700 Menschen. Die Impfungen sollen in den Turnhallen der Gemeinden vorgenommen werden. Pro Tag könne man 900 Senioren versorgen. Der Beginn der Impfaktion sei für den 6. April in Tangermünde geplant. Die Erstimpfung solle innerhalb von drei Wochen erfolgen. Die Zweitimpfung finde dann im Mai statt. Vize-Landrat Sebastian Stoll sagte, wenn sich die Aktion als sinnvoll erweise, könne es sein, dass man bei den 70- bis 79-Jährigen ebenso verfahre.

18:29 Uhr | Corona-Ausbruch bei Fleischwerk in Baden-Württemberg

In einem Fleischwerk von Edeka in Rheinstetten in Baden-Württemberg gibt es einen Corona-Ausbruch. Wie das Landratsamt Karlsruhe mitteilte, wurden 69 Beschäftigte positiv getestet. 140 Kontaktpersonen müssen in Quarantäne bleiben. In einem Fall sei die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Virus-Variante B.1.1.7 bestätigt worden.

17:56 Uhr | Gut 1.200 Menschen bei Massentest in Radeberg

An dem Corona-Massentest in Radeberg und Umgebung haben sich gut 1.200 Menschen beteiligt. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilte, wurden bis kurz vor Ende der Aktion zwei Infektionen nachgewiesen. Zu dem Test hatten die Behörden die Einwohner von Radeberg, Großröhrsdorf, Lichtenberg, Ottendorf-Okrilla, Wachau und Arnsdorf aufgerufen. Dort wohnen rund 47.000 Menschen. Aktuell gibt es im Landkreis 485 aktive Corona-Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 99.

17:46 Uhr | Virologe Kekulé über Licht und Schatten der Öffnungspläne

Bund und Länder haben schrittweise Öffnungen beschlossen. Der Virologe Alexander Kekulé meint, das Konzept sei das Beste, das die Runde bisher hervorgebracht habe. Allerdings warnt er: Das Ganze könne auch schnell aus dem Ruder laufen.

17:24 Uhr | Hausärzte in Sachsen-Anhalt können beim Impfen helfen

In Sachsen-Anhalt dürfen ab jetzt auch Hausärzte gegen das Coronavirus impfen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Magdeburg mit. Demnach können die Impfzentren Vertrags-Arztpraxen in die Schutzimpfungen einbeziehen. Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärte am Nachmittag zudem, dass die Bund-Länder-Beschlüsse ab Montag landesweit umgesetzt würden. Entscheidend dafür sei, dass Sachsen-Anhalt insgesamt unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche liege.

Auch die Landesregierung in Sachsen verständigte sich auf einen Öffnungsplan. Kultusminister Christian Piwarz sagte, ab 15. März gebe es wieder Präsenzunterricht in weiterführenden Schulen, für Förderschulen gelte das schon ab 10. März. Die neue Corona-Schutzverordnung soll morgen verabschiedet werden.

Öffnungsschritte für Lockerungen nach dem Corona-Lockdown (Stand 3.3.2021)
Die Öffnungsschritte nach dem Bund-Länder-Beschluss von Mittwoch Bildrechte: MDR / Bundesregierung (Stand 3.3.2021)

17:07 Uhr | Erstmals EU-Export von Impfstoff blockiert

In der EU ist zum ersten Mal die Ausfuhr von Corona-Impfstoff gestoppt worden. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, verhinderte Italien die Lieferung von 250.000 Astrazeneca-Dosen nach Australien. Seit Ende Januar müssen Pharmakonzerne Ausfuhrgenehmigungen für Impfstoffe beantragen, die in der EU hergestellt wurden. Wenn Hersteller die EU bei Liefermengen unrechtmäßig benachteiligen, können Genehmigungen verweigert werden. Anders als Biontech/Pfizer und Moderna liefert Astrazeneca bisher nicht die vertraglich zugesagten Mengen.

16:58 Uhr | Mobilität inzwischen teils höher als vor der Pandemie

Die Mobilität der Menschen hat sich im Februar weiter dem Vorkrisenniveau angenähert. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in einer Sonderauswertung. In einigen ostdeutschen Bundesländern lag die Mobilität teils sogar über dem Niveau vor der Pandemie. Dazu zählen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Einen hohen Einfluss spielte der Statistik zufolge das Wetter: während des starken Schneefalls am 7. Februar ging die bundesweite Mobilität im Vergleich zu 2019 um 34 Prozent zurück. In den ersten beiden Februarwochen lag die Mobilität insgesamt 19 Prozent unter dem Niveau von 2019. In der dritten Februarwoche war es nur noch 11 Prozent weniger, in der vierten Woche 4 Prozent. Dagegen lag die Mobilität in Sachsen in der Woche vom 15. Februar sogar fünf Prozent über dem Vergleichswert, in Sachsen-Anhalt drei Prozent darüber.

16:25 Uhr | Bund verdoppelt Corona-Hilfe für Kulturbereich

Die Corona-Hilfe für den Kulturbereich wird auf zwei Milliarden Euro verdoppelt. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte, befürwortet der Haushaltsausschuss des Bundestags die Aufstockung der Mittel. Die Summe entspreche damit dem gesamten Bundeskulturetat eines Jahres. Laut Grütters soll der Schwerpunkt künftig noch stärker auf Hilfen für einzelne Künstler gelegt werden. Das geschehe durch neue oder erweiterte Stipendienprogramme.

16:04 Uhr | Erfurt will testweise Geschäfte öffnen

Die Stadt Erfurt will ein Experiment zur Ladenöffnung starten. Wie Oberbürgermeister Andreas Bausewein dem MDR sagte, sollen die Geschäfte in der Innenstadt an einem Freitagnachmittag und an einem kompletten Samstag öffnen dürfen. Man wolle das Experiment in der nächste oder übernächste Woche durchführen. Erfurt brauche aber noch die Zustimmung der Landesregierung. Einkaufen dürften nur Erfurter mit einem negativen Test. Diese bekämen ein Bändchen. Die Tests würden von der Stadt bezahlt.   

15:43 Uhr | Ifo-Präsident für Verkürzung der Sommerferien

Ifo-Präsident Clemens Fuest hat sich dafür ausgesprochen, die Sommerferien zu verkürzen. Fuest sagte, angesichts des teils seit Monaten brachliegenden Schulunterrichts sei jetzt der Moment gekommen, ernsthaft darüber nachzudenken. Der Wirtschaftsexperte betonte, damit könne versäumter Unterrichtsstoff aufgeholt werden. Der anhaltende Ausfall des Schulunterrichts habe massive, messbare Auswirkungen auf Lebenszeiteinkommen. Es bestehe die Gefahr, dass die Kluft zwischen Gut- und Schlechtausgebildeten sich noch vertiefen werde.

15:19 Uhr | Dehoga erschrocken über Bund-Länder-Beschlüsse

Das Hotel- und Gaststättengewerbe in Deutschland hat die Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona-Lockerungen scharf kritisiert. Dehoga-Präsident Guido Zöllick sagte MDR AKTUELL, er sei erschrocken und wütend, dass seine Branche wieder nicht im Entwurf auftauche. Das könne er überhaupt nicht nachvollziehen. Es zeuge nicht davon, dass sich die Politik Gedanken gemacht habe. Die Lage in Hotellerie und Gastronomie ist laut Zöllick katastrophal. Ein Drittel der Betriebe stünde vor der Geschäftsaufgabe. Die Perspektive für Ostern hätte nach Angaben des Dehoga-Präsidenten jetzt geklärt werden müssen und nicht erst Ende März.

14:59 Uhr | IG Metall: Erster Homeoffice-Warnstreik in Thüringen

Die IG Metall hat eigenen Angaben zufolge den ersten Homeoffice-Warnstreik in Thüringen durchgeführt. Der Gewerkschaft zufolge beteiligten sich bis zu 90 Zeiss-Mitarbeiter in Jena. Sie hätten an ihren heimischen Arbeitsplätzen etwa eine Stunde lang keine Anrufe entgegengenommen. E-Mails seien liegen geblieben. Die IG Metall kämpft in Thüringen für vier Prozent mehr Lohn für gut 18.400 Tarifbeschäftigte der Branche. Zudem soll die Arbeitszeit im Osten von 38 Stunden auf das Westniveau von 35 Stunden gesenkt werden.

13:45 Uhr | Sachsen öffnet weiterführende Schulen wieder

In Sachsen sollen die weiterführenden Schulen ab 15. März im Wechselbetrieb wieder öffnen. Das sagte Kultusminister Christian Piwarz bei der Vorstellung der Eckpunkte für eine neue Corona-Schutzverordnung. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 könnten Schüler tage- oder wochenweise wieder in den Präsenzunterricht. Voraussetzung sei ein wöchentlicher Schnell- oder Selbsttest. Förderschulen sollen schon am 10. März wieder öffnen.

Auch die Wirtschaft bekommt Perspektiven, wenn die Inzidenz unter 100 liegt. Nach Angaben von Sozialministerin Petra Köpping sollen ab Montag Blumengeschäfte, Gartenmärkte, Baumärkte und Buchläden mit Hygienekonzepten wieder öffnen. Im Einzelhandel ist das sogenannte Click & Meet möglich. Kunden müssen dafür einen Termin mit den Geschäften vereinbaren. Die neue Corona-Schutzverordnung soll am Freitag verabschiedet werden.

Wie es auf der Pressekonferenz mit Ministerpräsident Michael Kretschmer hieß, sollen die Ausgangssperre und 15-Kilometer-Regel entfallen. Allerdings ist bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 eine Hotspots-Regel geplant.

13:01 Uhr | Impfkommission empfiehlt Astrazeneca auch für Menschen ab 65

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Impfstoff von Astrazeneca jetzt auch für Personen, die älter als 65 Jahre sind. Das hat das Bundesgesundheitsministerium bekannt gegeben. Neue Studien belegten die Sicherheit und Wirksamkeit auch bei dieser Altersgruppe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach von einer guten Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie könnten jetzt schneller geimpft werden. Spahn zufolge belegen neue Studiendaten auch, dass der Astrazeneca-Impfstoff wirksamer sei, wenn der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung zwölf Wochen betrage.

Bislang wurde der Astrazeneca-Impfstoff nur für 18- bis 64-Jährige empfohlen. Zur Begründung hatte es geheißen, es lägen nicht genügend Studiendaten für Ältere vor.

12:53 Uhr | Kreis Hildburghausen verschärft Regeln

Der Landkreis Hildburghausen schränkt die Teilnehmerzahl bei Gottesdiensten, Beerdigungen und Versammlungen weiter ein. Wie das Landratsamt mitteilte, reagiert der Kreis auf anhaltend hohe Infektionswerte. An fünf Tagen in Folge seien mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen registriert worden.

Jetzt dürfen an Versammlungen sowohl unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumen oder an Versammlungen von Parteien höchstens zehn Menschen teilnehmen. Auch Gottesdienste in Kirchen etwa dürfen nur noch höchstens zehn Menschen besuchen. Bei Beerdigungen und Eheschließungen sind jeweils nur noch maximal 25 Gäste zugelassen. Am Donnerstag wies das Landratsamt auf seiner Internetseite für den Landkreis Hildburghausen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 240 auf. Das wäre die höchste in Thüringen.

12:47 Uhr | Auch Rückspiel RB-Liverpool in Budapest

In der Fußball-Champions-League wird auch das Achtelfinal-Rückspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Liverpool coronabedingt in Budapest ausgetragen. Die Europäische Fußball-Union UEFA bestätigte die Puskas Arena in der ungarischen Hauptstadt als Spielstätte für die Partie am 10. März. Die Verlegung war notwendig geworden, da die RB-Profis nach einer Rückkehr aus England für zwei Wochen in Quarantäne gemusst hätten. Schon das Hinspiel hatte in Budapest stattgefunden, weil die Mannschaft aus Liverpool nicht in Deutschland einreisen durfte. RB hatte die Partie 0 zu 2 verloren.

12:17 Uhr | Kortison erfolgreich bei Covid-19-Behandlung

Kortison und blutverdünnende Medikamente haben sich bei der Behandlung von Covid-19-Patienten als erfolgreiche Mittel herausgestellt. Medikamentöse Hoffnungsträger wie Remdesivir haben hingegen nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Das sagte Prof. Christian Karagiannidis dem MDR-Magazin "Hauptsache gesund". Er betonte: "Kortison hat uns sicherlich sehr geholfen, dass einige Patienten nicht auf die Intensivstation mussten". Kortison könne eine Überreaktion des Immunsystems verhindern. Blutverdünner wirkten gut gegen drohende Blutgerinnsel. Karagiannidis ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).

11:54 Uhr | Ungarn verschärft Lockdown

Wegen rasant steigender Infektionszahlen verschärft Ungarn den Lockdown. Wie der der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban nach einer Kabinettssitzung sagte, sollen Grundschulen bis Anfang April schließen. Zudem werden ab Montag alle Geschäfte bis zum 22. März zu gemacht. Ausgenommen seien Lebensmittelläden. Bislang gibt es in Ungarn einen Teil-Lockdown bis zum 15. März. Weiterführende Schulen sind bereits geschlossen, ebenso Hotels und Restaurants. Essensangebote außer Haus sind allerdings erlaubt.

11:11 Uhr | Intensivmediziner: Öffnung zu früh

Der Wechsel in Richtung Öffnungsstrategie wird Intensivmedizinern zufolge drei Wochen zu früh eingeläutet. Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), sagte: "Die Sorge ist, dass wir deutlich steigende Zahlen an Neuinfektionen - und damit mit einem zeitlichen Versatz von zehn bis 14 Tagen - an Intensivpatienten mit Covid-19 haben werden". Die Intensivmediziner hofften, dass die beschlossenen Notbremsen ausreichten, um eine dritte Welle zu verhindern.

Den Länderchefs hingegen war es wichtig "dass innerhalb des Inzidenzbereichs wieder etwas möglich wird", wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hervorhob:

10:25 Uhr | EMA prüft Zulassung von "Sputnik V"

Die europäische Arzneimittelbehörde prüft jetzt die Zulassung des russischen Impfstoffs "Sputnik V". Die EMA teilte auf ihrer Internetseite mit, sie beginne mit der laufenden Überprüfung. Unter anderem heißt es, Laborstudien und klinische Studien bei Erwachsenen zeigten, dass "Sputnik V" die Produktion von Antikörpern und Immunzellen auslöse, die auf das Sars-Cov-2-Virus abzielten. Wann eine Zulassung erfolgen könnte, ist nicht abzusehen.

In Ungarn wird der russische Impfstoff bereits eingesetzt. Ministerpräsident Viktor Orban hat sich nach eigenen Angaben damit impfen lassen. Auch andere EU-Länder planen dies unabhängig von der EMA-Entscheidung. Zuletzt hatte sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für Impfungen mit "Sputnik V" ausgesprochen.

09:04 Uhr | Thüringer CDU: Mehr Tests nötig

Thüringen wird nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Mario Voigt bei Öffnungsschritten vorerst in die Röhre schauen. Voigt sagte MDR AKTUELL, Thüringen sei das einzige Bundesland, das eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 habe. Deshalb könne ganz Deutschland lockern, der Freistaat aber nicht. Dort müsse man jetzt die Fehler und das schlechte Management der Landesregierung ausbaden. Voigt betonte, um auch in Thüringen Öffnungschritte zu machen, sei das Testen entscheidend. Deshalb sei die Zusage für kostenlose Tests durch die Bundesregierung wichtig. Aber das Land Thüringen müsse selber in die Offensive gehen und weitere Tests etwa auf zentralen Plätzen ermöglichen.

08:30 Uhr | Handel nennt Ergebnisse des Corona-Gipfels "Katastrophe"

Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind nach Einschätzung des Handelsverbands HDE eine "Katastrophe" für den Einzelhandel. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte, faktisch werde der Lockdown damit für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert. Eine stabile Inzidenz von unter 50, die für eine Wiedereröffnung aller Geschäfte als Bedingung genannt wird, sei auf absehbare Zeit wohl nicht flächendeckend zu erreichen.

Genth betonte, es gebe keine vernünftigen Argumente, den Einzelhandel weiterhin geschlossen zu halten. "Hier wird ohne nachvollziehbare Gründe die Kernbranche der Innenstädte geopfert." Der HDE setze sich weiterhin für eine Öffnung aller Geschäfte unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln ein.

07:22 Uhr | Lufthansa meldet Rekordverlust für 2020

Die Lufthansa hat wegen der Corona-Krise im Jahr 2020 einen Rekordverlust von 6,7 Milliarden Euro verbucht. Das teilte der vom Staat gestützte Konzern in Frankfurt am Main mit. 2019 hatte die größte deutsche Fluggesellschaft noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro gemacht. Im abgelaufenen Jahr brach der Umsatz des MDax-Konzerns um 63 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro ein. Eine Dividende für die Aktionäre wird es erneut nicht geben.

06:57 Uhr | Kritik von Oppositionsparteien

Der Chef der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, hat die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz scharf kritisiert. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Bartsch, die getroffenen Entscheidungen seien nur schwer nachvollziehbar. Wörtlich sprach er von einem Corona-Irrgarten. Das "Inzidenz- und Lockerungswirrwarr" werde die Bürger und Bürgerinnen weiter verunsichern.

Unzufrieden äußerte sich auch FDP-Chef Christian Lindner. Er sagte, der Lockdown bleibe für die Bundesregierung offenbar das einzig denkbare Rezept. Dabei wäre mit innovativen Konzepten mehr gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben möglich. Das beschlossene Angebot von einem Schnelltest pro Woche pro Person kritisierte Lindner als "zu wenig".

Die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland kritisierten die geplanten Lockerungen als unzureichend. Weidel sagte, "für die meisten Betriebe in Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsgewerbe bedeuten die Beschlüsse weitere Wochen der Unsicherheit, die viele nicht überleben werden". Gauland erklärte, die "realen Zahlen und Fakten" gäben für weitere Lockdown-Maßnahmen "keine vernünftige Begründung" her.

06:43 Uhr | Ramelow sieht Thüringen nicht als Vorreiter

Thüringen wird nach Aussage von Ministerpräsident Bodo Ramelow kein Vorreiter bei den geplanten Lockerungen wird sein. Ramelow sagte nach der Schaltkonferenz von Bund und Ländern, er bitte die Thüringer noch um Geduld. Ziel müsse sein, eine Inzidenz unter 100 zu erreichen. Am Donnerstag lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen laut Corona-Portal des Landes bei 127,5.

Welche Lockerungen im Freistaat in den nächsten Wochen möglich sein sollen, darüber will das Thüringer Kabinett heute beraten. Ramelow kündigte außerdem an, dass die Hausärzte ab Anfang April in ihren Praxen mit den Impfungen beginnen sollen. Außerdem ist dem Ministerpräsidenten zufolge geplant, eine Smartphone-App für die Kontaktnachverfolgung in Geschäften oder Gaststätten einzusetzen.

06:20 Uhr | 310 Strafanzeigen wegen Betrug bei Corona-Hilfen

In Mitteldeutschland ist wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen in 310 Fällen Strafanzeige gestellt worden. Das ergab eine Anfrage von MDR AKTUELL bei den Förderbanken, die für die Bewilligung der staatlichen Hilfe zuständig sind. Die Zahlen beziehen sich auf den ersten Lockdown im Frühjahr. In Sachsen-Anhalt gab es den Angaben zufolge 151 Strafanzeigen, in Sachsen 148. In Thüringen seien nur elf Fälle zur Anzeige gebracht worden. Ein Sprecher der Förderbank erklärte die niedrige Zahl mit einem sorgfältigeren Prüfverfahren. Dadurch habe die Auszahlung in Thüringen länger gedauert. Im Nachhinein habe sich das genauere Hinsehen aber als richtig erwiesen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 4. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. März 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland