Coronavirus-Pandemie Ticker am Dienstag: Biontech will 500 Millionen Dosen mehr liefern

Biontech will bis Ende des Jahres ein Viertel mehr Impfstoff herstellen als bisher geplant. Die Gesundheitsministerkonferenz hat nach einer Empfehlung der Impfkommission beschlossen, den Astrazeneca-Impfstoff planmäßig nur noch für Ältere über 60 Jahre zu verwenden. Mehrere Bundesländer hatten zuvor die Impfung Jüngerer mit Astrazeneca schon ausgesetzt. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Impfstoff des Herstellers Pfizer-BioNTech ist in einem Kühlschrank vom Impfzentrum der Stadt zu sehen.
Biontech und Pfizer steigern ihre Produktionskapazität noch in diesem Jahr auf 2,5 Milliarden Dosen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 30. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:00 Uhr | Merkel bestätigt Beschluss der Gesundheitsminister zu Astrazeneca - Spahn ruft zum Impfen auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hinter die Entscheidung der Ständigen Impfkommssion (Stiko) gestellt, die Nutzung des Astrazeneca-Impfstoffs für die Bevölkerung einzuschränken. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte Merkel, man könne die Erkenntnisse der Stiko nicht ignorieren. Die 60- bis 69-Jährigen könnten nach dem Beschluss der Gesundheitsminister nun zugleich aber früher als zunächst gedacht geimpft werden.

Merkel sagte, die Entscheidung zu dem Impfstoff wirke sich auf die Organisation der Impfkampagne aus. Es werde Veränderungen an Lieferplänen sowie der Verteilung der Impfstoffe an Impfzentren, mobile Teams und Ärzte geben. Dies würden Bund, Länder und Kommunen gemeinsam anpacken.

Minister Spahn betonte, die über 60-Jährigen könnten nun schneller geimpft werden. Die Älteren in dieser wachsenden dritten Welle zu schützen, sei wichtig. Er bitte daher darum, das bestehende Impfangebot anzunehmen. Der Impfstoff von Astrazeneca sei "sehr wirksam, gerade auch bei den Älteren.

21:48 Uhr | Patientenschützer kritisieren unklare Astrazeneca-Lage

Patientenschützer kritisieren die unklare Lage bei der Verimpfung des Vakzins von Astrazeneca. "Die staatlichen Empfehlungen zu Astrazeneca sind wie eine Fahrt mit der Achterbahn", sagt der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Erst sollten nur die unter 65-Jährigen, dann alle und jetzt nur die über 60-Jährigen den Impfstoff bekommen. "So entsteht der Eindruck, dass nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt werden", fügt Brysch hinzu. Auch werde der Anschein erweckt, dass allein Stimmung entscheidend für Impfempfehlungen seien.

21:30 Uhr | Komplettes Kloster mit Corona infiziert

Im süditalienischen Bari ist ein komplettes Frauenkloster vom Coronavirus betroffen. Wie verschiedene Medien berichteten, starben bereits vier Schwestern zwischen 80 und 104 Jahren an der Infektion. Fünf weitere einschließlich der Oberin befänden sich in klinischer Behandlung. Die übrigen 18 Ordensfrauen der "Anbeterinnen des Blutes Christi" halten sich nach den Angaben isoliert in ihren Zimmern auf. Der Konvent werde von drei Krankenpflegerinnen betreut. Als Ursache für den Ausbruch wird vermutet, dass das Virus durch externe Mitarbeiter in den Konvent gelangte.

21:19 Uhr | Astrazeneca kündigt Zusammenarbeit mit Behörden an

Astrazeneca will nach eigenen Angaben mit den deutschen Behörden zur Klärung von Fragen rund um den Corona-Impfstoff zusammenarbeiten. Ein Konzernsprecher erklärt, das Unternehmen analysiere weiterhin seine Daten, um für zusätzliche Aufschlüsse zu sorgen. Er verwies darauf, dass weder die britischen Behörden noch die EU-Arzneimittelagentur EMA bislang einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Vorkommnissen von Blutgerinnung festgestellt hätten.

21:13 Uhr | Rotkäppchen-Mumm profitiert von Corona-Krise

Sektflaschen der Marke Rotkäppchen in einem Supermarkt.
Nach wie vor ein beliebter Sekt im Osten: Rotkäppchen. Bildrechte: imago/wolterfoto

Die Corona-Pandemie hat den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien ein erfolgreiches Geschäftsjahr beschert. Wie das Unternehmen in Freyburg mitteilte, wurden im vergangenen Jahr rund 330 Millionen Flaschen Sekt, Wein und Spirituosen verkauft. Das seien 20 Millionen Flaschen mehr gewesen als im Jahr davor. Firmenchef Christof Queisser sagte, Verluste wegen des Lockdowns in der Gastronomie seien durch den Lebensmitteleinzelhandel aufgefangen worden. Zudem hätten viele Leute den Wein statt im Urlaub im Ausland auf der Terrasse zu Hause getrunken.

21:03 Uhr | Sachsen-Anhalt führt Testpflicht an Schulen ein

Sachsen-Anhalt führt ab 12. April an den Schulen des Landes eine Corona-Testpflicht ein. Das kündigte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) nach Beratungen der Landesregierung an. Man wolle damit die Schulen nach den Osterferien offenhalten. Lehrkräfte und Schüler würden zwei Mal wöchentlich getestet. Wer dies verweigere, dürfe die Schulräume nicht betreten. Zuvor hatte schon Sachsen eine Testpflicht an Schulen eingeführt. Nach der neuen Corona-Schutzverordnung des Freistaats gilt künftig ab der 5. Klasse auch eine Maskenpflicht im Unterricht.

20:21 Uhr | Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch für über 60-Jährige

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Unter 60-Jährige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" weiterhin damit impfen lassen können.

Damit folgt der ab morgen geltende Beschluss der Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Die Kommission hatte am Nachmittag die Altersgrenze von 60 Jahren für Astrazeneca empfohlen "auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen" bei jüngeren Geimpften. Zu jenen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis erhalten haben und nun auf die zweite warten, will sich die Stiko bis Ende April äußern.

18:56 Uhr | Weitere Impfstelle in Greiz

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen erhält der Landkreis Greiz vorübergehend eine weitere Impfstelle. Vom 14. April an soll die Kassenärztliche Vereinigung im Seehotel Zeulenroda impfen. Das Landratsamt Greiz teilte mit, der entsprechende Vertrag zwischen Hotel und Ärztevereinigung sei unterzeichnet. Ab dem 1. April werde Zeulenroda als Standort auf dem Impfportal Thüringen freigeschaltet.

Greiz verzeichnet derzeit mit rund 580 den höchsten Inzidenz-Wert in ganz Deutschland. Landrätin Martina Schweinsburg zufolge kommt das auch daher, dass in Greiz verstärkt getestet werde, vor allem Kinder.

18:35 Uhr | Reiseveranstalter wollen Tests in Hotels anbieten

Die deutschen Reiseveranstalter sehen sich gut auf die Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus dem Ausland vorbereitet. Verbandssprecher Torsten Schäfer sagte, wo es machbar sei, werde in den Hotels getestet.

18:25 Uhr | Impfkommission empfiehlt Astrazeneca erst ab 60

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Wie die Kommission mitteilte, änderte sie ihre Einstellung "auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen" bei jüngeren Geimpften. Zu jenen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis erhalten haben und nun auf die zweite warten, will sich die Stiko bis Ende April äußern.

18:04 Uhr | Sachsens IG Metall will Corona-Tarifabschluss aus NRW übernehmen

Die Bezirksleitern der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Birgit Dietze, hat sich dafür ausgesprochen, den Pilot-Tarifabschluss aus Nordrhein-Westfalen für den Osten zu übernehmen - inklusive Corona-Prämie. Dietze forderte außerdem, die Arbeitszeiten zwischen Ost und West müssten endlich angeglichen werden.

In der Nacht hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen neben auf Lohnsteigerungen und 500 Euro Corona-Prämie auf jährlich wiederkehrende Sonderzahlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland geeinigt.

17:56 Uhr | Weniger behandelte Herzinfarkte und Schlaganfälle

Mediziner in Deutschland sorgen sich, weil in den Kliniken auch in der zweiten Corona-Welle weniger Notfallversorgung stattgefunden hat. Das besagt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Demnach sind die Fallzahlen anderer Krankheiten als Covid-19 in deutschen Krankenhäusern zurückgegangen. Vor allem bei Notfällen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen waren die Behandlungen rückläufig. In der Pandemiezeit zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 gab es demnach auch weniger Krebs-Operationen.

17:29 Uhr | Leipzig stoppt Schnelltests für Kitas und Verwaltung

Weil Verunreinigungen bei mehreren Corona-Schnelltest-Kits festgestellt worden sind, hat die Stadt Leipzig die Tests für Kita-Mitarbeiter und Verwaltungsangestellte ausgesetzt. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Wie ein Sprecher der Stadt mitteilte, gilt das bis in die kommende Woche hinein. Dann würden mehrere zehntausend weiterer Schnelltests erwartet. Dann sollen die Testungen fortgesetzt werden.

Die verunreinigten Lieferungen seien an die Landesuntersuchungsanstalt geschickt worden, die Ergebnisse lägen aber noch nicht vor, so der Sprecher. Das kommunale Testzentrum im Neuen Rathaus dagegen habe Test-Kits eines anderen Herstellers benutzt. Deswegen stehe das Test-Angebot dort auch weiter zur Verfügung.

17:18 Uhr | Update zu Astrazeneca: Thüringen stoppt Impfungen mit Astrazeneca regulär

Entgegen erster Meldungen setzt Thüringen die Impfungen mit Astrazeneca ab Mittwoch nicht wegen möglicher Komplikationen aus. Jörg Mertz von der Kassenärztlichen Vereinigung sagte MDR THÜRINGEN, der Grund sei, dass der in Thüringen verplante Impfstoff komplett aufgebraucht sei. Ab Mittwoch werde nur noch Biontech verimpft. Dies sei auch so geplant gewesen. Mit den aktuell bekannt gewordenen weiteren Komplikationen mit Astrazeneca habe dies nichts zu tun, so Mertz.

Unterdessen hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium angesichts möglicher Komplikationen einen sofortigen Impfstopp für den Wirkstoff von Astrazeneca für Männer und Frauen unter 60 Jahren erlassen. Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Anfrage.

16:59 Uhr | Haseloff fordert mehr Tests in Unternehmen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die Unternehmen im Land aufgefordert, ihre Mitarbeiter mehr zu testen. Während Coronatests in Schulen Erfolge zeigen, wird in Unternehmen noch immer zu wenig getestet, sagte Haseloff. Das solle sich bundesweit ändern, fordert er. Zudem verteidigte der Ministerpräsident die geplanten Modellprojekte für Kultur, Gastronomie und andere Bereiche, mit denen Sachsen-Anhalt nach Ostern starten will.

16:43 Uhr | Chefarzt von Zittauer Covid-Station an Corona gestorben

Klinikum Zittau
Klinikum Zittau Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum "Oberlausitzer Bergland" Zittau, Wolfgang Eipperle, ist an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Wie das Klinikum jetzt mitteilte, starb Eipperle bereits am 11. März im Alter von 61 Jahren. Er habe erst vor knapp einem Jahr die Stelle als Chefarzt angetreten und seither die Covid-Station in der Zittauer Klinik geleitet. "Selbst bis vor Kurzem in seinem Bemühen um die Rettung und Behandlung der Covid-Patienten in seiner Klinik tätig, konnten ihm die Ärzte und Pflegekräfte im Universitätsklinikum Dresden nicht mehr helfen", heißt es in einer Traueranzeige des Klinikums.

16:03 Uhr | Astrazeneca: Brandenburg setzt Impfungen für unter 60-Jährige aus - Sachsen und Thüringen impfen weiter

Nach Berlin und München stoppt nun auch das Land Brandenburg die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff für Menschen jünger als 60 Jahre. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Potsdam teilte mit, Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) habe entschieden, dass die Impfungen "mit sofortiger Wirkung" ausgesetzt würden. Die Aussetzung gelte aber zunächst nur für Dienstag. Über das weitere Vorgehen mit Astrazeneca-Impfungen wollten sich die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder mit dem Bund am Abend abstimmen.

Thüringen will die Sitzung am Abend abwarten und dann über eventuelle Impfeinschränkungen entscheiden. Sachsen-Anhalt setzt den Impfstoff zunächst weiter für alle Altersgruppen ein. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, man wolle die neuen Empfehlungen abwarten und dann gegebenenfalls reagieren.

15:08 Uhr | Spahn: Tier- und Zahnärzte sollen auch impfen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schließt bei Corona-Impfungen Unterstützung durch Tier- oder Zahnärzte nicht aus. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, werde regelmäßig geprüft, ob es erforderlich sei, weitere Berufsgruppen bei den Impfungen einzubeziehen, um schneller impfen zu können. Da bislang allerdings die Möglichkeiten der niedergelassenen Ärzte bei weitem noch nicht ausgeschöpft würden, habe sich eine solche Notwendigkeit noch nicht ergeben.

Zuvor hatte der Bundesverband praktizierender Tierärzte beklagt, dass die rund 10.000 Tierarztpraxen in Deutschland nicht in die aktuelle Impfkampagne miteinbezogen würden und von der Bundesregierung die rechtlichen Voraussetzungen dafür verlangt.

Eine Hand schreibt etwas in einen Impfpass. 14 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

14:45 | München zieht nach - stoppt ebenfalls Astrazeneca-Impfungen bei Jüngeren

Nach Berlin setzt auch München die Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff für Personen unter 60 Jahren vorerst aus. Wie die Stadt auf Twitter mitteilte, sollen zuvor die Fragen möglicher Komplikationen geklärt werden.

13:39 Uhr | Berlin stoppt Astrazeneca-Impfungen bei unter 60-Jährigen

Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca für unter 60-Jährige vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci bekannt. Sie verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen und sprach von einer "Vorsichtsmaßnahme". Impftermine werden Kalayci zufolge erst einmal abgesagt. Das Land wolle nun die Beratungen auf Bundesebene und Stellungnahmen der Fachleute wie des Paul-Ehrlich-Instituts abwarten.

Auch die Kliniken Charité und Vivantes in Berlin stoppten bis auf Weiteres die Impfungen und verwiesen auf Fälle von Hirnvenenthrombosen. Die Kliniken zogen eine Altersgrenze bei 55 Jahren. Die Entscheidung betrifft vor allem die eigene Belegschaft. Eine Charité-Sprecherin sagte, der Schritt sei notwendig, da inzwischen weitere Fälle von Hirnvenenthrombose bei Frauen bekannt geworden seien.

13:27 Uhr | Biontech will Produktion auf 2,5 Milliarden Dosen steigern

Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen ihre Produktionskapazität bis Ende des Jahres auf 2,5 Milliarden Dosen hochschrauben. Das teilte das Mainzer Unternehmen mit. Bislang war von 2 Milliarden Dosen die Rede. Als Grund für die Steigerung gab Biontech verbesserte Herstellungsprozesse, die neue Produktionsstätte Marburg sowie die Erweiterung des Hersteller- und Lieferanten-Netzwerkes an. Zudem hatte die Europäische Arzneimittelbehörde es erlaubt, aus einem Impfstoff-Fläschchen statt fünf nun sechs Dosen zu ziehen.

13:14 Uhr | Millionen-Hilfe für Sportvereine

In Sachsen-Anhalt will Innenminister Michael Richter die Sportvereine in der Corona-Krise mit rund 4,5 Millionen Euro unterstützen. Der CDU-Politiker sagte, man lasse die Vereine nicht im Stich. Demnach sollen die Sportvereine für jedes erwachsene Mitglied eine Pauschale von 10 Euro bekommen, für jedes Kind im Verein 20 Euro. Die Auszahlung der Prämien solle über den Landessportbund erfolgen.

13:01 Uhr | Uni-Kliniken: Kein Astrazeneca für jüngere Frauen

Die Leiter von fünf Uni-Kliniken in Nordrhein-Westfalen sprechen sich dafür aus, jungen Frauen vorerst nicht mehr den Astrazeneca-Impfstoff zu spritzen. In einem gemeinsamen Brief an den Bundesgesundheitsminister und den NRW-Gesundheitsminister heißt es, das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch.

In Deutschland sind gut ein Dutzend Fälle bekannt, bei denen es nach einer Impfung mit Astrazeneca zu einer Hirnvenen-Thrombose kam. Drei Frauen starben infolge eines solchen Gerinnsels. Aus diesem Grund waren Impfungen mit Astrazeneca zwischenzeitlich ausgesetzt. Doch sowohl die Europäischen Arzneimittelbehörde EMA als auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sprachen sich dafür das, das Mittel weiter zu spritzen.

12:35 Uhr | Gutachten: Bund kann Ländern Maßnahmen vorschreiben

Der Bund kann den Ländern per Gesetz weitreichende Vorgaben zur Corona-Bekämpfung machen, die diese genau umzusetzen haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags. Demnach liegt der Infektionsschutz in der Verantwortung des Bundes. Somit liege auch die Gesetzgebungskompetenz für das Infektionsschutzrecht beim Bund. Das Gutachten hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in Auftrag gegeben.

12:20 Uhr | Grenzkontrollen zu Tschechien verlängert

Deutschland verlängert die wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Tschechien eingeführten Kontrollen an den Grenzübergängen zum Nachbarland um weitere 14 Tage. Die zum österreichischen Bundesland Tirol werden nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer aber beendet. Nach den Worten des CSU-Politikers hat sich die Infektionslage in Tirol gebessert. In Tschechien allerdings sei sie noch nicht stabil, weshalb es die stationären Grenzkontrollen noch brauche. Eine Grenze zu Tschechien hat neben Sachsen noch Bayern. Betroffen von den Kontrollen sind vor allem Pendler aus Tschechien nach Deutschland.

11:34 Uhr | Sachsen will mehr testen

In Sachsen soll künftig verstärkt auf das Coronavirus getestet werden. Nach der neuen Corona-Schutzverordnung sollen Schüler und Lehrer künftig zweimal statt nur einmal pro Woche getestet werden. Schüler ab der 5. Klasse müssen nach den Osterferien im Unterricht eine OP- oder FFP2-Maske tragen. Auch das Kita-Personal soll ab 1. April zwei Mal wöchentlich getestet werden.

Die neue Verordnung legt auch fest, dass die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr Maßstab für Lockerungen ist, sondern die Belegung der Krankenhaus-Betten im Land. Demnach können Landkreise und kreisfreie Städte etwa "Click & Meet" anbieten oder Zoos und Kulturstätten öffnen, solange nicht mehr als 1.300 Covid-19-Patienten Krankenhaus-Betten belegen. Kunden und Besucher müssten negative Testergebnisse vorlegen.

Andere Corona-Regeln wie die Beschränkung der Kontakte auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten haben weiter Bestand. Die neue Corona-Verordnung gilt bis zum 18. April.

11:11 Uhr | Gerangel um Kompetenzen zwischen Bund und Ländern

Rechtswissenschaftler sind sich uneins darüber, ob der Bund ohne die Zustimmung der Länder härtere Corona-Maßnahmen verhängen kann. Nach Auffassung von Christoph Möllers von der Humboldt-Uni Berlin kann der Bund theoretisch selbst die Rechtsverordnungen erlassen, die bisher von den Ländern kommen. Möglich würde das mit einer Novelle des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesetz müsse zwar durch den Bundesrat. Es handle sich aber um ein sogenanntes Einspruchsgesetz, sagte Möllers der "Süddeutschen Zeitung". Ein Nein der Länder könne also vom Bundestag zurückgewiesen werden.

Möllers verweist dabei auf den Artikel 74 im Grundgesetz. Danach könne der Bund alles regeln, was mit Infektionen und Krankheit zu tun habe. Auch Michael Brenner von der Uni Jena hält ein stärkeres Durchgreifen des Bundes für möglich – auf Grundlage des Artikel 74. Beide Rechtswissenschaftler waren Sachverständige, als im November das neue Infektionsschutzgesetz vorbereitet wurde.  

Der Leipziger Verfassungsrechtler Jochen Rozek ist dagegen der Meinung, dass jede Änderung des Infektionsschutzgesetzes vom Bundesrat abgesegnet werden müsste. Der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer hat Zweifel, dass die Länder einer Übertragung der Befugnisse an den Bund zustimmen würden.

10:44 Uhr | Jung fordert harten Lockdown

OBM Leipzig Burkhard Jung
Leipzigs OB Burkhard Jung Bildrechte: dpa

Städtetagspräsident Burkhard Jung sieht im Moment keine Chance für Öffnungen, sondern fordert einen harten Lockdown. Leipzigs Oberbürgermeister sagte im ARD-Morgenmagazin, es dürften keine falschen Hoffnungen geweckt werden. Das Land laufe sehenden Auges in eine Situation, die es auf den Intensivstationen nicht mehr beherrschen könne. Jung sagte weiter, viele Menschen würden einen klaren Schnitt akzeptieren. Eine Öffnungsperspektive gebe es, wenn sich die Impfsituation verbessert habe. Das werde Juni oder Juli werden – so offen und ehrlich müsse man miteinander sprechen.

10:22 Uhr | Viele Firmen wollen einstellen

Viele Unternehmen in Deutschland wollen trotz Corona neue Mitarbeiter einstellen. Das ergab die monatliche Umfrage des Münchner Ifo-Instituts. Demnach ist die Bereitschaft, neues Personal zu holen, so groß wie zuletzt im Februar 2020. Das Institut erklärte, die starke Industriekonjunktur motiviere die Unternehmen zu ersten Neueinstellungen. Insbesondere die Elektroindustrie suche neue Mitarbeiter. Spürbare Verbesserungen gebe es zudem im Dienstleistungssektor, vor allem in der Logistik und im IT-Bereich. Im Einzelhandel werde dagegen weiter entlassen. Wenig Bewegung gebe es im Baugewerbe.

10:03 Uhr | VW impft Mitarbeiter

VW impft ab heute die Beschäftigten in seinem Zwickauer Werk. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich um ein Modellprojekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz. Das DRK ist in Sachsen für die Impfkampagne verantwortlich. Die Impfdosen werden zunächst für Risikogruppen sowie Mitarbeiter aus dem Corona-Hotspot Vogtland bereitgestellt. VW Sachsen gehört damit zu den ersten Unternehmen in Deutschland, das Betriebsärzte zum Impfen seiner Mitarbeiter einsetzt.

09:47 Uhr | Landespolitiker halten an eigenen Befugnissen fest

Mitteldeutsche Politiker warnen in der Corona-Politik vor Kompetenz-Streitigkeiten, wollen aber auch ihre Entscheidungsbefugnisse behalten. Der Thüringer SPD-Fraktionschef Matthias Hey sagte MDR AKTUELL, ein Durchgreifen des Bundes an den Ländern vorbei würde viele Menschen im Osten stark an die Zeit vor 1989 erinnern. Das wäre das Letzte, was man brauche. Der Thüringer Linke-Fraktionschef Andreas Dittes betonte, es müssten verbindliche klare Regeln festgeschrieben werden. Die Umsetzung müsse aber Sache der Länder bleiben. Ähnlich äußerte sich die sächsische SPD.

09:28 Uhr | So viele Neuinfektionen wie zuletzt Anfang Januar

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Risklayer-Projekt zufolge binnen eines Tages 10.305 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind gut 2.000 mehr als vor einer Woche. Mehr Neuinfektionen an einem Montag waren zuletzt am 11. Januar registriert worden.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gestiegen. In Thüringen liegt der Wert aktuell bei 247 Fällen je 100.000 Einwohner. Damit ist der Freistaat weiterhin bundesweit der Corona-Hotspot. In Sachsen liegt die Inzidenz bei 214 und in Sachsen-Anhalt bei 175. Für ganz Deutschland wird der Wert mit 140 angegeben.

09:18 Uhr | Hausärzte: Corona-Maßnahmen analysieren

Die Hausärzte haben eine bessere Analyse der bisherigen Corona-Maßnahmen verlangt. Verbandschef Ulrich Weigeldt sagte der "Rheinischen Post", es sei derzeit schwierig einzuschätzen, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zielführend seien. Das liege auch daran, dass die Instrumentarien nicht ausreichend ausgewertet würden. Stattdessen hangele man sich ohne klaren Plan von Maßnahme zu Maßnahme. Damit müsse Schluss sein. Droh-Szenarien seien "mit Sicherheit nicht geeignet", die Menschen mitzunehmen.

09:04 Uhr | Modellprojekt in Oberwiesenthal nicht genehmigt

In Oberwiesenthal kann das Modellprojekt "Covid-Ex" nicht wie geplant am 1. April starten. Nach Angaben des Projektleiters hat das Landratsamt die benötigte Genehmigung nicht erteilt. Grund seien die zu hohen Corona-Zahlen. In Oberwiesenthal wollten Restaurants und Vermieter zu Ostern für Besucher öffnen. Die Gäste hätten ein negatives Testergebnis vorzeigen müssen.

08:48 Uhr | Dreyer: Corona-Tests sind Bürgerpflicht

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Mala Dreyer hat regelmäßige Corona-Tests als Bürgerpflicht bezeichnet. Die SPD-Politikerin sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Menschen sollten sich häufiger als bisher auf das Corona-Virus testen lassen. Wer sich teste, helfe, Infektionen rechtzeitig zu erkennen.

08:21 Uhr | USA erhöhen weiter das Impftempo

In den USA soll der Großteil aller Erwachsenen schon in drei Wochen impfberechtigt sein. Präsident Joe Biden kündigte an, der Kreis der Impfberechtigten werde zum 19. April auf 90 Prozent der Bürger ausgeweitet. Die Menschen sollten für ihre Impfung keine langen Wege auf sich nehmen müssen. Für die meisten solle es eine Impfmöglichkeit in einem Umkreis von umgerechnet acht Kilometern geben. Dazu würden rund 40.000 Apotheken in die Impfkampagne einbezogen werden. Zugleich würden neue Massenimpfzentren entstehen.

08:17 Uhr | Vorstoß für weltweites Pandemie-Abkommen

Mehr als 20 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt schlagen einen internationalen Vertrag zur Pandemie-Bekämpfung vor. Ihren Aufruf veröffentlichten sie in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Darin heißt es, mit dem Abkommen sollten die Lehren aus den Fehlern im Umgang mit Covid-19 gezogen werden. Bei künftigen Pandemien müsse die Weltgemeinschaft effektiv zusammenarbeiten. So brauche man eine bessere Verteilung von Schutzausrüstungen, Medikamenten und Impfstoffen. Unterzeichnet wurde der Aufruf unter anderem von Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, EU-Ratspräsident Charles Michel sowie den Präsidenten von Chile, Südafrika und Südkorea.

07:45 Uhr | Corona-Prämie für NRW-Metaller

Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen bekommen in diesem Jahr eine Corona-Prämie von 500 Euro. Darauf haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in der Nacht geeinigt. Vereinbart wurden zudem jährlich wiederkehrende Sonderzahlungen. Die erste im Februar 2022 beträgt 18,4 Prozent des Monatsgehalts. Ab Februar 2023 sollen es 27,6 Prozent sein. Die Einigung gilt als Pilotabschluss. IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall empfahlen den neuen Tarifvertrag zur Übernahme in den anderen Tarifbezirken.

07:08 Uhr | DGB fordert Testpflicht in Betrieben

Der Deutsche Gewerkschaftsbund will Unternehmen dazu verpflichten, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten. DGB-Chef Jörg Hoffmann sagte den Funke-Medien, die Selbstverpflichtung allein reiche nicht. Testangebote müssten verpflichtend sein. Die Kosten müssten die Arbeitgeber tragen. Hoffmann betonte, für die Beschäftigten sollten die Tests aber weiterhin freiwillig sein. Auch Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach hatte gestern bei MDR AKTUELL kritisiert, dass viele Unternehmen bei Corona-Tests unwillig seien.

06:28 Uhr | Brinkhaus warnt vor Zerwürfnis zwischen Bund und Ländern

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat im Streit um die Corona-Politik vor einem Zerwürfnis zwischen Bund und Ländern gewarnt. Der CDU-Politiker sagte in der ARD am Abend, Kanzlerin Angela Merkel habe richtig erklärt, dass die Maßnahmen nicht ausreichten, um das exponentielle Wachstum zu brechen. Dass der Bund mehr Kompetenzen bekomme, das gehe nur zusammen mit den Bundesländern.

Der Leipziger Verfassungsrechtler Jochen Rozek sagte MDR AKTUELL, ein stärkeres Durchgreifen des Bundes wäre rechtlich möglich durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Dies müsse aber vom Bundesrat abgesegnet werden.

Die SPD-Fraktionen in Thüringen und Sachsen äußerten sich skeptisch. Die sächsische SPD-Gesundheitspolitikerin Simone Lang sagte, sie halte es für sinnvoller, wenn die Länder weiter selbst über die Corona-Regelungen bestimmten.

06:21 Uhr | Auslandsreisen weiter möglich

Die Bundesregierung verfolgt nicht länger Pläne, Urlaubsreisen ins Ausland wegen Corona zu verbieten. Ein Regierungssprecher sagte am Abend, ein von Kanzlerin Angela Merkel erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte als abgeschlossen. Neue rechtliche Regelungen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant.

06:15 Uhr | Testpflicht bei Einreisen

Für Flugreisende, die aus dem Ausland nach Deutschland einreisen, trat um Mitternacht eine Test-Pflicht in Kraft. Bis Mitte Mai darf man nun nur noch mit einem aktuellen negativen Test nach Deutschland kommen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 30. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. März 2021 | 06:00 Uhr

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