Coronavirus-Pandemie Ticker: RKI - Virus-Variante B.1.1.7 fast die Hälfte aller Infektionen

In Deutschland geht inzwischen fast jede zweite Corona-Neuinfektion auf die Virus-Variante B.1.1.7 zurück. In Sachsen-Anhalt haben Gastronomie und Einzelhandel gegen eine Verlängerung des Lockdowns protestiert. In Österreich steht ein führender Hersteller von FFP2-Masken unter Betrugsverdacht. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie in unserem Ticker.

Unser Ticker am Mittwoch, 3. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

23:59 Uhr | Merkel: Entscheidende Phase in der Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Deutschland aktuell an der Schwelle zu einer neuen Phase der Pandemie, in die man nicht sorglos, "aber doch mit berechtigten Hoffnungen hineingehen" könne. Nach den mehr als neunstündigen Bund-Länder-Beratungen kündigte sie vorsichtige Öffnungsschritte in Abständen von je 14 Tagen an. Diese Zeit soll demnach vor jedem weiteren Öffnungsschritt vergehen, um Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen zu überprüfen. Bei einer Inzidenz unter 50 dürfen laut Merkel Einzelhandel und Einrichtungen wie Zoos oder Museen öffnen. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100, können diese Bereiche mit vorheriger Terminbuchung beziehungsweise durch ein "Click & Meet"-System öffnen. Liegt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, wird die "Notbremse" gezogen und Maßnahmen wieder verschärft.

Um möglichst viele Menschen impfen zu können, soll zudem der Abstand zwischen erster und zweiter Impfdosis auf das zulässige Maximum ausgedehnt werden. Das Mittel von Astrazeneca werde bald auch für höhere Altersgruppen zugelassen, sagte Merkel.

21:20 Uhr | Erste Corona-Selbsttests für Samstag angekündigt

Die ersten Corona-Selbsttests sollen in Deutschland bereits am Samstag in den Handel kommen. Aldi Nord und Aldi Süd kündigten an, dass die Tests dann an der Kasse erhältlich sein sollen. Die Abgabemenge werde auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Sie enthalte fünf Tests und koste etwa 25 Euro. Ein Testergebnis soll den Angaben zufolge innerhalb von 15 Minuten nach einem Nasenabstrich vorliegen. Die Erkennungsrate liege bei 96 Prozent. Die Drogeriemarktketten Rossmann und dm wollen ab Dienstag Corona-Tests zur Selbstanwendung verkaufen.

20:02 Uhr | Zahlreiche Impfdosen eingelagert

In Deutschlands Impfzentren lagern Medienberichten zufolge Hunderttausende ungenutzte Impfdosen. Nicht alle werden für Zweitimpfungen vorgehalten. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bleiben etliche gelieferte Corona-Impfdosen bislang ungenutzt. Den zuständigen Ministerien zufolge werden die Impfdosen insbesondere für Zweitimpfungen zurückgehalten – bei allen derzeit zugelassenen Vakzinen sind für den vollen Schutz je zwei Impfungen nötig.

19:48 Uhr | Nordsachsen bereitet sich auf Schulschließungen vor

Im Landkreis Nordsachsen bereiten sich Schulen, Eltern und Kinder auf die drohende Schulschließung vor. Die 7-Tage-Inzidenz in dem Landkreis liegt bei deutlich über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen. Sollte der Wert bis Freitag nicht unter 100 sinken, müssen die Kinder wieder zu Hause bleiben.

18:59 Uhr | Mansfeld-Südharz nähert sich Inzidenzwert 35

Der Landkreis Mansfeld-Südharz nähert sich der für Lockerungen angestrebten 7-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen. Das Sozialministerium bezifferte den Wert des Landkreises auf aktuell 42 – der niedrigste Wert in Sachsen-Anhalt.

18:50 Uhr | Corona-Variante B.1.1.7 in Deutschland immer häufiger

Die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7 hat sich in Deutschland weiter rasant ausgebreitet. Das gab das Robert Koch-Institut bekannt. Demnach lag ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche bei rund 46 Prozent. Zu Beginn der Erhebung vor rund einem Monat hatte das RKI den Anteil der Mutation noch auf sechs Prozent beziffert, zwei Wochen später waren es bereits 22 Prozent. Eine weitere Zunahme des Anteils von B.1.1.7 sei zu erwarten, hieß es.

Weitere Varianten, die etwa in Südafrika und Brasilien zirkulieren, spielen dem RKI zufolge in Deutschland bislang eine untergeordnete Rolle. Mitte Februar hatte der Rückgang der bundesweiten Inzidenz aufgehört, seitdem steigen die Zahlen wieder leicht. Fachleute warnen seit Wochen vor einem erneuten exponentiellen Anstieg der Infektionen durch ansteckendere Virus-Mutationen.

18:24 Uhr | Fluggesellschaften dürfen bei Umbuchung Aufpreis verlangen

Airlines dürfen für die Umbuchung von Flügen, die wegen der Corona-Pandemie annulliert wurden, einen Aufpreis verlangen. Das hat das Oberlandesgericht Köln entschieden. Die Richter erklärten, das gelte, wenn die Umbuchung auf einen deutlich späteren Zeitpunkt falle. Ein kostenfreies Umbuchungsrecht zum Beispiel auf einen Flug zu einer besonders teuren Reisezeit solle nicht gewährt werden. Die Richter kehrten damit das Urteil der Vorinstanz um. Hintergrund ist der Fall zweier Verbraucher, deren Flüge von März und April 2020 auf Ende Dezember und später verlegt worden waren.

18:00 Uhr | Studie zu Antikörpern in Chemnitz

In Chemnitz hat das Helmholtz-Zentrum am Mittwoch die Corona-Antikörperstudie MuSPAD gestartet. In den kommenden Tagen erhalten rund 8.000 Menschen aus Chemnitz und Umgebung eine Einladung, an der Studie teilzunehmen. Mehr dazu im Beitrag unserer Kollegen aus dem Landesfunkhaus in Sachsen:

17:43 Uhr | Proteste von Gastronomie und Einzelhandel

In Sachsen-Anhalt haben Gastronomen und Einzelhändler gegen eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen protestiert. Betreiber von Cafés und Konditoreien stellten unter anderem in Magdeburg, Dessau und Wernigerode Stühle und Tische auf ihre Terrassen. Der Landesinnungsmeister der Konditoren, Michael Wiecker, sagte dem MDR, man habe seit November geschlossen und brauche jetzt ein Zeichen aus Berlin. Man müsse Ende März die Möglichkeit erhalten, dass die Außengastronomie wieder öffnen könne. Auch in Aschersleben wurde protestiert. Hier stellten Einzelhändler ihre Waren vor die Läden. Ein Organisator erklärte, man wolle den Kunden zeigen, was ihnen entgehe.

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten seit dem Nachmittag mit Kanzlerin Angela Merkel über weitere Schritte. Nach der Beschlussvorlage soll der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden, aber es soll auch Öffnungen geben.

17:36 Uhr | Illegaler Hotelgast aufgeflogen

In Nürnberg hat ein Mann ein wegen der Corona-Pandemie geschlossenes Hotel heimlich bezogen. Nach Angaben der Polizei bemerkten Passanten den Mann, nachdem aus einem der Zimmer ein Glas geworfen wurde. Wie lange sich der Mann dort aufgehalten habe, sei unklar. Er sei festgenommen worden. In dem Zimmer wurden der Polizei zufolge auch mutmaßlich gestohlene Handys und Parfümtester gefunden.

17:19 Uhr | Zuschüsse zu Fixkosten auch für große Unternehmen

Auch große Unternehmen können ab sofort staatliche Zuschüsse zu ihren Fixkosten erhalten. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, geht es um die Überbrückungshilfe III. Bei ihr entfalle die bislang geltende Umsatzhöchstgrenze von 750 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, viele große Mittelständler könnten nun Hilfe bekommen. Das gelte etwa für den Einzelhandel, für die Hotellerie, Gastronomie und die Pyrotechnikbranche.

Bei der Überbrückungshilfe III können Unternehmen, die vom Lockdown stark betroffen sind, im Monat bis zu 1,5 Millionen Euro vom Staat bekommen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

17:05 Uhr | Razzia bei österreichischer FFP2-Masken-Firma

Österreichs führender Hersteller von FFP2-Masken steht im Verdacht, Schutzmasken aus China als Eigenprodukte verkauft zu haben. Das teilte die Wirtschafts- und Korruptions-Staatanwaltschaft in Wien mit. Demnach etikettierte die Firma Masken aus China um und verkaufte sie zu einem höheren Preis weiter. Für die Arbeiten seien Beschäftigte ohne Sozialversicherung eingesetzt worden. In dem Fall habe es auch Durchsuchungen gegeben. Medienberichten zufolge soll es sich um die Firma "Hygiene Austria" handeln. Das Unternehmen wies alle Vorwürfe zurück.

16:54 Uhr | Burgenlandkreis will Grundschulen am 15. März wieder öffnen

Der Burgenlandkreis will am 15. März die Grundschulen sowie fünfte und sechste Klassen wieder in den Präsenzunterricht schicken. Landrat Götz Ulrich sagte, die Kreisverwaltung bereite momentan eine Öffnungsstrategie vor, die weitestgehend unabhängig von der Corona-Inzidenz sei. Es gehe um eine Öffnungsperspektive bis zu den Osterferien. Bedingung sei, dass "kein massiver Anstieg der Inzidenz in Richtung 300" festgestellt werden dürfe. Zudem müssten die Lehrkräfte der Bereiche bis dahin geimpft sein. Auch müsse ein regelmäßiges Testsystem mit zwei bis drei Selbsttests pro Woche für alle Schülerinnen und Schüler eingerichtet werden.

Der Burgenlandkreis hat aktuell mit einer Inzidenz von knapp unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen das höchste Infektionsgeschehen in Sachsen-Anhalt. Im Landesschnitt liegt die Inzidenz bei 94.

16:04 Uhr | Zwei sächsische Tourismus-Modellstädte

In der neuen sächsischen Coronaverordnung sollen zwei Modellstädte für Öffnungsschritte im Tourismus festgelegt werden. Wie Tourismusministerin Barbara Klepsch ankündigte, sind es Oberwiesenthal und Augustusburg. Der Bürgermeister von Augustusburg, Dirk Neubauer, sagte MDR AKTUELL, man habe ein Konzept entwickelt, das die Öffnung von Restaurants und Hotels, aber auch von Theater und Museen ermögliche. Dabei kombiniere man Schnelltests und ein digitales Ticketsystem zur Kontaktnachverfolgung. Gäste könnten sich über eine Webseite im extra eingerichteten Testzentrum anmelden. Bei einem corona-negativen Ergebnis werde ein Ticket auf dem Handy freigeschaltet. Das sei dann die Eintrittskarte.

15:45 Uhr | Charité verzeichnet deutlich mehr Fälle häuslicher Gewalt

Die Gewaltschutzambulanz der Berliner Charité hat vergangenes Jahr deutlich mehr Opfer von Gewalt im sozialen Nahfeld behandelt. Insgesamt wendeten sich nach Angaben der stellvertretenden Leiterin Saska Etzold 1.661 Gewaltopfer an die Ambulanz. Das seien acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten von ihnen seien Frauen gewesen (900). In 405 Fällen waren Kinder betroffen und in 352 Männer. Die übrigen wollten sich weder als weiblich noch als männlich zuordnen.

Etzold zufolge gingen die Zahlen während der Lockdowns zunächst stark zurück. Grund dafür sei, dass viele Betroffene in dieser Situation keine Möglichkeit hätten, unter einem Vorwand die gemeinsame Wohnung zu verlassen und sich Hilfe zu holen. Mit den Lockerungen im Juni und den folgenden Sommermonaten seien die Fallzahlen dagegen stark gestiegen.

Betroffene und ihr Umfeld können rund um die Uhr anonym und kostenfrei Beratung erhalten auf der Webseite hilfetelefon.de und unter dem Hilfetelefon: 08000 116 016.

Tatgeneigte Personen können montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr anonyme und kostenfreie Beratung erhalten unter der Hotline 0800 70 222 40. Weitere Hilfsangebote gibt es etwa auf der Webseite
maennerberatungsnetz.de

14:04 Uhr | Grenzkontrollen werden verlängert

Die Bundesregierung hat die Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 17. März verlängert. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, die Infektionslage in Tschechien habe sich weiter verschlechtert. Auch in Tirol sei keine Besserung festzustellen. Insbesondere mit Österreich sei die Bundesregierung aber "in intensiven Gesprächen", um eine andere Lösung zu finden.

13:41 Uhr | Anklage gegen Krankenhausbesucherin erhoben

In Sachsen-Anhalt ist eine Frau wegen eines schweren Verstoßes gegen Quarantänebestimmungen angeklagt worden. Nach Angaben des Landgerichts Magdeburg hatte die Frau im Oktober ihre erwachsene Tochter im Krankenhaus Quedlinburg besucht. Zu diesem Zeitpunkt habe für die 71-Jährige bereits Quarantäne gegolten, weil sie kurz zuvor in einer Fieberambulanz wegen Corona-Symptomen getestet worden sei. Die Klinik sei danach vom Gesundheitsamt über das positive Testergebnis der Besucherin informiert worden und habe Anzeige erstattet. Die Anklage laute auf versuchte gefährliche Körperverletzung und Hausfriedensbruch.

13:19 Uhr | Tiroler Bezirk erhält zusätzlichen Impfstoff

Der Bezirk Schwaz in Tirol erhält von der EU-Kommission 100.000 zusätzliche Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Das teilte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz mit. Tirol ist besonders stark von der südafrikanischen Coronvirus-Mutation betroffen. In Schwaz wurde der größte bekannte Cluster dieser Variante entdeckt. Die Impfungen sollen in der kommenden Woche beginnen. Der Bezirk Schwaz hat rund 84.000 Einwohner.

12:44 Uhr | Schulen in Erfurt öffnen für alle

In Erfurt können alle Schüler ab Donnerstag wieder in die Schule. Oberbürgermeister Andreas Bausewein sagte dem MDR, der entsprechende Erlass des Thüringer Bildungsministeriums sei ihm per E-Mail zugegangen. Die Schulen seien trotz der Kurzfristigkeit auf den Schulstart gut vorbereitet. In Erfurt liegt der Inzidenzwert seit einer Woche unter der 100er-Marke. Damit dürfen alle Schulen öffnen und die Schüler aller Altersstufen wieder am Präsenzunterricht teilnehmen. Ob die Schulen Wechselunterricht anbieten, sei ihnen überlassen, hieß es.

12:26 Uhr | Hausärzte in Sachsen wollen selbst impfen

Die Hausärzte in Sachsen drängen darauf, in ihren Praxen gegen das Coronavirus impfen zu dürfen. Der Vorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes, Steffen Heidenreich, sagte, es sei skandalös, dass große Mengen an Impfstoff vorhanden seien, aber nicht verabreicht würden. Im Kampf gegen die neuen Virus-Varianten müsse die Impfgeschwindigkeit erhöht werden. Das gehe nur mit den Hausarztpraxen. Die Mediziner dort kennen Heidenreich zufolge ihre Patienten und können deshalb schnell entscheiden und individuell priorisieren.

12:14 Uhr | Tschechien: Krankenhäuser an Kapazitätsgrenze

In den Krankenhäusern in Tschechien werden aktuell so viele Covid-19-Patienten stationär behandelt wie nie zuvor. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums hervor. Danach sind derzeit 8.162 Menschen in stationärer Behandlung. Unter ihnen seien mehr als 1.660 besonders schwere Fälle, die künstlich beamtet werden müssen. In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Krankenhauskapazitäten vollständig erschöpft waren.

11:52 Uhr | Bund präzisiert seine Öffnungs-Vorschläge

Bund und Länder beraten heute über weitere Lockerungsschritte. Eine Beschlussvorlage des Bundes sieht weitere Öffnungsschritte ab einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 pro 100.000 Einwohner vor. Dann sollen auch Museen und Zoos wieder öffnen können. Für einen Besuch muss man sich aber einen Termin geben lassen. Auch Einkaufen mit Terminvergabe soll dann möglich sein. Die Einzelheiten im Artikel:

11:37 Uhr | Landtag gedenkt Corona-Toten

Der sächsische Landtag hat mit einer Schweigeminute an die Todesopfer der Corona-Pandemie erinnert. Landtagspräsident Matthias Rößler sagte, vor einem Jahr habe Corona den Freistaat zum ersten Mal getroffen. Seither habe die Pandemie die Gesellschaft im Griff. Die wirtschaftlichen und sozialen Belastungen seien gravierend. Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen mehr als 7.800 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

11:30 Uhr | Bundesbank überweist keinen Gewinn an Bund

Zum ersten Mal seit 1979 überweist die Bundesbank keinen Gewinn an den Bund. Das teilte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in Frankfurt am Main mit. Hauptgrund sei die erhöhte Risikovorsorge. Wegen der geldpolitischen Hilfen in der Corona-Krise habe die Bundesbank ihre Rücklagen aufgestockt und komme im Geschäftsjahr 2020 nur auf ein ausgeglichenes Ergebnis. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesbank noch 5,9 Milliarden Euro Gewinn überwiesen.

11:23 Uhr | Kretschmer gegen weitgehende Lockerungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kann sich angesichts stagnierender und sogar wieder steigender Infektionszahlen nur behutsame Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie vorstellen. In einer Sondersitzung des Landtages in Dresden warnte er vor übereilten Schritten. Lockerungen müssten maßvoll sein und dürften nicht ausarten. Sonst mache man alles kaputt, was unter vielen Zumutungen bisher erreicht worden sei.

11:02 Uhr | Impfungen erreichen Höchststand

Am gestrigen Dienstag sind in Deutschland so viele Menschen an einem Tag gegen das Coronavirus geimpft worden wie nie zuvor während der laufenden Impf-Kampagne. Laut Robert Koch-Institut wurden deutschlandweit insgesamt 199.354 Impfdosen verabreicht, davon 146.773 für Erst- und 52.581 für Zweit-Impfungen. In Sachsen waren es demnach gestern 10.937 Dosen, in Sachsen-Anhalt 6.981 und in Thüringen 4.504 Dosen. Deutschlandweit sind damit nun insgesamt knapp 4,4 Millionen Menschen erstgeimpft worden. Das entspricht einer Impfquote von 5,3 verabreichten Erst-Impfdosen pro 100 Einwohnern.

10:48 Uhr | ifo-Institut: Deutlich mehr Homeoffice möglich

Einer Studie des ifo-Instituts zufolge könnten deutlich mehr Menschen in Deutschland im Homeoffice arbeiten. Im Februar haben nur rund 30 Prozent der Beschäftigten mindestens teilweise im Homeoffice gearbeitet, wie das Institut in München mitteilte. Das Potenzial liege bei 56 Prozent, sagte ifo-Forscher und Studienautor Jean-Victor Alipour: "Die Firmen und die Mitarbeiter schöpfen es bei Weitem nicht aus." Die im Januar beschlossene Pflicht der Firmen zum Homeoffice, um die Corona-Ansteckungen zu verringern, sei deshalb bislang verpufft.

10:00 Uhr | Spahn: Astrazeneca bald auch für Ältere

Um die Geschwindigkeit bei den Corona-Impfungen zu beschleunigen, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möglichst bald auch über 65-Jährige mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. "Aus England und Schottland liegen jetzt Daten vor, dass Astrazeneca bei den über 65-Jährigen sehr gut wirkt", sagte Spahn im ARD-"Morgenmagazin". Er habe deshalb die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, die Empfehlung für das Vakzin auszuweiten, und gehe von einer Entscheidung "in wenigen Tagen" aus.

Bisher wird der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland – anders als in anderen Ländern – aufgrund der Stiko-Empfehlung nur für Menschen unter 65 verwendet. Die Stiko hatte dies mit mangelnden Daten für die Wirkung des Impfstoffs bei Älteren begründet.

08:39 Uhr | Wichtigster israelischer Flughafen bleibt zu

Der wichtigste israelische Flughafen bleibt vorerst weitgehend geschlossen. Das hat das Corona-Kabinett des Landes beschlossen. Dabei handelt es sich um den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Der internationale Luftverkehr läuft fast ausschließlich über ihn. Der Flughafen war Ende Januar nahezu komplett geschlossen worden, um zu verhindern, dass Coroanvirus-Mutationen ins Land gelangen. Das israelische Corona-Kabinett kündigte allerdings an, dass die Reisebeschränkungen für Israelis aufgehoben werden sollen.

08:03 Uhr | Impf-Paten im Landkreis Gotha gesucht

Der Landkreis Gotha sucht ehrenamtliche Impf-Paten. Nach Angaben des Diakoniewerks sollen sie helfen, den über 80-jährigen Einwohnern einen Impftermin zu verschaffen. Eine Sprecherin sagte, für viele ältere Menschen seien die Online-Registrierung zur Terminvergabe und das Ausfüllen der Unterlagen nur schwer oder gar nicht zu bewältigen. Es gehe nicht darum, die Senioren zum Impftermin zu begleiten. Interessenten sollen sich bei der Freiwilligenagentur Gotha melden. Diese bringt Impf-Paten und Impf-Willige dann telefonisch zusammen. Am Telefon füllen sie gemeinsam die Formulare aus. Impf-Paten benötigen ein Telefon, einen internetfähigen Computer und einen Drucker.

07:35 Uhr | Haseloff wirbt für russischen Impfstoff

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff wirbt für den russischen Impfstoff Sputnik V, um den Impfstoffmangel in Deutschland zu beheben. Der CDU-Politiker und amtierende Bundesratspräsident sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, "wir sollten alles tun, was möglich ist, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen". Ostdeutschland habe jahrzehntelange Erfahrung mit russischem Impfstoff. Er selbst sei schon als Kind mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden, während im Westen noch kein Impfstoff zur Verfügung gestanden habe. Er würde sich daher jederzeit mit Sputnik V impfen lassen. Auch eine Impfpflicht schließt Haseloff nicht grundsätzlich aus. "Impfpflicht hatten wir in der DDR. Ich habe es überlebt", sagte Haseloff

07:24 Uhr | In Brehna wird mehr Impfstoff produziert

Der Arzneimittel-Produzent Mibe aus Brehna im Kreis Anhalt-Bitterfeld hat seine Kapazitäten bei der Impfstoffherstellung für Biontech nahezu ausgeschöpft. Firmenchef Hans-Georg Feldmeier sagte dem MDR, mit der neuen Produktionslinie könne Mibe etwa 6.000 Fläschchen pro Stunde mit dem Wirkstoff abfüllen. Man werde die Produktion über das, was ursprünglich zugesagt worden sei, weiter erhöhen. Biontech selbst habe darüber informiert, dass für Europa 75 Millionen zusätzliche Impfdosen produziert werden sollen. Davon bekomme Deutschland den entsprechenden Anteil. Das Werk in Brehna beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 600 Mitarbeiter. Mibe ist eine Tochterfirma von Dermapharm.

06:46 Uhr | Schulschließungen in Nordsachsen drohen

Dem Landkreis Nordsachsen stehen offenbar erneut Schulschließungen bevor. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte am Dienstagabend bei einer Videokonferenz, derzeit würden Schulschließungen für Nordsachsen ab nächster Woche diskutiert. Grund sei die hohe Sieben-Tage-Inzidenz von deutlich über 100. Nordsachsen wäre neben dem Vogtlandkreis der zweite Landkreis im Freistaat, in dem Schulen nochmals schließen müssen. Beide Landkreise sind derzeit besonders von Neuinfektionen betroffen.

06:42 Uhr | Ärztepräsident warnt vor falscher Sicherheit bei Selbsttests

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat davor gewarnt, dass Corona-Selbsttests die Menschen in falscher Sicherheit wiegen könnten. Reinhardt sagte, allen sollte klar sein, dass die Testergebnisse immer nur eine Momentaufnahme darstellten. Auch bei einem negativen Testergebnis müssten Abstand, Maskenschutz und Hygieneregeln eingehalten werden. Bei einem positiven Befund müsste schnellstmöglich eine Kontrolluntersuchung mit einem PCR-Test veranlasst und strikte Quarantäne eingehalten werden.

In einer Beschlussvorlage für das heutige Bund-Länder-Treffen zum Corona-Lockdown werden weitere Öffnungsschritte genannt. Diese sollen aber an den massiven Einsatz von Schnell- und Selbsttests geknüpft werden.

06:31 Uhr | Sächsische Landespolitiker gegen Impfpflicht

Die Äußerungen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zu einer möglichen Impfpflicht stoßen bei den anderen Parteien auf wenig Gegenliebe. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Simone Lang, sagte MDR AKTUELL, das Thema stehe im Moment nicht zur Debatte. Die Grünen-Abgeordnete Kathleen Kuhfuß betonte, gerade die Ostdeutschen reagierten sensibel, wenn ihnen die eigene Entscheidung genommen werde.

Kretschmer hatte eine Impfpflicht auf absehbare Zeit nicht generell ausgeschlossen. Ähnlich äußerte sich Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff. Das könne ein Thema für den Ethikrat sein. Er warb zugleich für das russische Präparat Sputnik V. Man müsse alles tun, was möglich sei, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen. Ostdeutschland habe jahrzehntelange Erfahrung mit russischem Impfstoff.

06:15 Uhr | Thüringer Wirtschaft drängt auf Öffnungen

Vor den Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Maßnahmen drängt die Wirtschaft auf Öffnungen. Der Präsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringen, Hartmut Koch, sagte MDR AKTUELL, man brauche einen Kurswechsel. Man dürfe sich nicht nur auf den Inzidenzwert konzentrieren. Vielmehr gehe es darum, wie man mit Hygienemaßnahmen und Tests weitere Firmenöffnungen ermöglichen könne.

Auch der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt hält Öffnungen bei Inzidenzwerten über 50 für vertretbar. Skeptisch äußerte sich hingegen der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz. Er verwies darauf, dass der R-Wert bei den Virusmutationen mittlerweile wieder über eins liege und das Impfen nicht vorankomme.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 3. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. März 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mann auf Wasserskiern 10 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Deutschland