Coronavirus-Pandemie Ticker: Corona-Selbsttests schnell ausverkauft

Discounter haben seit Samstag Corona-Selbsttests im Sortiment, vielerorts waren sie schnell vergriffen. Weitere Unions-Politiker stehen jetzt wegen Maskengeschäften unter Korruptionsverdacht. Der Pflegeschutzbund Biva forderte ein Ende der strengen Corona-Beschränkungen für Altenheime, da inzwischen fast alle Heimbewohner geimpft seien. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Überblick.

Unser Ticker am Samstag, 6. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Schwesig kritisiert fehlende Corona-Schnelltests

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat den Bund für fehlende Corona-Selbsttests verantwortlich gemacht. Die SPD-Politikerin kritisierte, der Bund lasse es zu, dass zunächst Aldi und Co. Selbsttests verramschen könnten. Dagegen seien die Lieferungen an die Länder erst für Mitte März angekündigt. Schwesig monierte, der Markt dürfe nicht über den Schutz für Kinder und Jugendliche bestimme. Das sei eine staatliche Aufgabe. Mit mehr Selbsttests seien eher Lockerungen in Kitas und Schulen möglich.

21:54 Uhr | Erste Corona-Impfungen bei Hausärzten

In Sachsen-Anhalt sind erstmals Patienten bei ihren Hausärzten gegen das Coronavirus geimpft worden. Das wurde durch die offizielle Deklarierung der Praxen als Außenstellen von Impfzentren möglich gemacht. Dabei arbeiten die Impfzentren im Land mit ausgewählten Hausarztpraxen zusammen und beliefern diese mit Impfstoff. Mehr zu den Vorteilen und Problemen bei der Covid-Impfung durch Hausärzte im Bericht von Niels Bula.

21:35 Uhr | Dalai Lama ruft zu Covid-Schutzimpfung auf

Der Dalai Lama ist gegen das Coronavirus geimpft worden. Das geistige Oberhaupt der Tibeter erhielt in einem Krankenhaus der nordindischen Stadt Dharamsala die erste Dosis einer Covid-19-Impfung.

Der Dalai Lama erhält eine Impfung gegen das Coronavirus im Zonal Hospital
Der Dalai Lama wurde gegen das Coronavirus geimpft. Bildrechte: dpa

Angaben, welches Serum der 85-Jährige erhielt, wurden nicht gemacht. Der Dalai Lama warb für die Immunisierung gegen das Coronavirus: "Mehr Menschen sollten den Mut haben, sich für die Injektion zu entscheiden." Die Corona-Schutzimpfung sei "sehr hilfreich und sehr gut".

20:37 Uhr | Proteste gegen Corona-Politik in mehreren Ländern

In mehreren europäischen Ländern sind Demonstranten gegen Corona-Einschränkungen auf die Straßen gegangen. In Wien beteiligten sich mehrere tausend Menschen, darunter nach einem ORF-Bericht auch Rechtsextreme und Gruppen aus Deutschland. Da viele Teilnehmer gegen die Infektionsschutzmaßnahmen verstießen, wurden zahlreiche Anzeigen erstattet, es gab auch einige Festnahmen. In der Schweiz zogen nach Angaben der Polizei mehr als 4.000 Demonstranten durch die Stadt Chur. Auch in Irland und in Schwedens Haupstadt Stockholm protestierten Hunderte Menschen gegen Corona-Regeln.

Bei einem Autokorso von Kritikern der deutschen Corona-Politik in Leipzig und Gegenveranstaltungen gab es keine größeren Zwischenfälle. Ein Polizei-Großaufgebot konnte beide Lager getrennt halten.

19:50 Uhr | Maskengeschäfte: Druck auf CDU-Politiker wächst

Wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Kauf von Corona-Schutzmasken wächst der Druck auf den CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel. Die CDU-Spitzenkandidatin in Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, sagte dem "Spiegel", wenn sich Parlamentarier in dieser Krise bereicherten, werde das Vertrauen in die Demokratie erschüttert. Löbel müsse den Sachverhalt aufklären. Dieser hat bereits angekündigt, seinen Sitz im Auswärtigen Ausschuss abzugeben. Seine Firma soll für die Vermittlung eines Geschäfts mit Schutzmasken 250.000 Euro Provision erhalten haben. Zuvor hatte sich bereits der CSU-Politiker Georg Nüßlein wegen ähnlicher Vorwürfe aus der Politik zurückgezogen.

18:43 Uhr | 3.500 freie Biontech-Impftermine in Sachsen

In Sachsen sind ab Montag insgesamt 3.500 freie Impftermine online buchbar. Der Sprecher des DRK, Kai Kranich, sagte MDR SACHSEN, das betreffe die Impfzentren Eich/Vogtland, Mittweida und Löbau. Verimpft werde der Impfstoff von Biontech. Der Aufruf richte sich an über 80-Jährige und andere Personen mit höchster Priorität.

18:16 Uhr | Thüringer Lehrer fordern Pflichttests für alle Schüler

Der Thüringer Lehrerverband fordert sofort verpflichtende Corona-Schnelltests für alle Schüler. Vorsitzender Rolf Busch verlangte zugleich die Testung aller Klassen, bevor weitere Kinder in die Schulen dürfen. Er reagierte damit auf eine Aussage von Bildungsminister Helmut Holter, wonach es erst nach Ostern flächendeckend Schnelltests in Schulen geben soll. Aktuell können sich Mädchen und Jungen ab der 7. Klasse wöchentlich testen lassen. Für Jüngere gibt es zumeist noch kein Konzept. Lehrkräfte können sich impfen lassen.

17:49 Uhr | Berlin weitet Impfung mit Astrazeneca aus

In Berlin werden ab Sonntag Impftermine für das Präparat von Astrazeneca an Menschen über 65 Jahre vergeben. Die Gesundheitsverwaltung begründete das damit, dass der Astrazeneca-Impfstoff jetzt auch für ältere Menschen zugelassen sei. Demnach können sich jetzt auch über 70-Jährige impfen lassen sowie über 65-Jährige mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Auch in Arztpraxen sollen in der kommenden Woche Impfungen beginnen.

17:05 Uhr | Infektionslage in Thüringen weiter angespannt

Thüringen ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 135 Infektionen je 100.000 Einwohner weiterhin das einzige Bundesland mit einem Wert über 100. Nach Daten des Risklayer-Projekts liegt die Inzidenz aktuell im Saale-Orla-Kreis, in den Kreisen Greiz und Hildburghausen sowie im Wartburg-Kreis sogar über 200. Frühestens ab einer Inzidenz unter 100 sind nach den Beschlüssen von Bund und Ländern Öffnungsschritte möglich.

Im Vergleich der Bundesländer folgen bei der Inzidenz Sachsen-Anhalt (93) und Sachsen (91) auf den Plätzen zwei und drei. Unter dem Richtwert von 50 liegen nur Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Deutschlandweit wurden gestern 9.584 neue Ansteckungen erfasst, 1.900 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg leicht auf 69.

16:10 Uhr | Corona-Selbsttests schnell ausverkauft

Die von Discountern seit Samstag angebotenen Corona-Selbsttests sind vielerorts schnell ausverkauft gewesen. Aldi Nord und Süd meldeten, dass in zahlreichen Filialen die Tests bereits am Vormittag vergriffen gewesen seien. Dabei sei die Abgabe auf eine Packung pro Kunde begrenzt worden. In den kommenden Tagen werde Nachschub erwartet.

Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi im Stadtteil Bult.
Ansturm in den Aldi-Filialen auf Corona-Selbsttests. Bildrechte: dpa

Auch Lidl bietet jetzt Selbsttests an, zunächst aber nur online. Die Internetseite des Discounters brach am Samstag zusammen. Lidl bat seine Kunden um Entschuldigung. Weitere Supermärkte sowie Drogerien wollen kommende Woche mit dem Verkauf starten, ebenso Apotheken.

Die Selbsttests sollen eine Ergänzung zu den Tests sein, die durch geschultes Personal vorgenommen werden müssen. Grundsätzlich gelten Tests neben Impfungen als wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der Pandemie. Das Bundesgesundheitsministerium wies darauf hin, dass die Selbsttests es ermöglichten, "schnell und unkompliziert zu überprüfen, ob eine akute Infektion mit dem Coronavirus vorliegt". Bei Symptomen oder Kontakt zu Infizierten müsse man jedoch den Arzt aufsuchen und einen PCR-Test machen.

15:20 Uhr | Leipzig: Protest gegen Corona-Politik geringer als erwartet

In Leipzig haben sich weniger Gegner der Corona-Maßnahmen zu Demonstrationen versammelt als angekündigt. Die Polizei schätzt die Anzahl der Fahrzeuge der Autokorsos auf etwa 350. Angemeldet waren rund 1.000 Fahrzeuge. Die Teilnehmer hefteten Plakate an die Autoscheiben, etwa mit Kritik an den Corona-Impfungen. Sie kommen unter anderem aus Dresden, Limbach-Oberfrohna und Naumburg. Ein Korso aus dem Corona-Hotspot Vogtland wurde abgesagt, ein weiterer aus Halle von Gegendemonstranten blockiert. Im Leipziger Zentrum versammelten sich geschätzt etwa 1.000 Teilnehmer unter dem Motto "Querdenken ausbremsen". Die Polizei ist im Stadtgebiet im Großeinsatz.

14:52 Uhr | Hunderte Arbeiter auf Luxusliner in Quarantäne

Das Kreuzfahrtschiff 'Odyssey of the Seas' wird am frühen Samstag-Morgen von der Meyer-Werft über die Ems in Richtung Nordsee überführt.
Die "Odyssey of the Seas" ist 347 Meter lang, sie ist ausgelegt für 1.550 Besatzungsmitglieder und etwa 4.300 Passagiere. Bildrechte: dpa

Wegen zwei Corona-Fällen auf dem neugebauten Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" sitzen Hunderte Arbeiter auf dem Schiff in Bremerhaven fest. Wie die Meyer-Werft mitteilte, hat das der Hafenärztliche Dienst angeordnet. Bei zwei Arbeitern war demnach das Virus festgestellt worden. Die Infizierten seien separiert worden. Weitere Ansteckungen gebe es bislang nicht. Die Mannschaft werde täglich getestet.

14:11 Uhr | Spahn verteidigt Corona-Teststrategie des Bundes

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die umstrittene Corona-Teststrategie der Bundesregierung verteidigt. "Es war nie vereinbart, dass der Bund diese Tests beschafft", sagte der CDU-Politiker bei einer digitalen Gesprächsrunde. "Was vereinbart war, ist, dass wir mithelfen, dass sie zugänglich sind, dass sie verfügbar sind." Schnelltests seien mehr als genug verfügbar. "Deswegen können wir ab Montag als Bund auch sagen, wir übernehmen die Kosten für einen Bürgertest für jeden, der sich mindestens einmal die Woche testen lassen will." Die Strukturen dafür würden entstehen. Zudem seien die Selbsttests, die in Drogerien, Discountern und Apotheken erhältlich sind, eine Hilfe, um private Situationen wie beispielsweise Familientreffen abzusichern, sagte Spahn.

14:00 Uhr | Mindestens 29.000 Alten- und Pflegeheimbewohner mit oder an Corona gestorben

In deutschen Alten- und Pflegeheimen sind einem Zeitungsbericht zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie mindestens 29.000 Bewohner mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" nach einer Umfrage unter den Gesundheits- und Sozialministerien der Bundesländer. Die Zahl könne sogar noch höher liegen, da es in den Landesstatistiken offenbar Lücken gebe. Zudem seien zum Teil Fälle aus Unterkünften für Obdachlose, Asylbewerber oder anderen Heimen mitgezählt worden. Der Großteil betreffe aber die Alten- und Pflegeheime.

13:02 Uhr | Autokorsos zu Corona-Demos nach Leipzig gestartet

Kritiker der Corona-Maßnahmen haben sich am Vormittag an mehreren Orten in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Autokorsos versammelt. Ziel ist die Stadt Leipzig. Wie die Polizei mitteilte, kamen in Limbach-Oberfrohna im Landkreis Zwickau rund 100 Personen mit ihren Fahrzeugen zusammen. Auch in Dresden trafen sich Autofahrer. Dort sollte der Korso am Mittag Richtung Leipzig starten. Die Lagezentren in Sachsen-Anhalt meldeten drei angemeldete Autokorsos mit insgesamt rund 300 Fahrzeugen.

Die Polizei in Leipzig ist auf einen Großeinsatz vorbereitet. Ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften will sich den Kritikern der Corona-Regeln entgegenstellen. Angemeldet ist hierfür eine Kundgebung mit 1.000 Teilnehmern auf dem Augustusplatz. Auch mehrere Fahrrad- und Fahrzeugkorsos sind geplant.

11:45 Uhr | Saudi-Arabien lockert Corona-Beschränkungen

Saudi-Arabien will die meisten Coronavirus-Beschränkungen am Sonntag aufheben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf einen Vertreter des Innenministeriums meldet, dürfen die Bewohner des Königreichs dann wieder in Restaurants essen. Auch Kinobesuche und andere Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten sollen wieder möglich sein. Verboten bleiben weiterhin unter anderem Hochzeiten und Zusammenkünfte in Firmen. Soziale Kontakte werden weiterhin auf Treffen von maximal 20 Personen begrenzt. In Saudi-Arabien läuft seit Mitte Dezember eine groß angelegte Impfkampagne mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff.

10:46 Uhr | Pflegeschutzbund fordert Ende der Beschränkungen für Heimbewohner

Der Pflegeschutzbund Biva hat ein Ende der Corona-Beschränkungen für Heimbewohner gefordert.

Symbolbild weist auf Besuchsverbot hin - alte Frau mit Rollator geht Gang in einem Pflegeheim entlang
Trotz weitgehender Impfungen gelten in deutschen Pflegeheimen noch immer restriktive Besuchsbestimmungen. Bildrechte: MDR/Imago

Der Biva-Vorsitzende Manfred Stegger appellierte an die Gesundheitsminister der Länder, ab sofort Pflegeheimbewohnern Besuche nach den allgemein geltenden Regeln zu ermöglichen. Trotz Impfungen in fast allen Heimen in Deutschland warteten alte Menschen weiterhin auf Erleichterungen der "besonders strikten Kontaktbeschränkungen". Seit Wochen liege eine Empfehlung des Ethikrates vor, dieser Personengruppe im Zuge von Impfungen "spürbare Erleichterungen" zu ermöglichen. Doch bis heute sei nur wenig geschehen, kritisierte Stegger.

10:34 Uhr | Stiko-Chef rechnet mit baldigem Ende der Impfstoff-Knappheit

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, rechnet mit deutlich mehr Corona-Impfungen nach April. Mertens sagte der "Augsburger Allgemeinen", er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement. Kern des Problems sei bisher mangelnder Impfstoff.

Thomas Mertens
Stiko-Chef Mertens will Krankenhausaufenthalte auch ohne Impfung ermöglichen. Bildrechte: dpa

Im zweiten und dritten Quartal werde so viel zur Verfügung stehen, dass ihn die Impfzentren nicht mehr verimpfen könnten. Lockerungen für Geimpfte sind aus Sicht des Stiko-Chefs nur schwer zu verhindern. Er forderte aber gleichzeitig, Alltagsdinge auch ohne Impfschutz weiter zu ermöglichen. Als Beispiele nannte Mertens die Nutzung von Bus und Bahn und Krankenhausaufenthalte.

10:19 Uhr | Anti-Corona-Proteste und Gegendemos in Leipzig

In Leipzig und auf umliegenden Autobahnen ist heute mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Ziel der meisten Autokorsos ist die Neue Messe, wo sich auch das Impfzentrum der Stadt befindet. Es gibt auch Gegenproteste. Eine Kundgebung ist unter anderem auf dem Augustusplatz geplant. Hinzu kommen Fahrrad- und Fahrzeugkorsos. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Sie wird dabei unterstützt von der sächsischen Bereitschaftspolizei und Einsatzkräften aus sechs Bundesländern.

10:08 Uhr | Verkaufsstart von Corona-Schnelltests bei Lidl und Aldi

Die Discounter Lidl und Aldi haben mit dem Verkauf von Corona-Schnelltests für den privaten Gebrauch begonnen. Bei Lidl sind die 5er-Test-Packungen zunächst nur über den Onlineshop erhältlich. In Kürze sollen sie nach Angaben des Unternehmens auch in allen Lidl-Filialen verkauft werden.

Eine Menschenschlange steht vor einem Discounter an
Menschenschlange vor einem Aldi-Discountmarkt in der Leipziger Nonnenstraße. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Aldi Nord und Aldi Süd bieten die Selbsttests für zuhause bereits jetzt in ihren Filialen an. Dabei gilt zunächst eine Verkaufsbegrenzung von einer Packung pro Kunde. In vielen Aldi-Filialen waren sie dennoch nach kurzer Zeit ausverkauft. Auch andere Supermärkte und Apotheken wollen bald mit dem Verkauf beginnen. Die Drogerie-Ketten DM und Rossmann bieten die Tests ab Dienstag an.

09:57 Uhr | Schäuble fordert Änderung des Wahlrechts

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat wegen der Corona-Pandemie eine Änderung des Wahlrechts gefordert. Der CDU-Politiker sagte der "Süddeutschen Zeitung", er werde den Fraktionen des Parlaments die Änderung empfehlen, um den kleineren Parteien die Beteiligung an der Bundestagswahl zu erleichtern.

Laut Wahlrecht müssen kleine Parteien, die nicht im Bundestag vertreten sind, Unterschriften von Unterstützern vorlegen. Nur so werden ihre Landeslisten und Direktkandidaten zur Wahl zugelassen. In der aktuellen Corona-Pandemie ist das Unterschriftensammeln aber kaum möglich. Schäuble will deshalb vorschlagen, für die Bundestagswahl im September die Zahl der Unterschriften zu senken. Möglich sei auch, Unterstützerunterschriften digital zu sammeln, sagte er.

09:18 Uhr | Merck meldet Fortschritte bei Entwicklung von Covid-19-Medikament

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. berichtet von positiven Studienergebnissen bei seinem Covid-19-Medikament Molnupiravir. Es sei eine schnellerer Virus-Rückgang bei Patienten in einem frühen Krankheitsverlauf festgestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Die Ergebnisse der mittleren Studienphase seien vielversprechend.

Das Mittel, das Merck gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ridgeback Bio entwickelt, wird derzeit in einer Phase-2/3-Studie getestet, die im Mai abgeschlossen werden soll. Der Konzern will sich bei Covid-19 nur noch auf Medikamente zur Behandlung der Krankheit konzentrieren, nachdem bei der Entwicklung eines Impfstoffs nicht die erhoffte Immunreaktion erreicht und das Programm im Januar eingestellt wurde.

09:04 Uhr | Korruptionsverdächtiger CDU-Abgeordneter Löbel verlässt Auswärtigen Ausschuss

Der wegen umstrittener Geschäfte mit Corona-Schutzmasken unter Korruptionsverdacht stehende Mannheimer CDU-Abgeordnete Nikolas Löbel hat nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" seinen Sitz im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags aufgegeben. Löbel soll einem "Spiegel"-Bericht zufolge 250.000 Euro Provision für die Vermittlung von Schutzmasken-Ankäufen erhalten haben.

Georg Nüßlein (CSU) spricht in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag.
Gegen Ex-Unionsfraktionsvize Nüßlein ermittelt die Generalstsstsanwaltschaft München. Bildrechte: dpa

Bereits am Freitag hatte der CSU-Bundestagsabgeordnete und frühere Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt gegen ihn wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit. Nüßlein soll sich für einen Maskenkauf eingesetzt haben, für den 660.000 Euro Provision an eine Firma gingen, an der er selbst beteiligt sein soll.

08:50 Uhr | Viele Infektionen durch wenig Immunität in Thüringen

Das Thüringer Gesundheitsministerium führt die nach wie vor hohen Corona-Infektionszahlen im Freistaat auf eine geringe Immunisierung der Bevölkerung zurück. Gesundheitsministerin Heike Werner sagte dem MDR, im Gegensatz zu anderen Bundesländern habe es in Thüringen im letzten Sommer keine erste Corona-Welle gegeben. Deshalb seien die Infektionszahlen im Winter schnell und stark angestiegen. Außerdem seien die Thüringer im Schnitt relativ alt und damit anfälliger für Infektionen. Zudem hielten sich immer weniger Menschen an die Auflagen, erklärte die Linke-Politikerin.

08:30 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 6. März 2021

Was sollten Krebspatienten über eine Corona-Impfung wissen? Gibt es einen Schnelltest auf Antikörper? Und geben geimpfte Personen noch eine ansteckungsfähige Menge an Viren weiter? Diese und andere Fragen beantwortet der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg in seinem aktuellen Corona-Kompass.

08:08 Uhr | Italienische Urlaubsregion Kampanien wird Rote Zone

Die süditalienische Urlaubsregion Kampanien wird zur Roten Zone mit verschärften Corona-Sperren. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, gelten in dem Gebiet, zu dem Neapel und die Amalfiküste gehören, ab Montag (8. März) die strengsten Corona-Schutzregeln. Bisher sind schon die Basilikata im Süden Italiens und die kleine Adria-Region Molise zu Roten Zonen erklärt worden. In diesen Gebieten sind alle Schulen geschlossen, Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen.

08:00 Uhr | Kritik an Bundesregierung wegen Schnelltest-Desaster

Die Bundesregierung steht wegen des Schnelltest-Desasters in der Kritik, zum Teil sogar aus dem eigenen Lager. CSU-Generelsekretär Markus Blume sagte der Zeitung "Die Welt", es sei zu spät, zu langsam und zu wenig bestellt worden. Man müsse deutlich sagen, es seien wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Nun müsse geliefert werden.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock warf der Bundesregierung ein Wegducken vor Verantwortung vor. Dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte sie, die Regierung hätte längst eine Strategie vorlegen müssen. Sie hätte viele Millionen Tests kaufen können.

Der Sozialverband VdK forderte mehr kostenlose Corona-Schnelltests. Präsidentin Verena Bentele sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", ein kostenfreier Test pro Person und Woche sei nicht genug. Die Lage von Grundsicherungsempfängern sei ohnehin schon schwierig.

07:47 Uhr | Weil schließt Lockdown zu Ostern nicht aus

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schließt einen erneuten Lockdown zu Ostern nicht aus. "Wenn jetzt alle die neuen Möglichkeiten exzessiv ausreizen, werden die Infektionszahlen steigen und Einschränkungen notwendig sein", sagte der SPD-Politiker gegenüber der "Rheinischen Post".

Stephan Weil SPD Ministerpräsident Niedersachsen
Weil: "Keine klare Zusage für Oster-Reisen." Bildrechte: dpa

Es gebe einfach noch keine klare Zusage, ob Reisen zu Ostern möglich werde, so Weil. Es sei vorgesehen, bei der nächsten Bund-Länder-Runde am 22. März dazu Entscheidungen zu treffen. Jedoch komme dieser Termin für Menschen, die Pläne für einen Osterurlaub machen wollten, zu spät.

07:15 Uhr | Einladungen für Corona-Studie in Chemnitz

Tausende Menschen in Chemnitz und Umgebung erhalten derzeit Einladungen für eine bundesweite Studie zur Herdenimmunität des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig. Studienleiter Gérard Krause sagte MDR AKTUELL, Ziel sei es, herauszufinden, wie viele Menschen bereits gegen das Sars-Cov-2-Virus immun sind - entweder durch eine Impfung oder durch eine überstandene Erkrankung. Dafür werde den Probanden Blut abgenommen. Man hoffe auf bis zu 3.500 Teilnehmer aus dem Raum Chemnitz. Bundesweit rechnen die Helmholtz-Forscher mit bis zu 50.000 Teilnehmern. In ein paar Monaten soll die Studie in Chemnitz und anderen Städten der Bundesrepublik erneut durchgeführt werden. Anhand der Studiendaten zur Immunität der Bevölkerung könne die Politik unter anderem Öffnungsstrategien entwickeln, erklärte Krause.

06:45 Uhr | Weniger Sterbefälle durch Impfungen in Großbritannien

In Großbritannien machen sich die Corona-Impfungen nach Angaben der Regieung durch einen Rückgang coronabedingter Todesfälle bemerkbar. Gesundheitsminister Matt Hancock erklärte am Abend in London, die Zahl der Sterbefälle sei allein in der vergangenen Woche um 41 Prozent zurückgegangen. Es habe auch einen Rückgang bei der Zahl der Krankenhauseinweisungen gegeben, ebenso bei den Neuinfektionen. In Großbritannien wurden bisher rund 21 Millionen Menschen mit mindestens einer ersten Dosis geimpft. Das entspricht nach Hancocks Angaben 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Der Inzidenzwert liegt landesweit zurzeit bei rund 84.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 6. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. März 2021 | 06:00 Uhr

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