Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Deutsche bleiben wieder häufiger zu Hause

Jeder zweite Deutsche bleibt wegen der steigenden Infektionszahlen wieder häufiger zu Hause. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Grünen-Chef Robert Habeck ist nach übereinstimmenden Berichten ebenfalls dafür. Der US-Pharmakonzern Moderna rechnet mit einer geringeren Wirksamkeit der derzeitigen Impfstoffe gegen die neue Omikron-Variante. Die Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Eine Frau arbeitet mit Kopfhörern im Homeoffice
Die Menschen in Deutschland entscheiden sich wieder vermehrt dafür, zu Hause zu bleiben und Kontakte zu reduzieren. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 30. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:21 Uhr | EU-weiter Handel mit gefälschten Impfnachweisen nimmt zu

Der Handel mit gefälschten digitalen Impfnachweisen nimmt offenbar EU-weit zu. Das berichtet das ARD-Politmagazin "report München". Demnach gibt es in in- und ausländischen Internet-Foren derzeit einen schwunghaften Handel mit gefälschten Covid-Codes. Mit deren Hilfe sind dann die QR-Codes für Impfnachweise erhältlich. Laut "report" erhalten Betrüger über Komplizen in Apotheken Zugang zu den Systemen und stellen QR-Codes auf Bestellung aus. Die Fälschungen würden weder von deutschen Prüf-Apps noch von Apps aus dem EU-Ausland zuverlässig als solche erkannt.

21:57 Uhr | Kritik an Polizei nach Corona-Protesten in Sachsen

Nach den Corona-Demonstrationen in mehreren sächsischen Städten gibt es Kritik an der Polizei. Die Grünen-Abgeordnete Kathleen Kuhfuß sagte, die Kundgebungen hätten konsequent unterbunden werden müssen. Die Polizei habe das aber nicht getan. Die Linken-Abgeordnete Kerstin Köditz sieht Innenminister Roland Wöller in der Pflicht. Ihm sei die Kontrolle endgültig entglitten. Er versuche nicht einmal, sie zurückzugewinnen.

Beobachter warfen der Polizei zudem vor, statt der Corona-Leugner linke Gegendemonstranten verfolgt zu haben. Die Polizei wies das zurück und erklärte, es sei darum gegangen, die Lager von einander zu trennen. In mehreren sächsischen Städten hatten am Montag hunderte Menschen an ungenehmigten Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen teilgenommen.

20:52 Uhr | Jung für harten Lockdown in Sachsen, Thüringen und Bayern

OBM Leipzig, Burkhard Jung
Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Bildrechte: dpa

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung spricht sich für einen harten Lockdown in Sachsen, Thüringen, Bayern und angrenzenden Gebieten aus. "Keine Veranstaltungen, kein Einzelhandel – außer für Waren des täglichen Bedarfs, keine Gastronomie", sagte der SPD-Politiker in einem Interview der "Leipziger Volkszeitung". Das öffentliche und wirtschaftliche Leben müsse bis Anfang des neuen Jahres auf ein Mindestmaß zurückgefahren, Kontakte müssten drastisch reduziert werden, um die Infektionsketten zu durchbrechen.

Jung plädierte außerdem dafür, auch geimpfte Angehörige von positiv Getesteten in Quarantäne zu schicken. Dass dies nicht geschehe, sei ein "Fehler im System".

19:14 Uhr | Auch Bundesärztekammer für Impfpflicht

Nach verschiedenen Politikern und Wissenschaftlern hat sich nun auch die Bundesärztekammer für allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. In einem Schreiben an die Bund-Länder-Runde, die heute erste mögliche Maßnahmen bekanntgab, heißt es, der Bund müsse unverzüglich gesetzliche Regelungen schaffen – für eine verfassungsrechtlich abgesicherte allgemeine Impfpflicht für alle erwachsenen Bürgerinnen und Bürger, bei denen keine medizinischen Kontraindikationen gegen eine Impfung vorliege. Eine sehr hohe Impfquote sei die einzige Möglichkeit, "aus der Lockdown-Endlosschleife mit massiven psychosozialen Kollateraleffekten insbesondere für Kinder und Jugendliche herauszukommen".

18:45 Uhr | Sorge vor Omikron-Variante belastet Börse

Die Sorge vor einer Verschärfung der Corona-Krise hat die Aktienmärkte weiter belastet. Der DAX gab 1,2 Prozent nach und schloss bei 15.100 Punkten. An den letzten sechs Handelstagen hat der Leitindex damit gut 1.000 Punkte eingebüßt. Analysten sprachen von einer hohen Unsicherheit. Es sei noch nicht abzusehen, inwieweit sich die Omikron-Variante ausbreite und welche Folgen das habe.

17:47 Uhr | Deutsche bleiben wieder häufiger zu Hause

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen ergreifen einer Umfrage zufolge deutlich mehr Deutsche wieder Sicherheitsmaßnahmen. Nach einer Befragung des Bundesinstituts für Risikobewertung gaben 58 Prozent der Menschen an, dass sie den persönlichen Kontakt mit Freunden und Verwandten reduziert haben. Zwei Wochen zuvor sagten das nur 45 Prozent.

Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Menschen, die nach eigenen Angaben seltener ihr Zuhause verlassen, von 36 auf 50 Prozent. In diesem Zusammenhang bereiten sich offenbar auch immer mehr Menschen auf eine mögliche Quarantäne vor: Der Anteil der Befragten, die größere Lebensmittelvorräte anlegen, wuchs von 11 auf 16 Prozent.

15:51 Uhr | Krisentreffen: Scholz spricht sich für allgemeine Impfpflicht aus

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz und die unions- und grün-geführten Bundesländer haben sich für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Scholz plädierte am Dienstag in einer Bund-Länder-Schalte zur Corona-Lage für eine allgemeine Impfpflicht, die bis Ende Februar umgesetzt werden soll. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Teilnehmerkreise.

Zudem wurde der Beschlussentwurf für eine "kleine Bundesnotbremse" vorgelegt. Darin ist unter anderem eine 2G-Regel im Einzelhandel vorgesehen – mit Ausnahme von Supermärkten und Drogerien. Außerdem sollen bundesweit Bars und Discotheken geschlossen werden sowie Großveranstaltungen auf ein Drittel der möglichen Zuschauer begrenzt werden.

Am Donnerstag soll erneut eine Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage stattfinden, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nach dem Treffen. Dann solle auch ein Beschluss verkündet werden, der ein "gemeinsames Verständnis von Bund und Ländern" bezüglich allgemeiner Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen bei Fußballspielen und Veranstaltungen wiedergebe.

15:34 Uhr | Indiens Wirtschaft erholt sich dank guter Corona-Lage

Indiens Wirtschaft hat bei einer vergleichsweise entspannten Corona-Lage zugelegt. Wie das Statistik-Ministerium mitteilte, stieg zwischen Juli und September das Bruttoinlandsprodukt des Landes im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,4 Prozent, Ökonomen ordnen die wirtschaftliche Erholung in dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen unter anderem sinkenden Corona-Fallzahlen zu. Nach einer heftigen zweiten Welle im Frühjahr liegen die Corona-Fallzahlen seit Monaten sehr tief. Deswegen wurden auch Einschränkungen gelockert. Im gesamten vergangenen Finanzjahr, das in Indien jeweils von April bis März dauert, war die indische Wirtschaft insgesamt um 7,3 Prozent eingebrochen.

15:16 Uhr | Hamburg weitet 2G auf Einzelhandel aus

In Hamburg können Ungeimpfte von Samstag an nicht mehr im Einzelhandel einkaufen. Mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs dürfen die Läden Kunden dann nur noch nach dem 2G-Modell bedienen, also nur Geimpfte oder Genesene. Das beschloss der rot-grüne Senat am Dienstag. In Clubs muss dann nach der 2G+-Regel zusätzlich ein negativer Corona-Test vorgelegt werden.

14:10 Uhr | BAG: Urlaubskürzung bei Kurzarbeit Null ist rechtens

Bei längerer Kurzarbeit Null müssen Arbeitnehmer eine anteilige Kürzung ihres Jahresurlaubs hinnehmen. Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt in einem Grundsatzurteil entschieden. Es betrifft viele tausend Beschäftigte, die in der Pandemie von ihren Arbeitgebern ganztags in Kurzarbeit geschickt wurden. Im konkreten Fall ging es um eine Verkäuferin, die mit Unterstützung des Deutschen Gewerkschaftbundes den vollen Jahresurlaub erstreiten wollte. Ihre Klage war vom Landgericht Düsseldorf abgewiesen worden. Das bestätigte nun das Bundesarbeitsgericht. Der Vorsitzende Richter betonte, man habe eine äußerst umstrittene Frage entscheiden müssen. (9 AZR 225/11)

13:50 Uhr | Griechenland: Impfpflicht für Ü60-Jährige beschlossen

Die griechische Regierung hat eine Corona-Impfpflicht für Menschen über 60 Jahren beschlossen. "Griechen über 60 müssen bis zum 16. Januar den Termin für ihre erste Impfung buchen", sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Wer sich dann immer noch nicht impfen lässt, müsse ein monatliches Bußgeld von 100 Euro zahlen. "Das ist Schutz, keine Bestrafung", sagte der Ministerpräsident. Das Parlament muss der Impfpflicht jedoch noch zustimmen. Es wird aber damit gerechnet, dass die Abgeordneten den Vorschlag der Regierung billigen. In Griechenland ist die Corona-Impfung seit August bereits für das Personal von Altenheimen Pflicht, für den Gesundheitsbereich trat im September eine Impfpflicht in Kraft.

13:26 Uhr | RKI: Knapp 55 Millionen Erwachsene vollständig geimpft

In Deutschland sind mittlerweile fast 55 Millionen Erwachsene vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Impfquote von circa 79 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahre. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts hervor. "Von diesen 55 Millionen hat mehr als jeder Sechste (9,6 Mio.) den empfohlenen Booster bereits erhalten", twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Bei den 12- bis 17-Jährigen beträgt die Quote der vollständig Geimpften nach RKI-Angaben circa 46 Prozent. Auf die Gesamtbevölkerung gerechnet sind demnach nun 68,5 Prozent vollständig geimpft.

13:15 Uhr | Corona-Konferenz von Bund und Ländern gestartet

Die Spitzen von Bund und Ländern haben sich vor wenigen Minuten zu einer Telefonkonferenz zusammengeschaltet, um über die Verschärfung von Corona-Maßnahmen zu beraten. Die Länderchefs sowie Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz hatten dazu die Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts abgewartet. Die Politik steht unter starkem Druck wegen der Zuspitzung der Corona-Lage und der Ausbreitung der neuen Virusvariante Omikron. Gefordert werden vor allem strengere Kontaktbeschränkungen und zusätzliche Einschränkungen für Ungeimpfte. Auch eine Impfpflicht ist in der Diskussion.

12:40 Uhr | Neue Virusvariante "boostert" gleichnamige Kryptowährung

Die Wahl der Weltgesundheitsorganisation, die neue Virusvariante Omikron (engl.: Omicron) zu nennen, hat der gleichnamigen Kryptowährung Omicron einen Booster versetzt: Die digitale Währung, bislang weitgehend unbekannt und stabil, verzehnfachte ihren Wert am frühen Montag auf fast 700 US-Dollar (ca. 616 Euro). Aktuell beläuft sich der Wert auf 350 US-Dollar. Vor der Entscheidung der WHO lag die Währung Omicron bei 70 US-Dollar.

Die Kryptowährung Omicron war erst Anfang November erschaffen worden – die Gründer erwähnten damals die Corona-Pandemie mit keiner Silbe. Sie wollten nach eigener Aussage eine neue Währung anbieten, die "unabhängig von den Ausschlägen des Marktes" funktionieren und so "die Kaufkraft erhalten" solle.

12:30 Uhr | Söder fordert nach Karlsruher Beschluss neue Bundesnotbremse

Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine neue Bundesnotbremse. Bei Twitter schrieb der CSU-Politiker, man müsse jetzt schnell handeln. Söder wertete die Entscheidung als Bestätigung auf ganzer Linie. Alle zentralen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung seien rechtens gewesen. Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier nannte den Beschluss staatspolitisch klug und rechtlich überzeugend. Sie gäben der alten und der neuen Regierung die Chance zur Gemeinsamkeit. Handeln sei damals wie heute möglich. Am Nachmittag wollen Bund und Länder bei einer Telefonkonferenz den weiteren Kurs in der vierten Pandemie-Welle abstimmen.

12:08 Uhr | Sachsen: Bereits 13 Intensivpatienten verlegt

Inzwischen sind 13 Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt worden. Das gab das Gesundheitsministerium bekannt. Demnach wurden sie aus Krankenhäusern in Dresden, Annaberg, Zschopau, Rodewisch, Freiberg und Erlabrunn nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen gebracht. Eine weitere Liste mit sieben zu verteilenden Patienten aus Sachsen war am Montag bestätigt worden. Zudem seien weitere Verlegungen geplant, darunter am Dienstag ein Ambulanzflug mit zwei Patienten aus Dresden nach Hannover. Am Mittwoch fliegt auch die Bundeswehr erstmals sechs Patienten von Dresden nach Köln.

11:50 Uhr | EU verlangt von Mitgliedern gründlichere Tests

Die Europäische Union fordert ihre Mitgliedsländer angesichts der neuen Corona-Variante Omikron auf, mehr zu tun, um neue Varianten zu entdecken. Einige hinkten diesbezüglich stark hinterher, schreibt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einem Brief an die 27 Mitglieder, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Sie nannte die Länder nicht, die nicht ausreichend sequenzierten. "Wegen der hochansteckenden Delta-Variante standen wir diesen Winter ohnehin schon vor einer Herausforderung. Aufgrund der Omikron-Variante dürfte sich der Druck noch erhöhen."

11:13 Uhr | EMA: Impfstoffe bieten weiterhin Schutz

Der Europäischen Arzneimittelbehörde liegen noch keine Informationen darüber vor, ob neue Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante benötigt werden. Die EMA bereite sich aber darauf vor, sagt die Chefin der Behörde, Emer Cooke, im Europäischen Parlament. Mehr Klarheit sollte es nach Labortests in rund zwei Wochen geben. Selbst wenn sich die neue Omikron-Variante aber weiter ausbreite, böten die vorhandenen Impfstoffe weiterhin Schutz, sagt Cooke. Sollten Anpassungen der Vakzine erforderlich werden, könnten diese innerhalb von drei bis vier Monaten genehmigt werden.

10:51 Uhr | Buyx schließt allgemeine Impfpflicht nicht mehr grundsätzlich aus

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, schließt eine allgemeine Corona-Impfpflicht nicht mehr grundsätzlich aus. Buyx sagte im ZDF, der Ethikrat komme in dieser Frage auch gerade ins Nachdenken. Bisher sei man mit guten Gründen immer sehr zurückhaltend gewesen. Mit Blick auf die hohen Zahlen und der Belastung des Gesundheitssystems erklärte Buyx, man dürfe nicht so tun, als hätte sich die Situation nicht geändert.

10:22 Uhr | Karlsruhe: Maßnahmen der Bundesnotbremse rechtens

Die Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen sowie Schulschließungen in der dritten Pandemie-Welle im Frühjahr sind rechtmäßig gewesen. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Die Richter erklärten, die Maßnahmen des Bundes hätten zwar in erheblicher Weise in Grundrechte eingegriffen. Sie seien aber in der äußersten Gefahrenlage der Pandemie mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen. Die Maßnahmen hätten dem Lebens- und Gesundheitsschutz sowie der Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems gedient. Das Bundesverfassungsgericht erkannte aber erstmals ein Recht von Kindern und Jugendlichen gegenüber dem Staat auf schulische Bildung an. Die Bundesnotbremse war im April beschlossen worden und galt bis Ende Juni. Die beklagten Maßnahmen mussten angeordnet werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen stabil über 100 war.

10:16 Uhr | Moderna-Chef: Erheblicher Rückgang der Impfstoff-Wirksamkeit

Der Chef des US-Pharmakonzerns Moderna, Stephane Bancel, rechnet damit, dass die derzeitigen Corona-Impfstoffe gegen die neue Omikron-Variante nicht so wirksam sind wie gegen die Delta-Variante. Bancel sagte der "Financial Times", er gehe von einem erheblichen Rückgang der Wirksamkeit aus. Es sei aber noch nicht klar, um wie viel.

Das Mainzer Unternehmen Biontech hatte gestern erklärt, man prüfe, ob das Vakzin angepasst werden müsse. Zugleich würden damit schon die ersten Schritte zur Entwicklung eines neuen Impfstoffes gegangen.

09:33 Uhr | Sachsen: Bundeswehr fliegt Covid-Patienten nach Köln

Die Bundeswehr soll erstmals auch sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das Spezialflugzeug der Luftwaffe wird die Schwerkranken nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch von Dresden nach Köln bringen. Die Landung des Flugzeugs mit sechs Patienten in Köln ist am frühen Nachmittag geplant. In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Das Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

09:25 Uhr | Impfaktion: Boostern in mehr als 45 Einkaufszentren

In mehr als 45 Einkaufszentren in ganz Deutschland finden zwischen dem 2. und 4. Dezember Aktionen für Booster-Impfungen statt. Das teilte der Handelsverband Deutschland mit. Kundinnen und Kunden könnten sich an den Tagen meist ohne Anmeldung gegen Corona impfen lassen – mit einer Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung. "Wir brauchen mehr Tempo bei den Impfungen und schnelle Booster-Aktionen, um die Pandemie dauerhaft erfolgreich zu bekämpfen", sagte Verband-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bisher seien mehr als 250.000 Impfdosen auf Parkplätzen vor Geschäften oder in Einkaufszentren verimpft worden. In Mitteldeutschland sind unter anderem Aktionen in Magdeburg, Plauen und Leipzig geplant.

08:39 Uhr | Umfrage: Jeder Vierte fürchtet Corona-Ansteckung am Arbeitsplatz

Jeder vierte Beschäftigte sieht sich schlecht vor einer Corona-Ansteckung am Arbeitsplatz geschützt. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Danach fürchten besonders Beschäftigte mit vielen persönlichen Kontakten um ihre Gesundheit. So machten sich knapp 60 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher große Sorgen. Ein Drittel der befragten Beschäftigten gab außerdem an, dass die Infektionsschutzmaßnahmen die Ausübung ihrer Tätigkeit erschwert hätten. Zudem empfänden ein Drittel auch erhöhte Belastung durch die coronabedingte Digitalisierung. Für die Umfrage wurden rund 6.400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt.

08:19 Uhr | Bundesverfassungsgericht entscheidet über Bundesnotbremse

War die Bundesnotbremse mit dem Grundgesetz vereinbar? Dieser Frage ist das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nachgegangen. Am Dienstag veröffentlicht es seine Entscheidungen dazu. Konkret geht es um Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Schulschließungen. Erwartet werden grundsätzliche Entscheidungen dazu, welche Regelungen in einer Pandemie verfassungsgemäß sind.

08:12 Uhr | Habeck: Schärfere Maßnahmen unumgänglich

Im Vorfeld des heutigen Bund-Länder-Treffens hat Grünen-Chef Robert Habeck schärfere Maßnahmen gefordert. Diese seien unumgänglich, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". "Es ist völlig klar, was passieren muss: Die Kontakte müssen reduziert werden, 2G muss bundesweit verbindlich umgesetzt werden." Man müsse den Winter mit weiteren einheitlichen Maßnahmen bestreiten, erklärte der Grünen-Politiker. "Das ist dann – man muss es so hart sagen – ein Lockdown für Ungeimpfte."

Angesichts der immer schwieriger werdenden Corona-Lage befassen sich Bund und Länder bereits am Nachmittag mit einer möglichen Verschärfung der Maßnahmen gegen die Pandemie. Neben den stetig steigenden Infektionszahlen löste auch das Auftreten der neuen Corona-Variante Omikron in Deutschland Sorge aus.

08:00 Uhr | Unangemeldete Demos in Sachsen und Thüringen

In Sachsen und Thüringen hat es am Abend unangemeldete Proteste gegen Corona-Auflagen gegeben. Wie die Polizei mitteilte, demonstrierten in Thüringen insgesamt 2.700 Menschen an 20 verschiedenen Orten. Allein in Erfurt hätten sich 650 Menschen versammelt. Erlaubt sind eigentlich nur bis zu 35 Kundgebungsteilnehmer. In Sachsen sind laut Polizei nur maximal zehn Teilnehmer erlaubt. Nach Angaben der Polizei zogen rund 700 Menschen durch Freiberg. In Bautzen verhinderte die Polizei eine Kundgebung mit etwa 200 Personen. Auch in Chemnitz, Zwickau, Pirna, Sebnitz, Riesa, Großenhain und Wilsdruff kam es zu Protesten.

07:39 Uhr | Buschmann will Impfpflicht zur Gewissensfrage machen

Der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann ist dafür, bei einer Entscheidung des Bundestags über eine allgemeine Impfpflicht die Abgeordneten von der Fraktionsdisziplin zu entbinden. Der FDP-Politiker sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", die allgemeine Impfpflicht berühre viele schwierige Fragen. Buschmann nannte dabei die Verhältnismäßigkeit des Grundrechtseingriffs und mögliche Ausnahmen. Eine weitere Frage sei, wie man diese Pflicht durchsetze. Bei solchen medizinethischen Themen habe es sich in der Vergangenheit bewährt, sie zur Gewissensfrage zu erklären.

07:30 Uhr | Studie: Impfung verursacht keine Schwangerschaftsabbrüche

Erhöht eine Impfung gegen Covid-19 für Schwangere das Risiko, ihr ungeborenes Kind durch einen spontanen Abbruch zu verlieren? Eine neue Analyse aus den USA zeigt jetzt klar: Das Risiko wird durch eine Impfung nicht erhöht. Damit wird auch deutlich: Bereits schwangere Frauen sollten sich dringend impfen beziehungsweise boostern lassen.

07:13 Uhr | Biontech beschleunigt Impfstoff-Auslieferung

Der Impfstoffhersteller Biontech zieht angesichts der großen Nachfrage die Lieferung von Millionen Impfdosen an Deutschland vor. Eine Unternehmenssprecherin sagte, in dieser Woche werde der Bund 5,8 Millionen Impfdosen erhalten. Davon sei die Hälfte eigentlich erst für kommende Woche vorgesehen gewesen. Biontech reagiert damit auf den hochschnellenden Bedarf an Auffrischungsimpfungen. Laut Bundesgesundheitsministerium will das Mainzer Unternehmen im Laufe des Dezembers noch zwei weitere Chargen liefern. Darunter sind 2,4 Millionen Dosen Kinder-Impfstoff, die kurz vor Weihnachten zur Verfügung stehen sollen.

06:48 Uhr | Prognose: Sachsen braucht 100 weitere Intensivbetten

Sachsen braucht in den kommenden sieben Tagen 100 zusätzliche Intensivbetten für Covid-19-Patienten. Zu dieser Einschätzung kommt der Leiter des Dresdner Corona-Prognose-Tools für die Bettenauslastung, Jochen Schmitt. Er sagte MDR AKTUELL, dieser Bedarf werde vor allem über Maßnahmen in den Kliniken gedeckt. So würden weitere planbare Operationen abgesagt und Stationen zu Covid-Stationen umdeklariert. Schmitt erklärte weiter, ein sofortiger Lockdown werde kurzfristig kaum Wirkung zeigen. Das Prognose-Tool an der Uniklinik Dresden soll die Verteilung der Corona-Patienten in Sachsen steuern, falls zum Beispiel eine Überlastungssituation droht.

06:40 Uhr | Wanderwitz: Demos in Sachsen müssen unterbunden werden

Der Ostbeauftrage der noch amtierenden Bundesregierung, Marco Wanderwitz, fordert, die unerlaubten Demonstrationen in Sachsen zu unterbinden. Der CDU-Politiker twitterte, dass in dieser Corona-Lage "Gestörte und Rechtsradikale" offenbar erfolgreich Tag für Tag den Rechtsstaats mit Zusammenkünften vorführten, richte schweren Schaden an.

Laut geltender sächsischer Corona-Verordnung dürfen Versammlungen derzeit nur ortsgebunden und mit maximal zehn Teilnehmern stattfinden. In Freiberg zogen laut Polizei am Abend etwa 700 Menschen durch die Stadt. In Bautzen verhinderte die Polizei eine Kundgebung mit etwa 200 Personen. Auch in Chemnitz, Zwickau, Pirna, Sebnitz, Riesa, Großenhain und Wilsdruff kam es zu Protesten. Aufgerufen dazu hatte unter anderem die rechtsextremistische Partei "Freie Sachsen". Auch in Erfurt kam es am Abend zu Protesten.

06:35 Uhr | RKI: Sieben-Tage-Inzidenz stagniert

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erstmals seit mehr als drei Wochen nicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut bezifferte den Wert am Morgen mit 452,2. Gestern war es 452,4. Binnen eines Tages wurden 45.753 Corona-Neuinfektionen gemeldet, das sind gut 400 mehr als vor einer Woche. Die Hospitalisierungsrate wurde gestern mit 5,52 angegeben.

Das Datenprojekt Risklayer sieht die bundesweite Inzidenz bei 489. Am Vortag lag die Inzidenz beim selben Wert und vor einer Woche bei 438 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Den Wert für Sachsen gibt Risklayer mit 1.559 an, den für Thüringen mit 933 und den für Sachsen-Anhalt mit 773. Wegen unterschiedlicher Meldewege sind die Daten des Risklayer-Projekts in der Regel aktueller.

06:25 Uhr | Sachsen schafft neue Impfstellen

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen geht davon aus, schon bald die neuen Zielvorgaben bei den Corona-Impfungen zu erreichen. Sprecher Kai Kranich sagte MDR AKTUELL, in der nächsten Woche sollten bis zu 9.000 Impfungen am Tag realisiert werden. Derzeit seien es täglich etwa 7.000. Insgesamt stünden dann 50 Impfteams bereit. Zudem kämen neue Impfstellen hinzu. So werde in Leipzig ab Mittwoch auch in der Arena an der Festwiese geimpft. Geschäftsführer Matthias Kölmel sagte, zunächst seien täglich außer sonntags zwei Teams im Einsatz. Ziel sei es, das Angebot auf acht Impfteams hochzufahren. Das DRK Sachsen hofft nach eigenen Angaben, die Wartezeiten für Impfwillige wieder zu verkürzen. Zeitnah solle es wieder möglich sein, online einen Termin zu buchen.

06:15 Uhr | Braun fordert neue Notbremse

Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun hat eine neue Corona-Notbremse gefordert. Braun sagte den Funke-Medien, in Regionen mit hohem Infektionsgeschehen müssten Kontakte schnell um 60 bis 70 Prozent reduziert werden. Nur so könne es gelingen, die Infektionszahlen bis Weihnachten zu senken. Braun verlangte unter anderem Bundesliga-Spiele ohne Zuschauer sowie Schließungen im Freizeitbereich. Das gelte auch für die Gastronomie am Abend.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der designierte Kanzler Olaf Scholz wollen am frühen Nachmittag in einer Telefonkonferenz mit den Länder-Ministerpräsidenten das weitere Vorgehen in der Pandemie abstimmen. Zuvor will das Bundesverfassungsgericht sein Urteil über die sogenannte Bundesnotbremse veröffentlichen, die von Ende April bis Ende Juni galt. Das Gericht will dabei klären, ob und inwieweit der Gesetzgeber die Bevölkerung zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verpflichten sowie Schulschließungen veranlassen darf.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 30. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2021 | 06:00 Uhr

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