Coronavirus-Pandemie Ticker: "Querdenken-Demos" in Dresden und Frankfurt verboten

Die Ordnungsbehörden in Dresden und Frankfurt/Main haben für das Wochenende geplante "Querdenken"-Demonstrationen untersagt. Sachsens Landesregierung hat einen harten Lockdown ab kommendem Montag angekündigt. Wie im Frühjahr sollen Schulen, Kindergärten und fast alle Geschäfte schließen. In Großbritannien sind erste Impfungen angelaufen. Alle weiteren aktuellen Entwicklungen hier im Ticker.

Teilnehmer einer Demonstration der Bewegung Querdenken 351 versammeln sich auf dem Theaterplatz in Dresden
Bei einer Demo der Querdenken-Bewegung Ende Oktober in Dresden nahmen viele Menschen teil. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 8. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:23 Uhr | Strengerer Infektionsschutz auch in anderen Ländern

In anderen europäischen Ländern haben Regierungen ebenfalls weitere Einschränkungen beschlossen. So verlängerten die Niederlande ihren Teil-Lockdown über die Feiertage.

In der Schweiz sollen ab 12. Dezember Gastronomiebetriebe, Einkaufsläden und Märkte sowie Freizeitbetriebe um 19 Uhr schließen. Öffentliche Veranstaltungen mit Ausnahme von religiösen Feiern sollen verboten und jegliche Aktivität im Kulturbereich untersagt werden. Zudem soll die Teilnehmerzahl bei privaten Veranstaltungen auf fünf Personen aus zwei Haushalten begrenzt werden. Bei Feiern zu den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester sollen zehn Personen erlaubt sein.

Die Regierung der Slowakei erwägt einen neuerlichen Lockdown. Das bestätigte Innenminister Roman Mikulec am Dienstagabend nach einer sechsstündigen Beratung des Nationalen Krisenstabes in Bratislava. Weitere Details wolle die Regierung erst am Mittwoch bekannt geben.

22:11 Uhr | Mehr Infektionen in Frankreich

Frankreich meldet einen deutlichen Anstieg der Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium zählte 13.713 neue Coronafälle im Vergleich zu 8.083 vergangene Woche. Es wurden 831 weitere Todesfälle gemeldet. Nach dem Wochenende lagen die Zahlen deutlich niedriger mit 3.411 neuen Fällen und 366 Todesfällen.

21:05 Uhr | Rat für Eltern

Wie können Eltern ihren Kindern die aktuelle Situation am besten erklären? Was können Familien gemeinsam tun, um schlechte Stimmung zu vermeiden? Sabine Marx, "Kummerkasten"-Expertin beim Kinderkanal, gibt im Interview Antworten:

20:55 Uhr | Deutsche bestellen mehr Waren

Die deutschen Online- und Versandhändler haben ihre Umsätze beim Start ins Weihnachtsgeschäft erheblich gesteigert. Zwischen dem 1. Oktober und 29. November erhöhten sich die Umsätze um 17,5 Prozent zum Vorjahr, teilte der Branchenverband bevh mit.

20:31 Uhr | USA: 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen

Der gewählte US-Präsident Joe Biden kündigt 100 Millionen Covid-19-Impfungen für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit an. Die Lage werde sich wohl zunächst verschlechtern, bevor es besser werde, sagte er. Er könne nicht versprechen, dass die Pandemie nach 100 Tagen beendet sei, aber es könne zu einer Kehrtwende kommen. Die USA haben fast 330 Millionen Einwohner.

19:30 Uhr | Hotel in Köln versiegelt

In der Kölner Innenstadt ist ein Hotel geschlossen und versiegelt worden, dass mehrfach gegen Corona-Auflagen verstoßen hat. Wie die Stadt mitteilte, wurden bei einer Kontrolle mehr als 20 Personen festgestellt, die nicht aus einem wichtigen Grund in dem Hotel gewesen seien. Als der Ordnungsdienst der Stadt mehrere Stunden später wiedergekommen sei, habe weiter reger Betrieb geherrscht. Es seien immer wieder neue Gäste gekommen, für die keine Ausnahme vom Beherbergungsverbot gegolten habe.

19:27 Uhr | Landkreis Görlitz: Verschärfungen ab Donnerstag

Der Landkreis Görlitz verschärft bereits ab Donnerstag den Infektionsschutz. Das kündigte Landrat Bernd Lange an. Danach darf die Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen werden. Im gesamten öffentlichen Raum besteht dann die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Kitas sollen in den eingeschränkten Betrieb gehen. Lange zufolge dürfen Pflegeeinrichtungen dann nur noch mit einem negativen Schnelltest besucht werden. Von 22 bis 6 Uhr soll es Ausgangsbeschränkungen geben.

18:50 Uhr | "Querdenken"-Demos verboten

Die Stadt Dresden hat die für Samstag geplante Demonstration der Initiative "Querdenken 351" verboten. Die Versammlungsbehörde verwies am Dienstag auf die zu erwartende Teilnehmerzahl und die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Auch alle Gegenveranstaltungen sollen nicht stattfinden.

Die Stadt Frankfurt am Main verbot ebenfalls eine für Samstag geplante "Querdenken"-Demonstration. Dort waren rund 40.000 Teilnehmer bei zwölf Kundgebungen erwartet worden, die jeweils von unterschiedlichen bundesweiten "Querdenker"-Initiativen gesteuert werden sollten, wie die Stadt am Dienstagabend mitteilte.

Die von der Organisation "Querdenken69-Frankfurt" geplante Versammlung mit Demonstrationsaufzug gefährde die öffentliche Sicherheit, nämlich das Grundrecht auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Gesundheit (Artikel 2 GG) unmittelbar, begründete die Stadt. Die Erfahrungen vergangener Demonstrationen zeigten, dass seitens der "Querdenker" weder Abstandsgebote eingehalten, noch die Maskenpflicht befolgt wird, hieß es in Dresden. Alle behördlichen Anordnungen würden ignoriert.

18:05 Uhr | Regierungspressekonferenz aus Sachsen in voller Länge

Ab 14. Dezember schließen in Sachsen alle Geschäfte, die nicht den Grundbedarf decken, außerdem gilt eine Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Raum. Die Pressekonferenz der sächsischen Landesregierung mit Ministerpräsident Michael Kretschmer und seinen Stellvertretern Martin Dulig und Wolfram Günther dazu sehen Sie hier in voller Länge:

17:55 Uhr | Rekord-Neuinfektionen in Gera

In Gera gibt es 74 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages. Wie die Stadtverwaltung am Dienstagabend mitteilte, ist das der höchste Anstieg seit im März der erste Fall in der Stadt aufgetreten ist. Mittlerweile arbeiten laut Stadtverwaltung 28 Mitarbeiter daran, Kontakte nachzuverfolgen, Quarantänebescheide zu erstellen und gegebenenfalls einen Testtermin zu vereinbaren.

Das Ordnungsamt erhöht derweil gemeinsam mit der Polizei die Präsenz in der Stadt, um vor allem auf die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung im ÖPNV, beim Einkaufen sowie auf dem Markt und im Bereich Zentrale Umsteigestelle/Heinrichstraße aufmerksam zu machen.

16:58 Uhr | Pfizer arbeitet an Impfstoff-Weiterentwicklung

Der Corona-Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer soll künftig auch ohne die zur Zeit nötige Lagerung bei minus 70 Grad zur Verfügung stehen. "Wir arbeiten an einer Version, um die minus 70 Grad zu vermeiden", sagte Pfizer-Chef Albert Bourla bei einer Pressekonferenz des in Genf ansässigen internationalen Pharmaverbandes IFPMA. Daten dazu, ob der Impfstoff nicht nur vor der Erkrankung Covid-19 schützt, sondern auch eine Ansteckung verhindert, sollten Anfang nächsten Jahres vorliegen, sagte Bourla.

Ein Impfstoff, der in bei Kühlschranktemperaturen zu lagern wäre, wäre deutlich einfacher zu verteilen und könnte in normalen Hausarztpraxen verimpft werden. Der Impfstoff des Pfizer-Konkurrenten Moderna hat diese Eigenschaft. Ob Menschen, die geimpft wurden, nur selbst nicht an Covid-19 erkranken, aber noch andere anstecken können, ist ein wichtiger Parameter bei der Bekämpfung der Pandemie.

16:40 Uhr | Weitere FSV-Zwickau-Spieler positiv getestet

Bei Fußball-Drittligist FSV Zwickau sind drei weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, wurde für die betreffenden Personen eine erneute Quarantäne von mindestens zehn Tagen angeordnet. Die Namen der Profis wurden nicht veröffentlicht. Unterdessen konnten im Rahmen der Arbeitsquarantäne die ersten Zwickauer Spieler am Dienstag wieder das Training in Kleingruppen aufnehmen.

16:22 Uhr | Handwerk in Sachsen fordert Entschädigungen

Der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich, hat den angekündigten Lockdown in Sachsen als "schweren Schlag" für die Unternehmen bezeichnet. Das Schließen der Läden in der Vorweihnachtszeit koste zum Beispiel die Kunsthandwerker Umsätze in Millionenhöhe. Durch das Schließen der Kitas und Schulen fehlten den Betrieben Fachkräfte. "Wenn der Staat Unternehmen schließt, muss er diese finanziell entschädigen – und das schnell und unbürokratisch. Das Geld muss noch vor Weihnachten bei den Betrieben auf dem Konto sein", sagte Dittrich.

15:25 Uhr | US-Arzneimittelbehörde hält Impfstoff für sicher

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer als sicher eingestuft. In einem am Dienstag vorgelegten Bericht schreibt die Behörde, aus den Daten von 38.000 Teilnehmern an klinischen Studien hätten sich "keine besonderen Sicherheitsbedenken" ergebe. Einer Notfallzulassung stehe nichts entgegen. Biontech und Pfizer haben bei der FDA einen Antrag auf eine Notfallzulassung ihres Impfstoffes eingereicht. Am Donnerstag tagt der beratende FDA-Ausschuss, um darüber zu entscheiden.

15:12 Uhr | Keine Lockerungen an Silvester in Sachsen-Anhalt

An Silvester gibt es in Sachsen-Anhalt voraussichtlich keine Lockerungen der Corona-Regeln. "Silvester werden wir bei der straffen Regelung mit Sicherheit bleiben. Über Weihnachten sind wir noch in der Enscheidungsphase, ob wir bei der angekündigten Möglichkeit bis zu zehn Personen bleiben", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach einer Kabinettssitzung.

Aktuell dürfen sich in Sachsen-Anhalt maximal fünf Menschen treffen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne kündigte an, man sehe sich bis zur kommenden Woche die Infektionszahlen an, um zu entscheiden. Ursprünglich war geplant, dass in der Zeit von Weihnachten bis Neujahr Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt werden. Das war aber immer abhängig gemacht worden vom Infektionsgeschehen. Haseloff und Grimm-Benne appellierten an die Bürgerinnen und Bürger, die Regelungen einzuhalten, um die Infektionszahlen zu senken.

14:55 Uhr | Leopoldina rät zu bundesweitem Lockdown

Die Nationalakademie Leopoldina empfiehlt, die Feiertage und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown zu nutzen. In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme heißt es, die Situation sei ernst und drohe, sich weiter zu verschärfen. Die Weihnachtsferien und eingeschränkter Betrieb in vielen Unternehmen und Behörden böten die Chance zur Eindämmung der Pandemie.

Konkret schlagen die Forscher vor, bereits ab kommender Woche Kontakte im beruflichen und im privaten Bereich auf das absolute Mindestmaß zu reduzieren. Homeoffice müsse, wo immer möglich, die Regel sein. Die Schulpflicht sollte aufgehoben werden. Vom 24. Dezember bis mindestens 10. Januar solle in ganz Deutschland das öffentliche Leben ruhen. Auch alle Geschäfte bis auf Lebensmittelläden sollten geschlossen werden.

13:45 Uhr | Harter Lockdown in Sachsen ab Montag

In Sachsen hat Ministerpräsident Michael Kretschmer einen harten Lockdown ab kommenden Montag angekündigt. Schulen und Kindergärten sollen bis zum 10. Januar 2021 schließen. Auch weite Bereiche des Einzelhandels sollen dicht gemacht werden. Offen bleiben sollen nur noch Lebensmittelgeschäfte und Apotheke. Dies ist nach Angaben der Landesregierung jetzt notwendig, um die in Sachsen zuletzt grassierende Coronavirus-Pandemie wieder unter Kontrolle zu bringen. Der formale Kabinettsbeschluss soll demnach am Freitag erfolgen, vorher noch im Landtag, mit der Wirtschaft und sozialen Verbänden beraten werden.

13:16 Uhr | Göring-Eckardt positiv getestet

Die Bundestags-Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, ist per Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die 54 Jahre alte Politikerin auf Twitter mit. Sie habe sich selbst isoliert und es gehe ihr "den Umständen entsprechend gut", schrieb sie.

13:11 Uhr | Krankenhäuser im Saale-Orla-Kreis überfüllt

Im Saale-Orla-Kreis in Thüringen werden die Kapazitäten in den Krankenhäusern knapp. Landrat Thomas Fügmann (CDU) sprach angesichts einer Sieben-Tage-Inzidenz von 407,2 am Dienstag von einer "ganz schwierigen Phase". Die hohen Infektionszahlen würden sich zeitversetzt in den Krankenhäusern niederschlagen, wo es schon jetzt große Probleme gebe. Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes berichtete davon, dass Krankenhäuser auch in Sachsen und Bayern vom Rettungsdient keine Patienten mehr aufnehmen. Am vergangenen Wochenende etwa sei ein Notfallpatient erst nach den Absagen in zehn Krankenhäusern schließlich im elften untergekommen.

13:05 Uhr | Bundesregierung erhöht Abschlagszahlungen

Der Bund erhöht angeblich die Abschlagszahlungen auf die November- und Dezemberhilfen für Unternehmen von bisher 10.000 auf 50.000 Euro. Wie die Agentur Reuters mit Berufung auf Informationen aus Regierungskreisen meldet, haben sich darauf des Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium geeinigt. Die Zustimmung der Bundesländer stehe aber noch aus. Die Hilfen fließen vor allem an Betriebe im Gastgewerbe sowie im Freizeit- und Kulturbereich, die aufgrund staatlichen Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie schließen müssen. Abschlagszahlungen erhalten Betriebe, die ihre Anträge auf die Hilfen etwa über ihre Steuerberater einreichen.

13:03 Uhr | Thüringen: Keine Lockerungen für die Feiertage

Angesichts der weiter hohen Infektionszahlen im Land sollen die Kontaktbeschränkungen in Thüringen über die Weihnachtsfeiertage und Silvester nicht gelockert werden. Darauf hat sich heute die rot-rot-grüne Landesregierung festgelegt. Der Vorschlag soll jedoch noch mit dem Landtag und den Kommunen beraten werden.

11:17 Uhr | Spahn: Bis Herbst genug Impfstoff für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass im Januar in Deutschland zunächst drei bis fünf Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Im ersten Quartal könnten es dann elf bis 16 Millionen sein, sagte Spahn im Gesundheitsausschuss des Bundestags. Ab dem zweiten oder dritten Quartal könne dann genug Impfstoff in Deutschland vorhanden sein, um ohne eine Priorisierung bestimmter Gruppen alle Bürger impfen zu können, die das wollen.

10:57 Uhr | Scholz rechtfertigt Schuldenaufnahme

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Kreditaufnahme im Bundeshaushalt 2021 mit der Coronavirus-Pandemie gerechtfertigt. Zu Beginn der sogenannten Haushaltswoche im Bundestag sagte er, es gehe darum, die Bürger zu schützen und die Folgen der Pandemie zu mildern. Der Entwurf des Ministers sieht Ausgaben von 498,6 Milliarden Euro bei einer Neuverschuldung von 180 Milliarden Euro vor. Da dies 160 Milliarden mehr sind, als es die Schuldenbremse im Grundgesetz erlaubt, soll diese nun zum zweiten Mal ausgesetzt werden.

10:09 Uhr | Saarland verhängt Alkoholverbote

Im Saarland gilt am 24. Dezember sowie am Silvester- und am Neujahrstag ein Alkoholverbot auf belebten Straßen und Plätzen. Zugleich werden nach Angaben der Landesregierung zu Weihnachten die Kontaktbeschränkungen etwas gelockert. Demnach dürfen sich zwischen dem 23. und dem 27. Dezember die Angehörigen eines Haushalts mit höchstens zehn weiteren Menschen aus drei weiteren Haushalten oder "dem familiären Bezugskreis" treffen. Derzeit dürfen sich im Saarland nur Angehörige eines Haushalts mit maximal fünf Personen aus einem weiteren oder der Familie treffen. Kinder bis 14 Jahre sind von den Beschränkungen jeweils ausgenommen.

09:30 Uhr | Impfungen: Skepsis in Mitteldeutschland

Eine Mehrheit der MDRfragt-Teilnehmer in Mitteldeutschland sieht schnelle Impfungen gegen das Coronavirus skeptisch. In einer aktuellen Umfrage des MDR-Meinungsbarometers äußerten 18 Prozent der Befragten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dass sie sich gar nicht impfen lassen wollen. Weitere 40 Prozent wollen dies demnach nur dann tun, wenn die Langzeitstudien zu den Impfstoffen vorliegen.

09:05 Uhr | US-Bürger sollen Impfungen nicht bezahlen

Die Regierung in den USA hat bekräftigt, dass die Bürger des Landes für Impfungen gegen das Coronavirus nicht bezahlen müssen. Das sagte ein US-Regierungsvertreter vor Journalisten. Zuvor hatte sich die Pandemie in den USA noch einmal verstärkt. Am Montag meldeten die Behörden 192.299 neu bestätigte Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Das geht aus Daten der Johns Hopkins University von heute Morgen hervor. Der bisherige Höchststand war mit 227.885 Neuinfektionen erst am Freitag erreicht worden. Die Zahl der mit einer Infektion gestorbenen Menschen belief sich auf fast 284.000 seit Beginn der Pandemie. Insgesamt sind in den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern bislang gut 14,95 Millionen Menschen infiziert worden, mehr als in jedem anderen Land.

08:30 Uhr | Neue Bund-Länder-Gespräche erwartet

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rechnet damit, dass die Länder noch in dieser Woche mit dem Bund über schärfere Maßnahmen gegen das Coronavirus beraten. Das RBB-inforadio zitierte ihn mit der Erwartung, dass möglicherweise am Donnerstag eine neue Konferenz stattfinde. Heute Abend soll es demnach eine Videokonferenz von SPD-geführten Ländern geben. Zuletzt häuften sich Forderungen, das öffentliche Leben noch stärker einzuschränken. Auch Schließungen von Geschäften nach Weihnachten waren im Gespräch. Bislang war die nächste Ministerpräsidentenkonferenz für den 4. Januar geplant.

08:17 Uhr | Impf-Kampagne in Großbritannien gestartet

Im englischen Coventry hat eine 90 Jahre alte Frau als erste die von Biontech und Pfizer entwickelte Impfung gegen das Coronavirus heute Morgen bekommen. Wie die BBC meldete, ist Margaret Keenan der erste Mensch weltweit, dem das Medikament jetzt außerhalb der Studie zu dessen Entwicklung verabreicht worden ist. Insgesamt stehen zunächst 800.000 Dosen bereit, womit für etwa 400.000 Menschen eine Impfung ermöglicht wird. Noch in diesem Jahr sollen bis zu vier Millionen Dosen eintreffen. Insgesamt 40 Millionen hat die Regierung bestellt.

Während in Großbritannien die landesweite Impfkampagne auf der Grundlage einer Notzulassung damit gestartet ist, läuft das Verfahren zur vorläufigen Zulassung des Mittels in der EU derzeit noch.

08:08 Uhr | Müller für Solidarität bei Impfstoffen

Entwicklungsminister Gerd Müller hat die EU aufgefordert, sich zur Weitergabe von Impfstoffen an Entwicklungsländer zu verpflichten. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der CSU-Politiker, es müsse sichergestellt werden, dass auch in ärmeren Ländern die Ärzte, Pfleger und Risikogruppen geimpft würden - "nicht erst, wenn die westliche Bevölkerung durchgeimpft ist". Das sei ein Gebot der Solidarität. Die EU solle hier rasch zu verbindlichen Abkommen kommen.

07:48 Uhr | Weniger Patienten in Rehakliniken

In Sachsens Rehakliniken ist die Zahl der Behandlungen deutlich zurückgegangen. Wie das Sozialministerium mitteilte, brach die Belegung um fast 28 Prozent ein. Die Kliniken bestätigen den Trend. Der Verband der Privatkliniken in Sachsen und Sachsen-Anhalt schätzt den aktuellen Rückgang auf rund 20 Prozent. Hauptgeschäftsführer Ingo Dörr sprach von einer angespannten Stimmung. Doch die Rehakliniken könnten schon bald helfen, Krankenhäuser bei der Versorgung von Covid-19-Patienten zu entlasten.

07:08 Uhr | Politiker für härtere Maßnahmen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert angesichts der hohen Infektionszahlen einen harten Lockdown. Der "Rheinischen Post" sagte er, man solle die Schulen schon nächste Woche in die Ferien schicken. Auch solle der Einzelhandel nach Weihnachten geschlossen werden. Silvester dürfe es keine Lockerungen bei Kontakten geben. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) denkt über schärfere Maßnahmen nach, sollten die Infektionszahlen nicht bald zurückgehen. Er schloss nicht aus, dass es auch im Handel einen neuen Lockdown geben könne. Das sei abhängig von den nächsten Tagen.

06:30 Uhr | Sachsen: Auch SPD und Grüne für Verschärfungen

In Sachsen sehen SPD und Grüne derzeit keinen Grund, wie in Bayern den Katastrophenfall auszurufen. Sie folgen damit einer Einschätzung von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Bei MDR AKTUELL räumte SPD-Landtagsfraktionschef Dirk Panter allerdings ein, die Lage sei schwierig. Deshalb solle man auch niemals "nie" sagen. Auch die mit CDU und SPD regierenden Grünen erklärten, dass man um weitere Einschränkungen nicht herumkomme. Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt brachte Ausgangssperren und weniger Präsenzunterricht in den Schulen ins Gespräch. Die AfD lehnt weitere Beschränkungen ab und fordert einen besonderen Schutz für Risikogruppen.

In Bayern gilt ab morgen wegen hoher Infektionszahlen der Katastrophenfall. Das sächsische Kabinett berät heute über weitere mögliche Einschränkungen für das öffentliche Leben. Entscheidungen fallen möglicherweise aber erst Ende der Woche, denn das Kabinett möchte die Entwicklung in dieser Woche berücksichtigen und sich zudem noch mit dem Landtag, den Kommunen und der Wirtschaft abstimmen. Im Gespräch waren auch Schließungen von Kitas, Schulen und Geschäften sowie Schnelltests vor Besuchen in Pflegeheimen.

06:15 Uhr | Krankenhausgesellschaft kritisiert Pauschalen

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen kritisiert die derzeitige Regelung für die Freihaltepauschalen. Vize-Geschäftsführer Friedrich R. München sagte MDR AKTUELL, diese Zahlungen müsse es auch für kleinere Krankenhäuser geben, um die Versorgungsrealität abzubilden. Derzeit bekommen große Kliniken eine Freihaltepauschale vom Bund, wenn sie in einem Risikogebiet mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 70 liegen. Außerdem müssen mehr als 75 Prozent der Intensivbetten belegt sein. München sagte, hinter der jetzigen Regelung stehe der Denkfehler, dass alle Covid-19-Patienten in großen Kliniken behandelt werden.

06:00 Uhr | Großbritannien startet Impfungen

Großbritannien will heute mit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Zuerst sollen ältere Menschen über 80 Jahren, Mitarbeiter in Pflegeheimen und besonders gefährdetes medizinisches Personal die Impfung des Mainzer Herstellers Biontech und dessen US-Partner Pfizer erhalten. Die logistische Herausforderung ist groß, weil der Impfstoff bei minus 70 Grad Celsius gekühlt werden muss und auf gut 50 Kliniken im ganzen Land verteilt werden soll. Das Medikament hatte erst kürzlich in Großbritannien eine vorläufige Notzulassung erhalten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

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