Coronavirus-Pandemie Ticker: Tour-de-France-Direktor positiv getestet

Bei der Tour de France gibt es mehrere Corona-Fälle. Betroffen ist ausgerechnet Tour-Direktor Prudhomme. Alle Fahrer wurden negativ getestet. Die Zahl der neuen Infektionen ist wieder stärker gestiegen. Bayern führt eine Maskenpflicht bei größeren Veranstaltungen im Freien ein und baut Testzentren in Grenznähe wieder ab. In weiteren Bundesländern wird Prostitution jetzt wieder erlaubt.

Menschen auf der Straße
Ausgerechnet der Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme ist mit dem Coronavirus infiziert. Er muss die Tour nun für mindestens acht Tage verlassen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 8. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:40 Uhr | Ungarn verbietet Besuche in Altenheimen

Die ungarische Regierung hat wegen stark gestiegener Zahlen von Coronavirus-Infektionen ein Besuchs- und Ausgangsverbot für alle Alten- und Pflegeheime im Land erlassen. Am Montag hatte die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit dem Coronavirus mit 567 nachgewiesenen Fällen einen neuen Rekordwert erreicht. Ungarn hat knapp zehn Millionen Einwohner. Die Infektionszahlen waren seit den letzten Augusttagen deutlich gestiegen. Zuvor hatten sie im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. Experten führen den plötzlichen Anstieg auf die im Sommer niedrige Zahl an Tests und das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück.

21:50 Uhr | EU-Parlament sagt Sitzung in Straßburg ab

Das EU-Parlament hat seine Sitzungswoche in Straßburg wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Parlamentspräsident David Sassoli sagte, die September-Sitzung werde stattdessen in Brüssel stattfinden. Die Region Straßburg gilt derzeit als Corona-Hotspot, die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter hätten sich nach ihrer Rückkehr nach Brüssel in Quarantäne begeben müssen. Aber auch die belgische Hauptstadt gilt wegen zahlreicher Corona-Fälle als Risikozone. Deutschland hatte bereits Mitte August eine Reisewarnung für Brüssel ausgesprochen.

21:03 Uhr | Falscher Corona-Alarm in Coswiger Kita

Die Kita im Coswiger Ortsteil Jeber-Bergfrieden im Landkreis Wittenberg kann ab Mittwoch wieder öffnen. Wie der Landkreis mitteilte, hatte ein Corona-Schnelltest bei einer Erzieherin ein falsches Ergebnis geliefert. Neue Tests bei der Erzieherin sowie ihren Kontaktpersonen seien allesamt negativ ausgefallen. Die Erzieherin hatte sich bei einem Besuch in Bayern dem Corona-Schnelltest unterziehen müssen.

20:35 Uhr | Kekulé: Verkürzung der Quarantänezeit zu riskant

Der Virologe Alexander Kekulé hält eine Verkürzung der Corona-Quarantänezeit von 14 auf fünf Tage für zu riskant. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, typischerweise zeigten Infizierte fünf Tage nach der Ansteckung Symptome. Typisch heiße aber nur, dass dies das häufigste Ereignis sei. Fast genauso häufig seien es sechs Tage, etwas seltener sieben und noch seltener acht. Dazu komme, dass einige Infizierte keine Symptome zeigten. Bei dieser Gruppe sei kaum untersucht, ab wann sie nicht mehr infektiös würden. Mehrere Gesundheitspolitiker hatten in den letzten Tagen für eine Verkürzung der Quarantäne plädiert.

20:00 Uhr | Geflüchteter in Magdeburg positiv getestet

In der Landesaufnahmeeinrichtung von Sachsen-Anhalt in Magdeburg ist ein neu eingetroffener Geflüchteter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Landesverwaltungsamt mitteilte, wurde der Jugendliche mit seiner siebenköpfigen Familie nach Quedlinburg in die Quarantäne-Einrichtung gebracht. 21 Menschen, die sich ebenfalls in dem Aufnahmebereich aufgehalten hätten, seien vorsorglich in Quarantäne versetzt und getestet worden.

19:23 Uhr | WHO äußert sich besorgt über Tschechien

Die WHO hat die Entwicklung der Corona-Infektionen in Tschechien als besorgniserregend bezeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte, um Covid-19 zu beherrschen, müsse getestet, nachverfolgt und isoliert werden. Dazu gebe es keine Alternative.

Die WHO widersprach damit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis. Dieser hatte erklärt, dass künftig möglicherweise nur noch bei ernsten Erkrankungsfällen Infektionsketten zurückverfolgt werden sollten. Hintergrund ist zu wenig Personal in den Behörden.

In Tschechien mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern hatten die täglichen Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen neue Rekordwerte erreicht. Am Montag waren mehr als 560 Fälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl der aktiven Infektionen stieg laut Gesundheitsministerium auf über 8.400.

17:55 Uhr | Tour-de-France-Direktor positiv getestet

Der Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gaben die Tour-Organisatoren bekannt. Prudhomme will die Tour nun für acht Tage verlassen.

Ein Mann gibt aus einem Auto heraus ein Startsignal.
Francois Lemarchand ersetzt Christian Prudhomme. Bildrechte: dpa

Er erklärte, er habe keinen Kontakt zu Fahrern gehabt, aber viele Gäste und Verantwortliche getroffen. Darunter war auch Frankreichs Premierminister Jean Castex, der mit Prudhomme in einem Auto gesessen hatte um eine Tour-Etappe zu verfolgen. Der 55-Jährige Castex wurde allerdings negativ getestet.

Prudhomme war am Montag, dem ersten Ruhetag der diesjährigen Tour de France, wie alle Fahrer und Betreuer getestet worden. Insgesamt hatte es 841 Kontrollen gegeben. Dabei war keiner der Fahrer positiv getestet worden. Allerdings wurden jeweils ein Mitglied aus dem Betreuerstab von vier Mannschaften positiv getestet. Die Betroffenen verließen das Rennen.

Laut Reglement führen schon zwei Positivfälle in einem Team innerhalb von sieben Tagen zum Ausschluss des ganzen Rennstalls. Zu einem Team gehören dabei nicht nur die acht Fahrer, sondern auch das direkte Umfeld wie Betreuer, Physiotherapeuten oder Sportdirektoren.

Radrennfahrer tragen eine Mund-Nasen-Maske.
Die Fahrer tragen bis zum Start Mund-Nase-Masken. Bildrechte: dpa

Während der Rundfahrt gelten strikte Regeln wie das Tragen von Masken im Bus, im Hotel und bei der Siegerehrung. Zudem werden die Athleten jeden Tag medizinisch überwacht und auf Symptome untersucht. Nur im Rennen gab es keine Einschränkungen.

17:25 Uhr | Neusser Firma darf Impfstoff an Menschen testen

Ein weiterer Arzneimittel-Hersteller darf einen möglichen Coronavirus-Impfstoff in Deutschland am Menschen testen. Das Paul-Ehrlich-Institut teilte mit, der Firma Janssen aus Neuss bei Düsseldorf sie die klinische Prüfung genehmigt worden. Bei der Phase-II-Studie solle an einer größeren Zahl von Probanden untersucht werden, ob der Impfstoff wirksam, sicher und verträglich sei.

Die Firma Janssen setzt den Angaben zufolge auf einen sogenannten Vektor-Impfstoff. Dabei wird ein abgeschwächtes Virus genutzt, damit der Körper eine Immunantwort auf das Virus Sars-CoV-2 produziert.

16:22 Uhr | Nun doch keine Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse findet nun doch ausschließlich ohne Aussteller statt. Der Veranstalter erklärte, aufgrund der wieder zunehmenden Corona-Beschränkungen müsse man auf Stände in den Hallen verzichten. Bislang sollte die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober in eingeschränkter Form auch auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden. Nun konzentriert sich die Buchmesse auf ihr virtuelles Angebot und den Veranstaltungen in der Festhalle sowie in der Stadt. Die Frankfurter Buchmesse gilt als weltgrößter Branchentreff und zieht normalerweise rund 300.000 Besucher und über 7.500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern an.

16:10 Uhr | Corona-Hilfen auch für alle 3. Ligen im Profisport

Alle 3-Liga-Vereine außerhalb des Fußballs können ebenfalls die Corona-Hilfen für Proficlubs erhalten. Das teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel mit. Bislang war bei den Corona-Hilfen nur die 3. Liga im Fußball berücksichtigt worden. Vorgesehen ist, dass die Vereine zunächst einen finanziellen Ausgleich für die entgangenen Zuschauereinnahmen von April bis August in diesem Jahr zu bekommen. Dabei sollen 80 Prozent der Einbußen im Vergleich zu 2019 erstattet werden. Für September/Oktober und November/Dezember müssen neue Anträge gestellt werden. Im Juli hatte der Bundestag eine Corona-Hilfe für den Profisport in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro bewilligt.

16:00 Uhr | Thüringer Linken-Chefin regt mobile Corona-Ermittlungsgruppe an

Die Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow hat eine landesweite mobile Corona-Ermittlungsgruppe vorgeschlagen. Sie erklärte, diese Gruppe könne bei Corona-Ausbrüchen die kommunalen Gesundheitsämter entlasten. Wenn bei einem Fußballspiel oder einer größeren Tagung ein Super-Spreader unterwegs gewesen sei, müssten auf einen Schlag hunderte Infektionsketten nachverfolgt werden. Das sei für ein Gesundheitsamt kaum zu bewerkstelligen. Henning-Wellsow schlug vor, die Expertengruppe aus Mitteln zu finanzieren, die der Bund zur Stärkung der öffentlichen Gesundheitsdienste bereitstellen wolle. Bis 2026 sollen dafür vier Milliarden Euro fließen.

15:40 Uhr | 5.000 Fans bei Pokalspiel des FCM zugelassen

Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg darf in der ersten Runde des DFB-Pokals bis zu 5.000 Fans ins Stadion lassen. Wie das Sozialministerium von Sachsen-Anhalt mitteilte, gilt diese Höchstgrenze zunächst für das Spiel am Sonntag gegen Zweitligist SV Darmstadt 98.

Auch Liga-Konkurrent Hallescher FC darf am Sonnabend vor deutlich mehr Fans spielen als regulär erlaubt. Das Land erlaubte für ein Testspiel gegen Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig 2.500 Zuschauer.

In Sachsen-Anhalt sind derzeit eigentlich nur Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern im Freien erlaubt. Allerdings haben Sportvereine die Möglichkeit, mit einem guten Hygienekonzept eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen.

15:25 Uhr | Thüringentag um zwei Jahre verschoben

Der im kommenden Jahr in Schmalkalden geplante Thüringentag findet nicht statt. Wie die Landesregierung mitteilte, findet er jetzt erst 2023 statt. Schmalkaldens Bürgermeister habe um die Verschiebung gebeten. Es gebe unter anderem Sorgen, dass der Charakter des Volksfestes wegen der Pandemie und der erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen nicht bewahrt werden könne. Der Thüringentag findet alle zwei Jahre statt.

13:24 Uhr | Prostitution wird wieder erlaubt

In Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen ist Prostitution ab 15. September an unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Wie Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) in Hamburg sagte, ist das mit den anderen Bundesländern abgesprochen worden.

Eine Teilnehmerin hält während einer Demonstration zum Arbeitsverbot von Sexarbeiterinnen während der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Sex work is real work" (dt. "Sexarbeit ist echte Arbeit") in der Hand
6. August in Stuttgart: Demonstration für Anerkennung von Sexarbeit Bildrechte: dpa

Um mögliche Infektionen nachverfolgen zu können, müsse es Kontaktlisten geben und Termine. Ausschlaggebend sei gewesen, dass dies mit den Nachbarländern abgestimmt sei und es Gerichturteile gebe.

So hatte kürzlich auch das Oberverwaltungsgericht in Sachsen-Anhalt entschieden, dass Prostitutionsstätten wieder öffnen dürfen. Im August hatte das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen die angeordnete Schließung von Bordellen außer Vollzug gesetzt. Heute folgte dem nun auch das Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen.

13:13 Uhr | Bayern beschließt Maskenpflicht im Freien

Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab morgen (9. September) regelmäßig eine Maskenpflicht. Wie das Kabinett heute mitteilte, greift dies ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen. Gleichzeitig dürfen in Bayern nach monatelanger Corona-Zwangspause Bars und Kneipen wieder öffnen.

Ab übernächstem Wochenende gelten für Schankwirtschaften die gleichen Regeln wie für Speisewirtschaften. Discos und Clubs müssen weiter geschlossen bleiben. Ministerpräsident Markus Söder erklärte, sie könnten zu "Infektionsbomben" werden. Außerdem dürfen in Bayern ab 19. September wieder Ligaspiele im Amateur-Fußball und andere Breitensportwettkämpfe stattfinden. Auch eine begrenzte Anzahl von Fans sind zugelassen. Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer stellt das Land auch seine Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe und an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg am 30. September ein. Die Kapazitäten sollen nun "bedarfsorientiert" in Kreisen und Städten zur Verfügung stehen. Nur die Stationen an den Flughäfen bleiben.

11:50 Uhr | Betrugsfälle in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt besteht in bis zu 665 Fällen der Verdacht auf Betrug mit Corona-Soforthilfen. Wie das Wirtschaftsministerium in Magdeburg miteilte, wurden in diesen Fällen rund 2,8 Millionen Euro ausgezahlt, bei 37.000 Anträgen und rund 288 Millionen Euro insgesamt. Laut Bericht der Magdeburger "Volksstimme" ist eine häufige Masche, die Hilfen für nicht mehr existente Firmen zu beantragen oder Daten zu fälschen.

11:03 Uhr | Merkel dankt den Gesundheitsämtern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den kommunalen Gesundheitsämtern für ihre Arbeit in der Corona-Krise gedankt und bekräftigt, dass sie besser ausgestattet werden sollen. Wie sie in ihrer Videokonferenz mit Vertretern der Ämter, Kommunen und Länder sagte, hatte der öffentliche Gesundheitsdienst "einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass wir das Infektionsgeschehen bislang in Deutschland doch weitgehend unter Kontrolle halten konnten".

Um die bundesweit 375 Ämter zu stärken, will der Bund nun vier Milliarden Euro bis 2026 bereitstellen. Vorgesehen sind unter anderem mindestens 5.000 neue und unbefristete Vollzeitstellen bis Ende 2022 sowie breit angelegte Unterstützung für neue digitalen Lösungen.

10:53 Uhr | Zufriedenheit mit örtlichen Maßnahmen

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage zufolge örtliche Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Wie der Deutsche Landkreistag als Auftraggeber mitteilte, hat sich für 60 Prozent der Befragten bewährt, dass über die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vor allem vor Ort entschieden werde.

10:30 Uhr | Stärkerer Anstieg der Neuinfektionen

Am Montag haben Kreise und Städte in Deutschland etwa 1.600 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des Projekts "Risklayer" am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Demnach stieg auch die über sieben Tage gemittelte Zahl der Neuinfektionen auf nun 1.262 Fälle. Die meisten gab es demnach mit 524 in Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg mit 327 und Nordrhein-Westfalen mit 246 neuen Fällen. In Thüringen waren es zwölf, zehn in Sachsen und vier in Sachsen-Anhalt.

10:05 Uhr | Weniger Kurzarbeiter im Juli

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist nach Schätzung des Münchner Ifo-Instituts unter die Marke von fünf Millionen gefallen. Demnach wären bundesweit im August 4,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen, eine Million weniger als im Juli. Im Mai war noch für sieben Millionen Kurzarbeit angemeldet. Basis der Schätzung ist die Befragung von bundesweit 9.000 Unternehmen für die monatliche Ifo-Konjunkturprognose. Die Länder mit den meisten Kurzarbeitern sind demnach die mit viel Industrie wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit zusammen fast 2,7 Millionen. Kurzarbeitergeld kann nach Ansicht vieler Experten einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit über eine gewisse Zeit verhindern.

08:19 Uhr | Deutsche Exporte arbeiten sich aus dem Tief

Deutschlands Exportwirtschaft arbeitet sich langsam aus dem Tief. Im Juli wurden nach Angaben des Statistische Bundesamt 4,7 Prozent mehr Waren ausgeführt als im Juni. Der Wert der Ausfuhren von rund 102,3 Milliarden Euro lag demnach aber immer noch um elf Prozent unter dem vom Juli vor einem Jahr und um zwölf Prozent unter dem Niveau vom Februar. Grenzschließungen, Störungen in Logistik und Lieferketten hatten "Made in Germany" seither gebremst. Die allmähliche Erholung der Wirtschaft in anderen Ländern kommt Deutschland nun zugute.

06:43 Uhr | AOK-Bundesverband will Test-Kosten drücken

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) wollen die Kosten für Coronavirus-Tests drücken. Der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, rief deshalb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen zu geben. Litsch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sei "unangemessen", pro Test knapp 40 Euro zu bezahlen: "Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne." Betreiber hätten ihm bestätigt, dass sie mit der Hälfte "gut leben könnten". Daher seien 20 Euro "durchaus angemessen". Derzeit gebe es aber für die Kassen keine rechtliche Möglichkeit, einen niedrigeren Preis durchzusetzen.

05:45 Uhr | Betrugsfälle bei den Corona-Hilfen

Durch Betrug bei den Corona-Hilfen sind Schäden in Millionenhöhe entstanden. Das ergab eine epd-Umfrage in den Bundesländern. Demnach bestand in Bayern bei noch nicht ausbezahlten Anträgen im Gesamtwert von 2,2 Millionen Euro der Verdacht auf falsche Angaben. In Sachsen belief sich die Summe nach Schätzungen auf mindestens auf 5,1 Millionen Euro. In vielen anderen Bundesländern konnten die Behörden noch keine genauen Zahlen nennen. Die Ermittlungen sind in den meisten Fällen noch nicht abgeschlossen. Allein in Nordrhein-Westfalen hab es von April bis Juli 3.800 Verfahren. Deutschlandweit waren mindestens 6.900 Ermittlungen im Gange.

04:30 Uhr | Sondersitzung der Steuerschätzer

Der Arbeitskreis Steuerschätzung berät heute in außerordentlicher Sitzung. Das hatte die Bundesregierung nach der Mai-Steuerschätzung beschlossen, weil sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie im Frühjahr nur vage absehen ließen. Ergebnisse der neuen Schätzung der Steuereinnahmen 2021 sollen am Donnerstag vorgestellt werden. Seinen Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) dann am 23. September im Kabinett vorlegen.

03:49 Uhr | Japan will kostenlose Impfung für alle

Japan genehmigt laut Finanzministerium neue Ausgaben für Coronavirus-Impfstoffe in Höhe von 6,32 Milliarden Dollar. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, bis Mitte 2021 ausreichend Impfstoffe für alle Bürger des Landes kostenlos zur Verfügung zu stellen.

01:00 Uhr | Beratungen mit Merkel

Die Rolle der Gesundheitsämter im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ist am Dienstag das Thema einer Gesprächsrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In einer Videokonferenz will sie mit Leitern von Gesundheitsämtern und Vertretern von Kommunen und Ländern über die Arbeit der Behörden und Verbesserungen sprechen. Am Abend dann berät sie mit Vertretern der Autoindustrie über die schwierige Lage dieser Branche, ebenfalls in einer Videokonferenz. Konkrete Beschlüsse wurden im Vorfeld nicht erwartet.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. September 2020 | 06:00 Uhr

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