Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Immer mehr Bundesländer beenden 2G-Regel im Einzelhandel

In mehreren Bundesländern gilt künftig kein 2G mehr in Geschäften. Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat angekündigt, dass es den PCR-Test zur Bestätigung eines positiven Schnelltests nun doch für alle weiter geben soll. Er sprach außerdem RKI-Chef Wieler heute sein Vertrauen aus und warnte vor zu frühen Lockerungen. Mehr dazu und weitere Nachrichten hier im Newsticker zur Coronavirus-Pandemie.

in Schild hängt an einer Tür.
Mehrere Bundesländer haben beschlossen, die 2G-Regel im Einzelhandel wieder aufzuheben. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Unser Ticker am Dienstag, 08. Februar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:00 Uhr | Johnson & Johnson setzt Impfstoff-Produktion aus

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat einem Medienbericht zufolge die Herstellung seines Corona-Impfstoffes vorübergehend gestoppt. Die Anlage im niederländischen Leiden habe die Produktion Ende 2021 eingestellt, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Werk solle die Produktion in einigen Monaten wieder aufnehmen. In der Anlage werde momentan ein experimenteller Impfstoff produziert. Das Unternehmen teilt in einer E-Mail mit, dass genügend Dosen Impfstoff auf Lager seien, um vertragliche Verpflichtungen zu erfüllen.

19:50 Uhr | Sachsen-Anhalt erlässt Kita-Notfallregeln

Sachsen-Anhalt hat Notfallregeln für die Kita-Betreuung erlassen. Demnach sollen Kinder, deren Eltern in Berufen der kritischen Infrastruktur arbeiten, bei pandemiebedingten Personalengpässen bevorzugt betreut werden. Die Regel soll greifen, wenn Personalausfälle so gravierend sind, dass nicht mehr alle Kinder einer Einrichtung adäquat betreut werden können.

19:40 Uhr | Laumann: NRW setzt Pflege-Impfpflicht um

Nordrhein-Westfalen wird die Corona-Impfpflicht für Pflege- und Klinikpersonal trotz Bedenken an der Praxistauglichkeit umsetzen. Das Gesetz sei beschlossen worden und werde auch so umgesetzt, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Düsseldorf. Der Sinn des Gesetzes sei nachvollziehbar, aber die Durchführung schwierig. Zugleich hielt Laumann auch an der geplanten allgemeinen Impfpflicht fest, um für den nächsten Herbst gegen Corona gewappnet zu sein.

Laumann forderte die Bundesregierung aber auf, den Personenkreis der im Gesundheitswesen Tätigen bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht klar zu definieren. Außerdem sei ein Leitfaden notwendig, wie die Gesundheitsämter in Einzelfällen abwägen sollten zwischen Infektionsschutz und Versorgungssicherheit der jeweiligen Einrichtung.

18:05 Uhr | Kekulé hält 2G im Einzelhandel für überflüssig

Der Virologe Alexander Kekulé hält die 2G-Regel im Einzelhandel für nicht mehr zeitgemäß. Kekulé sagte MDR AKTUELL, die Regel sei eher gefährlich als nützlich. Spätestens seit Omikron sei völlig klar, das auch Geimpfte und Genesene andere infizieren könnten. Viel wirksamer sei es, beim Einkaufen eine FFP2-Maske vorzuschreiben. Das könne man auch leicht kontrollieren. Mehrere Bundesländer haben bereits angekündigt, die 2G-Regel im Einzelhandel abzuschaffen. Heute kamen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg hinzu.

16:54 Uhr | Tschechien bleibt bei strengen Einreiseregeln

Tschechien hält trotz Lockerung seiner Corona-Regeln an seinen strengen Einreisebestimmungen fest. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte zur Begründung, zurzeit seien fast alle Länder Europas auf der Corona-Ampel in der roten Kategorie. Ausländische Touristen müssen bei der Einreise weiterhin ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen. Das gilt selbst für Geimpfte, solange sie keine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Für Ungeimpfte ist zudem ein zweiter Test im Abstand von fünf bis sieben Tagen nach der Ankunft verpflichtend.

Tschechien hebt in dieser Woche nach einem Gerichtsurteil die 2G-Regel im  Beherbergungs- und Gaststättenwesen auf. Mit einer Inzidenz von  2.145 verzeichnet das Land ein noch höheres Infektionsgeschehen als Deutschland.

16:27 Uhr | Thüringen: Termine für zweite Booster-Impfung buchbar

In Thüringen werden ab sofort Termine für eine zweite Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus vergeben. Das teilten die Kassenärztliche Vereinigung und das Gesundheitsministerium des Landes mit. Die Impfung sei aber frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischung möglich. Den Angaben zufolge können sich in Thüringen alle über 18-Jährigen eine zweite Booster-Impfung holen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie derzeit aber nur für bestimmte Gruppen. Dazu gehören über 70-Jährige, Bewohner und Betreuer in Pflegeeinrichtungen sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen.

16:20 Uhr | 2G-Lockerungen auch in Brandenburg

In Brandenburg dürfen von Mittwoch an auch Ungeimpfte wieder in allen Geschäften einkaufen: Die Brandenburger Landesregierung hat am Dienstag die Aufhebung der 2G-Regel im gesamten Einzelhandel beschlossen. Stattdessen gelte dort wie in allen Orten mit Publikumsverkehr fortan eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske, teilte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher mit. Die neue Brandenburger Corona-Verordnung ist bis zum 23. Februar begrenzt.

16:15 Uhr | Sachsen: Leitfaden zur Impfpflicht kommt später

Sachsen will den Leitfaden zur Umsetzung der Impfpflicht in Kliniken und Pflegeeinrichtungen nicht wie geplant an diesem Freitag veröffentlichen. Regierungssprecher Ralph Schreiber begründete das mit noch zu vielen offenen Fragen. Man wolle zunächst den Beschluss der Bund-Länder-Konferenz in der kommenden Woche abwarten. Man hoffe dort auf eine Klärung für ganz Deutschland. Der Leitfaden ist für die Gesundheitsämter gedacht. Laut Gesundheitsministern Petra Köpping ist in Sachsen ein Drittel der Pflegekräfte ungeimpft.

16:05 Uhr | NRW kontrolliert 2G in Geschäften nur noch vereinzelt

Im nordrhein-westfälischen Einzelhandel muss von diesem Mittwoch an die Zugangsbeschränkung nur für Geimpfte und Genesene nicht mehr konsequent kontrolliert werden. Stichproben reichen dann aus. Das kündigte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstag in Düsseldorf an.

15:20 Uhr | Lauterbach: PCR-Tests weiterhin für jeden

Wer einen positiven Corona-Schnelltest hat, soll nun doch Anspruch auf einen PCR-Nachtest haben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte in Berlin, die Bundesregierung habe ihre Haltung geändert. Es gebe anders als zuletzt befürchtet ausreichend Testkapazitäten. Das funktioniere gut bis zu etwa 450.000 Fällen pro Tag. Man werde für jeden weiterhin einen PCR-Test als Bestätigung anbieten können.

14:41 Uhr | Auch Bremen hebt 2G im Einzelhandel auf

Nach Mecklenburg-Vorpommer und Hamburg beendet nun auch Bremen die 2G-Regelung im Einzelhandel. Kunden müssen beim Einkaufen in den Geschäften künftig keine Nachweise mehr über ihren Impf- oder Genesenenstatus vorzeigen. Der Senat beschloss am Dienstag, die im Einzelhandel geltende 2G-Regelung aufzuheben.

13:33 Uhr | Auch Hamburg kippt 2G in Geschäften

Auch Hamburg lockert die Pandemie-Beschränkungen im Einzelhandel: Ab Samstag werde die 2G-Regel im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzt, teilte der Senat mit. Alle anderen Regelungen blieben zunächst.

13:05 Uhr | Schwerin beendet 2G im Einzelhandel

Die 2G-Pflicht im Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern fällt weg. Ab Samstag dürfen auch ungeimpfte Leute wieder in alle Geschäfte. Wie heute die Landesregierung bekanntgab, folgt sie anderen Bundesländern.

12:33 Uhr | Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Wegen mutmaßlicher Quarantäne-Verstöße in Österreich wird gegen eine Frau in Kärnten jetzt wegen fahrlässiger Tötung ihres Nachbarn ermittelt. Das berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Ihr Nachbar war demnach im Januar an Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Frau stehe im Verdacht, sich während ihrer Infektion nicht wie vorgeschrieben isoliert und den Rentner im Treppenhaus ihres Wohnhauses angesteckt zu haben. Die Polizei war dem Bericht zufolge auf Beschwerde von Nachbarn aktiv geworden.

11:29 Uhr | Begrich kritisiert "Rückwärtsgang" der Polizei

Der Magdeburger Rechtsextremismus-Experte David Begrich kritisiert die Polizei in Sachsen und Sachsen-Anhalt wegen der Proteste gegen Pandemie-Beschränkungen und Impfungen. Die Polizei stehe ihnen "im Rückwärtsgang" gegenüber, schreibt er in einem Beitrag für "nd.aktuell". In den sozialen Netzwerken würden Videos mit Rechtsextremen verbreitet und erzeugten einen "Multiplikationseffekt". Begrich bemängelte eine Zurückhaltung der Polizei, die Kundgebungen zu unterbinden, an denen neben Rechtsextremen auch Menschen aus dem bürgerlichen Milieu mit Kindern teilnähmen.

11:20 Uhr | Lauterbach warnt vor Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat vor allzu zu frühen Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Die Lage sei nicht unter Kontrolle, sagte der SPD-Politiker heute. Er verwies auf steigende Fallzahlen, viele ungeimpfte ältere Menschen und eine "sehr alte Bevölkerung" in Deutschland. Den Höhepunkt der Omikron-Welle erwartet er weiterhin Mitte Februar, "eventuell etwas später". Lockerungen würden sie nur verlängern. Es könne vor Ostern noch Öffnungen geben, noch aber sei es dafür zu früh.

Bei der Umsetzung der Impfpflicht in Alten- und Pflegeheimen sieht Lauterbach die Länder in der Pflicht. Sie seien für den Vollzug zuständig und: "Das Gesetz gilt." Andernfalls entstehe auch der Eindruck, die Politik sei erpressbar durch Proteste auf der Straße. Die Ankündigung von CSU-Chef Markus Söder halte er für ein "sehr gefährliches Signal", sagte Lauterbach. Für die Kritiker der Impfpflicht könne der Eindruck entstehen, ihre Proteste seien wichtiger als der Schutz verletzlicher und hilfsbedürftiger Menschen.

Lauterbach stellte sich auch klar vor den Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. "Herr Wieler hat mein volles Vertrauen", sagte Lauterbach. FDP-Chef und Koalitionspartner Christian Lindner hatte zuletzt am Montagabend bei RTL die Kritik seiner Partei an der Verkürzung des Genesenenstatus bekräftigt: "Die fachliche und die Kommunikations-Entscheidung lag in den Händen von Herrn Wieler und ich glaube, man darf sagen, dass das außerordentlich unglücklich war", sagte Lindner. Es sei aber Sache des Gesundheitsministers, ihm das Vertrauen auszusprechen.

11:18 Uhr | Viele Infektionsfälle an Schulen in Sachsen

Die öffentlichen Schulen in Sachsen haben vergangene Woche 7.754 Coronavirus-Infektionen unter Kindern und Jugendlichen gemeldet – so viele wie zuletzt Ende November. Laut einer Übersicht des Kultusministeriums waren gut 3.500 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne. Unter Lehrkräften habe die Zahl der gemeldeten Infektionen bei 474 gelegen. Zehn Schulen seien Ende der vergangenen Woche geschlossen gewesen und in 294 Schulen mehrere Klassen im häuslichen Lernen.

10:06 Uhr | TUI erwartet starken Sommer

Der von Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie stark getroffene Reisekonzern TUI hat eine deutliche Umsatzsteigerung im ersten Quartal seines Geschäftsjahrs gemeldet. Wie TUI heute mitteilte, lag der Umsatz von Oktober bis Ende Dezember 2021 fünf Mal höher als im Vorjahreszeitraum. Zudem gebe es für diesen Sommer "eine sehr starke Buchungsdynamik". Anfang April wolle man 700 Millionen Euro Staatshilfen zurückgeben.

09:48 Uhr | Strafanzeigen gegen drei Polizisten

Nach einer nicht angemeldeten Demonstration am vergangenen Mittwoch in Hildburghausen sind Strafanzeigen gegen drei Polizeibeamte gestellt worden. Das sagte der Chef der Suhler Landespolizei-Inspektion Wolfgang Nicolai beim Bürgerdialog vor einer Kirche in der Stadt vor rund 250 Menschen. Andere Redner beklagten, die Polizei sei bei dem Einsatz unangemessen gewalttätig vorgegangen. Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) appellierte an die Organisatoren, ihre geplanten Demonstrationen anzumelden.

09:12 Uhr | Demmler: Polizei kann Konflikte nicht lösen

Der Leipziger Polizeipräsident René Demmler dämpft Erwartungen an die Polizei bei der Begleitung der Demonstrationen gegen die Beschränkungen wegen der Pandemie. Die Polizei fange derzeit gesellschaftliche Probleme auf der Straße auf, sagte er. Sie könne diese Konflikte aber nicht lösen, bestenfalls einen zeitlichen Puffer schaffen, damit Politik und Gesellschaft sie angehen. Vielerorts in Deutschland und so auch in Mitteldeutschland, waren gestern Abend wieder zehntausende Menschen auf den Straßen.

09:00 Uhr | Nur geringer Anstieg der Inzidenzen

Nach den Daten des Risklayer-Projekts ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Coronavirus-Infektionen in Deutschland leicht auf 1.565,1 Fälle gestiegen, nach 1.537,5 pro 100.000 Einwohner gestern. Für Sachsen ergab sich ein Wert von 1.082,42, nach 1.026,46 gestern. In Sachsen-Anhalt lag die Sieben-Tage-Inzidenz heute bei 1.274,14 nach 1.205,31 am Vortag; und in Thüringen stieg sie von 754,35 auf 777,65, weiter der niedrigste Wert in Deutschland.

08:30 Uhr | Corona-Kulturhilfen in Mitteldeutschland

Während der Coronavirus-Pandemie haben Bund und Länder einige Milliarden für die Kulturbranche bereitgestellt. Doch wie viel von dem Geld ist wo angekommen? Wie beurteilt der Inhaber eines UNESCO-Lehrstuhls die aktuelle Förderpolitik? Welche Erfahrungen haben die Kulturschaffenden selbst gemacht? Ein aktueller Überblick von MDR KULTUR:

08:05 Uhr | Investitionsbanken fordern Corona-Hilfen zurück

Investitionsbanken fordern derzeit von Unternehmen und Selbständigen zuviel gezahlte Corona-Hilfen zurück. Dabei sollte selbst geprüft werden, ob Rückzahlung nötig ist. Unsere Ratgeber-Redaktion hat Hinweise:

07:33 Uhr | Lauterbach rechnet mit neuen Mutationen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet fest mit neuen Coronavirus-Mutationen. "Im Moment hat das Virus die besten Bedingungen sich weiterzuentwickeln. Dass bei diesen hohen Infektionszahlen keine Mutationen entstehen, ist epidemiologisch undenkbar", sagte der SPD-Politiker und selbst Epidemiologe dem "Stern". Man könne nur hoffen, "dass die neuen harmloser sind". Dennoch sei er nicht pessimistisch für die Zukunft: "Wir werden einen Super-Sommer haben, wie im letzten Jahr auch."

07:30 Uhr | Weitere Debatten um Pflege-Impfpflicht

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hat angekündigt, die einrichtungsbezogene Impfpflicht im Gesundheitswesen umzusetzen. Sie erklärte auf MDR-Anfrage, das in Frage zu stellen, setze die Glaubwürdigkeit der Politik aufs Spiel. Die Debatte um diese teilweise Covid-19-Impfpflicht hatte sich gestern mit der Ankündigung aus Bayern zugespitzt, sie vorerst nicht umzusetzen. Der Sozialverband VdK Deutschland erklärte, das gefährde Menschenleben. Der Städte- und Gemeindebund indes äußerte Verständnis für den bayerischen Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Auch die CDU forderte noch gestern eine bundesweite Aussetzung des Vorhabens. Parteichef Friedrich Merz sagte, es müsse nochmal nachgedacht werden, vor allem über arbeitsrechtliche und sozialrechtliche Folgen. 

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz äußert sich ebenfalls kritisch zur Durchsetzung der Impfpflicht. In der aktuellen Situation halte er nichts davon, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch heute im ZDF-"Morgenmagazin". Weil zu viele Beschäftigte ungeimpft seien, bestehe das Risiko, dass vielleicht hunderttausende Pflegebedürftige und Kranke nicht versorgt werden können. Brysch sprach sich für konsequente Tests unmittelbar vor der Arbeit aus.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kritisierte seinen bayerischen Kollegen und CSU-Chef Söder: "Man darf als Ministerpräsident nicht den Eindruck erwecken, dass man nicht mehr bundestreu ist. Die Situation ist ja schon aufgeheizt. Dann hätte er vorher auf die Bremse treten müssen", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Doch auch Ramelow sagte, das Gesetz produziere Widersprüche, die zu klären seien.

07:00 Uhr | Kaum Infektionen in Flüchtlingsunterkünften

Das Infektionsgeschehen in mitteldeutschen Flüchtlingsunterkünften ist anscheinend entspannt. Die zuständigen Behörden teilten auf Nachfrage von MDR AKTUELL mit, dass es in den Heimen keinen nennenswerten Anstieg bei den Neuinfektionen gebe. Das Thüringer Landesverwaltungsamts erklärte, das hänge auch mit der Auslastung zusammen. In Suhl etwa seien von 1.200 Plätzen nur 300 belegt. Ähnliches berichtete das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt und die Landesdirektion in Sachsen.

06:30 Uhr | Demonstrationen in Mitteldeutschland

In zahlreichen deutschen Städten sind am Montagabend wieder zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Pandemie-Auflagen und gegen Impfungen zu protestieren. Allein in Thüringen waren nach Behördenangaben insgesamt knapp 23.000 Teilnehmer bei 93 überwiegend nicht angemeldeten Versammlungen.

In den sächsischen Landkreisen Görlitz und Bautzen wurde die Teilnehmer-Zahl auf knapp 14.000 geschätzt. Laut Polizei verliefen die "Spaziergänge" meist friedlich. Vereinzelt schritt die Polizei ein, um Zusammenstöße mit Gegendemonstranten zu unterbinden, etwa in Jena in Thüringen.

In Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg wurde ein nicht zulässiger Aufzug von 850 Menschen aufgelöst. Hier sollen einige versucht haben, Sperren zu durchbrechen. Es gab Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, Beleidigung und Widerstand gegen die Polizei sowie wegen verbotener Gegenstände.

06:10 Uhr | Lockerungen in Bayern und Brandenburg

Bayerns Kabinett will heute weitere Lockerungen der Pandemie-Schutzmaßnahmen beschließen. Nach Ankündigungen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gestern soll die Sperrstunde in der Gastronomie fallen, bei Sport- und Kulturveranstaltungen sollen wieder mehr Zuschauer erlaubt werden, in beiden Bereichen aber weiter die 2G+-Regel und Maskenpflicht gelten. Für körpernahe Dienstleistungen wie Friseure soll wieder 3G gelten.

Die Brandenburger Landesregierung entscheidet am Mittag über mögliche Lockerungen vor allem im Einzelhandel. Hier soll die 2G-Regel aufgehoben werden, womit auch wieder ungeimpfte Leute wieder in Läden dürfen, die nicht der Grundversorgung dienen. In den Gaststätten soll 2G+ bleiben, aber die Erhebung von Kontaktdaten ausgesetzt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 08. Februar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Februar 2022 | 06:00 Uhr

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