Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Kritische Infrastruktur reaktiviert Notfallpläne

Unternehmen und Einrichtungen der Kritische Infrastruktur reaktivieren ihre Notfallpläne. Bund und Länder verinbaren strengere Kontaktbeschränkungen. Die Stiko empfiehlt Booster-Impfungen bereits nach drei Monaten. Ohne Booster-Impfung sollen EU-Impfzertifikate neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig werden.

Umkleideraum der FFW Schleiz
Die Feuerwehr und andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur rüsten sich für den Fall der Fälle. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Unser Ticker am Dienstag, 21. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:21 Uhr | Israel ruft zu vierter Impfung auf

In Israel sollen alle Menschen über 60 Jahre und alle Mitarbeiter des Gesundheitssystems ein viertes Mal geimpft werden. Regierungschef Naftali Bennett rief alle Bürger, die diese Kriterien erfüllen, dazu auf, sich impfen zu lassen. Das werde dabei helfen, "die Omikron-Welle zu überwinden, die die ganze Welt überschwemmt". Israels Bürger hätten als erste auf der Welt die dritte Impfdosis erhalten "und wir führen weiter mit der vierten Impfung."

Israel hatte dank Booster-Impfungen die vierte Corona-Welle bereits überwunden. Zuletzt stiegen die Zahlen wieder.

21:58 Uhr | Nicht jeder profitiert vom Pflegebonus

Anerkennung sollte der "Pflegebonus" bringen, den die Ampelkoalition auf bis zu 3.000 Euro aufstocken will. Doch die Entscheidung darüber ist erstmal auf das kommende Jahr verschoben. Und: Nicht jeder profitiert.

21:38 Uhr | USA stellt ihren Bürgern 500 Millionen Tests bereit

Die US-Regierung will ab Januar auf Anfrage Bürgern insgesamt 500 Millionen kostenlose Covid-Tests für den Hausgebrauch zur Verfügung stellen. Das teilte Präsident Joe Biden bei der Vorstellung neuer Maßnahmen mit. Zudem sollen etwa 1.000 medizinisch ausgebildete Mitglieder der Streitkräfte in Krankenhäusern aushelfen.

20:41 Uhr | Sachsen-Anhalt will neue Landesverordnung nicht ändern

Sachsen-Anhalt sieht nach den jüngsten Bund-Länder-Gesprächen zunächst keinen Bedarf, die von Donnerstag an geltende Corona-Landesverordnung erneut anzupassen. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne mit. Die Landesregierung hatte erst am Montag neue Maßnahmen wie die Schließung von Diskotheken und Clubs beschlossen. Zudem werde empfohlen, dass sich Geimpfte und Genesene mit höchstens zehn Menschen treffen sollen. Dabei solle es zunächst bleiben, sagten Grimm-Benne und Ministerpräsident Reiner Haseloff. Die Landesregierung habe aber alle Optionen nachzusteuern.

20:25 Uhr | Kretschmer kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gehen die Vereinbarungen der Bund-Länder-Runde nicht weit genug. "Ich glaube, es ist eine verpasste Chance", sagte der CDU-Politiker und verwies darauf, dass auch das grün-regierte Baden-Württemberg so sehe.

Auch sei der 7. Januar für das nächste Treffen zu spät ist: "Die Dynamik, die wir derzeit erleben, ist sehr groß." Er glaube, dass es schon vorher zu Abstimmungen und Gesprächen komme.

Sachsens Kabinett will morgen zusammentreten und die aktuelle Corona-Schutzverordnung anpassen. Kretschmer zufolge betrifft das etwa die ab 28. Dezember geltende Beschränkung auf 10 Personen bei privaten Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen. In Sachsen sind derzeit noch 20 Personen erlaubt.

19:40 Uhr | Lettland verschärft Einreiseregeln auch für Deutsche

Lettland verschärft wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante seine Einreisebestimmungen. Reisenden aus Deutschland und mehreren andere Ländern benötigen ab dem 24. Dezember einen PCR-Test, der höchstens 72 Stunden alt ist. Dies gilt nach Regierungsangaben auch für Geimpfte. Zudem müssen alle Reisende bei Ankunft in Lettland ihre Daten hinterlegen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 11. Januar.

19:16 Uhr | Neue Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten

Bund und Länder haben sich auf strengere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte geeinigt. Spätestens ab dem 28. Dezember sind Treffen auch von Geimpften und Genesenen auf zehn Teilnehmer beschränkt. Sport- und andere Großveranstaltungen finden ohne Zuschauer statt. Bundeskanzler Olaf Scholz betonte, man habe sich bewusst dafür entschieden, Weihnachten abzuwarten. Er appellierte aber an die Bevölkerung, sich vor Besuchen testen zu lassen.

18:10 Uhr | Thüringer Schüler sollen länger zu Hause bleiben

Thüringer Schüler sollen in den ersten beiden Tagen nach den Weihnachtsferien nicht in die Schule gehen. Das teilte Bildungsminister Helmut Holter mit. Die Warnungen der Experten vor einer Omikron-Infektionswelle müssten sehr ernst genommen werden und Thüringen müsse sich darauf vorbereiten. Die Schulen würden an beiden Tagen eine Betreuung für Schüler bis zur Klasse sechs anbieten. In Förderschulen und -zentren sollten alle Jahrgänge beaufsichtigt werden. Eltern sollten von dieser Möglichkeit aber nur in dringenden Fällen Gebrauch machen.

Holter kündigte an, dass das Kabinett morgen weitere Schritte beschließen werde. Grundlage solle dann die heutige Bund-Länder-Runde sein.

17:58 Uhr | Jede dritte Infektion schon durch Omikron-Variante?

Nach der jüngsten offiziellen Angabe des Robert Koch-Instituts beträgt der Anteil der Omikron-Variante an den nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen 0,6 Prozent. Die Daten dazu stammen allerdings aus der 48. Kalenderwoche, derzeit sind wir in Woche 51. Mit Blick auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit in anderen Ländern halte es Experten für möglich, dass Omikron schon für jede dritte nachgewiesene Infektion in Deutschland verantwortlich ist.

17:40 Uhr | Erfurt bittet um freiwillige Helfer

Die Stadt Erfurt hat angesichts der angespannten Situation in Kliniken sowie Alten- und Pflegeheimen um Unterstützung durch Freiwillige gebeten. Es zähle jede helfende Hand. Wer etwas tun möchte, könne sich an die Hotline der Stadtverwaltung wenden. Es würden dann unkompliziert Kontakte hergestellt. Die Hotline ist unter 0361 655-267662 montags bis freitags (außer am 24. und 31. Dezember 2021) von 8 bis 16 Uhr zu erreichen. 

Die Stadt erklärte, die freiwilligen Helfer bräuchten kein berufliches Vorwissen. Es gehe vor allem darum, das Fachpersonal bei der Organisation von Antigentests und Corona-Schutzimpfungen, der Betreuung von Angehörigen und bei logistischen Aufgaben zu entlasten.

17:25 Uhr | Kritische Infrastruktur reaktiviert Notfallpläne

Behörden und Unternehmen der kritischen Infrastruktur haben damit begonnen, ihre Notfallpläne zu reaktivieren. "Wir stellen sicher, dass genügend Verstärkungskräfte aus anderen Bereichen zur Verfügung bereitstehen",  sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Der Chef des Krisenstabes beim Energieversorger Envia M, Thomas Scheer, sagte dem MDR, man habe gleich zu Beginn der Pandemie Notfallszenarien durchgespielt. Nun sei man dabei, diese Notfallpläne wieder zu aktivieren. Ähnlich äußerte sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Der Deutsche Feuerwehrverband forderte von der Bundesregierung bundesweit einheitliche Quarantäneregelungen. Dabei sollten nach Vorstellung der Feuerwehr Angehörige von Gefahrenabwehrorganisationen von der Quarantäne ausgenommen werden, wenn es medizinisch vertretbar und nicht zwingend erforderlich ist.

17:03 Uhr | Viele FFP2-Masken schützen auch bei Mehrfachverwendung

FFP2-Masken werden häufig mehrfach verwendet. Eigentlich ist das so nicht vorgesehen, aber eine Untersuchung zeigt, bei vielen dieser Masken ist das kein Problem. Einige Einschränkungen gibt es ab er doch.

16:53 Uhr | Patientenschützer wollen strengeren Regeln vor Weihnachten

Auch die Stiftung Patientenschutz plädiert für strengere Corona-Einschränkungen noch vor Weihnachten. Vorstand Eugen Brysch sagte: "Was zu Silvester vernünftig sein soll, kann zu Heiligabend nicht falsch sein." Zugleich kritisierte Brysch Gesundheitsminister Karl Lauterbach für seine Aussage, es werde über Weihnachten keinen Lockdown geben. Noch vor wenigen Wochen sei Lauterbach "Chefmahner der Republik" gewesen, und "jetzt als Bundesgesundheitsminister die 180-Grad-Wende".

16:42 Uhr | Sachsen stockt wegen Corona-Demos Sicherheitspersonal auf

Sachsen reagiert auf die wachsende Radikalisierung bei Corona-Protesten und stockt die Sicherheitsbehörden um 15 Stellen auf. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in Dresden. Das Landesamt für Verfassungsschutz bekommt fünf neue Stellen. Bei der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft werden die Zentralstelle Extremismus Sachsen und die Zentralstelle für Cybercrime mit insgesamt fünf Stellen für Staatsanwältinnen und Staatsanwälte verstärkt. Weitere fünf Stellen entfallen auf das Landeskriminalamt Sachsen. Innenminister Roland Wöller erklärte: "Wir bekämpfen nunmehr nicht nur eine Pandemie, sondern wir schützen auch unsere Demokratie."

16:27 Uhr | Kulturszene im Protest gegen Corona-Demos

An vielen Orten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen protestieren seit Wochen wiederholt Menschen gegen die Corona-Politik. Immer wieder kommt es dabei auch zu Gewalt, viele der Kundgebungen werden von Rechtsextremen organisiert oder unterwandert. Doch die Proteste stoßen zunehmend auf Gegenmaßnahmen. Daran beteiligen sich auch mehr und mehr Kultureinrichtungen.

16:13 Uhr | Schaustellerbund: Weihnachtsmärkte finanzielles Desaster

Zum Abschluss der diesjährigen Weihnachtsmarkt-Saison hat der Schaustellerverband ein verheerendes Fazit gezogen. Präsident Albert Ritter sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Die Weihnachtsmärkte waren ein finanzielles Desaster. Die Einschränkungen waren einfach zu stark."

Schon die 2G-Regelung habe die Umsätze auf ein Drittel des Normalniveaus fallen lassen, 2G plus jedoch sei einer Absage gleichgekommen. Es habe nur noch 5 bis 10 Prozent des üblichen Umsatzes gegeben. Ritter forderte von der Bundesregierung Schadensausgleich, "die Überbrückungshilfen müssen über den März hinaus verlängert und die Kredittilgung bis zwölf Monate nach Pandemieende ausgesetzt werden".

15:42 Uhr | Unionsgeführte Bundesländer drängen auf Impfpflicht

Angesichts der Omikron-Gefahr drängen die unionsgeführten Bundesländer sowie das grün regierte Baden-Württemberg auf eine allgemeine Impfpflicht. In einem Beschlussentwurf der sogenannten B-Länder für die heutigen Bund-Länder-Beratungen wird die Bundesregierung gebeten, die Vorbereitungen zügig voranzutreiben und "kurzfristig einen Zeitplan vorzulegen".

15:30 Uhr | Sachsen: Online-Impftermine für Kinder ab morgen

In Sachsen können Eltern ab morgen Impftermine für Kinder von 5 bis 11 Jahren online buchen. Das DRK teilte mit, die Registrierung im zentralen sächsischen Impfportal solle gegen 9 Uhr möglich sein. Im Laufe des Tages werden dann Termine freigeschaltet.

Zunächst bieten fünf DRK-Impfpunkte in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Löbau und Eich Termine für Fünf- bis Elfjährige für den Zeitraum vom 27. bis 30. Dezember an. Pro Impfstelle und Tag können bis zu 120 Kinder geimpft werden. Das DRK begründete die vergleichsweise niedrige Zahl mit den umfassend Aufklärungsgesprächen, die den ersten Erfahrungen nach etwa zehn Minuten dauern würden.

15:12 Uhr | Medizin-Professor: Im Januar Inzidenz von 1.000 möglich

Der Modellierer Thorsten Lehr sieht mit der Omikron-Variante des Coronavirus eine "Wand"  auf Deutschland zukommen. Der Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes sagte im Sender ntv: "Es wird erst langsam gehen, aber dann deutlich schneller zunehmen." Anfang des Jahres könnten die bundesweiten Inzidenzen um die 1.000 liegen. Ob das wirklich eintrete, hänge davon ab, wie die Bevölkerung sich verhalte und welche Maßnahmen ergriffen würden.

Lehr sagte, Hochrechnungen zufolge könne es passieren, dass es bis zu fünf, sechs Millionen gleichzeitig Erkrankte gebe. Auch wenn Omikron milder verlaufe, würde das zu Problemen in der Versorgung im Gesundheitssektor und im öffentlichen Leben führen.

15:06 Uhr Schweden verschärft Corona-Regeln

Schweden hat seine die Corona-Maßnahmen verschärft. Ministerpräsidentin Magdalena Andersson stellte eine Reihe von Beschränkungen vor, die ab Donnerstag gelten. In Restaurants dürfen nur noch sitzende Gäste bedient werden. Bei Zusammenkünften und öffentlichen Veranstaltungen in Innenräumen dürfen nur dann mehr als 20 Personen dabei sein, wenn es sich um sitzende Besucher handelt. Bei mehr als 500 Teilnehmern ist ein Impfnachweis erforderlich. Außerdem werden alle, die es können, aufgefordert, ins Homeoffice zu gehen.

14:23 Uhr | Krebszentren warnen vor "stiller Triage"

Die deutschen Krebszentren fürchten massive Engpässe bei der Vorsorgung ihrer Patienten. Bereits jetzt hätten zwei Drittel der Kliniken keine Kapazitäten mehr, um weitere Krebspatienten aufzunehmen, sagte Thomas Seufferlein, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Wegen Covid-19 überfüllte Intensivstationen führten "zu einer ungewollten Priorisierung" dieser Patientinnen und Patienten "und damit zu einer stillen Triage". Es sei wichtig, Versorgungskapazitäten für Krebspatienten sicherzustellen.

14:03 Uhr | Stiko empfiehlt frühere Booster-Impfung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischimpfungen gegen Covid-19 wegen der Omikron-Variante des Coronavirus jetzt bereits nach mindestens drei statt erst nach sechs Monaten. Die geänderte Empfehlung gelte ab sofort, teilte das Gremium heute mit.

13:33 Uhr | Söder kritisiert Kommunikation

Kurz vor der neuen Bund-Länder-Runde am Nachmittag hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) "höchst irritiert" über die Kommunikation von Bundesregierung und Robert Koch-Institut geäußert. Es sei "extrem unglücklich", dass es neue Botschaften zur Pandemie heute ja quasi im Stundenrhythmus gegeben habe, sagte Söder in einer Reaktion auf die heutige Mitteilung des RKI.

13:00 Uhr | Dahmen fordert Lockdown-Vorbereitung

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sieht die von Bund und Ländern nach Weihnachten nun geplanten zusätzlichen Schutzmaßnahmen als ersten Schritt, hält es aber für nötig, auch "einen weiter gehenden Lockdown" jetzt schon vorzubereiten.

Das sei wichtig, um solche Maßnahmen dann je nach Lage schnell und "ohne neue lange Beratungen" umsetzen zu können, hatte Dahmen am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin" gesagt. Es könne auch durchaus sein, dann man die epidemische Lage von nationaler Tragweite wieder beschließen müsse, worauf laut Dahmen vor allem auf Druck der FDP erst Ende November verzichtet worden sei. Deren Bundesjustizminister Marco Buschmann sprach sich heute dafür aus, einen Lockdown möglichst verhindern zu wollen.

12:32 Uhr | RKI für "maximale Kontaktbeschränkungen"

Das Robert Koch-Institut hat wegen der aktuellen Lage der Pandemie in Deutschland "maximale Kontaktbeschränkungen" empfohlen, die "sofort beginnen" und bis zunächst Mitte Januar gelten sollten. Das schrieb das RKI heute auf Twitter:

12:20 Uhr | EU-Impfnachweise ohne Booster laufen aus

Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig spätestens neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig. Die Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission mitteilte. Theoretisch können die EU-Länder noch ein Veto einlegen, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt, da die Regelung nach Angaben der EU-Kommission mit den Staaten abgestimmt wurde.

11:59 Uhr | Omikron-Fälle in Sachsen gefunden

Die Omikron-Variante des Coronavirus wird auch in Sachsen registriert. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) heute im Landtag sagte, gibt es zwei bestätigte und 21 Verdachtsfälle.

11:35 Uhr | Söder: Wegfall epidemischer Lage war falsch

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich für eine Wiederherstellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite ausgesprochen. Der CSU-Politiker sagte im ARD-Morgenmagazin, deren Aufhebung Ende November sei ein Kardinalfehler gewesen. In der aktuellen Situation sei es absurd zu sagen, es gebe diese Lage nicht. Nun mangele es an Flexibilität, um auf Entwicklungen in der Pandemie rasch reagieren zu können.

11:03 Uhr | Karlsruhe kündigt Urteil zu Triage an

Das Bundesverfassungsgericht gibt am kommenden Dienstag eine Entscheidung zur sogenannten Triage in der Coronavirus-Pandemie bekannt. Das kündigte das Gericht in Karlsruhe heute an. Geklagt haben neun Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen. Sie fürchten, bei einer Überlastung der Intensivstationen aufgrund statistisch schlechterer Überlebenschancen aufgegeben zu werden. Mit ihrer Beschwerde wollen sie erzwingen, dass Kriterien für solche Entscheidungen der Gesetzgeber formuliert. (Az.: 1 BvR 1541/20)

10:45 Uhr | Sozialverband fordert bessere Impfangebote

Der Sozialverband VdK fordert bessere Impfangebote für arme Menschen, Flüchtlinge, Obdachlose, Analphabeten und anderen Menschen, die wegen Sprachproblemen das Gesundheitswesen kaum nutzen. An ihnen sei bisher jede Kampagne vorbeigegangen, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele heute. Dringend nötig seien aufsuchende Impf- und Informationsangebote, bundeseinheitlich und mehrsprachig, durch speziell dafür geschultes Personal.

10:17 Uhr | Schon 27,1 Millionen Booster-Impfungen

In Deutschland haben inzwischen mindestens 27,1 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 bekommen. Das geht aus neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor. Mindestens 58,5 Millionen Menschen sind demnach nun zweifach geimpft oder haben die Einmal-Impfung von Johnson & Johnson – 70,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Es wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestwerte zu verstehen seien, da eine komplette Erfassung nicht erreicht werden könne.

10:00 Uhr | Justizminister Buschmann gegen Lockdown

Aus Sicht von Bundesjustizminister Marco Buschmann ist aktuell kein Lockdown zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie und der Omikron-Variante nötig. Der FDP-Politiker sagte heute Morgen im Deutschlandfunk, im Moment setze die Regierung auf die Booster-Impfungen und Kontaktbeschränkungen. Ein Lockdown schränke die Freiheit ein und auch Schulschließungen hätten deutliche Folgen. Darum wolle man einen Lockdown verhindern. Buschmann betonte aber, da die Lage dynamisch sei, solle dieses Instrument auch nicht ausgeschlossen werden. Bund und Länder beraten am Nachmittag zunächst über weitere Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten, möglicherweise aber auch schon über die Zeit danach.

09:46 Uhr | Ramelow sieht "Traditionslinie des Terrors"

Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Aufrufe zu einer Demonstration vor dem Haus von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) als "unerträglich" kritisiert. Der dpa sagte der Linke-Politiker, dass Menschen wegen der Pandemie-Schuzmaßnahmen dazu aufriefen "vor den Privathäusern von Verantwortungsträgern aufzumarschieren", erinnere "an die Methoden der SA und offensichtlich hat man keine Probleme mehr, sich auf dieser Traditionslinie des Terrors zu bewegen". In sozialen Netzwerken war zu einer Demonstration vor dem Haus von SPD-Innenminister Maier und seiner Familie im Landkreis Gotha aufgerufen worden.

09:15 Uhr | Moderna: Keine Probleme bei Entwicklung

Der US-Impfstoffhersteller Moderna sieht keine Probleme bei der Entwicklung einer Booster-Impfung gegen die Omikron-Variante. Es seien nur geringe Veränderungen notwendig, sagte Konzernchef Stephane Bancel der Schweizer Zeitung "Tagesanzeiger". Derzeit warte Moderna noch auf wichtige Informationen zu der Mutation, mit denen in ein oder zwei Wochen zu rechnen sei. Anfang 2022 hoffe man, die klinischen Tests dann beginnen zu können.

09:05 Uhr | Omikron in den USA jetzt vorherrschend

Omikron hat sich in den USA in kurzer Zeit zur vorherrschenden Coronavirus-Variante entwickelt. Schätzungen zufolge entfielen rund 73 Prozent der neuen Infektionen in der vergangenen Woche auf die zuerst in Südafrika entdeckte Mutante. Das geht aus Daten auf der Webseite der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor. Auch wegen sprunghaft angestiegener Infektionszahlen wollte sich US-Präsident Joe Biden heute mit einer Rede an die Menschen im Land wenden

08:56 Uhr | GEW kritisiert Quarantäne-Lohnfortzahlung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen hat die Ungleichbehandlung der Angestellten und der Beamten bei der Quarantäne-Lohnfortzahlung kritisiert. GEW-Landeschefin Ursula-Marlen Kruse sagte MDR AKTUELL, während ungeimpfte Angestellte keine Ausgleichszahlung erhielten, sei das bei Beamten nicht so. Das sei besonders im Schulbereich ungerecht. Der sächsische SPD-Innenpolitiker Albrecht Pallas forderte, was für die Angestellten gelte, müsse auch für die Beamten gelten. Das sei auch eine Frage der Gleichbehandlung und der Solidarität in der Verwaltung.

Das CDU-geführte Finanzministerium in Sachsen erklärte, es sei nicht beabsichtigt, die bestehenden Regelungen zu ändern. Ähnlich äußerten sich die Finanzministerien in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dagegen erklärte die Staatskanzlei in Schwerin, dass in Mecklenburg-Vorpommern seit Oktober auch ungeimpfte Beamte, die in Quarantäne müssen, keine weitere Besoldung erhalten.

08:01 Uhr | Unternehmen wollen weniger einstellen

In den deutschen Unternehmen sinkt die Bereitschaft zur Einstellung neuer Mitarbeiter. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchner Ifo-Institut in seinem "Beschäftigungsbarometer". Es sank im Dezember um 1,0 auf 102,9 Punkte und beruht auf monatlichen Umfragen unter 9.000 Firmen. Die Wirtschaftsforscher erklärten, es sei der niedrigste Wert seit knapp einem halben Jahr. Aufgrund der Coronawelle hätten Gastgewerbe, Veranstaltungswirtschaft und Tourismus jetzt Entlassungen angekündigt. Dagegen sei in der Industrie das Beschäftigungsbarometer erneut gestiegen.

07:30 Uhr | Ramelow: Ungeimpfte sollen Novavax nutzen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat bislang ungeimpfte Bürger aufgerufen, sich mit dem neu zugelassenen Totimpfstoff von Novavax impfen zu lassen. Der Linke-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, wer die mRNA-Impfstoffe ablehne, habe jetzt eine wirksame Alternative. Es gehe nur noch darum, genügend bereitzustellen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte gestern die bedingte Zulassung für Erwachsene empfohlen. Die Schutzwirkung liegt laut Studien bei rund 90 Prozent.

07:25 Uhr | Inzidenz sinkt leicht

Nach den Daten des Risklayer-Projektes liegt die Inzidenz in Deutschland bei 329,0. Einen Tag zuvor lag der Wert demnach bei 335,7. Auch das Robert Koch-Institut meldet sinkende Zahlen. Es gibt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 306,4 an. Am Vortag habe der Wert bei 316,0 gelegen, vor einer Woche bei 375,0. Aufgrund der Meldewege sind die Daten von Risklayer meist etwas aktueller.

07:11 Uhr | Bildungsministerin gegen Schulschließungen

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger will neue flächendeckende Schulschließungen unbedingt vermeiden. Das erklärte die FDP-Politikerin vor den Bund-Länder-Beratungen heute. Lernrückstände dürften nicht größer werden. Solange man noch ins Fußballstadion gehen könne, dürfe auch keine Schule schließen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kann sich hingegen vorstellen, die Weihnachtsferien zu verlängern oder Homeschooling kurzzeitig wieder einzuführen. Die Vorsitzende Maike Finnern sagte, das müsse allerdings eine Ausnahme bleiben. Gemeinsam mit dem Deutschen Lehrerverband fordert die GEW bei diesem Thema aber auch ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern.

07:10 Uhr | Kekulé: Lockdown gegen Omikron bringt nichts

Der Virologe Alexander Kekulé hält einen Lockdown gegen die Omikron-Variante für nicht geeignet. Er sagte MDR AKTUELL, die Coronavirus-Mutante sei ansteckender als die Vorgänger und werde auch durch einen Lockdown nicht zu stoppen sein. Dieser sei auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil die Krankheit bei geimpften und genesenen Menschen nicht so schwer verlaufe. Kekulé schlug vor, Kontakte für zwei Wochen herunterzufahren. Das könne etwas Zeit bringen für zusätzliche Impfungen vor allem der über 60-Jährigen.

07:00 Uhr | Corona-Proteste in Mitteldeutschland

Auch in mitteldeutschen Städten hat es am Montagabend wieder Proteste gegeben. Allein in Magdeburg in Sachsen-Anhalt gingen laut Polizei rund 3.000 Menschen auf die Straße, um gegen weitere Kontaktbeschränkungen und eine Impfpflicht zu protestieren. Auch in Halle, Wittenberg, Naumburg und Halberstadt verzeichneten die Beamten Teilnehmerzahlen im vierstelligen Bereich. Den Angaben zufolge verliefen die Aktionen weitgehend störungsfrei.

06:50 Uhr | Vorbereitungen auf Omikron-Welle

Unternehmen der kritischen Infrastruktur in Mitteldeutschland sehen sich auf eine Omikron-Welle vorbereitet. Der regionale Energieversorger EnviaM etwa teilte MDR AKTUELL mit, trotz vieler Krankheits- und Quarantäne-Fälle habe bisher nie ein Ausfall gedroht. Man habe schon zu Beginn der Pandemie für solche Notfallszenarien eigene Notfallpläne aufgestellt und sei dabei, diese wieder zu aktivieren. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verweist auf solche Notfallpläne, nach denen nötiges Personal gegebenfalls sogar isoliert werden könne.

06:10 Uhr | WHO: Omikron-Mutation breitet sich aus

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation breitet sich die Omikron-Mutation des Coronavirus nun schneller aus als die Delta-Variante und infiziert auch Menschen, die geimpft oder genesen sind. WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan sprach von einer "Immunflucht-Variante". Booster-Impfungen sollten darum erst Menschen mit geschwächtem Immunsystem bekommen.

Die WHO geht nicht davon aus, dass die Impfstoffe unwirksam seien. Laut WHO-Notfalldirektor Mike Ryan wird die Pandemie aber nun erst mit einer zweiten oder dritten Generation von Impfstoffen, Medikamenten und anderen Innovationen zum Ende kommen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 21. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland

Bundesfinanzminster Christian Lindner in einer Interviewsituation 1 min
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) stellt Steuerpläne gegen Inflation vor Bildrechte: MDR
1 min 10.08.2022 | 14:35 Uhr

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat seine Pläne für einen Inflationsausgleich vorgestellt. Er versprach eine Steuersenkung von mehr als zehn Milliarden Euro. Er wolle vor allem die Kalte Progression ausgleichen.

Mi 10.08.2022 11:48Uhr 00:51 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/video-lindner-entlastungspaket-plaene-vorgestellt-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video