Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: USA halten Auffrischungsimpfung für unnötig

Die USA sehen eine dritte Booster-Dosis für Vollgeimpfte als nicht nötig an. Die EU-Finanzminister haben Investitions-Programme von zwölf Mitgliedsstaaten zur Bewältigung der Corona-Krise akzeptiert. Bundeskanzlerin Merkel hat sich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Auch die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats hält eine Impfpflicht für unnötig. Zuvor hatte Frankreich angekündigt, dass sich Pflegepersonal impfen lassen müsse. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Aufgezogene Spritzen mit dem Wirkstoff von Biontech liegen auf einem Tablett.
Nach Gesprächen mit dem Pharmakonzern Pfizer haben sich die USA vorerst gegen eine Booster-Impfung ausgesprochen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 13. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:28 Uhr | Neue Indikatoren für Bewertung der Corona-Lage

An der Uniklinik Leipzig etwa gibt es keine Beeinträchtigungen bei der Behandlung anderer Patienten durch Covid-Fälle mehr. Informationen wie diese sollen künftig auch in die Bewertung der allgemeinen Corona-Lage einfließen. Mehr dazu im Video:

21:25 Uhr | Malta setzt angekündigte Grenzschließung für Ungeimpfte doch nicht um

Malta will die angekündigten Grenzschließungen für nicht vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte doch nicht umsetzen. Menschen, die ohne Impfzertifikat nach Malta einreisten, müssten sich jedoch für bestimmte Zeit in Quarantäne begeben, teilte die Regierung am Dienstagabend mit. Die am Freitag angekündigte Grenzschließung hätte in der Nacht zum Mittwoch in Kraft treten sollen.

20:05 Uhr | Großbritannien meldet so viele Todesfälle wie seit April nicht mehr

In Großbritannien sind innerhalb eines Tages so viele Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben wie seit April nicht mehr. Die Gesundheitsbehörden melden 50 weitere Todesfälle. Es wurden 36.660 neue Infektionsfälle registriert. Am Vortag waren es sechs weitere Todesfälle und 34.471 Ansteckungen. England will am Montag kommender Woche fast alle Einschränkungen, die zur Eindämmung der Pandemie eingeführt wurden, wieder aufheben.

19:50 Uhr | Thüringen und Sachsen-Anhalt halten an Maskenpflicht fest

Im Gegensatz zu Sachsen hält Thüringen an der Maskenpflicht beim Einkaufen fest. Das bestätigte das Gesundheitsministerium in Erfurt dem MDR. Es gebe keine Pläne, diese Vorschrift zu lockern oder aufzuheben. Auch in Sachsen-Anhalt ist die Mund-Nasen-Bedeckung im Einzelhandel weiterhin vorgeschrieben.

18:55 Uhr | US-Regierung ändert Reisehinweise

Unmittelbar vor der Reise von Kanzlerin Angela Merkel nach Washington hat die US-Regierung ihre Reisehinweise für Deutschland, Österreich und einige andere europäische Staaten geändert. Diese Länder sind nun aus der Kategorie "Überdenke Reisen" zu "Lass besondere Vorsicht walten" heruntergestuft worden. Mit Blick auf die Pandemie heißt es nun, die Reisen seien weniger gefährlich für Geimpfte.

18:10 Uhr | Infektionszahlen in den Niederlanden versechsfacht

Die Infektionszahlen in den Niederlanden haben sich nach einer kurzen Öffnungsphase in der vergangenen Woche mehr als versechsfacht. Die Behörden registrieren 52.000 Neuinfektionen in der Woche bis Dienstag – nach 8.500 eine Woche zuvor. Mehr als 60 Prozent davon wurden bei jüngeren Menschen zwischen 15 und 25 Jahren entdeckt. Die Niederlande hatten am 26. Juni zahlreiche Einschränkungen bei Nachtclubs, Festivals und Restaurants gelockert, diese wegen steigender Infektionszahlen vor allem unter jungen Leuten aber kurz darauf wieder in Kraft gesetzt. Ministerpräsident Mark Rutte hatte sich für die zu frühe Öffnung entschuldigt.

17:58 Uhr | Kekulé sieht keine Notwendigkeit für dritte Impfung

Der Virologe Alexander Kekulé sieht keine Notwendigkeit für Auffrischungs-Impfungen. Kekulé sagte MDR AKTUELL, aus epidemiologischer Sicht sei die Bevölkerung zum großen Teil schon nach der ersten Corona-Impfung geschützt, nach der zweiten dann definitiv. Einen Vorteil sehe er nur für ältere Menschen. Sie sprächen oft weniger gut auf Impfungen an. Bei ihnen könne eine dritte Dosis das Risiko einer schweren Covid-Erkrankung weiter verringern. Kekulé forderte zugleich, andere Länder mit Impfstoff zu versorgen. Es gehe um eine weltweite Verteilung von Impfstoff.

17:33 Uhr | Brasilien meldet niedrigsten Wert seit Januar

Brasilien hat die niedrigste Zahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen seit mehr als einem halben Jahr registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Montagabend (Ortszeit) 17.031 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Zuletzt hatte es Anfang Januar mit 15.827 einen niedrigeren Tageswert gegeben. Auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie hatte das südamerikanische Land im März mehr als 100.000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Insgesamt haben sich in Brasilien, das im Januar mit Impfungen begann, mehr als 19,1 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

17:05 Uhr | USA halten Auffrischungsimpfung für unnötig

Das US-Gesundheitsministerium hält eine Corona-Booster-Impfung bei vollständig Geimpften weiterhin nicht für nötig. Vertreter des Ministeriums trafen sich am Montag mit dem US-Pharmakonzern Pfizer, um Informationen über die neuesten vorläufigen Daten zu der Impfung zu erhalten. Sie wollen mit dem Unternehmen im Gespräch bleiben, ob und wann künftig eine Auffrischimpfung nötig ist. Das teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Pfizer und sein deutscher Partner Biontech hatten Ende vergangener Woche angekündigt, vor dem Hintergrund der hochansteckenden Delta-Variante bei den Zulassungsbehörden in den USA und Europa innerhalb der nächsten Wochen die Genehmigung einer dritten Dosis als Booster-Impfung zu beantragen.

16:51 Uhr | Sachsen schafft Maskenpflicht beim Einkaufen ab

Sachsen beendet ab Freitag im gesamten Bundesland die Maskenpflicht in Supermärkten und im Einzelhandel. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag mitteilte, soll nach der neuen Corona-Schutzverordnung in allen Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter zehn die Maskenpflicht beim Einkaufen entfallen. Da die Inzidenz in allen sächsischen Landkreisen aktuell unter zehn liegt, fällt die Maskenpflicht beim Einkaufen im gesamten Bundesland weg. Im öffentlichen Nahverkehr und bei Arztbesuchen müssten aber weiter Masken getragen werden.

15:47 Uhr | EU billigt Corona-Konjunktur-Programme von 12 Staaten

Die EU-Finanzminister haben die Investitionsprogramme von zwölf Mitgliedsstaaten akzeptiert, mit denen diese die Corona-Krise bewältigen wollen. Darunter sind Deutschland, Spanien und Frankreich, wie die EU-Finanzminister am Dienstag bekanntgaben. Finanziert werden diese mit Hilfe von EU-Mitteln in Höhe von etwa 750 Milliarden Euro, die unter anderem durch gemeinsame Schuldenaufnahme beschafft werden. Die EU hofft, dass mit dem Geld der Anteil öffentlicher Investitionen auf 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung der Gemeinschaft steigt. Hauptprofiteure sind Spanien und Italien. Deutschland rechnet mit etwa 25 Milliarden Euro.

13:45 Uhr | GEW Sachsen lehnt verpflichtende Impfung für Lehrpersonal ab

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen ist gegen eine Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer. GEW-Chefin Uschi Kruse sagte am Dienstag MDR AKTUELL, es gebe bereits Regelungen für Kollegen, die nicht geimpft oder genesen seien: "Es ist ja nicht so, dass man bei steigenden Inzidenzen einfach so in die Schule gehen und arbeiten kann. Wenn man nicht geimpft oder genesen ist, setzt natürlich die Testpflicht ein. Und wenn die Testpflicht nicht durchgesetzt wird, gibt es ein Betretungsverbot und auch dienstrechtliche Konsequenzen." Damit sei man auf der sicheren Seite, ein Nachsteuern sei momentan nicht notwendig.

Kruse kritisierte, der Vorschlag für eine Impfpflicht unterstelle, "dass sich Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher in Größenordnungen weigern würden, sich impfen zu lassen." Das sei nicht der Fall.

13:08 Uhr | Merkel: Deutschland wird keine Impfpflicht einführen

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Impfpflicht wie in Frankreich oder Italien ab. Bei einem Besuch beim Robert-Koch-Institut in Berlin sagte sie, man habe nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen wie Frankreich.

Wir haben gesagt, es wird keine Impfpflicht geben.

Angela Merkel Bundeskanzlerin

Merkel fügte hinzu, sie glaube nicht, dass man durch eine Veränderung jetzt Vertrauen gewinnen würde. "Wir können Vertrauen gewinnen, indem wir für das Impfen werben. Die Impfbereitschaft ist sehr, sehr hoch." Auch Gesundheitsminister Jens Spahn betonte, es gebe keine Impfpflicht. Er sprach aber von einem "Impfgebot". Auch der RKI-Präsident sprach sich gegen eine Impfpflicht aus, die in Deutschland nicht nötig sei.

Die Kanzlerin, der Gesundheitsminister und RKI-Präsident Lothar Wieler betonten, dass man mit einer Corona-Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch andere schütze. Merkel erinnerte daran, dass es mit den bis zu zwölfjährigen Kindern eine Altersgruppe gebe, für die gar kein Impfstoff zugelassen sei.

12:45 Uhr | Unternehmen aus Taiwan kauft Impfstoff in Deutschland

Der taiwanische Technikkonzern Foxconn und der Halbleiterkonzern TSMC wollen ihrem Land zehn Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer aus Deutschland spenden. Wie der Foxconn-Gründer Terry Gou im Internet schrieb, sollen die Lieferungen direkt von dem deutschen Hersteller kommen – und das sobald wie möglich, um Taiwan bei der Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen. Die beiden Unternehmen stellen dafür gemeinsam 300 Millionen Euro bereit. Zuvor hatte die taiwanesische Regierung erfolglos versucht, Impfstoff direkt bei Biontech/Pfizer zu bestellen und für das Schweitern die chinesische Regierung verantwortlich gemacht.

11:27 Uhr | Sachsen-Anhalt: Fußball-Fan bringt Delta-Variante nach Stendal

Ein Fußball-Fan hat die Delta-Variante des Coronavirus von der EM in den Landkreis Stendal gebracht. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, hatte der Mann ein Spiel in St. Petersburg besucht. Er war nach Angaben der Verwaltung bislang nicht geimpft. Auf Grund der Einreisebestimmungen befand sich der Mann aber ohnehin in Quarantäne. Seine Ehefrau wurde als einzige Kontaktperson ermittelt.

11:08 Uhr | RKI-Chef Wieler: Antikörpertest weist keine Genesung nach

Für den Nachweis, dann man von Covid-19 genesen ist, reicht nach Recherchen von MDR AKTUELL ein nachträglicher Antikörpertest nicht aus. Wie der Leiter des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, erklärte, ist bisher noch zu wenig über den Schutz durch Antikörper bekannt, um eine Infektion mit dem Coronavirus auszuschließen. "Das heißt, es kann Menschen geben, die haben Antikörper im Blut, aber die schützen gar nicht und es gibt andere, da weist man gar keine Antikörper nach, aber sie sind trotzdem geschützt." Deshalb bekommen den MDR-Recherchen zufolge nur diejenigen ein Genesenen-Zertifikat, die die überstandene Erkrankung mit einem positiven PCR-Testergebnis belegen können – und zwar für ein halbes Jahr.

10:36 Uhr | UN-Bericht: Pandemiejahr ließ Hunger auf der Welt ansteigen

Dem Welternährungsbericht zufolge ist die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt stark gestiegen. Im Corona-Jahr 2020 waren bis zu 811 Millionen Menschen unterernährt – etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung. Den Angaben zufolge leben die meisten betroffenen Menschen in Afrika. Dort lag die Rate der Unterernährung bei 21 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie in jeder anderen Weltregion. Die Corona-Pandemie habe die Lage in vielen Ländern noch verschärft. So wurden in vielen Ländern durch wirtschaftliche Einbußen Rezessionen ausgelöst und der Zugang zu Nahrungsmitteln erschwert. Die Vereinten Nationen hatten sich als Ziel gesetzt, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu beseitigen. Prognosen zufolge kann das Ziel aber kaum noch eingehalten werden.

10:11 Uhr | Thüringen: Großer Bedarf an Sportkursen in den Ferien

Die Thüringer Schulen haben großen Bedarf an zusätzlichen Sportkursen für die Sommerferien angemeldet. Wie aus der Anmelde-Plattform des Bildungsministeriums hervorgeht, übersteigt die Nachfrage das Angebot um Längen. Mehr als 1.000 Gesuchen stünden etwa 150 Angebote von Vereinen gegenüber. Es handelt sich um Kurse für Tanzen, Schwimmen, ein Basketball-Camp oder Outdoor-Training. So sollen vor allem Grundschulkinder das bewegungsarme Corona-Jahr 2020 aufholen. Für die Kurse gibt es im Rahmen der Bildungsinitiative "Aufholen nach Corona" pro Stunde vom Land 30 bis 50 Euro Honorar. Der Landessportbund Thüringen geht davon aus, dass es zumindest beim Schwimmen-Lernen Jahre dauern wird, das Versäumte nachzuholen.

10:00 Uhr | Dutzende Festnahmen nach Protesten in Kuba

In Kuba sind nach den ersten Massenprotesten seit Jahrzehnten Dutzende Menschen festgenommen worden. Amnesty International spricht von 115 Festnahmen. Darunter seien prominente Dissidenten, aber auch Journalisten. Die Polizei griff Berichten zufolge hart durch. Menschenrechtsorganisationen berichten, der Internetzugang sei eingeschränkt worden, die sozialen Netzwerke seien gesperrt. Im Umlauf sind Videos, die neue, kleinere Proteste zeigen sollen.

Am Sonntag hatten Tausende Menschen in zahlreichen Städten gegen die durch die Corona-Pandemie stark verschlechterte Versorgungslage im Land protestiert sowie gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung. In Kuba fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten, Benzin und Waren des täglichen Bedarfs wie Toilettenpapier. Im Zuge der Corona-Pandemie brach einer wichtigsten Wirtschaftszweige der Insel, der Tourismus, massiv ein.

09:42 Uhr | Ethikrat-Chefin: Impfpflicht für Berufsgruppen unnötig

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hält eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für unnötig. Buyx sagte im ZDF-Morgenmagazin, der Ethikrat habe zwar "ganz vorsichtig" erklärt, dass man unter bestimmten Umständen über sehr eng begrenzte Impfpflichten nachdenken könne. Für die meisten besonders gefährdeten Gruppen gebe es aber andere Möglichkeiten zum Schutz. Außerdem sei die Impfrate in den unterschiedlichen Berufsgruppen viel besser als etwa in Frankreich. Gerade beim Gesundheits- und beim Lehrerpersonal seien es "super Impfraten". Deshalb brauche Deutschland eine solche Impfpflicht nicht.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte gestern Abend angekündigt, sämtliche Mitarbeiter von Kliniken, Alten- und Pflegeheimen müssten sich bis Mitte September impfen lassen. Danach dürfe ungeimpftes Gesundheitspersonal nicht mehr arbeiten und werde nicht mehr bezahlt. Auch Griechenland führt eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal ein.

Krankenschwester hält Spritze mit Corona-Impfung 4 min
Bildrechte: imago images/ Pixsell

09:13 Uhr | Olympisches Dorf öffnet unter strengen Corona-Regeln in Tokio

Zehn Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat das Olympische Dorf in Tokio geöffnet. Den Veranstaltern zufolge werden etwa 18.000 Athleten und Offizielle innerhalb des 44 Hektar großen Areals in der Bucht von Tokio wohnen. Sie müssen sich dabei strengen Regeln unterwerfen. Seit gestern gilt in Tokio der nunmehr vierte Notstand – vorläufig bis zum 22. August.

Kontakte zur einheimischen Bevölkerung sind genauso untersagt wie touristische Ausflüge. Erst wenige Tage vor ihrem ersten Wettkampf dürfen die Athleten ins Dorf einziehen, spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Einsatz sollen sie wieder abreisen. Stets müssen mindestens zwei Meter Abstand eingehalten werden, auch beim Essen. Alkohol darf nur auf den Zimmern getrunken werden, außerhalb der eigenen Zimmer müssen stets Masken getragen werden. Die sonst üblichen Kondome, die der Gastgeber zu Beginn verteilt, bekommen die Athleten nun erst nach den Spielen.

Bis Ende der Woche rechnen die Veranstalter mit mehr als 2.200 eingetroffenen Teilnehmern. Positiv auf das Coronavirus getestet wurden bereits zwei Mitglieder des Teams aus Uganda, ein serbischer Athlet und ein Mitglied der israelischen Delegation. In Japan herrscht große Skepsis in Bezug auf die Ausrichtung der Spiele im Land. Experten befürchten, dass es durch die einreisenden Athleten zu vermehrten Corona-Ansteckungen kommen könnte.

08:21 Uhr | Ärztekammer für intensivere Impfkampagne

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt fordert eine intensivere Corona-Impfkampagne. Reinhardt sagte der "Rheinischen Post", man müsse direkt vor Ort informieren, wo die Impfbereitschaft bisher gering sei.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer zu Beginn eines dpa-Interviews.
Bildrechte: dpa

Ich vermisse den TV-Spot zum Impfen vor der Tagesschau.

Klaus Reinhardt Bundesärztekammer

Die Frage, inwieweit die erhöhten Inzidenzwerte zu einer Belastung des Gesundheitssystems führen würden, hänge maßgeblich von der Impfquote ab. Jeder Erwachsene stehe in der Verantwortung, das Infektionsgeschehen durch eine Impfung niedrig zu halten. Rund 40 Millionen in Deutschland seien noch nicht geimpft.

Gleichzeitig sprach sich Reinhardt gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten für Ungeimpfte aus. "Freiheitsrechte für Ungeimpfte einzuschränken käme einer indirekten Impfpflicht gleich. Das halte ich für falsch." Es gebe Menschen, für die es kein Impfangebot gebe: Kinder unter zwölf Jahren, Schwangere, Menschen mit bestimmten Erkrankungen. Diese Menschen dürfe man nicht vom gesellschaftlichen Leben ausschließen. Umso wichtiger sei es, durch konsequente Aufklärung die noch Unentschiedenen zu erreichen.

08:10 Uhr | Sachsen: Vollstreckung von 484 Haftstrafen wegen Corona ausgesetzt

In Sachsen ist seit Beginn der Pandemie die Vollstreckung von 484 Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren verschoben worden. Wie das Justizministerium mitteilte, mussten Verurteilte nur wegen Gewalt- und Sexualstraftaten oder Rauschgiftkriminalität auch kürzere Strafen antreten. Die Belegung der zehn Justizvollzugsanstalten habe sich in Folge von Corona um etwa 20 Prozent verringert. Die Auslastung liege aktuell bei rund 75 Prozent. Seit April werde der Rückstau beim Strafvollzug abgebaut. Seit Juni würden alle Freiheitsstrafen wieder vollstreckt.

07:50 Uhr | Warnung vor Nervenerkrankung nach Impfung mit Johnson & Johnson

Die US-Arzneimittelbehörde FDA verweist auf das erhöhte Risiko einer seltenen Nervenerkrankung, wenn man mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson geimpft wird. Dem Bericht zufolge wurde der Warnhinweis für den Impfstoff aktualisiert, nachdem Fälle des sogenannten Guillain-Barré-Syndroms gemeldet worden waren. Nach unbestätigten Berichten sollen 100 Fälle der neurologischen Krankheit aufgetreten sein – bei rund 12,5 Millionen verabreichten Impfdosen. In 95 Fällen mussten die Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Mensch starb.

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine entzündliche neurologische Erkrankung, die zu Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen führt. Die meisten Patienten erholen sich wieder. Der neue Warnhinweis der FDA ist ein weiterer Rückschlag für Johnson & Johnson. Im April war der Einsatz des Corona-Impfstoffs des US-Pharmakonzerns in den USA zwischenzeitlich ausgesetzt worden, nachdem vor allem bei jüngeren Frauen vereinzelte Fälle von seltenen Blutgerinnseln aufgetreten waren. Die Behörden kamen aber zu dem Schluss, dass die Vorteile der Impfung die Risiken klar überwiegen.

06:46 Uhr | Start der Datenübermittlung von Krankenhäusern

Die Krankenhäuser sind ab sofort verpflichtet, dem Robert Koch-Institut deutlich mehr Daten zu Corona-Fällen zu übermitteln. Von heute an gilt eine entsprechende Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Damit soll es möglich werden, die Pandemie-Lage in Deutschland nicht mehr ausschließlich nach der Sieben-Tage-Inzidenz zu beurteilen. Neben der Belegung von Intensivstationen müssen alle Krankenhaus-Einweisungen wegen Corona übermittelt werden. Abgerufen werden dabei auch Angaben zu Alter, Art der Behandlung und Impfstatus der Patienten.

06:38 Uhr | Dresden plant Kampagne zur Impfung von Migranten

Für Menschen, die erst kurze Zeit in Deutschland sind und die Sprache noch nicht beherrschen, plant Dresden eine Informationskampagne. Damit soll nach Angaben der Stadt die Impfquote erhöht werden. Die Sozial- und Gesundheitsbürgermeisterin von Dresden, Kristin Kaufmann, teilte mit, es sei eine direkte Ansprache in der der jeweiligen Muttersprache über Postwurfsendungen geplant. Neben den Terminen im Impfzentrum sollen auch dezentrale Angebote geschaffen werden, wo die Menschen vorbeischauen und eine Impfung wahrnehmen könnten.

06:23 Uhr | Irak: Zahl der Opfer nach Brand auf Corona-Station gestiegen

Nach dem Brand auf einer Corona-Station im Südirak ist die Zahl der Opfer auf 64 gestiegen. Wie ein Sprecher der irakischen Gesundheitsbehörden sagte, sind mindestens 100 Menschen verletzt worden. Die Suche nach weiteren Opfern dauere an. Den Angaben zufolge hat die Station 70 Betten. 16 Patienten konnten aus der brennenden Station gerettet werden.

Das Feuer in Nassirija wurde offenbar durch die Explosion von Sauerstoffflaschen ausgelöst. Dutzende Demonstranten protestierten nach dem Brand vor dem Krankenhaus und verlangten den Rücktritt von ranghohen Politikern. Der regionale Gesundheitsminister und der Leiter des Krankenhauses wurden festgenommen und von der Polizei befragt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 13. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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