Coronavirus-Pandemie Ticker: Merkel will Lockdown mit "Freitesten" beenden

Für Kanzlerin Angela Merkel ist ein Ende des Lockdowns untrennbar mit einem großflächigen Einsatz von Schnelltests verbunden. Sachsen-Anhalt erlässt neue Regeln für Kita- und Hortbetrieb. Dänemark und die Schweiz lockern ihre Maßnahmen. Gesundheitsminister Jens Spahn bittet im Bundestag um Geduld. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Angela Merkel
Arbeitet an einer Öffnungsstrategie: Angela Merkel Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 24. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:59 Uhr | Viele Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich meldet mit 31.518 Neuinfektion den stärksten Anstieg seit Mitte November. Vergangenen Mittwoch lag die Zahl bei 25.018.

Angesichts der Zahlen stehen neue Einschränkungen zur Debatte. Regierungssprecher Gabriel Attal sagte, die Lage verschlechtere sich und sei in etwa zehn Départements sehr besorgniserregend. Attal betonte, man wolle einen dritten landesweiten Lockdown verhindern – nach denen im Frühjahr und im Herbst 2020. Derzeit gilt in Frankreich eine abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Geschäfte und Schulen sind weitgehend geöffnet.

20:30 Uhr | Weniger als 3.000 Corona-Intensivpatienten

Die Zahl der Covid-19-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, ist unter die Marke von 3.000 gesunken. Am Mittwochmittag wurden 2.955 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen behandelt, wie aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hervorgeht. Mehr als die Hälfte davon wurden beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten vor mehr als drei Monaten, Anfang November, unter 3.000. Bis Anfang Januar stieg sie dann auf mehr als 5.700. Seither sinkt sie kontinuierlich.

20:01 Uhr | Auch Scholz setzt auf Schnelltests

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz verbindet die Lockerung der Corona-Regeln mit den neuen Schnelltests. Der SPD-Kanzlerkandidat sagte der "Rheinischen Post": "Das Virus und seine Mutationen werden uns noch eine Weile begleiten, fürchte ich. Wir müssen also Wege finden, wie wir es hinbekommen, nicht immer weiter im Lockdown leben zu müssen." Über die Rolle der Schnelltests bei den nächsten Öffnungsschritten werde am 3. März mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beraten, sagte Scholz.

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, beantwortet Fragen von Journalisten.
Olaf Scholz Bildrechte: dpa

Zugleich zeigte sich Scholz zuversichtlich, was eine Bewältigung der Krise angeht: "Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer wieder im Biergarten sitzen können und die nächste Bundesliga-Saison auch wieder im Stadion verfolgen werden."

19:46 Uhr | Andrang im Bergzoo Halle

Seit rund vier Wochen hat der Bergzoo Halle wieder geöffnet. Es darf aber nur eine bestimmte Anzahl Besucher gleichzeitig rein. Wie der Zoo den Besucherandrang steuert und wie es den Tieren geht, berichtet MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE:

18:50 Uhr | 25.000 Euro Strafe für Impf-Vordrängler

Wer sich beim Impfen gegen das Coronavirus vordrängelt, soll nach dem Willen von Union und SPD künftig bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen. Das sieht ein Änderungsantrag der Koalition für das Gesetz zur Fortgeltung der Regelungen über die epidemische Lage von nationaler Tragweite vor, wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" am Mittwoch berichtete. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur drängte die SPD auf die Regelung.

18:43 Uhr | Reisen in die Schweiz erleichtert

Aus den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg können Reisende ab Donnerstag wieder ohne Einschränkungen in die Schweiz reisen. Die Anordnung zu einer Quarantänepflicht für Menschen, die sich dort in den vorangegangenen zehn Tagen aufgehalten hatten, lief am Mittwoch aus. Damit gibt es vorerst keinerlei Einreiseauflagen mehr für Reisende aus Deutschland. Sie müssen sich aber elektronisch registrieren. Wer mit dem Flugzeug anreist, muss zudem einen negativen PCR-Test vorzeigen.

18:36 Uhr | Ladenmiete darf im Lockdown gekürzt werden

Die Gewerbemiete für einen Laden darf bei einem staatlich verordneten Lockdown zur Hälfte gekürzt werden. Das entschied das Oberlandesgericht Dresden und gab damit einer Einzelhändlerin zum Teil Recht. Die Richter erklärten, eine Reduzierung der Kaltmiete um 50 Prozent sei gerechtfertigt. Weil keine der Parteien für die Störung der Geschäftsgrundlage verantwortlich sei oder sie vorhergesehen habe, sei es angemessen, die Belastung gleichmäßig auf beide Parteien zu verteilen.

Die Frau hatte die Miete für den April 2020 nicht gezahlt, weil sie ihren Laden vom 19. März bis 19. April 2020 wegen der sächsischen Corona-Schutzverordnung nicht öffnen konnte. Der Eigentümer klagte dagegen, und das Landgericht Chemnitz verurteilte die Frau zur Zahlung der vollständigen Miete. Dagegen ging sie in Berufung. Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.

18:00 Uhr | Merkel: Deutsche sollen sich "freitesten"

Eine Woche vor der neuen Bund-Länder-Runde zur Corona-Politik hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Vorstellungen für einen Ausstieg aus dem Lockdown konkretisiert. "Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden", sagte Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bereits im März solle ein solches Testsystem funktionsfähig sein. Damit dies gelinge, müssten noch offene Fragen geklärt und das ganze Vorgehen am 3. März mit den Ministerpräsidenten beraten werden. "Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein", sagte die CDU-Politikerin.

17:46 Uhr | Burgenlandkreis ändert Impfstrategie

Der Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt will eine andere Impfstrategie verfolgen. Landrat Götz Ulrich sagte, die Zahl der Impfungen und der Takt sollten erhöht werden. Das gehe, indem man keinen Impfstoff mehr für die zweite Impfung zurückstelle. Der Landkreis vertraue darauf, dass die vom Bund versprochenen weiteren Lieferungen kommen werden. Ulrich erklärte den Strategiewechsel mit dem andauernd hohen Infektionsgeschehen. Hier sei keine Entspannung in Sicht.

17:38 Uhr | Urteil: Eindämmungsmaßnahmen verstoßen nicht gegen Menschenwürde

Die Kontaktbeschränkungen und die seit Freitag aufgehobene Ausgangsbeschränkung sind nach Einschätzung des Thüringer Oberverwaltungsgerichts rechtlich vertretbar. "Angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens erwiesen sich sowohl die Kontaktbeschränkungen als auch die inzwischen aufgehobene Ausgangsbeschränkung wohl noch als verhältnismäßig", teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Hintergrund ist der Eilantrag eines Familienvaters aus Weimar. Dieser sah seine Grundrechte verletzt. Er argumentierte, dass die Regeln den Umgang mit den nicht mehr im Haushalt lebenden Kindern und seinen Geschwistern unzumutbar eingeschränkt hätten. Das Oberverwaltungsgericht sah das anders: Dass der Familienvater vorübergehend seine Kontakte und seinen Aufenthalt zum Schutz anderer vor einer potenziell tödlichen Erkrankung einschränken muss, sei noch nicht als Verletzung der Menschenwürde zu betrachten.

17:20 Uhr | Merkel gegen Privilegien für Geimpfte – vorerst

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Vorrechte für Menschen mit Corona-Impfung gegenüber Nichtgeimpften derzeit ab. Allerdings könnte in dieser Frage eine Neubewertung nötig werden, wenn die Impfkampagne weiter vorangeschritten ist, sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die CDU-Politikerin sagte: "Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll." Zunächst müsse aber auch "eindeutig" geklärt sein, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien.

17:15 Uhr | Sachsen-Anhalt erlässt Regeln für Kita- und Hortbetrieb

Ab kommenden Montag sollen in Sachsen-Anhalt auch Kitas und Horte in einen eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Dabei seien der Gesundheitsschutz der Beschäftigten sowie die Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben besonders wichtig, erklärte das Sozialministerium am Mittwoch in Magdeburg.

Ein entsprechender Erlass empfehle folgende Regeln:

  • Betreuung in festen Gruppen; in Horten soll es dazu eine enge Abstimmung mit den Schulen geben
  • Möglichst kurze Bring- und Abholzeiten
  • Maskenpflicht für Eltern, wenn sie das Abstandsgebot nicht einhalten können
  • Kinder mit Krankheitssymptomen wie Fieber in Kombination mit trockenem Husten dürfen Einrichtungen nicht besuchen

17:01 Uhr | Ständige Tests nach Ausbruch bei Porsche

Nach dem Corona-Ausbruch auf einer Baustelle des Autobauers Porsche in Leipzig gibt es dort jetzt tägliche Schnelltests für die Arbeiter. Alle zwei Tage würden zudem PCR-Tests gemacht, sagte Porsche-Sprecherin Kristin Bergemann am Mittwoch. Grundsätzlich hätten nur noch Menschen mit einem negativen PCR-Test Zutritt.

Rund 150 Arbeiter auf der Baustelle für das neue Karosseriewerk des Autobauers sollen sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die ersten Fälle fielen vorige Woche auf. Laut Porsche sind dort ungefähr 60 Firmen tätig.

16:56 Uhr | Ansteckendere Variante in Kalifornien

US-Wissenschaftler haben sich besorgt über eine Coronavirus-Variante in Kalifornien gezeigt. Die im Dezember erstmals entdeckte Variante, die Forscher "B.1.427/B.1.429" genannt haben, sei ersten Erkenntnissen zufolge wahrscheinlich ansteckender als das Ausgangsvirus, berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf Wissenschaftler. Die Variante sei auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern weltweit entdeckt worden, habe sich aber nach bisherigen Erkenntnissen vor allem in Kalifornien ausgebreitet. Mindestens zwei Studien dazu sollen demnächst veröffentlicht werden.

16:31 Uhr | EU-Abgeordnete fordern Aufhebung von Patentschutz

Vor dem EU-Gipfel mehren sich die Forderungen nach einer Aufhebung des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen und -Medikamenten. Mehr als 100 Europaabgeordnete verlangten am Mittwoch in einem offenen Brief, dass die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten ihren Widerstand gegen eine Aussetzung geistiger Eigentumsrechte bei der Welthandelsorganisation aufgeben. Der Schritt soll Impfstoffe für ärmere Länder erschwinglicher machen.

16:17 Uhr | Halles OB lehnt Rücktritt ab

In der Affäre um vorgezogene Corona-Impfungen für Lokalpolitiker lehnt der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, einen Rücktritt ab. "Ich werde nicht zurücktreten", sagte der parteilose Politiker am Mittwoch im Stadtrat. Es lägen keine Verfehlungen vor.

16:03 Uhr | Schweiz und Dänemark lockern

In der Schweiz machen nach einem Rückgang der Infektionszahlen nächste Woche die Geschäfte wieder auf. Auch Museen und Lesesäle von Bibliotheken dürfen öffnen, ebenso Zoos, Tennis- und Fußballplätze und Erlebnisparks. Das kündigte die Regierung am Mittwoch an. Restaurants bleiben aber vorerst geschlossen. Dafür gibt es besondere Lockerungen für junge Leute bis 20 Jahren: Sie dürfen sich künftig wieder in Bands, Orchestern oder Chören treffen – allerdings nicht vor Publikum auftreten.

Dänemark lockert ebenfalls seine Beschränkungen. Dort dürfen nach Angaben der Regierung ab Montag wieder Geschäfte öffnen, deren Ladenfläche kleiner als 5.000 Quadratmeter ist und die sich nicht in Einkaufszentren befinden. Auch einige größere Geschäfte dürfen wieder die Türen aufschließen, aber nur mit behördlicher Genehmigung und Kunden-Obergrenze. Auch beim Sport im Freien dürfen sich ab kommender Woche wieder mehr Menschen treffen. Die meisten Beschränkungen verlängerte die Regierung aber bis zum 5. April. So bleiben etwa Bars und Restaurants geschlossen.

15:58 Uhr | Thüringen will sich in Mitteldeutschland absprechen

Thüringen will sich mit Sachsen und Sachsen-Anhalt abstimmen, sollte kein bundeseinheitlicher Corona-Fahrplan zustande kommen. Der Staatssekretär und Bevollmächtigter Thüringens beim Bund, Malte Krückels, sagte im Erfurter Landtag, man werde mit den unmittelbaren ostdeutschen Nachbarn ein gemeinsames Vorgehen ausloten.

Thüringen verlangt vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen kommende Woche parallel weiterhin einen bundesweiten Stufenplan für Lockerungen. Staatskanzlei-Chef Benjamin Hoff sagte, man brauche Klarheit, welche Bereiche wann geöffnet werden könnten und was bei steigenden Zahlen geschlossen werden müsse.

Sachsens Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk betonte am Mittwoch, man sei an einem kritischen Punkt. Deshalb müsse man mit Lockerungen sehr vorsichtig sein.

15:50 Uhr | Hohe Wirksamkeit bei Impfstoff von Johnson & Johnson

Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson hat nach Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA eine sehr hohe Wirksamkeit. Wie aus am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, verhinderte das Mittel in einer klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu fast 86 Prozent. Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit demnach bei etwa 81 beziehungsweise circa 87 Prozent. Demnach wirkt der Impfstoff offenbar auch gut gegen die südafrikanische und die brasilianische Variante, die als deutlich ansteckender gelten.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson befindet sich derzeit in den USA und der EU im Zulassungsverfahren. Er hat im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen den Vorteil, dass nur eine Injektion nötig ist. Deutschland erhält im Falle einer Zulassung nach Angaben des Gesundheitsministeriums über die EU 36,7 Millionen Dosen des Präparats.

15:20 Uhr | 20 Millionen Deutsche mit Risiko für schweren Verlauf

In Deutschland haben mehr als 20 Millionen Menschen ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Robert Koch-Instituts (RKI). Betroffen seien rund 30 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren. Gefährdet sind nach Angaben des RKI Menschen im Alter über 65, sowie Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, chronischen Nierenbeschwerden und Adipositas. Die Studie zeigt gleichzeitig regionale Unterschiede. In den ostdeutschen Bundesländern und im Saarland gibt es den höchsten Anteil von Menschen aus der Hochrisikogruppe.

15:14 Uhr | Tschechien will Lockdown weiter verschärfen

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen angekündigt. Er sagte, man müsse eine totale Katastrophe in den Krankenhäusern abwenden. Über die Details werde noch beraten.

Der Prager Klinikchef Petr Arenberger sagte MDR AKTUELL, er halte die Lage in tschechischen Krankenhäusern für gerade noch beherrschbar. In Prag und weiten Teilen des Landes seien die Kliniken schon sehr belastet. Dort seien nur noch fünf bis zehn Prozent der Intensivbetten frei. Arenberger betonte, man müsse zur Zeit entscheiden, welcher Patient von einer Beatmung wirklich profitiere.

14:36 Uhr | Spahn: Müssen lernen mit dem Virus zu leben

Jens Spahn
Jens Spahn im Bundestag Bildrechte: dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Mittag den Fragen des Bundestages gestellt. In der Fragestunde ging es unter anderem um die Mutationen, Inzidenzzahlen, mögliche Lockerungen und um die Selbsttests. Man befinde sich auf einem guten Weg, begann Spahn seine Rede. Dennoch stünden uns allen noch lange Wochen bevor. In die kommenden Wochen möchte er mit Umsicht gehen – und mit Testen und Impfen.

Wir werden alle pandemie-müde, das Virus aber nicht.

Jens Spahn, CDU Bundesgesundheitsminister

Spahn räumte ein, dass es zwar einen bundeseinheitlichen Rahmen für Lockerungen brauche, aber aufgrund der schwer berechenbaren Entwicklungen rund um die Virus-Mutante könne man keinen Öffnungsplan für die nächsten sechs Monate machen. Es brauche vorsichtige Schritte hin zu Öffnungen und "wir alle müssen lernen mit dem Virus zu leben", mahnte Spahn.

Ein wichtiges Instrument in der Bekämpfung der Pandemie seien die Schnell- und Selbsttests. Spahn geht davon aus, dass das Testen dabei helfen könne, etwas Normalität zurück zu erlangen. Auf die Frage, wie viel die Tests letztendlich kosten werden, konnte Spahn noch keine Antwort geben. Man bespreche derzeit die Kosten und mache die staatliche Bezuschussung vom Marktpreis abhängig.

12:15 Uhr | Weltärztepräsident fordert bundesweiten Stufenplan

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery fordert bundesweit einheitliche Vorgaben für Öffnungsschritte aus dem Corona-Lockdown. Montgomery sagte MDR AKTUELL, es sei ziemlich erschreckend, dass es bis heute in Deutschland keinen einheitlichen Stufenplan für Lockerungen gebe. Bei solchen Plänen müsse neben dem Inzidenzwert vor allem der R-Wert berücksichtigt werden. Dieser zeige, wohin die Infektionen in der Zukunft gingen.

10:35 Uhr | Polen verschärft erneut Corona-Maßnahmen

Weil die Neuinfektionen wieder zunehmen, verschärft Polen die Corona-Maßnahmen. Gesundheitsminister Adam Niedzielski kündigte unter anderem Einreisebeschränkungen an den Grenzen zu Tschechien und der Slowakei an. Zudem müssten die Maßnahmen stärker regional ausgerichtet werden. Die neuen Regeln sollen am Samstag in Kraft treten.

Polen hatte erst kürzlich einige Maßnahmen aufgehoben. So wurden Ski-Pisten, Hotels, Kinos und Theater geöffnet. Allerdings hatten die Behörden gewarnt, dass die Lockerungen je nach Lage wieder zurückgenommen werden müssten.

10:05 Uhr | Ghana erhält als erstes Land Impfungen von Covax

Ghana erhält als erstes Land eine Impfstoff-Lieferung der internationalen Covax -Initiative. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF handelt es sich um 600.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca.

Die von der WHO und der Impf-Allianz Gavi gegründete Covax-Initiative will ärmere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgen. In diesem Jahr will sie nach eigenen Angaben insgesamt knapp zwei Milliarden Dosen ausliefern.

09:25 Uhr | Depressionshilfe: Psychische Folgen von Corona-Maßnahmen erfassen

Der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl, fordert eine systematische Erfassung der psychischen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen. "Derartige unerwünschte Folgen für Menschen mit psychischen oder anderen Erkrankungen müssen ebenso sorgfältig erfasst werden wie die Zahlen der Corona-Statistiken", sagte Hegerl der Funke Mediengruppe.

Auch der Jugendpsychiater Paul Plener bekräftigte die Forderung. Er habe eine Zunahme von Fällen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Essstörungen und schweren Depressionen mit Suizidversuchen beobachtet. Besonders betroffen von psychischen Erkrankungen in der Pandemie sei die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen.

09:15 Uhr | Stiko-Chef fordert Nachrücker-Listen

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, fordert zweckmäßige Lösungen für übrig gebliebene Impfdosen. Mertens sagte den Funke-Medien, von Astrazeneca blieben jeden Tag viele Einheiten liegen. In der Praxis sei es jedoch oft schwierig, den nächsten in der Impfreihenfolge ermitteln und zu erreichen. Deshalb sollte es in allen Impfzentren unbedingt Listen geben, wer in solchen Fällen an die Reihe komme. Auch FDP-Chef Lindner forderte Nachrücker-Listen. Zudem schlug er ein nationales Impfportal vor. Es dürfe keine Impfdose verloren gehen.

09:00 Uhr | Erstmals Corona-Selbsttests in Deutschland zugelassen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher des Bundesinstituts mit. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen.

In den nächsten Tagen werde es sie dann auch in Geschäften geben, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Er gehe davon aus, dass in der nächsten Woche weitere Zulassungen ausgesprochen werden könnten.

08:40 Uhr | Deutsche Wirtschaft um 4,9 Prozent in 2020 eingebrochen

Für das Gesamtjahr 2020 ist die deutsche Wirtschaft um 4,9 Prozent eingebrochen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Vor allem die privaten Konsumausgaben nahmen bedingt durch den Lockdown deutlich ab, ebenso die staatlichen Konsumausgaben.

Zudem sei die Erholung der deutschen Wirtschaft im letzten Quartal 2020 durch den erneuten Lockdown gebremst worden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wuchs das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember 2020 um 0,3 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ergab sich ein Minus von 3,7 Prozent.

Außerdem wirke sich die Corona-Krise weiter deutlich auf den Arbeitsmarkt aus, teilte das Bundesamt mit. Die Wirtschaftsleistung wurde im vierten Quartal 2020 von rund 45 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren fast zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

08:25 Uhr | Städtebund macht Druck wegen Impfnachweis

Der Städte- und Gemeindebund fordert mehr Tempo bei der Einführung eines digitalen Impfnachweises. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Funke-Medien, es gehe nicht darum, ob an einen solchen Impfpass bereits jetzt die Befreiung von bestimmten Einschränkungen geknüpft sei. Der Impfnachweis werde aber kommen, das zeigten Staaten wie Israel.

Auch die EU macht Druck. Kommissionsvize Margaritis Schinas sagte, wichtig sei bei dem Impfnachweis ein gemeinsamer Ansatz in der EU. Zudem müsse man diskutieren, wie der Nachweis genutzt werde.

08:00 Uhr | Schülervertreter befürchten düstere Zukunftsaussichten

Die Bundesschülerkonferenz warnt angesichts der Corona-Pandemie vor düsteren Zukunftsaussichten für die derzeitige Schülergeneration. Besonders besorgten die Schülervertreter die Aussichten für ohnehin schon abgehängte Schüler und Schülerinnen aus wirtschaftlich schwächeren Familien. Mit Blick auf die Themen Bewerbung, Ausbildungsplätze, Praktika sagte der Generalsekretär Dario Schramm, der ganze Bereich Berufsvorbereitung leide massiv unter der Situation.

Ähnliche Einschätzungen kommen von der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände. Man sehe "mit Sorge", dass viele Schülerinnen und Schüler während der Schulschließungen nicht erreicht würden. Aktuell leide besonders die berufliche Orientierung, heißt es weiter. Viele Schülerinnen und Schüler hätten nicht die Möglichkeit ein Betriebspraktikum zu machen.

07:45 Uhr | Friseure bereiten sich auf Ansturm vor

Die Friseure in Deutschland bereiten sich nach mehrmonatiger Schließung auf einen Kunden-Ansturm vor. Der Andrang sei vielleicht noch größer als nach dem ersten Lockdown, viele Salons seien jetzt schon bis Ende März ausgebucht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, verlängerten viele Betriebe ihre Öffnungszeiten. Mit einer Preissteigerung wie nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr rechnet der Verband diesmal nicht.

Bei den vergangenen Bund-Länder-Treffen hatten die Kanzlerin und die Regierungschefs vereinbart, dass Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen.

07:30 Uhr | Astrazeneca kämpft weiter mit Lieferengpässen

Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca hat offenbar weiter mit Lieferengpässen zu kämpfen. Ein EU-Vertreter sagte, der britisch-schwedische Konzern habe für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt. Doch könnten diese Mengen theoretisch von anderen Impfstofffabriken des Herstellers kompensiert werden. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass der Konzern die Lieferung im zweiten Quartal halbieren wolle auf weniger als 90 Millionen Dosen.

Astrazeneca hatte bereits im Januar eine drastische Kürzung der Liefermengen für die EU im ersten Quartal angekündigt: Statt 80 Millionen Dosen wollte das Unternehmen nur 31 Millionen liefern.

07:00 Uhr | Digitaler Schub in der Arbeitswelt

32 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland haben 2020 im Homeoffice gearbeitet. Besonders die Ausstattung mit Videokonferenzdiensten nahm deutlich zu. Das geht aus dem Digital-Index 2020/21 der Initiative D21 hervor. Im Vergleich zu 2019 sei demnach das mobile Arbeiten um 17 Prozentpunkte angestiegen.

Beim Thema digitaler Unterricht ist hingegen noch Luft nach oben: Etwa zwei Drittel der befragten Lehrkräfte, Schüler und Eltern berichten von Hürden. Am häufigsten nannten sie uneinheitliches Vorgehen bei der Bereitstellung von Unterrichtsmaterial als Problem, mangelnde Hardware oder Internetausstattung bereiteten auch Schwierigkeiten.

06:30 Uhr | Handel, Gastronomie und Kultur fordern Öffnungsperspektive

Handel, Gastronomie und Kultur in Mitteldeutschland dringen auf konkrete Öffnungsschritte. Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, sagte MDR AKTUELL, beim nächsten Bund-Länder-Treffen müsse ein Fahrplan erstellt werden. Die Politik dürfe die Gastronomie nicht komplett vergessen.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Sachsen, René Glaser, forderte ebenfalls ein verbindliches Konzept für eine zeitnahe Öffnung. Außerdem forderte der Thüringer Kulturrat, Kultureinrichtungen individuelle Lösungen zu ermöglichen. Theater, Museen und andere Kulturstätten hätten dafür große Anstrengungen unternommen.

06:20 Uhr | Sachsen: Baldige Lockerungen nicht in Sicht

Der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk, sieht angesichts der Entwicklung der Pandemie derzeit kaum Spielraum für Öffnungen. Schenk sagte bei MDR AKTUELL, alles hänge an der Inzidenz. Sachsen habe sich heruntergekämpft von Werten über 400 auf einen Wert von 62 in der vergangenen Woche. Leider habe sich nun das Infektionsgeschehen wieder beschleunigt.

20 bis 25 Prozent der Neuansteckungen würden inzwischen durch die britische Corona-Mutation verursacht. Es sei damit zu rechnen, dass diese Rate weiter deutlich ansteige. Schenk sprach von einem kritischen Punkt. Deshalb müsse man mit Lockerungen sehr vorsichtig sein. Man berate aber weiter über intelligente Ideen, zum Beispiel im Einzelhandel Termine für Anproben vereinbaren zu können.

06:15 Uhr | Impfungen für Grundschullehrer und Erzieher starten

Lehrer und Erzieher können ab heute gegen das Coronavirus geimpft werden. Die dazugehörige Verordnung tritt heute in Kraft, gab Bundesgesundheitsminister Spahn bekannt. Speziell gehe es um Beschäftigte in Grund- und Förderschulen, in Kitas und in der Kindertagespflege.

Die Impfungen brächten zusätzliche Sicherheit in ein Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich seien. Bei den Impfungen dürften vor allem bisher ungenutzte Astrazeneca-Dosen zum Einsatz kommen. An die Länder wurden bereits 1,4 Millionen Dosen geliefert. Verabreicht wurden davon bisher nur 212.000.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 24. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier drunter.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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